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Lesedauer 4 Min.

Mosaik am Handgelenk: Bulgari legt die Bulgari Bulgari in Perlmutt-Marketerie neu auf

Kleine Fläche, große Handwerkskunst mit 400 Splitter: Bulgari bringt Perlmutt-Marketerie auf 33 Millimeter.
Bulgari Bulgari Roman Summer, zwei 33-mm-Uhren mit handgefertigten Perlmutt-Marqueterie-Zifferblättern in leuchtendem Grün und zartem Rosa

Bulgari Bulgari Roman Summer, zwei 33-mm-Uhren mit handgefertigten Perlmutt-Marqueterie-Zifferblättern in leuchtendem Grün und zartem Rosa 

© Bulgari

Zwei neue Referenzen erweitern die Bulgari-Bulgari-Kollektion: die Referenz 104319 in Roségold-Fassung mit rosafarbenem Perlmutt-Zifferblatt und die 104320 in Gelbgold mit grünem Pendant. Beide messen 33 Millimeter im Durchmesser, beide kosten 8.000 Euro, und beide setzen auf eine Zifferblattmarketerie aus rund 400 einzeln gesetzten Perlmuttstücken. Damit reiht Bulgari zwei Editionen in ein Modell ein, das die Marke seit fast 50 Jahren begleitet.

Ein Uhrenmodell mit Schmuckherkunft 

Die Bulgari-Bulgari-Linie geht auf einen internen Kundenkreis zurück: 1975 ließ Gianni Bulgari sie als Geschenk für die hundert wichtigsten Kunden der Boutique an der Rue du Rhône 30 in Genf anfertigen. Erst 1977 griff Gérald Genta das Design auf und gab ihm den heutigen Namen. Das doppelt gravierte Logo auf der Lünette, das an eine antike römische Münzprägung erinnert, ist seither das eigentliche Erkennungsmerkmal der Linie – wichtiger für die Identität des Modells als jede Zifferblattvariante, die seither hinzukam. An dieser Lünette hat sich strukturell nichts verändert. Was sich ändert, ist die Fläche, die sie umrahmt.

Bulgari Bulgari Roman Summer, zwei 33-mm-Uhren mit handgefertigten Perlmutt-Marqueterie-Zifferblättern in leuchtendem Grün und zartem Rosa

Bulgari Bulgari Roman Summer, zwei 33-mm-Uhren mit handgefertigten Perlmutt-Marqueterie-Zifferblättern in leuchtendem Grün und zartem Rosa 

© Bulgari

Marketerie statt Emaille oder Lackierung 

Für die neuen Zifferblätter greift Bulgari auf eine Technik zurück, die in der Uhrenindustrie deutlich seltener vorkommt als Grand-Feu-Emaille oder lackierte Oberflächen: die Perlmutt-Marketerie. Rund 400 winzige Perlmuttsegmente werden einzeln zugeschnitten und auf der 33 Millimeter kleinen Fläche zusammengesetzt, orientiert an der historischen römischen Praxis polychromer Mosaike. Der Reiz dieser Technik liegt weniger im Bild, das sie zeigt, als im Materialverhalten: Da jedes Segment eine eigene Wachstumsstruktur besitzt, bricht sich das Licht je nach Blickwinkel unterschiedlich, wodurch das Zifferblatt nie ganz gleich erscheint. Zwölf diamantbesetzte Indizes im Brillantschliff mit einem Gesamtgewicht von etwa 0,21 Karat setzen die Taktung. Die Farbgebung folgt der jeweiligen Metallwahl: Das rosafarbene Perlmutt der Referenz 104319 sitzt in einer Lünette aus 18-karätigem Roségold, das grüne Perlmutt der Referenz 104320 in Gelbgold. In beiden Fällen bleibt das Mittelteil aus poliertem und seidenmatt gebürstetem Edelstahl – eine Materialkombination, die Bulgari schon bei der ursprünglichen Bulgari-Bulgari-Idee verfolgte: die Verbindung von Edelmetall und Stahl als eigenständiges Statussymbol, nicht als Kompromisslösung. 

Kleine Details mit größerer Symbolkraft 

Auffällig ist die Krone: Bei beiden Referenzen ist sie aus dem jeweiligen Gold gefertigt und trägt einen cabochongeschliffenen, natürlichen rosafarbenen Turmalin. Ein ungewöhnlich konkreter Materialverweis – Turmalin taucht in der Uhrenwelt selten als Kronenstein auf, meist bleibt es bei Standardsteinen wie Saphir oder synthetischem Korund. Bulgari nutzt hier die eigene Expertise als Schmuckhaus, um ein Detail zu setzen, das über die reine Funktionalität hinausgeht. Das Armband besteht aus poliertem und satiniertem Edelstahl mit einer Faltschließe. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 3 atm (30 Meter) – ein Wert, der für ein Schmuckuhr-Modell dieser Größenordnung nicht überrascht, aber daran erinnert, dass die Bulgari Bulgari primär als Anlassuhr und nicht als Alltagsbegleiter mit Wasserkontakt konzipiert ist. 

Im Inneren beider Modelle arbeitet das Quarzwerk B043 mit reiner Stunden-Minuten-Anzeige. Angesichts der aufwendigen Zifferblattfertigung mag das zunächst widersprüchlich wirken – Marketerie als Statement, aber kein mechanisches Uhrwerk als Pendant dazu. Bulgari folgt damit aber der eigenen Modelllogik: Die Bulgari-Bulgari-Linie war nie exklusiv mechanisch positioniert, sondern deckt seit jeher beide Antriebsarten ab, je nach Größe und Zielgruppe des jeweiligen Modells. Bei einer 33-Millimeter-Uhr mit Fokus auf Zifferblattkunst und Fassung liegt der Schwerpunkt erkennbar auf der Optik, nicht auf der Werktechnik – eine Entscheidung, die sich preislich auch dadurch erklärt, dass die Handarbeit am Zifferblatt den größeren Kostenanteil ausmachen dürfte als das Kaliber selbst. Wünschenswert wäre ein mechanisches Kaliber dennoch gewesen – gerade weil Bulgari mit seinem Piccolissimo-Programm zeigt, über welche Kompetenz die Maison im Bereich extrem kleiner Kaliber verfügt. 

Mit den beiden neuen Referenzen bedient Bulgari eine Nische, die zwischen Schmuck und Uhrmacherei liegt und die die Marke seit der Gründung der Bulgari-Bulgari-Linie konsequent besetzt. Technisch bieten die Referenz 104319 und 104320 wenig Neues. Der eigentliche Wert der beiden Uhren liegt in der Zifferblattfertigung: Eine Marketerie aus 400 Einzelteilen auf 33 Millimetern ist ein Kraftakt, der sich vor allem an eine Klientel richtet, die Bulgari primär als Schmuckhaus mit Uhrenkompetenz wahrnimmt. Für diese Zielgruppe dürfte die Kombination aus Perlmutt, Turmalin und Diamantindizes überzeugender wirken als ein zusätzliches mechanisches Kaliber es könnte.

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