Die Eleganz des Kontrasts: Warum Bicolor-Uhren wieder im Trend liegen
Bicolor-Uhren erkennt man auf den ersten Blick: Sie kombinieren zwei Metalle – meist Edelstahl und Gelb-, Rosé- oder Rotgold – zu einem visuellen Kontrast. In der Regel besteht der tragende Teil des Gehäuses aus Stahl, aus Gold sind oft Lünette, Zeiger und Indexe gefertigt. Erst mit einem Metallband wird eine Uhr so richtig zu einer Bicolor-Uhr. Auch hier bestehen dann meist die größeren Glieder – oder die Mehrzahl der Glieder – aus Stahl, die Zwischenglieder bzw. die geringere Anzahl an Gliedern aus Gold. Eine Bicolor-Uhr gibt es oft auch als reine Stahluhr zu kaufen. Die Kombination aus Stahl und Gold verbindet Sportlichkeit mit der Eleganz und der Wärme des Edelmetalls. Genau diese Balance macht den besonderen Reiz von Bicolor-Uhren aus.
Wie viele Stilrichtungen in der Uhrmacherei unterliegen auch sie deutlichen Modezyklen. Besonders populär waren Bicolor-Uhren in den 1970er- und vor allem den 1980er-Jahren, als luxuriöse Sportuhren mit integrierten Metallbändern den Markt prägten. Modelle wie die Rolex Datejust in Rolesor, die Cartier Santos oder verschiedene Varianten der Omega Constellation machten die Kombination aus Stahl und Gold zum sichtbaren Statussymbol. In den frühen Nullerjahren verlor der Look etwas an Strahlkraft: Minimalismus und vollständig aus Edelstahl gefertigte Sportuhren waren deutlich angesagter. In den letzten 7–8 Jahren haben viele Marken den zweifarbigen Stil neu entdeckt.
Der Begriff „Bicolor“ ist jünger als das Phänomen. Schon in den 1930er- und 1940er-Jahren experimentierten Uhrenhersteller mit Gehäusen aus Stahl und Gold. Eine wichtige Rolle spielte später Rolex, das schon früh auf Stahl und Gold setzte. Doch erst im Zuge der Luxus-Sportuhren-Welle der 1970er- und 1980er-Jahre sprach man immer häufiger von Bicolor. Heute wird der Begriff manchmal auch durch das nüchterne "Stahl/Gold" ersetzt; Tudor nutzt für seine Modelle sogar das Kürzel "S&G". Im Folgenden zeigen wir aktuelle, coole Bicolor-Uhren, die in Sachen Design Maßstäbe setzen.
Rolex Datejust 41
Rolex: Datejust 41 in Oystersteel und Gelbgold Ref. 126333
RolexRolex ist für viele die erste Anlaufstelle, wenn sie nach einer Bicolor-Uhr suchen. Gerade die Datejust bietet hier eine Riesen-Auswahl, mit verschiedenen Größen, Goldfarben und Bändern. Ein Beispiel ist die 41 mm große Datejust Referenz 126333 mit champagnerfarbenem Zifferblatt. Ihr Gehäuse ist aus Oystersteel-Edelstahl gearbeitet und wird mit einer geriffelten Lünette aus 18-karätigem Gelbgold kombiniert. Dazu passend trägt man sie am berühmten 5-reihigen Jubilee-Band, dessen mittlere 3 Glieder ebenfalls aus Gelbgold bestehen. Rolex führt seine spezielle Stahl-Gold-Kombination seit den 1930er-Jahren unter dem Namen Rolesor.
Rolesor (Oystersteel und Gelbgold) | 41 mm Durchmesser | Manufakturkaliber 3235, Automatik | 70 h Gangreserve | 16.700 Euro
TAG Heuer Carrera Day-Date 41 mm
TAG Heuer: Carrera Day-Date 41 mm in Stahl und Rotgold
TAG HeuerTAG Heuer interpretiert das Thema Bicolor bei der Carrera Day-Date Ref. WDA2111.BD0001 durch eine Kombination aus Edelstahl und Rotgold. Um die Balance zwischen Sportlichkeit und Eleganz zu halten, setzt TAG Heuer das Rotgold sehr zurückhaltend ein: Nur jedes zweite Mittelglied des Bandes ist aus dem Edelmetall gefertigt, dagegen bestehen Gehäuse inklusive Lünette und auch die Krone aus Edelstahl. Dazu ist das schwarze, opalisierende Zifferblatt mit luxuriös wirkenden rotvergoldeten Indizes und Zeigern dekoriert.
