A. Lange & Söhne Cabaret Tourbillon Honeygold: Rückkehr einer Ikone
Mit der neuen Cabaret Tourbillon Honeygold bringt A. Lange & Söhne eines seiner technisch und gestalterisch ungewöhnlichsten Modelle zurück auf den Markt. Die auf 50 Exemplare limitierte Neuheit kombiniert ein rechteckiges Gehäuse mit einem Form-Manufakturkaliber, einem Tourbillon mit Sekundenstopp und einem aufwendig gefertigten Zifferblatt aus Honiggold.
Die Cabaret nimmt innerhalb der Kollektion der Glashütter Manufaktur seit jeher eine Sonderrolle ein. Während viele Modelle von A. Lange & Söhne auf klassische runde Gehäuse setzen, verfolgt die 1997 eingeführte Cabaret konsequent eine rechteckige Architektur – nicht nur beim Gehäuse, sondern auch beim Werk. Die Cabaret Tourbillon von 2008 markierte darüber hinaus einen wichtigen technischen Meilenstein: Sie war die weltweit erste Armbanduhr mit einem Sekundenstopp für das Tourbillon. Mit der neuen Honeygold-Variante greift Lange diese Konstruktion erneut auf und verbindet sie mit einer deutlich stärker ausgearbeiteten Oberflächengestaltung.
Auf 50 Stück limitiert: Cabaret Tourbillon Honeygold von A. Lange & Söhne
A. Lange & SöhneHoniggold: Begehrt, limitiert und selten
Gehäuse und Zifferblatt bestehen vollständig aus dem von Lange patentierten Honiggold. Die exklusive Goldlegierung besitzt einen warmen Farbton, der zwischen Gelb- und Roségold angesiedelt ist. Zugleich zeichnet er sich durch eine etwas höhere Härte aus als klassische Goldlegierungen. Besonders gut harmoniert das Material mit dem schwarzrhodinierten Zifferblatt. Der mittelgraue Hintergrund, der an die Hausfarbe von A. Lange & Söhne erinnert, kontrastiert subtil mit den freigelegten Honiggoldflächen und erzeugt durch seinen Schliff eine fast räumliche Wirkung.
Was die Dimensionen angeht, misst die Cabaret Tourbillon Honeygold 29,5 x 39,2 mm bei einer Höhe von 10,3 mm. Damit bleibt das Gehäuse angesichts seiner komplexen Konstruktion noch relativ flach und betont die elegante Linienführung der Cabaret.
Das schwarzrhodinierte Zifferblatt harmoniert bestens mit dem Honiggold-Gehäuse.
A. Lange & SöhneReliefzifferblatt aus eigener Fertigung
Ein zentraler Aspekt der neuen Ausführung ist das Zifferblatt, das vollständig in der Manufaktur gefertigt wird. Es besteht aus drei Einzelteilen: dem Hauptzifferblatt sowie zwei Hilfszifferblättern: das für die kleine Sekunde befindet sich bei 8 Uhr, das für die Gangreserveanzeige direkt gegenüber bei 4 Uhr. Besonders aufwendig zu fertigen sind die erhaben gestalteten Elemente. Rahmen, Skalen und Schriftzüge werden direkt aus dem Material herausgearbeitet und ragen rund 0,15 mm hervor. Anschließend werden die Bauteile schwarzrhodiniert, bevor die Finisseure die Reliefstrukturen wieder vorsichtig freischleifen, sodass das Honiggold erneut sichtbar wird. Dadurch entsteht ein Effekt, der je nach Lichteinfall zwischen flacher Grafik und plastischer Struktur wechselt. Vor allem die scharf ausgearbeiteten Winkel und Kanten gelten laut Lange als besonders anspruchsvoll in der Fertigung. Ergänzt wird das Zifferblatt durch applizierte römische Ziffern, von denen die 3 und die 9 leider angeschnitten sind, was im Fall der letzteren leicht irritieren kann. Zu den Ziffern gesellen sich ebenfalls aufgesetzte diamantförmige Stundenindizes sowie das charakteristische Lange-Großdatum mit Doppelsteg bei 12 Uhr.
Tourbillon mit Sekundenstopp
Im unteren Bereich des Zifferblatts befindet sich die Aussparung für das Tourbillon, das, wie oben erwähnt, eine einzigartige Historie mit sich bringt. Bei klassischen Tourbillons ließ sich die Unruh lange Zeit nicht exakt anhalten, wodurch sekundengenaues Einstellen praktisch unmöglich war. A. Lange & Söhne löste dieses Problem 2008 mit dem Tourbillon-Sekundenstopp: Er ermöglicht es, das Tourbillon unabhängig von der Stellung des Käfigs zu stoppen.
Schwarzpolitur als Höhepunkt der Dekoration
Besonderes Augenmerk legt Lange auf die Finissierung der Tourbillonbrücke und des Käfigoberteils. Beide Komponenten sind mit einer aufwendigen Schwarzpolitur versehen. Bei dieser Technik werden die Oberflächen von Hand so lange über eine Zinnplatte geführt und poliert, bis sie je nach Blickwinkel entweder spiegelnd reflektieren oder tiefschwarz erscheinen. Die Bearbeitung gilt als eine der anspruchsvollsten Finissierungen der Haute Horlogerie. Hinzu kommen von Hand polierte Innenwinkel am Käfig, die ebenfalls erhebliche Erfahrung und Präzision erfordern.
Kaliber L042.1: rechteckiges Formwerk
Durch den Saphirglasboden zeigt sich das Handaufzugskaliber L042.1, A. Lange & Söhne hat es eigens für die Cabaret konstruiert: So erhielt das Modell ein für es passendes Werk. Das Kaliber misst 22,3 x 32,6 mm und besteht aus insgesamt 370 Komponenten, davon allein 84 Teile für das Tourbillon. Das Doppelfederhaus liefert eine Gangreserve von 120 Stunden. Die Unruh arbeitet mit einer Frequenz von 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Wie man es von den runden Lange-Kalibern kennt, basiert auch das L042.1 auf einer Dreiviertelplatine aus naturbelassenem Neusilber. Hinzu kommen typische Merkmale der Manufaktur wie verschraubte Goldchatons, gebläute Schrauben, handgravierte Kloben und ein Sonnenschliff auf dem Sperrrad.
Historische Bedeutung der Cabaret
Die ursprüngliche Cabaret wurde 1997 vorgestellt und gehörte zu den frühen Modellen nach der Wiedergründung der Marke. Sie stand von Beginn an für eine eigenständige Interpretation rechteckiger Uhren und wich bewusst von klassischen Dresswatch-Proportionen ab. Mit der Tourbillon-Version von 2008 verband Lange diese Form erstmals mit einer hochkomplexen Komplikation. Die neue Honeygold-Ausführung führt diese Linie fort und verlagert den Fokus zusätzlich auf Material und Oberflächenbearbeitung.
Limitierung und Präsentation
Die Cabaret Tourbillon Honeygold ist auf 50 Exemplarelimitiert. Präsentiert wurde sie erstmals im Rahmen des Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2026 am Comer See. Am Handgelenk trägt man die Uhr an einem dunkelbraunen handgenähten Alligatorlederband mit einer Dornschließe, die gleichfalls aus Honeygold besteht. Den Preis verrät A. Lange & Söhne nur ernsthaft Interessierten auf Anfrage; nach unseren Schätzungen dürfte er sich zwischen 250.000 und 300.000 Euro bewegen.