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Lesedauer 5 Min.

Die besten GMT-Uhren für jede Gelegenheit

Tudor: Black Bay GMT
Tudor: Black Bay GMT mit separat verstellbarem Stundenzeiger
© PR
Eine zweite Zeitzone kann sich optisch in den Vordergrund drängen, ihren Besitzer als Weltmann hervorheben. Sie kann sich aber auch dezent verstecken und nur auf Verlangen des Uhrenträgers sichtbar werden. Es gibt intuitiv ablesbare 12-Stunden-Zifferblätter, eindeutige 24-Stunden-Skalen und allerlei ausgefallene Darstellungen. Für die jeweilige Gestaltung spielt auch die Zielgruppe eine wichtige Rolle. Denn eine zweite Zeitzone kann unterschiedlichen Personenkreisen gute Dienste leisten.

Zeitzone für Piloten: UTC

Piloten landen nicht nur oft in anderen Ländern; sie verwenden im Funk, für Flugpläne und im Bordbuch ausschließlich die koordinierte Weltzeit (UTC). Diese Zeit löste 1972 GMT als Weltzeit ab. Den Piloten hilft eine Uhr mit zweiter Zeitzone ungemein. Es verwundert also nicht, dass einige Uhren speziell für diesen Zweck entwickelt wurden und daher auch wie Fliegeruhren aussehen. Bekanntester Vertreter dieser Art ist sicherlich die GMT-Master, die Rolex 1955 nach einem Anforderungskatalog der Fluggesellschaft Pan Am entwickelt hat.
Die markante Drehlünette stellte damals die einzige Möglichkeit dar, die zweite Zeitzone einzustellen, denn der 12-Stunden- und der 24-Stunden-Zeiger ließen sich nicht unabhängig voneinander verstellen. Erst seit Rolex 1982 ein neues Werk einführte, kann man den 12-Stunden-Zeiger in Stundenschritten korrigieren. Die Lünette erlaubt nun zwar die Einstellung einer dritten Zeitzone, indem man den Drehring auf den 24-Stunden-Zeiger einstellt. Aber das führt dazu, dass man die zweite Zeitzone erst wieder ablesen kann, wenn man die Lünette in die Ursprungsposition zurückbewegt hat. Wie man die Rolex GMT-Master II einstellt, erfahren Sie in diesem Video.
Die wohl auffälligste und auch ursprünglichste Version bietet Rolex mit der blau-roten 24-Stunden-Skala an. Die von Fans „Pepsi“ getaufte Farbversion zeigt die Tagstunden von 6 bis 18 Uhr in Rot, die Nachtstunden in Blau an. Früher diente die Farbgebung vor allem der schnellen Unterscheidbarkeit der Tag- und Nachtstunden. Die Rolex-Schwestermarke Tudor verwendet seit 2018 in der Black Bay GMT das gleiche Farbschema, schwimmt aber eher auf der Retrowelle, während Rolex seinen Klassiker seit über 50 Jahren mit nur geringen optischen Anpassungen baut.
Oris konzipierte seine Big Crown ProPilot Worldtimer ebenfalls als Fliegeruhr, setzt aber auf eine völlig andere Darstellung der zweiten Zeitzone: Das kleine Hilfszifferblatt mit Stunden und Minuten für die Heimatzeit lässt sich dank des 12-Stunden-Formats intuitiv ablesen.
Oris integriert noch eine dazugehörige Tag-Nacht-Anzeige: Das kleine Fenster innerhalb des Hilfszifferblatts ist nachts schwarz und färbt sich tagsüber orange. Da die UTC stets im 24-Stunden-Format angegeben wird, eignet sich die Oris also eher für die Ortszeit der Destination.

