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Lesedauer 4 Min.

Blancpain Lady B: Neuinterpretation der Ladybird zum 70. Jubiläum

Die Blancpain Lady B lässt die Ladybird-Formsprache im Kugelgehäuse neu aufleben – mit Manufakturkaliber 615 und wechselbarem Lederband.
Blancpain Ladybird Lady B, runde Damenuhr

Blancpain Ladybird Lady B

© Blancpain

Mit der Ladybird Bullet gelang Blancpain 1956 ein technischer Coup: das kleinste in Serie gefertigte runde mechanische Uhrwerk der Welt, Kaliber R52/R55 mit 11,85 Millimetern Durchmesser. Der Erfolg entfaltete sich vor allem außerhalb der klassischen Uhrmacherei – als Rohwerk für goldene Manschettenknöpfe, mit Edelsteinen besetzte Armreifen und Anhänger. Blancpain feiert das 70-jährige Bestehen der Kollektion nun mit einem eigenständigen Modell: der Blancpain Lady B, die die Formensprache der Ladybird Bullet nicht kopiert, sondern in ein zeitgenössisches, kugelförmiges Gehäusekonzept übersetzt. 

Blancpain Heritage Damenuhr

Blancpain Heritage Kugeluhr Ladybird "Bullet"

© Blancpain

Kugelgehäuse statt klassischer Lünette 

Anders als bei einer konventionellen runden Uhr wird die Blancpain Lady B nicht über den Durchmesser, sondern über ihr Volumen definiert: 2,9 cm³. Das Gehäuse misst 19 mm im Durchmesser bei 13,2 mm Höhe und ist zweiteilig konstruiert – Lünette und ein etwas kleinerer, von oben nicht sichtbarer Gehäuseboden. Laut Blancpain waren über 30 technische Zeichnungen nötig, um die Trennlinie zwischen beiden Bauteilen durch das Zusammenspiel von Form, Licht und Politur unsichtbar zu machen. Das Armband läuft ohne Bandanstöße durch eine 10 × 1,6 mm große, aus einem Metallstück gefertigte Öffnung im unteren Teil des Gehäuses; die Innenseite ist mikrogestrahlt, damit das Leder ungehindert gleitet. Erhältlich ist das Gehäuse in poliertem Edelstahl oder 18-karätigem Rotgold, jeweils vollständig von Hand veredelt – Gravuren werden mit mechanischen Fräsern statt ausschließlich per Laser bearbeitet.

Blancpain Ladybird Lady B Damenuhr, Stahluhr, runde Kugelform

Blancpain Ladybird Lady B Damenuhr

© Blancpain

Reduziertes Zifferblatt, keine Einfassung 

Das Zifferblatt ist bei beiden Materialversionen identisch: ein beigefarbener Opalin-Ton, erzeugt durch eine Goldeinlage, ohne Steinbesatz. Die aufgesetzten Stabindizes sind mit 1,82 × 0,39 mm angegeben und je nach Version aus Rotgold oder Weißgold gefertigt – oben und seitlich poliert. Angezeigt werden ausschließlich Stunden und Minuten. Der vollständig polierte Rehaut soll den dreidimensionalen Kugeleffekt zusätzlich betonen. 

Kaliber 615: Miniaturisierung mit Tradition 

Angetrieben wird die Lady B vom hauseigenen Automatikkaliber 615, seit 1995 im Einsatz und seither weiterentwickelt – zuletzt durch den Wechsel auf eine Siliziumspirale. Die technische Eckdatenerstrecken sich wie folgt: 15,70 mm Durchmesser, 3,90 mm Bauhöhe, 180 Bauteile, 29 Lagersteine, Frequenz 3 Hz (21.600 A/h), Gangreserve 38 Stunden. Die Platinen sind mit Genfer Streifen dekoriert; die Form des Gehäusebodens wurde auf die Bewegungsbahn des Rotors abgestimmt. Zum Vergleich: Das historische Kaliber R52/R55 der Ladybird Bullet kam mit 133 Einzelteilen und einer Fertigungstoleranz von 1/2000 mm aus und erreichte trotz Miniaturformat über 40 Stunden Gangreserve – auch dank eines fünften Rads im Räderwerk und eines für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Stoßsicherungssystems für die Unruh, das eigens auf die kleinen Abmessungen angepasst wurde.

Blancpain Ladybird Lady B Manufakturkaliber 615

Blancpain Ladybird Lady B Manufakturkaliber 615

© Blancpain

Wechselbares Kalbslederarmband 

Das doppelt gewickelte Kalbslederarmband ist in sieben Farben erhältlich (u. a. Weiß, Beige, Mokka, Burgunderrot, Koralle) und wird über eine Dornschließe geschlossen. Der Wechsel erfolgt über den bereits erwähnten Durchzugsschlitz im Gehäuse, ohne Werkzeug.

Blancpain Ladybird Lady B mit farbigen Bändern

Blancpain Ladybird Lady B mit farbigen Bändern

© Blancpain

Die Blancpain Lady B positioniert sich nicht als reine Fashion-Uhr, sondern verweist explizit auf die Miniaturisierungskompetenz der Marke – ein Bereich, in dem Blancpain in den 1950er-Jahren auch Kaliber an Omega und Longines lieferte. Preislich liegt sie mit 11.100 Euro in Edelstahl beziehungsweise 16.930 Euro in Rotgold im oberen Einstiegssegment mechanischer Damenuhren, angesichts von Manufakturwerk, Fertigungstiefe und der Miniaturisierungs-Expertise der Marke bewegt sich der Preis jedoch im branchenüblichen Rahmen. Ob sich die Lady B als eigenständige Line neben den üblichen Ladybird-Modellen sowie der beliebten Fifty Fathoms-Kollektion etabliert, wird sich an der Fortführung über die Jubiläumssaison hinaus zeigen.

Blancpain Elegante Uhren Automatikuhren Schweizer Uhren Swatch Group

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