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Lesedauer 4 Min.

Patek Philippe räumt auf: Diese sechs wichtigen Modelle werden 2026 eingestellt

Mit mehr als 20 eingestellten Referenzen nimmt Patek Philippe 2026 eine der größten Katalogbereinigungen der vergangenen Jahre vor. Besonders einige bekannte Calatrava-, Celestial- und Grand-Complication-Modelle dürften Sammler aufhorchen lassen.
Die Patek Philippe Calatrava 5227
©  Patek Philippe

Jedes Jahr verabschiedet sich Patek Philippe von ausgewählten Referenzen. 2026 fällt die Liste jedoch ungewöhnlich umfangreich aus. Rund 20 Modelle verschwinden aus dem Katalog – von klassischen Calatrava-Uhren bis hin zu hochkomplizierten Grand Complications. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend: Die Genfer Manufaktur ersetzt viele bekannte Referenzen durch modernisierte Nachfolger oder ordnet ganze Produktlinien neu. Für Sammler besonders interessant sind dabei einige Modelle, die über Jahre hinweg das Gesicht ihrer jeweiligen Kollektion geprägt haben.

Calatrava 5227: Das Ende einer modernen Ikone

Zu den bedeutendsten Streichungen gehört die Calatrava Ref. 5227. Die 2013 vorgestellte Referenz brachte ein selten gewordenes Detail zurück: den Offiziersboden mit aufklappbarem Gehäusedeckel über dem Saphirglasboden.

2026 Patek Philippe Calatrava 5227

Die Calatrava Ref. 5227 zählt zu den bekanntesten klassischen Dresswatches von Patek Philippe – 2026 endet ihre Ära in Weiß- und Roségold.

©  Patek Philippe

Mit ihrem 39-Millimeter-Gehäuse, dem Automatikkaliber 26-330 S C und ihrem klassischen Erscheinungsbild entwickelte sich die 5227 schnell zu einer der wichtigsten modernen Calatrava-Referenzen. Nun verschwinden die Varianten in Weiß- und Roségold aus dem Katalog. Lediglich die Gelbgold-Version bleibt vorerst erhalten.

Auch die Annual Calendar Ref. 5396 verlässt die Bühne. Seit zwei Jahrzehnten gilt sie als eine der elegantesten Interpretationen des von Patek Philippe entwickelten Jahreskalenders. Die charakteristischen Anzeigen für Wochentag und Monat bei 12 Uhr sowie Datum und Mondphase bei sechs Uhr machten sie zu einem festen Bestandteil der Kollektion. Ersetzt wird sie durch die neue Ref. 5396R-016, die das gleiche Modell erstmals mit einem sonnengeschliffenen sandbeigen Zifferblatt kombiniert.

Die spektakulären Komplikationen

Noch mehr Aufmerksamkeit dürften die Streichungen bei den Grand Complications erhalten. Besonders überraschend ist das Ende der In-Line Perpetual Calendar Ref. 5236P. Die 2021 vorgestellte Uhr sorgte mit ihrer außergewöhnlichen Kalenderanzeige für Aufsehen, bei der Wochentag, Datum und Monat in einer einzigen Linie untergebracht sind. Dafür entwickelte Patek Philippe eigens das Kaliber 31-260 PS QL. Ersetzt wird sie durch eine neue Variante der Ref. 5236 mit schwarz-silbernem Verlaufzifferblatt.

Patek Philippe Split Seconds Perpetual Calendar Chronograph 5204G

Die Split-Seconds Perpetual Calendar Chronograph Ref. 5204G verbindet Schleppzeiger-Chronograph und ewigen Kalender in einer der anspruchsvollsten Komplikationen der Manufaktur.

©  Patek Philippe

Ebenfalls eingestellt wird die Split-Seconds Perpetual Calendar Chronograph Ref. 5204G. Die Kombination aus Schleppzeiger-Chronograph und ewigem Kalender gehört zu den technisch anspruchsvollsten Konstruktionen der Haute Horlogerie. Besonders die Variante mit grünem Zifferblatt gilt bereits heute als Geheimtipp unter Sammlern. Während die Referenz 5204G aus dem Katalog genommen wird, bleibt die grüne Version erhalten und auch die Weißgold-Variante bleibt weiterhin Teil der Kollektion.

Nicht weniger spektakulär ist das Aus der Celestial Ref. 6102. Die astronomische Armbanduhr zeigt den Sternenhimmel der Nordhalbkugel, die Mondphasen und die Bewegung der Sterne in Echtzeit. Die Celestial zählt zu den außergewöhnlichsten Modellen im aktuellen Patek-Programm und wurde in den vergangenen Jahren unter anderem von prominenten Sammlern wie Jay-Z oder Mark Wahlberg getragen. Patek Philippe stellt 2026 die gesamte Ref.-6102-Linie ein, während die diamantbesetzte Ref. 6104 im Katalog bleibt, und ersetzt sie thematisch durch die neue Celestial Sunrise and Sunset Ref. 6105G-001 mit komplexerer astronomischer Anzeige.

Abschied von einer ungewöhnlichen Reiseuhr

Mit der Alarm Travel Time Ref. 5520RG verschwindet zudem eine der technisch interessantesten Reiseuhren der Marke. Das Modell kombiniert eine zweite Zeitzone mit einem mechanischen Alarmwerk, dessen Signal über einen traditionellen Gong ausgegeben wird.

Patek Philippe Alarm Travel Time 5520RG

Mit der Alarm Travel Time Ref. 5520RG verschwindet eine der technisch außergewöhnlichsten Reiseuhren im aktuellen Patek-Philippe-Programm.

©  Patek Philippe

Das Kaliber AL 30-660 S C FUS macht die 5520 zu einer Besonderheit innerhalb der Patek-Kollektion. Gleichzeitig war ihr markantes Design mit vier Drückern und Pilotenuhr-Anleihen stets umstritten. Umso bemerkenswerter ist nun das Ende der gesamten Baureihe. Patek Philippe beendet damit faktisch die 5520-Serie; an ihre Stelle tritt die traditioneller gestaltete Calatrava Alarm Ref. 5322G mit kompakterem Gehäuse und reduzierter Alarm-Komplikation.

Was bedeuten die Streichungen für Sammler?

Nicht jede eingestellte Patek Philippe wird automatisch zum zukünftigen Wertgewinner. Dennoch gibt es einige Referenzen, denen Marktbeobachter besonders großes Potenzial zuschreiben. Dazu zählen vor allem die Celestial Ref. 6102, die In-Line Perpetual Calendar Ref. 5236P sowie die Split-Seconds Perpetual Calendar Ref. 5204G.

Insgesamt zeigen die Streichungen, dass Patek Philippe seinen Katalog konsequent modernisiert. Auffällig ist dabei, dass die begehrten Sportkollektionen Nautilus, Aquanaut und Cubitus unangetastet bleiben. Die großen Veränderungen finden stattdessen vor allem im klassischen und hochkomplizierten Segment statt – genau dort, wo Patek Philippe seit Jahrzehnten seinen Ruf als eine der bedeutendsten Manufakturen der Haute Horlogerie aufgebaut hat.

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