Edelstahl und Rotgold | 41 mm Durchmesser | Kaliber TH31-02, Automatik | 8.950 Euro
Parmigiani Tonda PF 36mm Steel & Rose Gold
Parmigiani: Tonda PF Automatic 36 Bicolor
ParmigianiParmigiani hat mit der Tonda PF eine sportlich-elegante Linie – mit Betonung auf "elegant" geschaffen, die die Philosophie der Marke nahezu perfekt verkörpert. Mit den skelettierten Zeigern, den verkürzten Stundenindexen und dem platzsparenden Logo fällt der Blick sofort auf das Zifferblatt, seine Farbe und seine Zierstruktur. Bei der Tonda PF Automatic Steel & Rose Gold handelt es sich um eine Gerstenkonguillochierung (französisch "grain d'orge"), die von erfahrenen Meistern ihres Fachs auf historischen Maschinen von Hand und mit viel Gefühl borgenommen wird. Parmigiani inszeniert das pflaumenfarbene Blatt in der Farbe "Deep Ruby" in Verbindung mit rotvergoldeten Delta-Zeigern und Stundenindexen aus Diamanten im Baguetteschliff. Die Lünette der Edelstahluhr und die beiden zweiten Bandreihen von außen sind aus Roségold gearbeitet.
Edelstahl und Roségold | 36 mm Durchmesser | Manufakturkaliber PF770-HM, Automatik | 60 h Gangreserve |32.300 CHF
Chopard Alpine Eagle 33
Chopard: Alpine Eagle 33 Bicolor
ChopardDie Linie Alpine Eagle zeichnet sich aus durch ihr integriertes Metallband, die 8 Lünettenschrauben und ein strukturiertes Zifferblatt, das an die Iris eines Adler erinnert. Die Chopard Alpine Eagle 33 in Lucent Steel und ethischem Gelbgold interpretiert das Thema Bicolor besonders luxuriös: Gehäuse und integriertes Band bestehen aus der hauseigenen Edelstahllegierung Lucent Steel, während Lünette und Mittelglieder aus einem Gelbgold gefertigt sind, das ethisch vertretbar produziert wird, abgebaut in zertifizierten Minen, von Arbeiterinnen und Arbeitern, die von besonderen Arbeitsschutzgesetzen geschützt sind. Bei der gezeigten Uhr spielen neben Stahl und Gold auch Diamanten auf dem Zifferblatt und Brillanten auf der Lünette eine entscheidende Rolle.
Lucent Steel und ethisches Gelbgold | 33 mm Durchmesser | Manufakturkaliber 09.01-C, Automatik | 42 h Gangreserve | 25.500 Euro
Piaget Polo 79
Piaget: Polo 79 Bicolor
PiagetDie Piaget Polo 79 Two-Tone ist eine der spannendsten und kreativsten aktuellen Bicolor-Uhren. Ihr optisch aufregendes Konzept mit den sich abwechselnden breiteren und schmaleren Godrons, die eine Einheit zwischen Gehäuse, Band und Zifferblatt erzeugen, knüpft an die ursprüngliche Piaget Polo von 1979 an. Als Luxus-Sportuhr aus massivem Gold wurde sie zum Stilobjekt der 1980er-Jahre und zum Symbol einer sportlichen, aber glamourösen Eleganz. In Erinnerung daran brachte Piaget 2024 die Polo 79 heraus, zunächst in Gelbgold, ein Jahr später in Weißgold. Konsequenterweise folgte Anfang 2026 die Polo 79 in Weiß- und Gelbgold. Damit geht Piaget einen ungewöhnlich, extrem luxuriösen Weg: Die Zweifarbigkeit ergibt sich hier nicht aus der Kombination zwischen Edelstahl und Gold, sondern aus zwei Goldfarben.
Weiß- und Gelbgold | 38 mm Durchmesser | Höhe 7,45 mm | Manufakturkaliber 1200P1 mit Mikrorotor, Automatik | 44 h Gangreserve | 94.500 Euro