Ebel feiert 115 Jahre – zwei Jubiläumsuhren zwischen Werktechnik und Edelsteinbesatz
1911 gründeten Eugène Blum und Alice Lévy in La Chaux-de-Fonds ein Uhrenunternehmen, das sich von Anfang an über die Verbindung zweier Perspektiven definierte: Blum als ausgebildeter Uhrmacher, Lévy mit einem Gespür für Design. Aus dieser Arbeitsteilung leitet Ebel bis heute seinen Markenclaim ab, „Beauty Marries Function“. Im nun 115. Jahr seines Bestehens übersetzt die Marke diese Zweiteilung in zwei limitierte Editionen innerhalb der Sport-Classic-Kollektion: einen Chronographen mit mechanischem Kaliber von Dubois Dépraz und eine kleine, mit Farbedelsteinen besetzte Quarzuhr. Die eine steht für die technische, die andere für die ästhetische Seite der Firmenphilosophie.
Ebel Sport Classic Chronograph
EbelSport Classic Chronograph 40 mm: Rückgriff auf die frühen Achtziger
Technisch ist die Sport Classic Chronograph 40 mm die interessantere der beiden Uhren. Sie zitiert die Sport-Classic-Chronographen aus den frühen 1980er-Jahren, jener Phase, in der Ebel sich als Marke mit sportlich-eleganten Edelstahl-Gold-Kombinationen positionierte. Das Gehäuse aus Edelstahl und 18-karätigem 3N-Gelbgold misst 40 Millimeter im Durchmesser und 11,6 Millimeter in der Höhe, bei 5 bar Wasserdichtigkeit. Der Gehäuseboden ist verglast, das Werk also einsehbar.
Ebel Sport Classic Chronograph
EbelAngetrieben wird der Chronograph vom Kaliber DD2222 des Herstellers Dubois Dépraz, einem mechanischen Automatikwerk. Frequenz und Gangreserve nennt Ebel in der Pressemitteilung nicht. Ob es sich beim DD2222 um ein integriertes Werk oder eine Modulkonstruktion handelt, bleibt noch offen, zumal Dubois Dépraz vor allem für Chronographenmodule bekannt ist, die auf fremde Basiskaliber aufgesetzt werden. Für eine Marke, die sich nicht als Manufaktur im engeren Sinn positioniert, ist der Rückgriff auf einen etablierten Zulieferer aber wenig überraschend.
Das Zifferblatt ist opalin-weiß mit schwarz gedruckten römischen Ziffern, die Totalisatorenringe sind 3N-gelbvergoldet, ebenso die Baton-Zeiger für Stunden und Minuten. Der flache, schleichende Sekundenzeiger ist ebenfalls vergoldet. Das Datumsfenster ist bei 4:30 Uhr positioniert, eine Detaillösung, die aus dem Zifferblattlayout des Chronographen resultiert. Neben dem Hauptmodell bietet Ebel die Uhr auch mit tiefblauen Zifferblatt an, dazu kommen Edelstahlausführungen mit weißem oder marineblauem Zifferblatt – die Gelbgold-Version bleibt der eigentlichen Jubiläumsausführung vorbehalten.
Ebel Sport Classic Chronograph, Kaliber DD2222
EbelDie Auflage ist auf 115 Exemplare limitiert und einzeln von 001/115 bis 115/115 nummeriert, mit Markteinführung im Oktober 2026 (Referenz 1216750). Das ist eine vergleichsweise kleine Stückzahl für eine Marke, die sich preislich im mittleren Segment bewegt, ein Signal, dass Ebel das Jubiläum stärker als Symbolik denn als Volumengeschäft anlegt.
Ebel Sport Classic Gemstones 29 mm
EbelSport Classic Gemstones 29 mm: Farbverlauf statt Komplikation
Die zweite Neuheit, die Sport Classic Gemstones 29 mm, verzichtet vollständig auf mechanischen Anspruch. Angetrieben wird sie vom Quarzkaliber ETA E61.031. Der Fokus liegt hier klar auf der Lünette: 47 mehrfarbige Edelsteine mit je 1,20 Millimeter Durchmesser, in Qualität VS-SI, ergeben zusammen 0,329 Karat und sind im Farbverlauf eines Regenbogens angeordnet. Verwendet werden Tsavorit, gelber Saphir, Spessartin, roter Spinell, rosa Spinell, Amethyst, blauer Saphir und London Blue Topas. Acht verschiedene Steinsorten, die sich auf dem Perlmuttzifferblatt in kleinerer Zahl wiederholen: Dort sitzen zusätzlich acht mehrfarbige Steine mit insgesamt 0,056 Karat neben applizierten römischen Ziffern.
Das Gehäuse aus Edelstahl und 18-karätigem 3N-Gelbgold ist mit 29 Millimetern Durchmesser und 5,99 Millimetern Höhe deutlich kompakter als der Chronograph, die Wasserdichtigkeit liegt bei 5 bar.
Bemerkenswert ist der Rückgriff auf das ursprüngliche, 1911 eingeführte Ebel-Logo, das schwarz auf das Zifferblatt gedruckt ist – ein historisches Detail, das die Uhr stärker an die Gründungszeit der Marke bindet als an die Sport-Classic-Ästhetik der Achtzigerjahre, die den Chronographen prägt.
Das Armband mit den für Ebel charakteristischen wellenförmigen Gliedern ist satiniert, mit polierten, 3N-gelbgold-PVD-beschichteten Wellen versehen und wird über eine Faltschließe geschlossen – dieselbe Bandkonstruktion also wie beim Chronographen, nur in kleinerer Dimensionierung. Anders als der Chronograph ist die Gemstones-Edition nicht auf eine feste Stückzahl limitiert, dafür aber in drei Gehäusegrößen erhältlich: 24, 29 und 33 Millimeter. Markteinführung ist bereits im August 2026 (Referenz 1216753 für die 29-mm-Version), also zwei Monate vor dem Chronographen.
Ebel Sport Classic Gemstones 29 mm
EbelDer Chronograph mit Dubois-Dépraz-Kaliber und die quarzbetriebene Gemstones-Version markieren für das Jubiläum bewusst zwei unterschiedliche Kundengruppen. Die Referenz auf die Sport-Classic-Chronographen der frühen Achtziger beim einen und auf das 1911er-Gründungslogo beim anderen Modell zeigt aber, dass die Marke ihre Geschichte konsequent als Verkaufsargument nutzt – was bei einem 115-jährigen Bestehen naheliegt. Zu den Preisen liegen uns aktuell noch keine Informationen vor.