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Lesedauer 13 Min.

WatchTime Düsseldorf 2026: Diese Marken sollten Sie nicht verpassen! (Teil 3)

Von traditionsreichen Marken wie Vulcain, Favre Leuba und Lip über junge unabhängige Hersteller bis zum japanischen Werkeproduzenten Miyota: Im dritten Teil unserer großen Vorschau stellen wir zehn weitere Aussteller der WatchTime Düsseldorf 2026 und ihre wichtigsten Neuheiten vor.
Christopher Ward: C63 Sealander True GMT

Christopher Ward: C63 Sealander True GMT

© Christopher Ward

Die WatchTime Düsseldorf lebt von ihrer Vielfalt: Neben bekannten Schweizer und deutschen Namen präsentieren sich junge Microbrands, wiederbelebte Traditionsmarken und Spezialisten, die sonst eher im Hintergrund der Uhrenindustrie arbeiten. Diese Mischung prägt auch den 3. Teil unserer großen Vorschau. Diesmal reicht das Spektrum von Ball, Lip, Favre Leuba und Vulcain mit ihrer langen Geschichte über Christopher Ward, Jean Marcel, Lebois & Co. und Atlantic bis zur Münchner Microbrand Rosenbusch. Mit Miyota ist außerdem einer der weltweit bedeutenden Hersteller mechanischer und quarzgesteuerter Uhrwerke vertreten. Die genannten Marken vereinen Einflüsse aus so unterschiedlichen Uhrenländern wie der Schweiz, Deutschland, Japan, Frankreich, England und den USA. Im Folgenden zeigen wir, was die verschiedenen Aussteller auszeichnet, welche Modelle und Neuheiten sie nach Düsseldorf mitbringen und was Besucher an ihren Ständen erwartet.

Tickets für die WatchTime Düsseldorf 2026 gibt es hier.

#1: Christopher Ward – Vom Online-Pionier zum hauseigenen Kaliber

Christopher Ward: C1 Loco Classic

Christopher Ward: C1 Loco Classic

© Christopher Ward

Die Geschichte von Christopher Ward begann 2004 bei einer Bootsfahrt auf der Themse. Dort entwickelten die Freunde Mike France, Peter Ellis und Chris Ward die Idee einer Uhrenmarke, die hochwertige mechanische Uhren ohne klassischen Einzelhandel direkt über das Internet verkauft. Der Name fiel auf Ward, weil er den Gründern besonders britisch erschien. 2005 kam die erste Uhr auf den Markt. Bis heute bildet der Direktvertrieb die Basis des Geschäftsmodells. 

Der Namensgeber Chris Ward verließ das Unternehmen 2020, während Mike France als CEO und Mitgründer die Entwicklung der Marke bis heute maßgeblich prägt. Auch Mitgründer Peter Ellis ist weiterhin eng mit Christopher Ward verbunden; beide stehen traditionell im direkten Austausch mit der Kundschaft.  Aus dem einstigen Online-Start-up ist inzwischen eine britisch-schweizerische Uhrenmarke mit beträchtlicher technischer Kompetenz geworden. 2014 entstand mit dem SH21 das erste eigene Kaliber, später folgten Modelle wie die Bel Canto mit Stundenschlag. 

Mike France von Christopher Ward

Mike France von Christopher Ward

© Christopher Ward

Den Einstieg bilden unter anderem die Automatikmodelle der Linie Sealander wie die C63 Sealander True GMT. Viele Modelle der Kernkollektion bewegen sich preislich zwischen 1.000 und 1.600 Euro, während technisch aufwendigere Atelier-Modelle deutlich darüber liegen.

Auf der WatchTime Düsseldorf lässt sich erstmals in Deutschland die gesamte Kollektion aus nächster Nähe erleben. Zu den Höhepunkten zählt die neue, für den GPHG 2026 nominierte C1 Loco Classic. Sie ist nach der C12 Loco die zweite Uhr mit dem hauseigenen Handaufzugskaliber CW-003, das 144 Stunden Gangreserve bietet und seine freischwingende Unruh samt Hemmung prominent auf der Zifferblattseite präsentiert. Die offizielle Markteinführung ist für den 15. Oktober 2026 vorgesehen – Düsseldorf gehört damit zu den ersten Gelegenheiten, die Neuheit live zu sehen.

