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Lesedauer 5 Min.

Neue große Zeiten in Fleurier

karl-friedrich-scheufele
Karl-Friedrich Scheufele sah die Bedeutung Fleuriers für den luxuriösen Uhrenbau
© PR
Stellen Sie sich vor, der Motor Ihres Autos wäre so gestaltet, dass er das Design des Fahrzeugs vollständig bestimmt. Unglaublich? Stimmt, aber im Uhrenbereich wurde genau das mit den Werken der folgenden Modelle gemacht. So enstehen die 10 abgefahrensten Uhrwerke:

Abgefahrenes Uhrwerk #1: Roger Dubuis Excalibur Automatik Skelett

Die Manufaktur Roger Dubuis ist bekannt für ihre ausgefallenen und oft auch skelettierten Zeitmesser. Dabei wird nicht einfach überall Material entfernt, sondern es entsteht durch die Skelettierung ein Stern. Das Werk mit Mikrorotor auf der Vorderseite verfügt über das Qualitätssiegel Genfer Punze. In der Excalibur Automatik Skelett tickt ein Manufakturwerk mit Automatikaufzug, das in einem Roségoldgehäuse Platz findet. Preis: 69.400 Euro.

Abgefahrenes Uhrwerk #2: Breguet Tradition Automatique Seconde Rétrograde

Die Weißgolduhr Tradition Automatique Seconde Rétrograde von Breguet hat einen historischen Werkaufbau und zeigt ihn sogar von vorn: Kloben, teilweise gestuft, halten Räder und Breguets Erfindung, die „Pare-chute“-Stoßsicherung, schützt die Unruhwelle. Das sichtbare Manufakturwerk mit Handaufzug rahmt die Zeitanzeige für 30.200 Euro harmonisch ein.

Abgefahrenes Uhrwerk #3: Arnold & Son Golden Wheel

Die wandernde Stunde, bei der im oberen Drittel des Zifferblatts die aktuelle Stunde die Minuten anzeigt, kennt man von Taschenuhren. Bei der Golden Wheel von Arnold & Son wurde der Mechanismus mit den drei Saphirglasscheiben und dem namensgebenden Goldrad offen in Szene gesetzt. Zusätzlich springt der zentrale Zeiger von Sekunde zu Sekunde. Die Zeit im Bild ist 10:30 Uhr, dafür zeichnet ein automatisches Manufakturkaliber im Rotgoldgehäuse verantwortlich. Von der Golden Wheel sind 125 Exemplare für jeweils 46.850 Euro erhältlich.

Abgefahrenes Uhrwerk #4: Richard Mille RM 27-02 Tourbillon Rafael Nadal

Einmal mehr sprengt Richard Mille die Gesetze der Uhrenwelt. Das Teure an der RM 27-02 Tourbillon Rafael Nadal ist nicht die Komplikation, sondern das Hightech-Material, zusammen mit dem Design: Lünette und Boden bestehen aus einem neuartigen Schichtwerkstoff aus Kohlenstoff und Quarzfasern. Gehäusemittelteil und Platine sind zusammen aus NTPT-Schichtkarbon gefräst. Die dreidimensionalen Brücken bestehen aus Grade-5-Aluminium. Rafael Nadal trägt die ebenso leichte wie robuste Uhr sogar bei Turnieren, ohne dass das Manufakturkaliber mit Handaufzug Schaden nimmt. Das auf 50 Exemplare limitierte Modell kostet jeweils 777.000 Euro.

Abgefahrenes Uhrwerk #5: Armin Strom Mirrored Force Resonance

Die Manufaktur Armin Strom aus Biel hat das Werk von Anfang an als sichtbares Element gestaltet. Die Mirrored Force Resonance ist mit einem dualen Regulator ausgestattet, von dem sich die Bieler Manufaktur maximale Präzision erwartet. Der Mechanismus lässt sich zifferblattseitig bewundern. Das neue Manufakturkaliber ARF15 mit Handaufzug bringt Armin Strom in einem 43,4 Millimeter großen Roségoldgehäuse unter, das in einer Auflage von 50 Exemplaren erscheint. Die komplizierteste Uhr von Armin Strom kostet sie rund 67.100 Euro.

Abgefahrenes Uhrwerk #6: HYT H3

Die Marke HYT hat die Zeit verflüssigt: Wie bei früheren Modellen drücken auch bei der aktuellen H3 zwei sichtbare Bälge eine Flüssigkeit durch eine Glasröhre, um die Stunden anzuzeigen. Allerdings verändert sich die Skala, denn die Würfel drehen sich viermal am Tag weiter. Die Minuten lassen sich von einer ebenfalls linearen Skala ablesen. Dafür ist ein Zeiger an einem Satellitenrad zuständig. Den Mechanismus steuert ein exklusives Kaliber von Renaud & Papi per Handaufzug. Geschützt wird es von einem Gehäuse aus PVD-beschichtetem Titan und Palladium. Wer eines der 25 Exemplare erwerben möchte, muss 280.000 Euro bezahlen.

Abgefahrenes Uhrwerk #7: Vacheron Constantin Métiers d’Art Mécaniques Gravées

Das Werk der Métiers d’Art Mécaniques Gravées wird zum Kunstwerk: Die Genfer Manufaktur Vacheron Constantin verziert die Werkoberfläche von Hand mit floralen Motiven. Ähnlich waren die Taschenuhren der Marke im 18. Jahrhundert dekoriert. Hinter den aufwendigen Gravuren tickt ein hauseigenes Handaufzugswerk, das von einem Platingehäuse umrahmt wird. Das Kunstwerk ist für 89.200 Euro erhältlich.

Abgefahrenes Uhrwerk #8: Blancpain L-Evolution Tourbillon Carrousel

Die Linie L-Evolution von Blancpain ist inspiriert vom Lamborghini-Design. Den technisch-martialischen Look von Gehäuse, Zeigern und Ziffern unterstützen die Sechskantschrauben und die in scheinbar zufälligen Winkeln skelettierte und gestufte Platine mit der matten Oberfläche. Ein Differenzial führt die sichtbaren Komplikationen Karussell und Tourbillon zusammen. Zusammen ergibt es ein Manufakturkaliber mit Handaufzug. Blancpain baut nur 50 Exemplare der L-Evolution Tourbillon Carrousel im Platingehäuse für jeweils 323.300 Euro.

Abgefahrenes Uhrwerk #9: Girard-Perregaux Neo-Tourbillon mit drei Brücken

1860 baute Girard-Perregaux erstmals ein Tourbillon mit drei Brücken. Später kam dieses Designmerkmal auf die Zifferblattseite und wurde zu einem Designklassiker. Nun folgt mit dem Neo-Tourbillon ein moderner Look mit skelettierten dreidimensionalen Brücken aus DLC-beschichtetem Titan. Dahinter vergibt sich ein Manufakturkaliber mit Handaufzug, das von einem Titangehäuse umrahmt wird. Der Preis der Uhr: 135.000 Euro.

Abgefahrenes Uhrwerk #10: Cartier Crash Squelette

1967 entstand das ebenso kraftvolle wie destruktive Design der Crash von Cartier. Bei der Neuauflage Crash Squelette gibt Cartier dem Werk die gleiche charakteristische Form wie dem Gehäuse. Die skelettierte Werkplatine des Manufakturkalibers mit Handaufzug dient zudem als Zifferblatt und stellt die römischen Ziffern dar. Die Platinuhr kostet 75.000 Euro. jk
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