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Lesedauer 4 Min.

Ferdinand Berthoud zeigt den neuen FB 3SPC – schwarzes Titan und historische Chronometertechnik

Ferdinand Berthoud kleidet den preisgekrönten Chronomètre FB 3SPC erstmals in schwarzes keramisiertes Titan. Im Inneren bleibt das außergewöhnliche Handaufzugswerk mit zylindrischer Spiralfeder der technische Hauptdarsteller.
liegende Ferdinand Berthoud Chronomètre FB 3SPC.4-1
©  Ferdinand Berthoud

Bei den Geneva Watch Days zeigt Chronométrie Ferdinand Berthoud eine neue, moderne Interpretation des Chronomètre FB 3SPC. Die Referenz FB 3SPC.4-1 kombiniert ein mattes schwarzes Gehäuse aus keramisiertem Titan mit einem ebenfalls neuen schwarzen Textilband. Noch bemerkenswerter ist allerdings, was sich im Inneren befindet: ein aufwändig konstruiertes Regulierorgan mit zylindrischer Spiralfeder, dessen historische Wurzeln bis zu den Marinechronometern von Ferdinand und Louis Berthoud zurückreichen.

Der Chronomètre FB 3SPC wurde 2022 vorgestellt und 2023 beim Grand Prix d’Horlogerie de Genève mit dem Chronometrie-Preis ausgezeichnet. Seitdem hat Ferdinand Berthoud verschiedene Material- und Finishing-Varianten aufgelegt. Mit der neuen schwarzen Ausführung verändert die Manufaktur nun vor allem den Charakter der Uhr.

Erstmals schwarzes keramisiertes Titan und Kronenschutz

Das Gehäuse misst 42,3 Millimeter im Durchmesser und 9,43 Millimeter in der Höhe. Ein gewölbtes, beidseitig entspiegeltes Saphirglas schützt die Vorderseite, während der Saphirglasboden den Blick auf das Werk freigibt. Die Wasserdichtigkeit beträgt 30 Meter.

Front der Ferdinand Berthoud Chronomètre FB 3SPC.4-1

Der Chronomètre FB 3SPC.4-1 kombiniert keramisiertes Titan mit offen sichtbarer Mechanik und schwarzem Textilband.

©  Ferdinand Berthoud

Neu für die FB-3SPC-Kollektion ist außerdem ein Kronenschutz. Ebenfalls erstmals kombiniert Ferdinand Berthoud das Modell mit einem schwarzen Textilband. Beide Details lassen die Uhr technischer und sportlicher erscheinen als die bisherigen Ausführungen. Die eigentliche Besonderheit der Modellfamilie bleibt jedoch ihr Regulierorgan.

Zylindrische Spirale und 72 Stunden Gangreserve

In der Uhr sitzt das Handaufzugskaliber FB-SPC, das aus 230 Komponenten besteht und mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde beziehungsweise drei Hertz arbeitet. Seine Gangreserve beträgt 72 Stunden. Das Werk ist vom COSC als Chronometer zertifiziert und verfügt über eine kleine Sekunde bei sechs Uhr sowie eine Gangreserveanzeige bei zwei Uhr.

Während bei modernen mechanischen Armbanduhren überwiegend flache Spiralfedern zum Einsatz kommen, setzt Ferdinand Berthoud auf eine zylindrische Spirale. Das Konzept orientiert sich an historischen Marinechronometern von Ferdinand Berthoud und seinem Neffen Louis Berthoud. Für die Übertragung dieser Konstruktion auf eine Armbanduhr investierte die Manufaktur nach eigenen Angaben drei Jahre in Forschung und Entwicklung.

Rückseite der Ferdinand Berthoud Chronomètre FB 3SPC.4-1, Gehäuseboden

Die Rückseite gibt den Blick auf das aufwendig von Hand finissierte Uhrwerk frei.

©  Ferdinand Berthoud

Besonders aufwändig ist deren Fertigung. Jede der beiden Endkurven besitzt drei Biegungen, die von Hand ausgeführt werden. Dabei arbeitet der Uhrmacher mit Handwerkzeugen und einem Projektor mit 20-facher Vergrößerung. Ziel dieser Geometrie ist eine möglichst konzentrische Ausdehnung der Spirale und damit ein verbessertes Isochronismusverhalten. Die Präzision wird unabhängig vom COSC geprüft; der FB 3SPC trägt entsprechend die offizielle Chronometer-Zertifizierung.

117 von Hand ausgearbeitete Winkel

Nicht weniger Aufwand betreibt Ferdinand Berthoud bei der Finissierung des Werks. Seine Komponenten aus Neusilber werden mit acht unterschiedlichen Dekorationstechniken bearbeitet. Dazu gehören Anglieren, Schwarzpolitur, Kreisschliff, Polieren der Öffnungen für Rubine und Schrauben, Sandstrahlen, Satinieren sowie weitere traditionelle Oberflächenbearbeitungen.

Nahuafnahme, detail der Ferdinand Berthoud Chronomètre FB 3SPC.4-1, Zifferblatt

Schwarzes Titangehäuse und helle Werkbrücken sorgen beim neuen FB 3SPC.4-1 für starke Kontraste.

©  Ferdinand Berthoud

Besonders bemerkenswert ist die Anglage. Laut Manufaktur findet keine maschinelle Vorbearbeitung der Kanten statt. Die 45-Grad-Fasen werden zunächst mit einem Messer von Hand angelegt, anschließend gefeilt, geglättet und mit zunehmend feinerem Schleifpapier poliert. Für den abschließenden Glanz kommt Enzianholz aus der Umgebung der Manufaktur zum Einsatz.

Insgesamt weist das Werk 102 Außenwinkel und 15 Innenwinkel auf. Auch auf der Zifferblattseite spielt die Finissierung eine zentrale Rolle: Die sechs sichtbaren Brücken erhalten nach der Anglage eine vertikale Satinierung. Dabei müssen die Linien über alle sechs Bauteile hinweg gleichmäßig ausgerichtet werden.

Gerade dieser Kontrast macht den Chronomètre FB 3SPC.4-1 interessant: Außen präsentiert er sich mit schwarzem keramisiertem Titan ungewöhnlich reduziert und zeitgemäß, während im Inneren eine Konstruktion arbeitet, deren technisches Prinzip tief in der Geschichte der Präzisionszeitmessung verwurzelt ist.

Der Ferdinand Berthoud Chronomètre FB 3SPC.4-1 wird anlässlich der Geneva Watch Days 2026 vorgestellt. Einen Preis sowie Angaben zu einer möglichen Limitierung nennt Ferdinand Berthoud in den vorliegenden Informationen nicht. 

Haute Horlogerie Ferdinand Berthoud Chronometer Luxusuhren

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