#2: Jean Marcel – Flache Uhren mit eigenem Dreh

Jean Marcel: Maris Ti500 Chronograph Desert Beach in Titan mit Kautschukband

Jean Marcel: Maris Ti500 Chronograph Desert Beach in Titan mit Kautschukband

© Jean Marcel

Jean Marcel verbindet deutsche Gestaltung mit Schweizer Uhrmacherei. Die Wurzeln reichen bis zur Pforzheimer Firma Gengenbach der 1920er-Jahre zurück; 1981 gründete Jürgen Kuhn die Uhrenmarke Jean Marcel. Seit Anfang 2024 führt sein Sohn Marcel Kuhn das Familienunternehmen als Eigentümer weiter. Entwicklung, Konstruktion, Design und Service befinden sich im baden-württembergischen Birkenfeld, während die Uhren an verschiedenen Standorten in der Schweiz gefertigt werden. 

Zwei Themen ziehen sich besonders deutlich durch die Kollektion: ungewöhnliche Datums- und Wochentagsanzeigen und besonders flache Gehäuse. Letztere gehören seit Jahrzehnten zu den Spezialitäten der Marke. Ein aktuelles Beispiel ist die 2024 auf der WatchTime Düsseldorf vorgestellte Stealth: Ihre Automatikausführung misst trotz Datum lediglich 7,4 mm in der Höhe. Im Inneren arbeitet ein Eta 2892-A2; statt eines klassischen Datumsfensters zeigt ein farbig markierter Punkt auf einer umlaufenden Skala den aktuellen Tag an. Hinzu kommt das typische „Mystery“-Logo im Saphirglas, das erst beim Anhauchen sichtbar wird. 

Wer eine robustere Uhr sucht, findet mit der Maris Ti500 einen deutlichen Gegenpol. Das gehärtete Titangehäuse, Keramiklünette, 500 Meter Wasserdichtigkeit und aus Leuchtmasse gegossene Indizes machen sie zur ausgesprochen funktionalen Sportuhr. Jean Marcel empfiehlt die Automatik- beziehungsweise Day-Date-Version selbst als vielseitigen Einstieg in die Kollektion. 

Auf der WatchTime Düsseldorf 2026 richtet sich der Blick jedoch wieder auf das Thema Ultraflach: Als besonderes Highlight wird es ein neues, limitiertes Sondermodell der Stealth geben, über das die Marke und ihr Kooperationspartner bis zum Start der Show Stillschweigen bewahren. Zudem kann man den ebenfalls neuen Taucherchronographen Maris Ti500 Desert Beach erleben, darüber hinaus gibt es neue Bänder für die nur 5,5 mm hohe Stealth réduit. Preislich reicht das aktuelle Angebot von Quarzuhren ab rund 350 Euro bis zu mechanischen Chronographen oberhalb von 3.000 Euro.

#3: Ball – Präzision mit Eisenbahntradition

Ball: Trainmaster Standard Time NM3288D-S9J-WH

Ball: Trainmaster Standard Time

© Ball Watch

Die Geschichte von Ball Watch ist eng mit der amerikanischen Eisenbahn verbunden. Ausgangspunkt war ein schweres Zugunglück 1891 in Kipton, Ohio, nach dem der Uhrmacher Webb C. Ball mit der Verbesserung der Zeitkontrolle im Bahnverkehr beauftragt wurde. Er entwickelte verbindliche Standards für die Präzision und regelmäßige Prüfung der von Eisenbahnern verwendeten Uhren. Aus diesem System entstand der Ruf von Ball als Spezialist für besonders zuverlässige Zeitmesser – eine Tradition, auf die sich die heute in La Chaux-de-Fonds ansässige Schweizer Marke weiterhin beruft. 

