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Lesedauer 7 Min.

Hands-on: Sinn 613 St UTC – Taucherchronograph mit 60-Minuten-Zähler

Die neue Sinn 613 St UTC verbindet die Eigenschaften einer Taucheruhr, eines Chronographen und einer Uhr mit zweiter Zeitzone. Eine ebenso praktische wie schöne Toolwatch mit vielen Stärken und einer kleinen Schwäche.
Sinn 613 St UTC Wristshot

GMT-Uhr am Handgelenk: Sinn 613 St UTC 

© WatchTime

Wer eine echte Toolwatch sucht, die mehr bietet als das zu Erwartende und gleichzeitig gut aussieht, ist bei Sinn Spezialuhren aus Frankfurt am Main goldrichtig. Das beweist auch die große und immer noch wachsende Fangemeinde. Bei Sinn ist jedes Detail tief durchdacht und viele Uhren weisen technische Features auf, die man so nur bei Sinn findet. Eines der besten Beispiele dafür ist der Taucherchronograph 613 St UTC. Wer sich mit Sinn etwas auskennt, weiß, wofür die Buchstabenkürzel stehen: „St“ für das Stahlgehäuse und „UTC“ für die Anzeige einer zusätzlichen Uhrzeit. Das kann die internationale Referenzzeit UTC (Universal Time Coordinated) sein, oder die Uhrzeit einer anderen Zeitzone, in der sich vielleicht gerade Geschäftspartner oder ein Familienmitglied aufhalten. 

Sinn: 613 St UTC Front

Die 613 St UTC ist mit einer Vielzahl von Bändern erhältlich, auch mit einem Gliederband aus massivem Edelstahl.

© Sinn

Toolwatch mit klar strukturierter Anzeige

Die Uhr bietet also viel. Und doch ist sie klar strukturiert, die Funktionen lassen sich leicht erkennen und voneinander unterscheiden. Das Erste, worauf man achtet, mag für viele das große weiße Hilfszifferblatt sein – für mich persönlich ist es aber die Drehlünette. Sie macht für mich einen Großteil der Attraktivität aus. Sie ist auch das Wesentliche, was man vom Gehäuse sieht, solange man frontal auf die Uhr blickt. Der schwarz eloxierte Zahlenring aus Aluminium ist vollständig auf Minuten kalibriert und besitzt dementsprechend 60 Rastungen. Mit seinen arabischen Zahlen hebt er sich klar ab vom Zifferblatt mit dessen Stunden- und Minutenindexen. Dank ihrer geriffelten Außenkante lässt sich die Lünette gut drehen – nicht zu leicht und nicht zu schwer – und nur entgegen dem Uhrzeigersinn, wie man es von Taucheruhren kennt. So richtet man beim Start des Tauchgangs die weiße Dreiecksmarkierung auf den Minutenzeiger und kann später ablesen, seit wie vielen Minuten man unter Wasser ist. Verstellt man die Lünette aus Versehen, kann der Tauchgang nur kürzer, nicht länger werden. Nicht zuletzt ist der Drehring unverlierbar, das heißt, er kann auch bei viel Druck nicht abspringen – ein weiteres typisches Merkmal vieler Sinn-Uhren.

Das gesamte Gehäuse ist perlgestrahlt, es gibt keine polierten Stellen. Diese Art der Bearbeitung unterstreicht einmal mehr den Toolwatch-Charakter der Uhr. Trotzdem handelt es sich nicht um ein einfaches Gehäuse: Dank der Hörner mit ihren gebrochenen Kanten, dem Flankenschutz für die Krone und den äußeren Führungen für die Drücker spielt sich hier einiges ab. Die vielen Details kaschieren auch die Tatsache, dass die Uhr mit 15 Millimetern recht hoch baut.

Sinn: 613 St UTC Silikonband

Beim Tauchen hervorragend: die Sinn 613 St UTC mit Silikonband 

© Sinn

Wasserdicht bis 500 Meter

Zur enormen Wasserdichtheit bis 50 bar, das entspricht 500 Metern, tragen der Gewindeschraubboden und die verschraubte Krone bei. Aber das ist nicht alles: Krone und Drücker sind außerdem auf eine besonders wirksame Weise abgedichtet, nämlich mit dem Sinn-eigenen D3-System („direkt doppelt dichtend“). Dabei werden die Drückerstifte – genau wie die Kronenwelle – nicht in einem zusätzlichen Tubus geführt, sondern in einer eigenen, äußerst passgenauen Gehäusebohrung. Zum Abdichten nutzt Sinn darüber hinaus zwei spezielle, hintereinander platzierte Dichtungen, die die Diffusion zwischen dem Gehäuseinneren und der Außenluft extrem reduzieren und gleichzeitig außergewöhnlich wetter- und alterungsbeständig sind. So kann man die Drücker auch unter Wasser jederzeit benutzen, ohne dass sich Undichtigkeiten ergeben.

