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Lesedauer 3 Min.

Chrono24: Der Gebrauchtuhrenmarkt gewinnt wieder an Fahrt

Der ChronoPulse-Index steigt im Mai 2026 um 1,5 Prozent. Besonders Rolex, Patek Philippe und Cartier profitieren von der breiten Erholung.
eine liegende Rolex GMT-Master II von vorne
©  Rolex

Der Markt für gebrauchte Luxusuhren setzt seine Erholung fort. Wie der aktuelle ChronoPulse-Bericht von Chrono24 zeigt, legte der Index im Mai 2026 um 1,5 Prozent zu. Bemerkenswert dabei: Anders als in früheren Phasen wird die Entwicklung nicht von einzelnen Hype-Modellen getragen, sondern von einer breiten Nachfrage über zahlreiche Marken und Segmente hinweg.

Während der April noch von Rücksetzern bei Marken wie Cartier, Vacheron Constantin und Panerai geprägt war, drehten diese Werte im Mai wieder deutlich ins Plus. Den stärksten Monatsgewinn verzeichnete Breitling mit 5,1 Prozent. Lediglich Omega und Jaeger-LeCoultre schlossen den Monat leicht im Minus ab. Über sechs Monate betrachtet liegt der ChronoPulse-Index inzwischen 4,7 Prozent im Plus.

Rolex und Patek Philippe bleiben die Zugpferde

Besonders interessant für Sammler bleibt die Entwicklung bei Rolex und Patek Philippe. Laut Chrono24 stieg Rolex über sechs Monate um 4,5 Prozent. Als wichtiger Treiber gilt die Einstellung bestimmter GMT-Master-II-Varianten auf der Watches and Wonders, wodurch das Interesse an bestehenden Referenzen deutlich zunahm.

Auch Patek Philippe bleibt auf Wachstumskurs. Die Marke kommt auf ein Plus von 5,4 Prozent innerhalb von sechs Monaten. Vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach Nautilus- und Aquanaut-Referenzen sorgt dafür, dass das Angebot knapp bleibt und die Preise gestützt werden.

Cartier überrascht mit der stärksten Halbjahresperformance

Den Spitzenplatz unter den großen Marken sichert sich jedoch Cartier. Nach einem schwachen April legte die Marke im Mai wieder um 2,8 Prozent zu und kommt über sechs Monate auf ein Plus von 6,6 Prozent. Besonders Modelle wie die Santos profitieren von einer konstanten Sammlernachfrage. Cartier gehört damit zu den größten Gewinnern der aktuellen Marktphase.

Die CartierSantos de Cartier, Front

Cartier Santos de Cartier Ref. WSSA0029

©  Cartier

Die Erholung reicht inzwischen bis in günstigere Segmente

Parallel zur Entwicklung der etablierten Ikonen zeigen die Daten auch Bewegung im Einstiegsbereich. Modelle unterhalb von 5.000 Euro konnten zuletzt teilweise zweistellige Wertzuwächse verzeichnen. Dazu gehören unter anderem die TAG Heuer Carrera 36 mm, die Rolex Datejust Turn-O-Graph „Thunderbird“, verschiedene Breitling-Referenzen sowie die Cartier Santos Ref. 2961.

Die Front mit Armband der TAG Heuer Carrera 36

TAG Heuer Carrera 36

© TAG Heuer

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Sammler derzeit nicht nur auf die bekannten Topmodelle setzen. Vielmehr wächst das Interesse an historischen Referenzen, kleineren Gehäusegrößen und klassischen Toolwatches. Genau diese breite Nachfrage sieht Chrono24 als einen der wichtigsten Gründe für die aktuelle Stabilisierung des Marktes.

Breite Nachfrage statt kurzfristiger Hype

Für Marktbeobachter ist vor allem die Struktur der Erholung interessant. Während frühere Preisbewegungen oft von wenigen besonders begehrten Referenzen ausgingen, profitieren aktuell nahezu alle wichtigen Marken. Genau darin sieht Chrono24 das stärkste Signal des Berichts: Die Nachfrage kommt von Sammlern und Käufern über viele Segmente hinweg und nicht nur von kurzfristigen Spekulationen.

Ob sich daraus eine nachhaltige Aufwärtsbewegung entwickelt, bleibt abzuwarten. Nach den aktuellen Zahlen scheint der Gebrauchtuhrenmarkt jedoch deutlich stabiler aufgestellt zu sein als noch vor einem Jahr.

Rolex Rolex GMT-Master II TAG Heuer TAG Heuer Carrera Patek Philippe Cartier Santos Cartier

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