Die Bovet Récital 32: Die erste echte GMT der Manufaktur hebt wortwörtlich ab
Es gibt Komplikationen, die auf dem Papier unspektakulär wirken, deren Konstruktion Uhrmacher jedoch vor enorme Herausforderungen stellt. Eine echte GMT gehört dazu. Denn sie soll das Reisen erleichtern, ohne die Bedienung komplizierter zu machen. Bovet hat sich dieser Aufgabe nun auf seine ganz eigene Weise angenommen und präsentiert mit der Récital 32 die erste echte GMT in der Geschichte der Manufaktur. Dass daraus keine schlichte Reiseuhr, sondern ein hochkomplexes Kunstwerk mit fliegendem Tourbillon und zehn Tagen Gangreserve geworden ist, überrascht bei Bovet kaum.
Die erste True GMT – aber typisch Bovet
Bereits Modelle wie die Récital 27 mit drei Zeitzonen oder die spektakuläre Récital 28 mit Weltzeit und Sommerzeitkorrektur zeigten, dass Reisen seit Jahren zu den großen Themen der Marke gehört. Eine klassische Traveller-GMT fehlte bislang jedoch im Portfolio.
Mit der Récital 32 schließt Bovet diese Lücke, allerdings ohne den üblichen Weg zu gehen. Statt die zweite Zeitzone über die Krone einzustellen, erfolgt die Verstellung des GMT-Zeigers über einen Drücker auf der linken Gehäuseseite. Jede Betätigung springt den Zeiger exakt um eine Stunde weiter. Das macht die Bedienung nicht nur intuitiver, sondern verhindert auch, dass versehentlich die Lokalzeit verändert wird – ein praktischer Ansatz, der perfekt zum Anspruch einer echten Reiseuhr passt.
42 Millimeter voller Haute Horlogerie
Mindestens ebenso bemerkenswert ist das Format. Bovet ist für große und technisch aufwändige Zeitmesser bekannt. Pascal Raffy verfolgte jedoch das Ziel, eine hochkomplizierte Uhr in einem deutlich alltagstauglicheren Gehäuse unterzubringen. Das Ergebnis misst lediglich 42 Millimeter und ist damit das bislang kleinste Bovet-Gehäuse mit fliegendem Tourbillon.
Die Récital 32 vereint Bovets erste echte GMT mit einem spektakulär erhöhten fliegenden Tourbillon und zehn Tagen Gangreserve.
BovetDamit das Tourbillon trotzdem seine volle Wirkung entfalten kann, wurde es mithilfe eines patentierten Systems deutlich über das Werk angehoben. Ein hochgewölbtes Box-Saphirglas schafft den nötigen Raum und erlaubt den Blick auf den scheinbar schwebenden Regulator nicht nur von vorne, sondern auch von der Seite. Die offene Konstruktion gibt zudem den Blick auf den handfinissierten Rädersatz sowie die Gangreserveanzeige frei, die Bovet auf einer zylindrischen Walze realisiert.
375 Komponenten und zehn Tage Gangreserve
Die Uhr enthält ein in der Manufaktur entwickeltes Handaufzugskaliber aus 375 Einzelteilen. Es bietet trotz nur eines Federhauses eine außergewöhnliche Gangreserve von zehn Tagen. Möglich macht das unter anderem ein patentiertes kugelförmiges Aufzugssystem, das jede Kronendrehung verdoppelt und so den Aufzug deutlich effizienter gestaltet.
Wie bei Bovet üblich, steht nicht allein die Technik im Mittelpunkt. Sämtliche Brücken und Platinen werden von Hand finissiert und graviert. Für die Récital 32 entwickelte die Manufaktur sogar ein neues Gravurmuster mit dem Namen Étoiles Carrées („quadratische Sterne“), dessen Ausführung allein rund 15 Stunden Handarbeit beansprucht. Über 95 Prozent aller Komponenten entstehen dabei im eigenen Haus – einschließlich Unruhspirale und Regulierorgan.
Die Bovet Récital 32 erscheint wahlweise in Titan Grade 5 oder 18 Karat Rotgold. Beide Varianten werden jeweils in 60 nummerierten Exemplaren gefertigt und mit farblich abgestimmten Kautschukbändern kombiniert. Der Preis beträgt 150.000 Schweizer Franken (etwa 160.000 Euro) für die Titanversion beziehungsweise 175.000 Schweizer Franken (etwa 190.000 Euro) für die Ausführung in Rotgold.