Ar-Trockenhaltetechnik gegen Feuchtigkeit

Damit kommen wir zur nächsten von Sinn entwickelten Technologie: der sogenannten Ar-Trockenhaltetechnik. Mithilfe einer Schutzgasfüllung und einer Trockenkapsel wird die Atmosphäre im Innern der Uhr vor Feuchtigkeit geschützt. Diese Technik setzt Sinn nicht nur bei Taucheruhren ein: Sie ist generell sinnvoll, um unerwünschte Alterungsprozesse im Werk wie Korrosion oder ein Verharzen des Öls zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Beim Tauchen bildet die Beschlagsicherheit einen zusätzlichen Vorteil, da Tröpfchen an der Innenseite des Deckglases die Ablesbarkeit stark beeinträchtigen könnten. Als Träger oder Trägerin der Uhr sieht man, wenn die Kapsel mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Sie verfärbt sich dann von Weiß nach Hellblau und sollte möglichst bald getauscht werden.

Beste Sicht auf das Zifferblatt gewährt ein doppelt entspiegeltes Saphirglas. Auch hier findet sich eine zusätzliche Sinn-Technik, die die Frankfurter ursprünglich für ihre Fliegeruhren entwickelt haben: Das Glas ist konstruktiv so ins Gehäuse eingefasst, dass es auch bei Unterdruck nicht abspringt.

Sinn: 613 St UTC mit Stahlband

Der große weiße 60-Minuten-Totalisator bestimmt die Optik der Sinn 613 St UTC.

© Sinn

Sechs Zeiger auf dem Zifferblatt

Der Blick aufs Zifferblatt ist also klar, und hier gibt es viel zu sehen. Uhrzeit, zweite Zeit und Chronograph – für diese Anzeigen sind sechs Zeiger zuständig, die gut und logisch voneinander unterscheidbar sein müssen. Sinn hat sich für eine klare Zuordnung über Farben entschieden: Die weißen Zeiger dienen der Indikation von Stunden, Minuten und Sekunden (die kleine Sekunde befindet sich bei neun Uhr), die roten sind für die Chronographenfunktion da und der graue für die zweite Zeitzone. Letztere ist mit einer ebenfalls grauen 24-Stunden-Skala gekoppelt.

Hierarchie der Anzeigen

Neben dem Farbschema ist eine deutliche Rangfolge in der Wichtigkeit zu erkennen. Stunden und Minuten sowie der Chronograph stehen oben in der Hierarchie, ihnen gegenüber tritt die UTC-Zeit bewusst in den Hintergrund. Am zurückhaltendsten präsentiert sich die kleine Sekunde: Sie muss die Hälfte ihrer Skala zugunsten der 24-Stunden-Indikation aufgeben, die ihrerseits nur von drei bis 21 Uhr reicht. Dazwischen weicht sie dem Star des Zifferblatts, dem schneeweißen Totalisator des 60-Minuten-Zählers. Die meisten Chronographen sind heute mit einem 30-Minuten-Zähler ausgestattet, historisch gab es ab und zu auch die Aufteilung in 45 Minuten. 60-Minuten-Zähler sind deutlich seltener und, wenn es sie gibt, nicht immer so groß wie der von Sinn. Durch die Größe aber kann man die Minuten gut ablesen.

Sinn: 613 St UTC mit Canvasband Wristshot

Angenehm am Arm: Sinn 613 St UTC mit Canvasband 

© WatchTime

Sellita-Werk auf Basis des Sinn SU02

Das Uhrwerk hinter dem Ganzen ist das Sellita-Kaliber SW 535. Das Werk wird zwar von Sellita hergestellt, basiert aber auf dem bekannten Sinn-Kaliber SZ02. Sinn hatte dieses ursprünglich auf dem Valjoux 7750, später auf dem Sellita SW 500 aufgebaut. Die Besonderheit besteht in der 60er-Teilung des Minutenzählers, der noch dazu von Minute zu Minute springt. Während Sinn das SZ02 nur in Chronographen mit Krone links einsetzt, kommt in der 613 mit Krone rechts das SW 535 zum Einsatz, das Sellita nun in Übereinstimmung mit Sinn fertigt – mit dem feinen Unterschied, dass der 60-Minuten-Zähler nicht springt, sondern schleicht. Wer zum Beispiel einen Sinn EZM 13.1 mit Kaliber SZ02 besitzt, muss sich also beim Ablesen der Stoppminuten etwas umgewöhnen, denn bei der 613 liegt der rote Minutenzähler oft schon ein paar Sekunden vor der vollen Minute auf dem nächsten Index.