Bis heute tragen die Uhren die Buchstaben RR für „RailRoad“. Typisch für Ball sind außerdem selbstleuchtende Mikrogasröhrchen mit H3-Gas, die ohne vorherige Lichtaufladung eine dauerhafte Ablesbarkeit bei Dunkelheit ermöglichen. Hinzu kommen je nach Modell Lösungen für erhöhte Stoßfestigkeit und Magnetfeldschutz.  Als guten Einstieg in die Marke empfiehlt sich die Engineer III Marvelight Chronometer Meteorite: Sie kombiniert ein individuelles Meteoritzifferblatt mit COSC-zertifiziertem Automatikwerk, 904L-Edelstahl, Stoßschutz und Magnetfeldabschirmung. 

Kevin Kouch, Executive Director der Ball Watch Company

Kevin Kouch, Executive Director der Ball Watch Company

© Ball Watch

Technisch besonders ambitioniert ist die Roadmaster M Model A, eines der Highlights auf der WatchTime Düsseldorf. Ihr Manufakturkaliber RRM7379 verbindet eine Traveller-GMT mit einem mechanischen Wecker. Die Alarmzeit lässt sich in Fünf-Minuten-Schritten einstellen; Hammer und ringförmiger Gong erzeugen bei voller Spannung rund 18 Sekunden lang einen deutlich hörbaren Ton.

Die von uns abgebildete neue Trainmaster Standard Time schlägt dagegen bewusst die Brücke zur Frühzeit der Marke. Die Uhr, die Ball anlässlich seines 135-jährigen Bestehens präsentiert, zeichnet sich durch ein weißes Emaillezifferblatt mit großen arabischen Ziffern und gebläuten Zeigern aus. Beides erinnert an amerikanische Eisenbahn-Taschenuhren des 19. Jahrhunderts. Dennoch steckt moderne Technik im 40 mm großen Stahlgehäuse: Das Automatikkaliber Ball RR1101 bietet 42 Stunden Gangreserve, die Uhr ist bis 5.000 g stoßfest und besitzt 15 Mikrogasröhrchen für die Nachtablesbarkeit. Mit Stahlband oder Krokodillederband kostet die Trainmaster Standard Time 1.560 Schweizer Franken.

#4: Lip – Französische Uhrengeschichte seit 1867

Lip: Himalaya Automatic Sablier 40 mm Ref. 671735

Lip: Himalaya Automatic Sablier 40 mm 

© Lip

Lip gehört in Frankreich zu den bekanntesten Uhrenmarken überhaupt und ist die älteste noch aktive französische Uhrenmarke. Ihre Geschichte begann 1867, als Emmanuel Lipmann in Besançon ein kleines Uhrmacheratelier gründete. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Modelle, die heute zum französischen Design- und Industrieerbe zählen. Dazu gehört die rechteckige T18, von der 1948 ein Exemplar Winston Churchill überreicht wurde, ebenso wie die 1975 von Roger Tallon entworfene, bewusst avantgardistische Mach 2000. Seit 2014 ist Lip wieder fest in Besançon verwurzelt, wo die Uhren heute entwickelt und gefertigt werden. 

Ein weiterer traditionsreicher Name der Marke ist Himalaya. Lip verbindet die Linie mit der französischen Annapurna-Expedition von Maurice Herzog und Louis Lachenal im Jahr 1950. Die hier gezeigte neue Himalaya Automatique Sablier 40 mm interpretiert das Thema deutlich zeitgemäßer: Ein sanduhrförmiger Ausschnitt im mattgrünen Zifferblatt gibt den Blick auf das Automatikkaliber Miyota 8N24 frei. Das Werk, das 42 Stunden Gangreserve bietet, schalt Lip in ein 40 mm großes Edelstahlgehäuse mit entspiegeltem Saphirglas und Sichtboden ein. Der Preis beträgt 449 Euro.  

