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Lesedauer 4 Min.

Die Tasche als Bühne für unglaubliche Feinmechanik: Audemars Piguet – 150 Heritage

Mit der Taschenuhr 150 Heritage feiert Audemars Piguet 150 Jahre uhrmacherischer Exzellenz und setzt zugleich ein Ausrufezeichen für ein Format, das in der Haute Horlogerie oft als nostalgische Randnotiz behandelt wird.
Audemars Piguet – 150 Heritage, Taschenuhr mit besonderer Komplikation

Audemars Piguet – 150 Heritage

© Audemars Piguet

Hier ist die Tasche nicht Rückschritt, sondern Freiraum: für ein ultrakompliziertes Werk, eine neu gedachte Bedienlogik und einen mechanischen Kosmos, der sich buchstäblich aufklappen lässt.

Audemars Piguet – 150 Heritage, Taschenuhr mit besonderer Komplikation

Audemars Piguet – 150 Heritage

© Audemars Piguet 

Ultrakomplikation mit neu konstruiertem Bedienkonzept

Im Zentrum arbeitet das neue Kaliber 1150, das die Kernarchitektur des 2023 vorgestellten Kalibers 1000 aufgreift, jedoch konsequent auf das Taschenuhr-Format umgebaut wurde: Handaufzug statt Rotor, neu entwickelte Aktivierungsmechanismen und eine Gesamtarchitektur, die Komplexität nicht nur addiert, sondern orchestriert. Das Uhrwerk vereint 1.099 Komponenten und 81 Rubine bei einer Werkhöhe von 8,9 Millimetern und einem Durchmesser von 34,3 Millimetern. Die Unruh schwingt mit 3 Hertz, die Gangreserve beläuft sich auf mindestens 60 Stunden. Audemars Piguet spricht von 47 Funktionen und 30 Komplikationen (je nach Zählweise können die Angaben variieren). Zu den uhrmacherischen Schwergewichten zählen Grande und Petite Sonnerie, Minutenrepetition samt Supersonnerie-Technologie, ein fliegendes Tourbillon, ein Flyback-Chronograph mit Schleppzeiger sowie ein semigregorianischer Ewiger Kalender mit Anzeigen für Tag, Großdatum, Monat, Jahr und Mond.

Drückerlogik statt Drückerwald

Gerade bei der Taschenuhr sind nicht nur die Funktionalität, sondern auch die Bedienbarkeit entscheidend. Audemars Piguet hat deshalb Position und Funktion der Bedienelemente mit 3D-Modellierung und physischen Tests neu gedacht, um taktile Sicherheit und intuitive Abläufe zu schaffen und zugleich eine versehentliche Aktivierung in der Tasche zu vermeiden. Der Drücker bei zwei Uhr übernimmt Start und Stopp des Chronographen, die Wahl des Schlagwerkmodus (Silence/Petite/Grande Sonnerie) und aktiviert die Minutenrepetition über eine neue Zugfunktion. Der Hauptkronendrücker bei drei Uhr dient dem Aufziehen, der bidirektionalen Datumskorrektur und der Zeiteinstellung. Zudem steuert er über einen patentierten Rückstellmechanismus den Schleppzeiger während der Messung. Der Drücker bei vier Uhr setzt den Flyback-Chronographen zurück und korrigiert den Monat vor- oder rückwärts. Ein weiterer Kunstgriff: Im geöffneten Zustand zeigt sich ein Supersonnerie-Resonanzboden aus Saphir, der die Akustik des Schlagwerks unterstützt und gleichzeitig einen tiefen Blick in die Architektur und Finissierung des Kalibers 1150 gewährt.

 

Audemars Piguet – 150 Heritage, Taschenuhr mit besonderer Komplikation

Audemars Piguet – 150 Heritage

© Audemars Piguet 

Kosmische Zyklen als 360°-Panorama

Die eigentliche Überraschung sitzt nicht auf dem klassisch gestalteten Zifferblatt, sondern im Gehäuseboden: Erstmals präsentiert die Manufaktur in dieser limitierten Edition einen mechanischen Lunisolar-Universalkalender, der unabhängig vom Kaliber arbeitet. Statt nur einem System zu folgen, übersetzt er die Vielfalt globaler Zeitrechnungen in eine Anzeige, die Sonnen-, Mond- und Lunisolarzyklen zusammenführt. Auf einem 360°-Panorama mit 18 Anzeigen erscheinen unter anderem Jahr, Schaltjahre, Monate, Wochen, Mondphasen sowie saisonale Markierungen wie Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen. Hinzu kommen neun kulturelle Feste aus unterschiedlichen Traditionen – darunter sonnenbasierte Fixpunkte wie Weihnachten und der Johannistag, mondbasierte Ereignisse wie der Ramadan-Beginn und lunisolare Bezugspunkte wie Diwali, Rosch ha-Schana, Pessach, Vesakh, Ostern und das chinesische Neujahr. Bedient wird dieser Mechanismus über ein bidirektionales Rädchen im Gehäuseboden: Durch Drehen lassen sich Kalenderzyklen sofort aktualisieren. Weil der Universalkalender autonom arbeitet, bleibt er, einmal korrekt eingestellt, bis 2099 synchron, unabhängig davon, ob die Taschenuhr aufgezogen ist oder nicht.

Platin als Leinwand

Weil Technik allein noch nicht genug ist, stellt die 150 Heritage zudem eine Hommage an die Métiers d’Art dar. Das Platingehäuse ist vollständig von Hand graviert,die Konzentration der Bedienelemente auf einen Teil der Gehäuseflanke schafft dabei bewusst freie Flächen für Gedenkmotive, Szenen aus der Markengeschichte, Porträts der Gründer und das Jubiläumslogo. Das Hauptzifferblatt aus 18 Karat Weißgold wird von blauer, durchscheinender Grand-Feu-Emaille geprägt, flankiert von handgravierten römischen Ziffern und fein gearbeiteten Sternspuren. Dazu setzen handgravierte Zeiger aus 18 Karat Roségold einen warmen Kontrast. Der Schleppzeiger aus 18 Karat Weißgold fügt sich tonal präzise in das Gesamtbild. Selbst das Zifferblatt des Universalkalenders auf der Rückseite greift die astronomische Leitidee mit gravierten Sternspuren und Emaillefüllungen auf.

 

Audemars Piguet – 150 Heritage, Taschenuhr mit besonderer Komplikation

Audemars Piguet – 150 Heritage

© Audemars Piguet

Monument mit Maß

Trotz aller Opulenz bleibt die Konstruktion präzise definiert: Die 150 Heritage besitzt ein 50-Millimeter-Gehäuse mit einer Höhe von 23,4 Millimetern, ausgestattet mit entspiegeltem Saphirglas und einer Wasserdichtheit bis drei Bar. Der Boden öffnet um 180° und macht die Uhr zu einem Objekt, das man nicht nur abliest, sondern bestaunt. Abgerundet wird das Ensemble durch eine handgefertigte Platinkette von etwa 40 Zentimetern Länge mit zwei Federringverschlüssen. Der Preis dieser beachtlichen Kreation kann bei der Maison erfragt werden.

 

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Taschenuhr Audemars Piguet

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