Nachts im Fokus: die Uhrzeit

Apropos Ablesbarkeit: Während die Chronographenfunktion bei Nacht oder unter Wasser dunkel bleibt, kann man die Uhrzeit bestens ablesen, denn Stunden- und Minutenzeiger, kleine Sekunde und Indexe sind mit Leuchtfarbe belegt. Das Gleiche gilt für die dreieckige Nullmarkierung der Drehlünette, sodass auch das Fortschreiten der Tauchzeit immer sichtbar ist. Trotzdem gibt es einen Wermutstropfen: Im Alltag werden die weißen Zeiger für Stunden und Minuten beim flüchtigen Blick auf die Uhr oft „unsichtbar“, wenn sie sich vor dem weißen Hilfszifferblatt befinden. Ist dann noch der graue UTC-Zeiger in unmittelbarer Nähe, ist man für einen Augenblick verwirrt. Zumindest ging es mir so, und das mehrmals.

Sinn: 613 St UTC Lume

Dank der hellblau schimmernden Leuchtmasse auf Zeigern und Indexen kann man die Uhrzeit auch bei Dunkelheit gut und stilvoll ablesen.

© Sinn

Große Auswahl an Armbändern

Sinn bietet für Uhren wie diese eine große Zahl an Armbändern an, die man auf der Sinn-Website unter „Uhr konfigurieren“ findet. Für die Testuhr durfte ich mir das Band selbst auswählen und entschied mich für das graue Canvas-Lederband. Es hat die Anmutung einer grauen Jeans, was ich sehr angenehm finde. Optisch neutral, ist das Band gemacht für den sportlich-lässigen Alltag, es ist strapazierfähig und liegt sehr gut am Arm. Leichte Gebrauchsspuren zeigen sich bald an den Stellen, die durchbohrt sind, vor allem dort, wo die Dornschließe herauskommt, aber auch bei den Löchern, in die man sie zum Schließen durchsteckt. Das ist kein Makel, es gehört zum Stil des Bands. Den Dorn hätte ich mir allerdings gefräst und nicht bloß umgebogen gewünscht. Und die Schließe selbst passt mit ihren weichen Rundungen nicht wirklich zum kantigen Gehäuse, auch wenn sie genauso perlgestrahlt ist.

Sinn: 613 St UTC Boden

Der geschlossene Schraubboden hilft mit, die Uhr bis 50 bar abzudichten.

© Sinn

Fazit

Unterm Strich ist die 613 St UTC mit ihrem Gehäusedurchmesser von 41 Millimetern eine gut proportionierte, angenehm zu tragende Uhr, an deren vielen Stärken man viel Spaß hat. Der Preis ist für das Gebotene sehr gut, vor allem, in der getesteten Version mit Textilband, wo sie sogar unterhalb der Schwelle von 3.000 Euro bleibt.

Technische Daten

Sinn 613 St UTC

Hersteller Sinn Spezialuhren GmbH, Wilhelm-Fay-Str. 21, 65936 Frankfurt a. M.

Funktionen Stunden, Minuten, kleine Sekunde, Sekundenstopp; Chronograph mit Sekunden- und 60-Minuten-Zähler, zweite Zeitzone auf 24-Stunden-Basis

Gehäuse Edelstahl, perlgestrahlt. Einseitig drehbare, unverlierbare Lünette mit 60er-Rastung, Zahlenscheibe aus schwarz eloxiertem Aluminium. Deckglas aus Saphirkristall, Boden und Krone verschraubt. Wasserdicht bis 500 m, unterdrucksicher. Magnetfeldgeschützt bis 80.000 A/m durch weichmagnetischen Gehäuseinnenraum. Erhöhte Funktions- und Beschlagsicherheit dank Ar-Trockenhaltetechnik

Zifferblatt mattschwarz, Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger sowie Stundenindexe mit Leuchtmasse belegt

Maße Durchmesser 41 mm, Höhe 15 mm, Horn zu Horn 47 mm, Bandanstoßbreite 20 mm, Gewicht 111 g

Werk Kaliber SW 535, Automatik mit beidseitigem Aufzug, mindestens 56 h Gangreserve, Frequenz 4 Hertz = 28.800 A/h

Armband und Schließe Graues Canvas-Lederband mit perlgestrahlter Dornschließe aus Edelstahl 

Preis 2.950 Euro

Sinn Spezialuhren Edelstahl Uhren Deutsche Uhrenhersteller Taucheruhren wasserdichte Uhren Chronograph Uhren bis 3.000 Euro

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