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Lesedauer 5 Min.

A. Lange & Söhne: Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Lumen und Saxonia Jahreskalender

A. Lange & Söhne zeigt zur W&W 2026 die Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender „Lumen" und die neue Saxonia Jahreskalender – mit jeweils neuem Manufakturkaliber.
A. Lange & Söhne Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Lumen und Saxonia Jahreskalender

A. Lange & Söhne Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Lumen und Saxonia Jahreskalender

© A. Lange & Söhne

A. Lange & Söhne Watches and Wonders 2026: Zwei Wege, eine Manufakturphilosophie 

Mit der Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender „Lumen" und der Saxonia Jahreskalender präsentiert A. Lange & Söhne in Genf zwei Uhren, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch dieselbe Designlogik verfolgen. Die Messe Watches and Wonders 2026 markiert für die Glashütter Manufaktur ein dichtes Neuheitenprogramm. Beide Modelle adressieren eine gemeinsame Frage: Wie lässt sich horologische Komplexität in ein lesbares, stilistisch kohärentes Gehäuse übersetzen? Die Antwort fällt je nach Kaliber und Positionierung sehr unterschiedlich aus. 

A. Lange & Söhne Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Lumen

A. Lange & Söhne Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Lumen

© A. Lange & Söhne

Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender „Lumen" – Ref. 720.035FE 

Die neue „Lumen"-Variante markiert das Debüt des Manufakturkalibers L225.1 – ein vollständig neu konstruiertes automatisches Werks mit 685 Teilen und 50 Stunden Gangreserve. Das Kaliber vereint Tourbillon mit Sekundenstopp, ewigen Kalender mit exakt springenden Anzeigen sowie eine Mondphasenanzeige, die eine rechnerische Abweichung von nur einem Tag in 122,6 Jahren aufweist. 

Technisch bemerkenswert ist die Kombination mehrerer Detaillösungen, von denen mindestens eine auf ein Patent der Manufaktur aus dem Jahr 2008 zurückgeht: eine V-förmige Stoppfeder, die das sekundengenaue Stellen einer Uhr mit Tourbillon erst ermöglicht. Ebenfalls neu ist der Zentralrotor aus 18 Karat Weißgold mit einer äußeren Schwungmasse aus 950er Platin.

Das konstruktive Konzept dahinter geht über reine Mechanik hinaus. Das halbtransparente Saphirglas-Zifferblatt ist nicht nur ästhetisches Mittel: Es dient funktional dazu, die darunter liegenden Kalenderebenen bei Tageslicht mit Energie aufzuladen, damit sämtliche Anzeigen – Großdatum, retrograder Wochentag, Mondphase, Schaltjahresanzeige – bei Dunkelheit lesbar bleiben. Die Mondphasenanzeige erhält erstmals eine integrierte Tag-/Nacht-Indikation: Hinter der Mondscheibe dreht sich eine Himmelsscheibe im 24-Stunden-Rhythmus, die tagsüber einen hellen, nachts einen sternübersäten Himmel zeigt. Alle Anzeigen sind nachleuchtend und können daher auch bei Dunkelheit eindeutig abgelesen werden.

A. Lange & Söhne Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Lumen, Kaliber L225.1

Die Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Lumen behaust das neue Kaliber L225.1 mit 685 Teilen und automatischem Aufzug.

© A. Lange & Söhne

Das Zifferblatt folgt einer Geometrie, die für Lange typisch ist. Großdatum, retrograder Wochentag, Sekunde und Mondphase liegen auf einer gemeinsamen Vertikalen; der Stundenminuten-Mittelpunkt bildet die Dreiecksachse. Die Monatsanzeige sitzt dafür nicht im Hilfszifferblatt, sondern auf einem außenliegenden rotierenden Ring – ein konstruktiver Eingriff, der mehr Platz für die darunter liegende Kalenderebene schafft. Eine Schaltjahresanzeige ist dazu bei 6 Uhr in einem eigenen Fenster untergebracht.

Zur Finissierung: Tourbillon-Kloben und Zwischenradkloben aus Edelstahl werden in Schwarzpolitur ausgeführt, von Hand graviert und nachpoliert. Der Tourbillon-Diamant-Deckstein sitzt im verschraubten Goldchaton – ein Element, das Lange ursprünglich für seine Taschenuhren in 1A-Qualität verwendete. Die Limitierung auf 50 Exemplare bei einem Platingehäuse von 41,9 Millimetern Durchmesser positioniert die „Lange 1 Lumen" klar im Segment der zeitlimitierten Komplikations-Editionen jenseits von Standardkatalogen. Die Bauhöhe beträgt 13 Millimeter. 

