Micro Monday: Void Watches – V02MKII
Die Marke Void Watches wurde 2008 vom schwedischen Ingenieur und Designer David Ericsson gegründet. Das Unternehmen entstand ursprünglich als Designprojekt und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer eigenständigen Uhrenmarke. Ericssons Hintergrund als Maschinenbauingenieur und Industriedesigner prägt bis heute die Gestaltung der Uhren, die sich durch eine klare, funktionale Formensprache auszeichnen. Als erster größerer Erfolg stellte sich die Einführung der V01-Serie heraus, einer Reihe markanter digitaler Armbanduhren mit quadratischem Gehäuse. Dieses Modell verkörperte bereits die grundlegenden Gestaltungsprinzipien von Void: geometrische Formen, reduzierte Farbpaletten und eine bewusst minimalistische Ästhetik. Die Uhren sind darauf ausgelegt, Zeit möglichst einfach und direkt darzustellen, ohne dekorative oder überflüssige Elemente. Im Zentrum der Designphilosophie steht die Idee der schwedischen Designtradition, die stark von Funktionalität, Klarheit und Materialehrlichkeit geprägt ist. Auch der Markenname selbst trägt eine konzeptionelle Bedeutung. In der Astronomie bezeichnet ein Void die nahezu leeren Bereiche des Universums zwischen großen Galaxiestrukturen. Diese riesigen, kaum vorstellbaren Räume werden metaphorisch mit dem Konzept der Zeit verglichen: Zeit ist ständig präsent, kann jedoch weder gesehen noch berührt werden – sie lässt sich lediglich messen.
Void Watches – V02MKII
Void Watches#Void V02MKII
Die Uhr ist eines der ältesten Instrumente zur Messung der Zeit und gleichzeitig eines der am stärksten von Tradition geprägten Objekte des Alltags. Doch hin und wieder entstehen Zeitmesser, die diese Konventionen bewusst infrage stellen. Ein solches Beispiel ist die V02MKII. Der ungewöhnliche Zeitmesser verfolgt einen radikal anderen Ansatz: Er will nicht möglichst schnell abgelesen werden, sondern den Träger dazu bringen, sich einen Moment länger mit der Zeit zu beschäftigen. Das Ergebnis ist eine Uhr, die Design, Konzept und Funktion auf eine Weise verbindet, die in der Welt klassischer Armbanduhren selten zu finden ist.
Bereits auf den ersten Blick unterscheidet sich das Modell von herkömmlichen Armbanduhren. Anstelle der typischen Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger verwendet es drei sogenannte „Kompassnadeln“. Diese bewegen sich ähnlich wie klassische Zeiger, werden jedoch auf ungewöhnliche Weise abgelesen. Der Trick liegt im Zusammenspiel von Farben und Zahlen auf dem Zifferblatt. Um die Uhrzeit zu bestimmen, wird einfach die Farbe der jeweiligen Zeigerspitze mit der gleichfarbigen Zahl auf dem Zifferblatt kombiniert. Die kurze Nadel steht für die Stunden, während die beiden längeren Nadeln Minuten und Sekunden anzeigen. Obwohl das Prinzip zunächst ungewohnt wirkt, erschließt sich die Logik schnell und sorgt sicherlich für erstaunte Fragen von Beobachtern.
Void Watches – V02MKII
Void WatchesDesign statt digitaler Komplexität
Die Entwickler der V02MKII verfolgen einen klaren Ansatz: Die Uhr soll „clever, nicht smart“ sein. Während viele moderne Zeitmesser immer mehr Funktionen und digitale Schnittstellen integrieren, setzt dieses Modell bewusst auf ein traditionelles Konzept. Der Zeitmesser konzentriert sich ausschließlich auf seine Kernaufgabe, die Darstellung der Zeit, interpretiert diese jedoch auf eine kreative Weise. Das 8,4 Millimeter hohe Gehäuse besitzt die charakteristische rechteckige Form mit sanft gerundeten Kanten. Mit einer Größe von 36 mal 42 Millimetern wirkt die Uhr modern, bleibt jedoch angenehm tragbar. Der Korpus besteht aus Edelstahl und ist in dieser Variante mit einer gebürsteten IP-Goldbeschichtung versehen, die dem minimalistischen Design eine elegante Note verleiht.
Void Watches – V02MKII
Void WatchesFür den Alltag
Mit einer Wasserdichtigkeit von bis zu fünf Bar eignet sich die Uhr ausgezeichnet für den Alltag und kann auch beim Händewaschen oder im Regen getragen werden. Im Inneren arbeitet das Quarzkaliber Miyota 2035, das in Japan gefertigt wird und als zuverlässig, präzise und wartungsarm gilt. Die V02MKII wird mit einem italienischen Lederarmband in hellem Braun geliefert. Das Band besitzt eine Breite von 22 Millimetern und verfügt zusätzlich über ein integriertes Schnellwechselsystem.
Mit ihrem Konzept zeigt die V02MKII, dass Innovation in der Uhrmacherei nicht immer aus neuen Komplikationen entstehen muss. Manchmal genügt eine frische Idee, um die Wahrnehmung der Zeit neu zu gestalten. Für 265 Euro wandert das Designobjekt ans eigene Handgelenk.
Micro Monday: Toledano & Chan – b/1.3r