Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 5 Min.

Casios Mechanik-Experiment geht in Runde zwei: Kann die Edifice EFK-110 überzeugen?

Die zweite Generation der mechanischen Edifice kommt mit Miyota 8215, mehr Gangreserve und überarbeitetem Gehäuse. Wir hatten sie am Handgelenk.
Casio Edifice, Referenz EFK-110-7AER am Handgelenk

Casio Edifice, Referenz EFK-110-7AER

© Casio

Casio Edifice EFK-110: Die zweite Generation der mechanischen Edifice – kleiner, flacher, besser bestückt 

Die EFK-110 korrigiert die offensichtlichsten Schwächen des EFK-100-Debüts: Mit dem Miyota 8215 kommt ein neues japanisches Automatikaliber mit längerer Gangreserve, und der Gehäusedurchmesser fällt mit 38 mm auf ein breitentauglicheres Maß. Ein Upgrade mit klarem Profil.

 

Als Casio 2025 mit der EFK-100 seine erste mechanische Uhr unter dem Edifice-Label vorstellte, war das eine strategische Aussage: ein Markenname, der jahrzehntelang für Quarz und Digitalelektronik stand, betritt das Terrain von Seiko, Citizen und Orient. Der Schritt war mutig, für viele lang herbeigesehnt und das Ergebnis solide – aber nicht frei von Kritik. Das verbaute Werk, basierend auf dem TMI NH35A bot rund 40 Stunden Gangreserve. Die Uhr war funktional, aber der Gehäusedurchmesser von 39 mm sowie bei der Carbonversion von 40 mm saß mit der Bauhöhe von 12,5mm für ein sportlich-elegantes Modell an der Oberkante. Die EFK-110 reagiert darauf. Casio justiert nach – nicht revolutionär, aber zielgenau.

Casio Edifice, Edelstahluhr Referenz EFK-110-1AER

Casio Edifice, Referenz EFK-110-1AER

© Casio

Kaliber: Miyota 8215

Das Herzstück der EFK-110 ist das Miyota 8215, ein Automatikaliber aus dem Hause Miyota (Citizen-Gruppe), das in dieser Preisklasse zu den meistverbauten und bestdokumentierten Kalibern weltweit gehört. Es arbeitet mit 21 Rubinen, einer Vibration 21.600 Schwingungen pro Stunde und einer Gangreserve von über 42 Stunden – zwei Stunden mehr als beim Vorgänger. Dazu kommt eine Hacking-Funktion des Sekundenzeigers. Das Miyota 8215 in der Standardkonfiguration verfügt üblicherweise nicht über Hacking – Casio verbaut hier offenbar eine modifizierte Variante oder eine angepasste Konfiguration. Das ist ein echter Mehrwert gegenüber vielen Mitbewerbern im gleichen Preissegment und hebt die EFK-110 von reinen Basiskalibern wie dem Miyota 8200 ab. 

Unidirektionaler statt bidirektionaler Rotor. 

Das 8215 nutzt einen Einwegaufzug (unidirektional), was bedeutet, dass nur eine Rotationsdrehrichtung die Hauptfeder spannt. Der bidirektionale Rotor des EFK-100 nutzt beide Rotationsdrehrichtungen zur Energieübertragung und ist damit theoretisch effizienter bei geringer Handgelenksbewegung. Der Miyota-Ansatz ist mechanisch einfacher und in der Fertigung kostengünstiger – ein vertretbarer Kompromiss auf diesem Preisniveau, aber kein Fortschritt. Der Glasschraubboden gewährt Einblick ins Werk. Die Werkoptik des 8215 ist funktional, ohne Ansprüche auf dekorative Finissage. Das entspricht dem Marktsegment.

Casio Edifice, Edelstahluhr Sichtboden Kaliber Miyota 8215

Sichtboden mit Blick auf das Kaliber Miyota 8215

© Casio

Gehäuse und Dimensionen 

38 mm Durchmesser, 11,8 mm Höhe, 141 Gramm mit Stahlband. Gegenüber dem Modell EFK-100 ist die EFK-110 spürbar kompakter und deutlich flacher. Am Handgelenk sitzt sie entsprechend besser – weniger klobig. Für ein sportlich-elegantes Segment, in dem viele Träger auch ein Hemdärmel-taugliches Maß suchen, ist das ein echter Zugewinn. Das massive Edelstahlgehäuse kombiniert satinierte und polierte Flächen, ein Finish, das in dieser Preisklasse Standard ist und handwerklich ordentlich ausgeführt wurde. Die Krone liegt gut in der Hand, der Drehwiderstand beim Stellen ist angemessen. Die Wasserdichtigkeit bis 10 bar (100 Meter) ist für den Alltagseinsatz ausreichend, für Sport im und am Wasser ebenfalls. 

Zifferblatt und Ablesung 

Drei Farbvarianten kommen in ähnlicher Optik wie das Vorgängermodell: Weiß (EFK-110D-7AER), Blau (EFK-110D-2AER) und Schwarz (EFK-110D-1AER). Das Blatt ist in Carbon-Optik gehalten – ein Oberflächenmuster, das je nach Lichteinfall stärker oder schwächer hervortritt, strukturell aber nicht aus echtem Carbon besteht. Dazu kommen drei Zeiger und stabförmige Indizes mit Lumineszenz-Beschichtung. Die Lesbarkeit ist gut. Dafür sorgt das Saphirglas mit beidseitiger Entspiegelung – hier bietet Casio mehr, als man für 279 Euro erwarten würde. Das Datumsfenster sitzt fortan bei 3 Uhr statt 6 Uhr – eine konstruktive Änderung, die dem Werk geschuldet ist und die Zifferblattgestaltung merklich beeinflusst. Das Datumsfenster ist wie bei der EFK100 weiß hinterlegt, dies muss man bei der Farbwahl von Blau oder Schwarz berücksichtigen.

