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Lesedauer 4 Min.

3 typische Uhren von Breguet

Breguet: Classqieu Grande Complication Tourbillon extraflach Automatik 5377
© Breguet
Die Manufaktur Breguet steht in der Tradition von Abraham-Louis Breguet. Er war der bedeutendste Uhrmacher der Geschichte, verbesserte die Uhrentechnik, entwickelte innovative Komplikationen und prägte die Gestaltung mit seinen typischen Designmerkmalen.

Modell #1 von Breguet: Classique Tourbillon Extra-Plat

Abraham-Louis Breguet hatte 1795 das Tourbillon erfunden, um die Ganggenauigkeit der Uhren zu verbessern. Kein Wunder also, dass diese Komplikation noch immer eine große Rolle für die Manufaktur spielt. Das Classique Tourbillon Extra-Plat mit der Referenz 5377 wirkt durch das große 42-Millimeter-Platingehäuse mit einer Höhe von lediglich sieben Millimetern sehr flach. Das Werk mit einem Tourbillonkäfig aus Titan misst sogar nur drei Millimeter in der Höhe. Die Unruh besteht ebenfalls aus Titan, die Spirale aus Silizium und die Hemmungspartie aus Silizium, das mit amagnetischem Stahl kombiniert wird.
Der Aufzugsrotor aus Platin läuft aus Platzgründen außen um das Werk herum und baut eine Federspannung für 90 Stunden Gangdauer auf. Eine Gangreserveanzeige gibt an, wieviel davon noch verfügbar ist. Äußerlich gibt sich die Uhr als typische Breguet zu erkennen: mit dem für die Marke typischen handguillochierten Zifferblatt, den Breguet-Zeigern aus gebläutem Stahl mit durchbrochener Ringspitze, der feinen Kannelierung an den Gehäuseflanken und der individuellen Nummer auf dem Zifferblatt. Auch die „geheime“ Breguet-Signatur links und rechts der „XII“ findet man: Abraham-Louis Breguet hatte die nur bei flach einfallendem Licht sichtbare Gravur schon 1795 eingeführt, um Fälschungen zu erschweren. Die flache Komplikation kostet 158.200 Euro.

Modell #2 von Breguet: Tradition Chronographe Indépendant

In der Linie Tradition zeigt Breguet einen historischen Werkaufbau mit Kloben, bei dem die Rückseite des Werkes nach vorn gewendet ist. Chronographen spielen für Breguet eine wichtige Rolle, denn der Uhrmacher gehörte mit einem 1820 entwickelten Zeitmesser mit Doppelsekunde, der Zeitspannen messen konnte, und einem 1822 konstruierten Zeitschreiber mit Tinte zu den Pionieren des Chronographen. Wie der Name der Tradition Chronographe Indépendant andeutet, zapft der Chronograph nicht wie üblich die Kraft der Zugfeder an und beeinträchtigt damit die Ganggenauigkeit. Vielmehr wird beim Betätigen des Rückstelldrückers eine Blattfeder gespannt, die dann 20 Minuten Energie für den Chronographenmechanismus mit unabhängiger Unruh zur Verfügung stellt. Während das Räderwerk mit drei Hertz schwingt, arbeitet der Chronograph mit fünf Hertz und kann so Zehntelsekunden anzeigen. Die Blattfeder greift in eine Nockenscheibe, um das Drehmoment gleichmäßiger weiterzugeben.
Breguet: Tradition Chronographe Indépendant © Breguet
Um einen symmetrischen Aufbau zu erhalten, wurde die Chronographenunruh aus Titan gefertigt und kann durch ihr geringeres Gewicht genauso groß wie die langsamere Unruh für die Zeitanzeige sein. Bei beiden Oszillatoren kommt eine Weiterentwicklung der Breguet-Spirale zum Einsatz. Der Uhrmacher hatte das Ende der Spirale ab 1795 nach oben gebogen, damit die Feder gleichmäßiger „atmen“ konnte. Breguet entwickelte 2006 ein Verfahren, mit dem auch bei den völlig amagnetischen Siliziumspiralfedern eine dreidimensionale Breguet-Endkurve möglich ist.Gut sichtbar sind auch die beiden Parachute-Stoßsicherungen für die Unruhn. Breguet erfand diese Vorrichtung zum Schutz der bei Schlägen leicht brechenden Unruhzapfen 1790 mit an Blattfedern befestigten Lagern. So schuf er die erste Stoßsicherung, die zu den heute modernen Systemen führte. Das Zifferblatt mit dezentralem Stundenring ist ebenfalls eine Spezialität, die Breguet schon 1812 verwendete. In einem 44 Millimeter großen Weißgoldgehäuse ist der ungewöhnliche Chronograph mit der Referenz 7077BB für 76.900 Euro zu haben.

Modell #3 von Breguet: Marine Automatique

Abraham-Louis Breguet baute schon früh Marinechronometer und wurde 1815 zum Uhrmacher der französischen königlichen Marine ernannt. Auf dieser Tradition gründet die Marine-Kollektion, die Breguet 2018 optisch überarbeitet hat. Das Zifferblatt der neu hinzugekommenen Modelle zeigt eine Fülle nautischer Elemente. So trägt das Gegengewicht des Sekundenzeigers den Buchstaben B aus dem Flaggenalphabet, und das Datumsfenster besitzt die Form eines Wimpels. Die Marine stellt die modernste Linie der Marke dar, bleibt aber immer als Breguet erkennbar. Die Zeiger weisen ebenso eine moderne Interpretation der Breguet-Form auf wie die römischen Ziffern.
Breguet: Marine Automatique © Breguet
Auf die Kannelierung des Gehäusemittelteils muss man trotz des sportlichen Kronenschutzes nicht verzichten. Und auch die individuelle Fabrikationsnummer findet sich wie immer bei Breguet auf dem Zifferblatt. Als Gehäusematerial kommt nun auch salzwasserbeständiges Titan zum Einsatz. Die abgebildete Marine 5517 misst 40 Millimeter im Durchmesser und bleibt bis 100 Meter wasserdicht. Den Antrieb gibt das Manufakturkaliber 777A mit Automatikschwungmasse in Form eines Ruders. Auch hier war Breguet Vorreiter: Der Uhrmacher konstruierte schon 1780 eine Taschenuhr mit automatischem Aufzug. In Titan kostet die Dreizeigeruhr 16.700 Euro. jk
Chronograph Manufakturkaliber Tourbillon Manufakturchronograph Breguet Classique Schweizer Uhren Automatikuhren Breguet Tradition Luxusuhren Archiv

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