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TAG Heuer Monaco: Ikonisches Quadrat, zwei neue Kaliber

Zwei neue Monaco-Uhren, zwei Preisklassen: TAG Heuer modernisiert sein quadratisches Flaggschiff mit Manufakturkaliber und einer patentierten Chronographenmechanik.
TAG Heuer Monaco Chronograph 2026

TAG Heuer Monaco Chronograph

© TAG Heuer

TAG Heuer: Monaco Chronograph und Monaco Evergraph

Auf der Watches and Wonders 2026 in Genf hat TAG Heuer seine Monaco-Kollektion gleich doppelt neu aufgestellt und rollt dabei zwei Preisebenen gleichzeitig aus: ein neu durchkonstruiertes Basismodell mit eigenem Manufakturwerk auf der einen Seite, eine technologisch radikale Haute-Horlogerie-Interpretation auf der anderen. Beide teilen das quadratische Gehäuse. Die Schnittmengen enden dort. 

Der Monaco Chronograph: Das neue Fundament 

Der neue Monaco Chronograph ersetzt das bisherige Referenzmodell und trägt das Kaliber TH20-11, eine Weiterentwicklung des hauseigenen Automatikkalibers TH20-00. Der Schritt weg vom zugekauften Werk ist strukturell bedeutsam: TAG Heuer hatte die Monaco lange mit Fremdkalibern ausgestattet. Die Umstellung auf das eigene Kaliber erreicht nun mit 80 Stunden Gangreserve und mit fünf Jahren Garantie seinen Höhepunkt.

TAG Heuer Monaco Chronograph, drei Gehäuse

TAG Heuer Monaco Chronograph

© TAG Heuer

Das Zifferblatt folgt einer Bi-Compax-Anordnung mit Hilfszifferblättern bei 3 und 9 Uhr sowie einem Datumsfenster bei 6. Der Name TH20-11 ist keine willkürliche Bezeichnung: Das „-11" verweist direkt auf das Calibre 11 von 1969, dem ersten kommerziell verfügbaren automatischen Chronographenkaliber der Uhrengeschichte, mit dem die Monaco debütierte. Die charakteristische Krone auf der linken Gehäuseseite tritt nach einigen Modellen mit rechter Platzierung wieder dahin wohin sie hingehört. Damals war die linksseitige Krone eine technische Notwendigkeit der Modulararchitektur des Calibre 11; heute ist sie das stärkste ikonografische Merkmal der Monaco, ein Alleinstellungsmerkmal, an dem TAG Heuer zu Recht festhält.

TAG Heuer Monaco Chronograph mit grünem Zifferblatt

TAG Heuer Monaco Chronograph mit grünem Zifferblatt

© TAG Heuer

Das Gehäuse misst 39 Millimeter, gefertigt aus Titan Grade 5. Die Formgebung orientiert sich an der Referenz 1133 von 1969 stärker als das Vorgängermodell: schärfere Kanten, ein Saphirglas, das dem Quadrat näher kommt, und ein Gehäuseboden, dessen Zentralbereich sich konkav zu den Rändern hin biegt. Dieses Detail gab es beim Original; es verbessert die Handgelenkauflage merklich.

TAG Heuer Monaco Chronograph mit Blick auf das Kaliber TH20-11

TAG Heuer Monaco Chronograph mit Blick auf das Kaliber TH20-11

© TAG Heuer

Drei Ausführungen stehen zur Wahl: das ikonische Blau, direkt abgeleitet von der Referenz 1133B, die Steve McQueen in „Le Mans" trug; ein Sonenstrahl-gefrästes Britisch-Racing-Grün; sowie ein Zweimaterialmodell aus Titan und 18-karätigem Roségold 5N. Preise ab 9.300 Euro, die Bi-Material-Variante ist für 13.000 Euro erhältlich.

TAG Heuer Monaco Evergraph

TAG Heuer Monaco Evergraph

© TAG Heuer

Monaco Evergraph: Technologie als Hauptthema 

Der Monaco Evergraph spielt dafür in einer anderen Kategorie rund um Technik & Co. Das neue Kaliber TH80-00 ersetzt in der Chronographenmechanik nahezu alle traditionellen Hebel und Federn durch bistabile flexible Komponenten, die vollständig vom TAG Heuer LAB entwickelt wurden, und sowohl die Funktionalität als auch das haptische Erlebnis der Bedienung der Chronographenkomplikation neu denken. Ausgestattet mit dem TH-Carbon-Feder-Oszillator gewährleistet dieses neue Uhrwerk Magnetfeldresistenz und Präzision, gepaart mit einer Frequenz von 5 Hertz, einer Gangreserve von 70 Stunden, einer COSC-Zertifizierung und einer fünfjährigen Garantie.

TAG Heuer Monaco Evergraph mit blauem Zifferblatt

TAG Heuer Monaco Evergraph mit blauem Zifferblatt

© TAG Heuer

Ein Mechanismus steuert Start und Stopp, der andere den Nullsteller. Die Technik wurde über fünf Jahre im TAG Heuer LAB entwickelt und mittels LIGA-Verfahren (Lithographie, Galvanoformung, Abformung) in Hochpräzision gefertigt. Das ist keine evolutionäre Verfeinerung des Klassikdesigns, sondern ein Eingriff in die Mechanik, der mit dem klassischen Schweizer Chronographenaufbau bricht. 

Der praktische Vorteil: Weil sich die Funktionseigenschaften dieser Biegekomponenten nicht durch Reibung oder Abnutzung verändern, bleibt der Druckpunkt der Drücker über die Lebensdauer der Uhr konstant. Beim zehnten Drücken erzeugen Sie also dasselbe Ergebnis wie beim zehntausendsten. Ob das in der Praxis hält, was es verspricht, wird die Zeit zeigen. Die technische Logik dahinter ist plausibel. Hinzu kommen: Magnetresistenz durch den TH-Carbonspring-Oszillator, 5-Hertz-Frequenz, 70 Stunden Gangreserve und COSC-Zertifizierung. Das Kaliber entstand in Zusammenarbeit mit Vaucher Manufacture Fleurier, der selben Manufaktur, die auch die Splitsekundenkaliber TH81-00 und TH81-01 lieferte. 

TAG Heuer Monaco Evergraph Gehäuseboden mit Blick auf das Kaliber TH80-00

TAG Heuer Monaco Evergraph, der Gehäuseboden gewährt den Blick auf das Kaliber TH80-00

© TAG Heuer

Das Gehäuse misst 40 Millimeter, besteht ebenfalls aus Titan Grade 5, und spiegelt in seiner Geometrie das Original 1133 wider: Krone links, verlängerte Drücker, getapert zulaufende Flanken, die eine optische Flachheit erzeugen, die mit der tatsächlichen Gehäusehöhe kontrastiert. Das Zifferblatt ist ein transparentes Acrylglas, dahinter ist das Werk sichtbar, quasi als freistehende Konstruktion im Gehäuse. Die beiden Hilfszifferblätter bei 3 und 9 Uhr für Chronographenminuten und kleine Sekunde sind in die Werksarchitektur integriert.

Es sind zwei Versionen erhältlich: blankes Titan mit Blauakzenten und eine DLC-geschwärzte Variante aus Titan mit Rotakzenten. Preis: je 25.000 Euro. 

 

TAG Heuer verfolgt mit der Monaco seit 2024 eine erkennbare Strategie. Den Grundstein legte der Monaco Split-Seconds Chronograph, der erstmals die Linie „Avant-Garde Horlogerie" definierte. Der Evergraph ist deren konsequente Weiterentwicklung. Der neue Monaco Chronograph übernimmt derweil die Funktion, die Kollektion volumenstärker und breiter zugänglich zu halten. Das ist strukturell sinnvoll. Die Monaco hat als Modell eine Eigenart: Sie lebt stark von ihrer Ikonografie, weniger von ihrer uhrmacherischen Substanz, jedenfalls historisch. Mit der jetzigen Doppelstrategie schiebt TAG Heuer beides nach. Der Chronograph liefert das Manufakturfundament, der Evergraph die horlogische Argumentation für das obere Preissegment. Beide Modelle weisen zudem auf eine gemeinsame Designentscheidung hin: die Rückbesinnung auf die ursprüngliche Referenz 1133. Das ist eine erkennbare Korrektur. Die Monaco-Generation ab 1997 war eine lose Interpretation des Originals. Das wird jetzt revidiert. 

TAG Heuer TAG Heuer Monaco LVMH Schweizer Uhren Manufakturkaliber Titan Uhr Watches and Wonders

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