Die EFK-110 im Hands-on

Tragekomfort und Handhabung 

141 Gramm mit Stahlband sind für eine Vollstahluhr ein moderater Wert. Das Band mit satinierten und polierten Gliedern liegt angenehm, die Faltschließe drückt nicht. Die reduzierte Bauhöhe von 11,8 mm trägt maßgeblich dazu bei, dass die Uhr unter einem Hemdsärmel verschwinden kann. Bei 279 Euro konkurriert die EFK-110 direkt mit Seiko SNX-Modellen, der Orient Bambino-Linie sowie Einstiegsautomatiken von Tissot. Das  Miyota 8215 ist auf diesem Preisniveau ein absolut adäquates Kaliber – verlässlich, servicefreundlich, mit guter Ersatzteilverfügbarkeit. Casio macht mit der EFK-110 deutlich, dass das mechanische Standbein kein Einmalausflug war: Die Serie wird ausgebaut, die Hausaufgaben im Gehäusebau wurden gemacht. 

Die EFK-110 ist eine konsequente Weiterentwicklung, keine Neuerfindung. Das kleinere, flachere Gehäuse verbessert die Tragequalität spürbar. Der Wechsel zum unidirektionalen Rotor ist gegenüber dem bidirektionalen System des EFK-100 ein leichter theoretischer Rückschritt in der Aufzugseffizienz. Die Hacking-Funktion ist hingegen ein Pluspunkt. Wer 279 Euro in eine erste Automatikuhr oder einen unkomplizierten Alltagsbegleiter investieren möchte, bekommt mit der EFK-110 eine solide, gut verarbeitete Option mit sauberem Design.

Casio Edifice EFK-110D-2AER

Casio Edifice EFK-110D-2AER

© Casio

Technische Daten

Referenzen: EFK-110D-1AER / EFK-110D-2AER / EFK-110D-7AER 

Preis: 279 Euro 

Gehäuse Maße (L × B × H) 43 × 38 × 11,8 mm 

Gewicht 143 g (mit Band) 

Material Gehäuse/Lünette: Edelstahl 

Glas: Saphirglas, entspiegelt 

Gehäuseboden: Verschraubter Glasboden 

Wasserdichtigkeit: 10 bar (100 m) 

Werk: Kaliber Miyota 8215 (Automatik / Handaufzug) 

Frequenz: 21.600 A/h (3 Hz) 

Gangreserve: ca. 42 Stunden 

Ganggenauigkeit: circa −20 bis +40 Sek./Tag 

Aufzug: Automatik, unidirektionaler Rotor 

Zifferblatt & Anzeige: Zeitanzeige Analog, 3 Zeiger (Std. / Min. / Sek.) Datumsanzeige bei 3 Uhr

Casio Casio Edifice Uhren bis 1.000 Euro Edelstahl Uhren

Neueste Beiträge

Liebhaber, Investment-Banker oder zukünftiger Ironman: Was ihre Uhr über Sie verrät
Von der Speedmaster bis zur Apple Watch – eine augenzwinkernde Typologie moderner Uhrenträger
12 Minuten
22. Mai 2026
Swatch x Audemars Piguet Royal Pop: Wie eine Kooperation den Uhrenmarkt neu aufmischt
Die Royal Pop sprengt alle Rekorde – und zeigt, wie stark Swatch-Kooperationen den Markt heute prägen.
3 Minuten
Zwei Perspektiven auf Mechanik: die Zeitwinkel 173° Saphir Bleu und Saphir Fumé
Mit der neuen 173° Saphir bringt Zeitwinkel sein markantes Großdatum erstmals in ein kompakteres Format – ohne technische Kompromisse.
3 Minuten
Titoni Seascoper Summer Edition – Limitierter Taucher mit markantem Farbkonzept

Titoni Seascoper Summer Edition – Limitierter Taucher mit markantem Farbkonzept

- Marke im Fokus
Top Thema: Meistersinger präsentiert die Panthero Jumping Hour mit Guilloché-Zifferblatt

Meistersinger präsentiert die Panthero Jumping Hour mit Guilloché-Zifferblatt

- Top Thema
Hotspot: Yema – Skin Diver Slim Full Lume CMM.20 Limited Edition

Yema – Skin Diver Slim Full Lume CMM.20 Limited Edition

- Hotspot
Web Special: Seiko – die neuen Uhren zum 145. Jubiläum

Seiko – die neuen Uhren zum 145. Jubiläum

- Web Special

Das könnte Sie auch interessieren

Swatch x Audemars Piguet: „Royal Pop" ist offiziell
Swatch x Audemars Piguet: „Royal Pop" offiziell bestätigt – was steckt hinter der neuen Kooperation und wann kommt sie in den Handel?
4 Minuten
10. Mai 2026
Swatch x Audemars Piguet: Entsteht hier die vielleicht spannendste Kooperation des Jahres?
Die Gerüchteküche brodelt weiter: Nachdem Swatch mehrere Teaser im Internet verbreitet hat, glauben Fans nun, die Schweizer Marke könnte kurz vor einer Kooperation mit Audemars Piguet stehen – und das Netz dreht schon durch.
4 Minuten
Die besten Uhren unter 3.000 Euro nach der Watches and Wonders 2026 – unser Kaufratgeber
Die Watches and Wonders 2026 hat die neuen Trends gezeigt. Viele der vorgestellten Uhren liegen preislich im fünfstelligen Bereich, teils sogar noch darüber. Aber was, wenn das aktuelle Budget nur bis 3.000 Euro reicht? In unserem Kaufratgeber zeigen wir attraktive Einstiegsmodelle in die Welt der großen Marken.
6 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige