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Lesedauer 7 Min.

Nach der Watches and Wonders: Die wichtigsten Uhrentrends 2026

Die Watches and Watches 2026 zeigte, was in diesem Uhrenjahr angesagt ist: kompaktere Gehäuse, gedecktere Farben und skelettierte Zifferblätter. Keine völlig neuen Trends, sondern Entwicklungen, die sich verstärkt haben und auf noch breiterer Basis zu sehen sind als zuvor.
Zenith: Chronomaster Sport Skeleton Metallband in der Hand

Zifferblatt mit Einblick: Zenith Chronomaster Sport Skeleton 

© Zenith

Trend #1: Kleinere Gehäuse

Der Trend hin zu kleineren Durchmessern ist nicht mehr neu. Aber er verfestigt sich stetig. Die Watches and Wonders 2026 hat es einmal mehr gezeigt: Durchmesser unter 40 mm spielen im Herrenbereich eine zunehmend wichtige Rolle. Auf der diesjährigen Show gab es, zumindest gefühlt, mehr neue Modelle mit Durchmessern zwischen 36 und 39 mm als in den Jahren zuvor. Tudor zum Beispiel baut seine 37 mm große Black Bay 54 mit einer leuchtend blauen Farbvariante weiter aus und stellte mit der 39 mm großen Monarch eines der meistbeachteten Modelle der Messe vor. 

 

Tudor Monarch Wristshot

39 mm Durchmesser: Tudor Monarch

© WatchTime

Bei der Tudor Royal wiederum lässt die Marke ihren Fans die Wahl zwischen Gehäusen in 40, 36 und 30 mm Durchmesser. Das Talking Piece der Watches and Wonders – zumindest eines der Talking Pieces – war aber die Rolex Oyster Perpetual 36, das Jubiläumsmodell mit dem bunten Zifferblatt, das über und über mit den Buchstaben R, O, L, E und X in 10 verschiedenen Farben lackiert ist. Auch Rolex entschied sich hier für den Unisex-Durchmesser, die Marke zeigte darüber hinaus aber auch weitere Oyster-Perpetual-Neuheiten mit 41 mm Durchmesser.

A. Lange & Söhne: Saxonia Jahreskalender 36 mm Roségold

Perfekte Proportionen: A. Lange & Söhne Saxonia Jahreskalender mit 36 mm Durchmesser

© WatchTime

Wie sehr kleinere Durchmesser beeindrucken können, wenn Proportionen und Zifferblattgestaltung exakt auf die Gehäusegröße abgestimmt sind, zeigte u. a. der Saxonia Jahreskalender von A. Lange & Söhne. Ähnliches gilt für Montblanc (auch wenn die Marke 2026 ausnahmsweise nicht auf der Watches and Wonders ausstellte): Der 1858 Small Second 0 Oxygen steht ihre neue, kompaktere Größe von 38 mm ausnehmend gut.

Montblanc 1858 Small Second 0 Oxygen Wristshot

38 mm stehen ihr gut: Montblanc 1858 Small Second 0 Oxygen Wristshot

© WatchTime

Auch Retro-Uhren erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Dabei findet man neben modern designten Zeitmessern, die Retro-Modelle zitieren auch solche, die sich optisch sehr stark an ihre historischen Vorbilder anlehnen, sie vielleicht sogar bis zum Durchmesser hin zitieren. Noch vor wenigen Jahren hätte man zumindest die Größe an heutige Tragegewohnheiten angepasst – mittlerweile aber sind auch Durchmesser von 35 mm wieder attraktiv. So ist zum Beispiel bei der Oris Star 35 mm. Oder auch bei der Favre Leuba Harpoon: Auch sie ist eine weitgehend originalgetreue Wiederkehr der original Harpoon von 1966. Ihr Durchmesser von 36,8 mm entspricht dabei weitgehend den historischen Dimensionen. 

Favre Leuba: Harpoon grau Wristshot

Retro-Charme: Die Favre Leuba Harpoon orientiert sich an einem historischen Vorbild.

© WatchTime

Trend #2: Gedecktere Farben

Farben sind seit den mittleren bis späten 2010er-Jahren ein Megatrend. Erst blau, dann grün, dann bunt: Vielfalt und Lebensfreude waren angesagt. Irgendwann konnte man gar nicht mehr von Trend sprechen: Farbige Zifferblätter und Bänder, zum Teil auch Gehäuse (von Keramik bis Saphirglas) haben sich in allen Preisbereichen fest etabliert. Das bleibt auch so. Aber 2026 sieht man, dass es vielfach weniger grell, sondern etwas gedeckter zugeht. Grün ist oft in dunkleren Tönen zu finden, gleichzeitig finden sich bei verschiedensten Herstellern unterschiedliche Grautöne auf den Zifferblättern. Zu den Beispielen gehören nicht nur die oben gezeigten Harpoon von Favre Leuba und Saxonia Jahreskalender von A. Lange & Söhne, sondern beispielsweise auch der Sinn Navigationschronograph in Edelstahl, der mit grünem und mit grauem Zifferblatt erhältlich ist. Gerade die anthrazitfarbene Variante 903 St II A bringt das Grau durch sein Sonnenschliffzifferblatt gut zur Geltung: Je nach Lichteinfall ergibt sich eine andere Farbnuance – das Anthrazit wirkt so sehr lebendig und attraktiv.

Sinn: Navigationschronograph 903 St II A

Sinn: Navigationschronograph 903 St II A

© Sinn

Leuchtende, gar grelle Farben waren unter den Neuheiten selten. Es überwogen gedeckte Farben, gerade beim Grün: Ressence entschied sich bei Zifferblatt und Lederband der neuen Type 11 für ein feines Piniengrün, während das Blatt der Oris Artelier Calibre 113 – einem Vollkalender mit Wochentagsanzeige und 10 Tagen Gangreserve – sich in einer Art Graugrün präsentierte. Einen ähnlichen Ton wählte Vacheron Constantin bei einer der Zifferblattfarben der neuen Overseas Dual Time Cardinal Points

Vacheron Constantin: Overseas Dual Time Cardinal Points mit grünem Zifferblatt liegend

Vacheron Constantin: Overseas Dual Time Cardinal Points

© Vacheron Constantin
Ressence: Type 11

Ressence: Type 11

© Ressence
Oris: Artelier Calibre 113

Oris: Artelier Calibre 113

© Oris

Patek Philippe wiederum lässt die neueste Ausführung seiner berühmten Goldenen Ellipse in einem Weißgoldgehäuse mit olivgrünem Sonnenschliff-Zifferblatt und gleichfarbigem Kalbslederband glänzen. Die Goldene Ellipse ist in zwei verschiedenen Größen erhältlich: als Referenz 5738G-001 mit den Abmessungen 34,5 x 39,5 mm sowie, etwas kleiner, als Referenz 3738/100G-014 in 31,1 x 35,6 mm. Beide Modelle sind mit dem extraflachen Manufakturkaliber 240 mit Automatikaufzug ausgestattet. 

Patek-Philippe-Goldene-Ellipse-5738G-001-Wristshot.jpg
Patek-Philippe: Goldene Ellipse Ref. 5738G-001
© WatchTime

Was die Neuheiten 2026 angeht, war Blau unter den Farben erneut die häufigste. Bei Patek Philippe dominierte kein anderer Ton mehr: 11 von 24 neuen Referenzen kamen in verschiedenen Blautönen. Während die Genfer meist auf ein gedecktes Mittelblau setzen – etwa bei der Cubitus Ref. 5840P mit ewigem Kalender –, setzt die zum japanischen Seiko-Konzern gehörende Luxusuhrenmarke Credor bei ihrer Goldfeather GBBY967 auf ein Zifferblatt aus Urushi-Lack. Bei entsprechendem Licht macht man in seinem Zentrum einen fein abgestuften Farbverlauf aus, von tiefem Schwarz am Rand zu einem leuchtenden Blau im Zentrum – ein Effekt, der durch mehrfaches Lackieren und manuelles Polieren entsteht. Indexe und Logos sind in Taka Maki-e ausgeführt und mit Platinpulver veredelt, was eine dezente, dreidimensionale Struktur erzeugt.

Credor: Goldfeather GBBY967

Credor: Goldfeather GBBY967

© Credor

Parmigiani Fleurier wiederum wählt seine exquisite Farben stets in Anlehnung an die berühmte Palette von Le Corbusier aus. Eleganz und Understatement sind die Leitmotive; oft handelt es sich um leicht ins Pastellige gehende Zwischentöne. Im Vordergrund steht hier die Handwerkskunst: Das Zifferblatt in „Morning Blue“ – beinahe eisblau, aber ohne jegliche Idee von Härte und Kälte – wird in rund 60 Arbeitsschritten von einem erfahrenen Kunsthandwerker nach überlieferter Tradition von Hand gehämmert. Zu seiner feinen Anmutung gesellt sich passend ein perlgraues, handgenähtes Krokoband. 

Parmigiani: Toric Petite Seconde Platinum Anniversaire

Parmigiani: Toric Petite Seconde Platinum Anniversaire

© Parmigiani

Trend #3: Skelettierte Zifferblätter

Auch dieser Trend ist nicht ganz neu, doch 2026 sind sie wieder verstärkt zu sehen: durchbrochene bzw. skelettierte Zifferblätter. Dass die Mechanik sich sichtbar macht, ist spätestens seit den ersten Glasböden in den 1980er-Jahren ein wichtiges Thema. In den späten 2000er- und den 2010er-Jahren nahm es analog zu den immer häufigeren Manufakturkalibern verschiedenster Hersteller Fahrt auf: Nun wollte man immer mehr auch von vorn Einblicke ins Werk nehmen. Bei der Big Bang Unico von Hublot war das durchbrochene Blatt von Anfang an gesetzt. 2026, mit dem Relaunch des Modells als Big Bang Reloaded, setzt Hublot bestimmte Elemente des hauseigenen Chronographenkalibers HUB1280 Unico mit Flybackfunktion sogar mit einem eigenen Farbschema in Szene. So heben sich etwa bei der Big Bang Reloaded Titanium Ceramic das bei 6 Uhr sichtbare Schaltrad und die bei 8 Uhr positionierte doppelte Schwingkupplung in Blau ab; in Blau ist auch der Rahmen des dreieckigen Zeigers hervorgehoben, der auf das aktuelle Datum weist. (Gleichzeitig erscheinen die Chronographenfunktionen in Rot.)

 

Hublot: Big Bang Reloaded Titanium Ceramic

Hublot: Big Bang Reloaded Titanium Ceramic

© Hublot

Sogar Panerai, bisher kaum für tiefe Einsichten in die Kalibermechanik bekannt, bringt 2026 mit der Submersible GMT PAM01495 seine erste serienmäßige Uhr mit skelettiertem Zifferblatt heraus. Das Modell basiert auf einer wenig bekannten Limited Edition von 177 Stück, die Panerai vor drei Jahren für den Extremveredler Brabus fertigte. Die Neue folgt dem damaligen Design weitgehend und schafft dabei tiefe Einblicke ins Automatikkaliber P.4001/S mit GMT-Funktion und 72 Stunden Gangreserve.

Panerai-Submersible-GMT-PAM01495-Halbseite.jpg
Panerai: Submersible GMT PAM01495 © Panerai

Besonders spektakulär ist seit jeher die Gestaltung der Lumen-Modelle von A. Lange & Söhne. Das semitransparente Saphirglas-Zifferblatt sowie reichlich Leuchtmasse auf Zeigern, Indexen und Datumsscheiben sorgen für eine aufregende Optik, die ihre eigene Fangemeinde hat. Für die 2026 eingeführte Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender „Lumen" hat Lange einmal mehr ein neues Uhrwerk entwickelt: Das Manufakturkalibers L225.1 mit 50 Stunden Gangreserve verfügt über ein Tourbillon mit Sekundenstopp, einen ewigen Kalender mit exakt springenden Anzeigen und eine Hochpräzisionsmondphase. 

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A. Lange & Söhne: Lange 1 Tourbillon Perpetual Calendar "Lumen" © A. Lange & Söhne

Bei Zenith ist es das hauseigene Chronographenkaliber El Primero 3600, das nun sowohl von hinten als auch von vorn sichtbar wird, und zwar bei der neuen Chronomaster Sport Skeleton. Besonders gut erkennbar ist das Hemmungsrad aus Silizium, das man bei 9 Uhr im für Silizium typischen Violettton herausschimmern sieht. 

Zenith: Chronomaster Sport Skeleton schwarz Kautschukband

Zenith: Chronomaster Sport Skeleton mit schwarzer Lünette und Kautschukband

© Zenith

Ein anderes Konzept verfolgt Armin Strom: Beim neuen Minute Repeater Resonance 12:59 gibt es kein Zifferblatt, das skelettiert oder an einigen Stellen geöffnet wäre: Das Zifferblatt besteht hier lediglich aus der umlaufenden Minuterie – ansonsten ist die Vorderseite komplett offen, sodass sich die gesamte Vorderseite des Kalibers ARR25 den Blicken des Betrachters offenbart. So sind das Resonanzsystem mit den beiden Unruhn bei 5 und 7 Uhr genauso gut zu sehen wie die vier Hämmer bei 11 und 1 Uhr, die vier Tonfedern und der Fliehkraftregler bei 12 Uhr. Zusammen mit dem Blick durch den Saphirglasboden wird die gesamte Mechanik sichtbar: Besonders eindrucksvoll ist das, wenn man die Minutenrepetition durch den Schieber auf der linken Gehäuseseite betätigt und den Mechanismus aktiviert.

Armin Strom: Minute Repeater Resonance 12:59 First Edition Detail

Armin Strom: Minute Repeater Resonance 12:59 First Edition

© Armin Strom
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