Warum Greubel Forsey bei dieser Uhr selbst unsichtbare Teile perfektioniert
Bei Greubel Forsey gehörte kompromisslose Handarbeit schon immer zum Selbstverständnis. Mit der neuen Balancier QM bekommt dieser Anspruch nun erstmals einen Namen: Qualité Musée, kurz QM. Der neue Standard soll jedes einzelne Bauteil wie ein eigenständiges Kunstwerk behandeln – unabhängig davon, ob es später überhaupt sichtbar ist. Die Balancier QM ist das erste Modell, das aus einem eigens der Handfinissierung gewidmeten Forschungsbereich des EWT-Labors hervorgegangen ist.
Die Greubel Forsey Balancier QM kombiniert ihre dreidimensionale Werkarchitektur mit einem kompakten 39,6-Millimeter-Gehäuse aus Weißgold.
Greubel ForseyDas Resultat ist bemerkenswert zurückhaltend, zumindest gemessen an früheren Kreationen der Manufaktur. Das Weißgoldgehäuse misst 39,6 Millimeter. Damit verbindet Greubel Forsey seine charakteristisch dreidimensionale Architektur mit deutlich kompakteren Proportionen. Zwei stark gewölbte Saphirgläser schaffen den nötigen Raum für das Werk und seine unterschiedlichen Ebenen. Die Wasserdichtigkeit beträgt 30 Meter.
Sieben Finissierungen auf einer einzigen Brücke
Das eigentliche Thema der Balancier QM ist allerdings nicht eine neue Komplikation, sondern die Qualität ihrer Ausführung. Besonders anschaulich wird das an der nur wenige Millimeter großen Unruhbrücke aus Stahl. Auf ihr kommen gleich sieben unterschiedliche Handfinissierungen zusammen. Dazu zählen unter anderem Schwarzpolitur, kreisförmige Körnung, verschiedene Polituren der Flanken sowie von Hand ausgeführte, mit 0,40 Millimetern ungewöhnlich breite Anglierungen. Und dieser Aufwand steht exemplarisch für ein Uhrwerk aus insgesamt 298 Komponenten.
Auch auf der Rückseite zeigt sich der Qualité-Musée-Anspruch: Selbst kaum sichtbare Komponenten des Handaufzugswerks werden aufwendig von Hand finissiert.
Greubel ForseyGreubel Forsey treibt das Prinzip sogar dort weiter, wo Besitzer es kaum kontrollieren können. Auch verdeckte Stahlteile des Aufzugsmechanismus werden schwarzpoliert. Auf der Rückseite lassen sich unter anderem handbearbeitete Räder, polierte Vertiefungen sowie schwarzpolierte Federn und Goldplatten entdecken. Die Bezeichnung „Qualité Musée“ selbst sucht man dagegen vergeblich auf dem Zifferblatt: Sie befindet sich diskret auf einer geheimen Platte im Inneren des Werks.
Eigene Spiralfeder und 72 Stunden Gangreserve
Technisch bleibt die Balancier QM bewusst puristisch. Das Handaufzugswerk zeigt Stunden und Minuten sowie eine kleine Sekunde. Hinzu kommt eine ungewöhnlich integrierte Gangreserveanzeige: Ihr Zeiger läuft teilweise unter dem Stunden- und Minutenring und zeigt die 72 Stunden chronometrische Gangreserve auf einem Sektor an. Die unterschiedlichen Höhen von Hemmung, kleiner Sekunde, Federhaus und Zeigern erzeugen dabei jene räumliche Architektur, für die Greubel Forsey bekannt ist.
Eine technisch mindestens ebenso interessante Neuerung versteckt sich im Regulierorgan. Die Manufaktur fertigt die Spiralfeder vollständig selbst – vom eigenen Ausgangsmaterial über das Ziehen des hauchdünnen Drahts durch Naturdiamant-Ziehsteine bis zum Wickeln und thermischen Fixieren. Die Entwicklung begann bereits 2012; erstmals kam eine vollständig hausintern gefertigte Spiralfeder 2019 in der Hand Made 1 zum Einsatz. Mit der Balancier QM will Greubel Forsey diese Fertigung nun schrittweise auf sämtliche Modelle übertragen.
Die Greubel Forsey Balancier QM wird in einem 39,6 Millimeter großen Weißgoldgehäuse gefertigt und ist auf 33 Exemplare limitiert. Der Preis liegt in Deutschland bei 283.000 Euro.