Dezente GMT-Uhren fürs Business

Eine zweite große Zielgruppe von Uhren mit zweiter Zeitzone findet sich in den Management-Etagen international tätiger Firmen. Wer selbst viel reist oder häufig Partner in anderen Teilen der Welt kontaktiert, freut sich über diese Funktion. Der Dresscode rät Anzugträgern dabei eher zu eleganten und dezenten Uhren. Besonders unauffällig integrierte Sinn die Funktion bei der Frankfurter Finanzplatzuhr Modell 6099: Der Träger kann den Zeiger für die zweite Zeitzone unter dem normalen Stundenzeiger verbergen, da beide im 12-Stunden-Format arbeiten. Allerdings informiert die Uhr nicht darüber, ob es sich um Tag- oder Nachtstunden handelt.
Auch bei der rotgoldenen Art-déco-Uhr Reverso Tribute Duoface Large von Jaeger-LeCoultre ahnt man zunächst nichts von der Zusatzfunktion. Auf dem schiefergrauen Zifferblatt zeigt das Modell Stunden, Minuten und Sekunden an. Erst wenn man den Hauptteil des Gehäuses dreht, wobei die Uhr am Arm verbleiben kann, sieht man das zweite Gesicht: Das Zifferblatt der Rückseite informiert über eine zweite Zeitzone. Ein kleines Hilfszifferblatt mit einer 24-Stunden-Anzeige erlaubt es, zwischen Tag- und Nachtstunden zu unterscheiden.
Dezent realisiert auch die neue Leica L2 die zweite Zeitzone: Hier existiert überhaupt kein zweiter Stundenzeiger. Stattdessen bewegt man über die zweite Krone einen um das Zifferblatt verlaufenden 12-Stunden-Ring so lange, bis der normale Zeiger auf die zweite Zonenzeit weist. Eine unscheinbare Tag-Nacht-Anzeige bei der Vier korrespondiert mit der Skala und hilft zu erkennen, ob man zu Hause anrufen kann oder ob schon alles schläft.
Das schnörkellose Design und einige Details wie der markentypische rote Punkt auf der Krone und die Rändelung der Krone, die an das ISO-Einstellrad der Fotoapparat erinnert, verraten Kennern, dass der Luxuskamerahersteller Leica für die Uhr verantwortlich zeichnet.

Zeitzonenuhren für den Urlaub

Legerer als auf Geschäftsreise geht es meist im Urlaub zu. Das variiert natürlich mit dem Ziel: Für den Strand und die Strandbar darf es schon etwas auffällig Farbiges sein. Die Seamaster Planet Ocean 600m Big Blue von Omega mit ihrem blauen Keramikgehäuse und orangefarbenen Elementen wie der 24-Stunden-Skala für die zweite Zeitzone zieht beispielsweise alle Blicke auf sich.
Da sie zudem sämtliche Merkmale einer Taucheruhr erfüllt, kann man sie auf den Malediven sowohl unter als auch über Wasser tragen. Wer lieber nach London oder New York als in die Südsee fliegt, findet ebenfalls geeignete Uhren mit zweiter Zeitzone, die sich im Café oder im Museum nicht in den Vordergrund drängen. So baut Panerai mit der Luminor Due 3 Days GMT Power Reserve eine flache Version der sonst etwas martialischen Modelle mit Kampftauchertradition.
Zudem bietet dieses Modell eine besondere Darstellungsform der zweiten Zeit, die es für Aufenthalte in den USA prädestiniert. Denn im Gegensatz zu den Europäern nutzen die Amerikaner nicht das 24-Stunden-System, sondern die Abkürzungen a.m. (lateinisch „ante meridiem“, vor dem Mittag) und p.m. (lateinisch „post meridiem“, nach dem Mittag) für die genaue Angabe der Uhrzeit. Hier ändert sich die Bezeichnung also um 12 Uhr und nicht wie bei Tag-Nacht-Anzeigen um 6 und 18 Uhr. Entsprechend ergänzt Panerai den zweiten Stundenzeiger aus dem Zentrum um ein kleines Hilfszifferblatt, dessen linke Hälfte mit „pm“ und rechte mit „am“ gekennzeichnet ist. Der korrespondierende Zeiger umrundet das Hilfszifferblatt in 24 Stunden. Die Gestaltungsvielfalt bei Uhren mit zweiter Zeitzone ist bemerkenswert. Für jeden Anlass findet sich das passende Design. Und immer wieder überrascht eine Marke mit einer ganz neuen Darstellung der zusätzlichen Zeit, wie es Leica mit der drehbaren Skala gelingt. jk
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