A. Lange & Söhne Saxonia Jahreskalender in 750er Weißgold und Rotgold

A. Lange & Söhne Saxonia Jahreskalender in 750er Weißgold und Rotgold

© A. Lange & Söhne

Saxonia Jahreskalender – Ref. 331.026 E & 331.033 E 

Die Saxonia Jahreskalender ist kein Neuling in der Produktarchitektur von Lange – die Modellfamilie existiert seit längerem in diversen Ausführungen. Was die 2026er-Version auszeichnet, ist das vollständig neue Manufakturkaliber L207.1 mit Automatikaufzug. Jahreskalenderwerke mit echtem Manufakturwerk und dieser Komplikationsdichte in einem 36-Millimeter-Gehäuse unterzubringen, das nur 9,8 Millimeter hoch baut, erfordert konstruktiven Aufwand. 

Das nur 5,7 mm hohe Werk L207.1 mit einem Durchmesser von 30,4 Millimetern verfügt über eine klassische Schraubenunruh, verschraubte Goldchatons und einen handgravierten Unruhkloben – alles Elemente, die in der sächsischen Feinuhrmachereitradition verwurzelt sind und dem Namen Saxonia seinen sachlichen Gehalt geben.

A. Lange & Söhne Saxonia Jahreskalender in 750er Weißgold mit 36 mm Durchmesser

A. Lange & Söhne Saxonia Jahreskalender in 750er Weißgold mit 36 mm Durchmesser

© A. Lange & Söhne

Die Jahreskalenderfunktion schaltet automatisch für alle Monate mit 30 und 31 Tagen korrekt weiter; eine manuelle Korrektur ist lediglich einmal jährlich, Ende Februar, erforderlich. Bemerkenswert ist der Bedienkomfort: Alle Kalenderanzeigen inklusive Mondphase lassen sich über einen einzigen Schnellkorrekturdrücker bei 10 Uhr gemeinsam weiterschalten, wahlweise auch über separate Korrektoren. Das ist kein marginales Detail – gerade bei Jahreskalendern entscheidet die Bedienlogik über den Alltag mit der Uhr. 

Zifferblatt-gestalterisch setzt Lange auf subtile Tiefenwirkung: Die leicht nach innen angeschrägten Hilfszifferblätter für Wochentag, Monat und kleine Sekunde tragen eine feinere Azurage als die Innenflächen. Zwei Varianten stehen zur Wahl: Weißgold mit argentéfarbenem Zifferblatt und Rotgold mit grauem Blatt. Beide tragen Alligatorleder-Armbänder mit Goldschließe in der jeweiligen Legierungsfarbe.

A. Lange & Söhne Saxonia Jahreskalender in 750er Rotgold mit Blick auf das Lange-Manufakturkaliber L207.1

A. Lange & Söhne Saxonia Jahreskalender in 750er Rotgold mit Blick auf das Lange-Manufakturkaliber L207.1

© A. Lange & Söhne

Beide Neuheiten folgen einem Prinzip, das sich durch Langes Gesamtkollektion zieht: maximale Informationsdichte auf dem Zifferblatt bei gleichzeitig zurückhaltender optischer Signalwirkung. Was zählt, sind die Anzeigen – präzise ablesbar, geometrisch geordnet, ohne dekorative Redundanz. Die „Lumen" schließt dabei eine Lücke im Programm: Eine Grande Complication mit Tourbillon, ewigem Kalender und Mondphase, die zusätzlich bei Nacht vollständig ablesbar ist. Das macht sie nicht zum Massensegment-Angebot – 50 Stück in Platin sind es ausdrücklich nicht – aber zur klaren Aussage über das technische Entwicklungsniveau der Manufaktur im Jahr 2026. Die Saxonia hingegen ist das Angebot an eine breitere Zielgruppe innerhalb des Lange-Segments: Wer einen Jahreskalender mit Mondphase, kompaktem Gehäuse und echtem Manufakturwerk sucht, ohne in die Sphäre der limitierten Komplikationsstücke vorzudringen, findet hier eine aktuelle Antwort. Die Lange 1 Tourbillon ewiger Kalender kostet circa 550.000 Euro. Beide Varianten der Saxonia Annual Calendar sind mit je etwa 65.000 Euro zu veranschlagen.

Technische Daten im Überblick

 

Lange 1 Tourbillon EK „Lumen" Saxonia Jahreskalender 

Automatik Kaliber L225.1 

Teile 685 

Frequenz 21.600 A/h 

Gangreserve 50 Stunden 

Gehäuse 950er Platin, ø 41,9 mm 

Zifferblatt Saphirglas, beschichtet 

Limitierung 50 Exemplare

Kaliber L207.1 

Teile 491 

Frequenz 21.600 A/h 

Gangreserve 60 Stunden 

Gehäuse 750er Weiß-/Rotgold, ø 36,0 mm 

Zifferblatt 925er Silber, argenté 925er Silber, grau

 

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