Pierre-Alain Bérard, CEO von Lip

Pierre-Alain Bérard, CEO von Lip

© Lip

Dass Lip nicht nur von historischen Entwürfen lebt, zeigt auch die Mythic, die zu den Highlights auf der WatchTime Düsseldorf gehört. Das 2003 erstmals vorgestellte Modell verzichtet auf klassische Zeiger: Stunden, Minuten und Sekunden werden über drei unterschiedlich große rotierende Scheiben angezeigt und entlang einer feststehenden Linie abgelesen. Die aktuelle automatische Ausführung kostet 499 Euro.

Lip nimmt erstmals an der WatchTime Düsseldorf teil und bringt neben ihren historischen Kernmodellen auch die aktuellen September-Neuheiten mit. Preislich reicht das aktuelle Programm von ca. 190 Euro für Quarzmodelle bis rund 1.200 Euro für aufwendigere mechanische Uhren; damit bleibt Lip seiner historischen Idee treu, eigenständiges französisches Uhrendesign vergleichsweise zugänglich anzubieten.

#5: Rosenbusch – Münchner Microbrand mit einer Vorliebe fürs Sechseck

Rosenbusch: Kollektion Copper Sun

Rosenbusch: Kollektion Copper Sun

© Rosenbusch

Rosenbusch ist eine junge unabhängige Uhrenmarke aus München, gegründet von den drei Freunden Eli, Jonas und Nick. Ihren Anfang nahm die Idee in Münchner Biergärten, wo die drei regelmäßig über ihre gemeinsame Leidenschaft für mechanische Uhren diskutierten. 2020 begann die Entwicklung der ersten Kollektion, 2023 wurde The Quest per Kickstarter lanciert. Auf der WatchTime Düsseldorf 2024 präsentierte Rosenbusch das Modell erstmals einem größeren Publikum; Mitte desselben Jahres starteten die Auslieferungen. 

Gestalterisch setzt Rosenbusch auf klare Proportionen und eine moderne, von Architektur beeinflusste Formensprache. Historische Vorbilder sollen dabei nicht kopiert, sondern eigenständige Entwürfe geschaffen werden. Die Quest interpretiert die integrierte Sportuhr der 1970er-Jahre mit einer sechseckigen Grundform neu und wird vom Automatikkaliber Sellita SW200 angetrieben. Gefertigt und montiert werden die Uhren in Deutschland, während unter anderem Schweizer Werke zum Einsatz kommen.

Die Horizon stellte Rosenbusch 2025 als zweite eigenständige Modellfamilie vor. Ihr 39,5 mm großes, weich geschwungenes Gehäuse ist am Rand nur 8,1 und in der Mitte 9,8 mm hoch. Damit positioniert sich die Horizon in einem interessanten Spannungsfeld zwischen Dress- und Sportuhr. Vier unterschiedlich gestaltete Zifferblätter – Black Pearl, Canvas White, Copper Sun und Urban Blue – geben den Varianten jeweils einen eigenen Charakter. Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber Sellita SW210 Elaboré mit 45 Stunden Gangreserve und einer Regulierung auf ±7 Sekunden pro Tag. Preislich liegt sie bei 1.250 Euro, während die Quest RB200 aktuell 1.050 Euro kostet.

#6: Atlantic – Tradition und neue Werkekompetenz

Atlantic: Worldmaster Prestige ATL-4 Ref. 529574121

Atlantic: Worldmaster Prestige ATL-4

© Atlantic

Atlantic gehört zu den traditionsreichen unabhängigen Schweizer Uhrenmarken. Gegründet wurde das Unternehmen 1888 von Eduard Kummer in Bettlach; seit 1932 tragen Uhren den Namen Atlantic. Zum wichtigsten Modellnamen entwickelte sich die Worldmaster, deren Geschichte bis 1955 zurückreicht. Sie steht bis heute exemplarisch für den Anspruch der Marke, klassische Schweizer Mechanik zu vergleichsweise zugänglichen Preisen anzubieten. Seit September 2026 führt Philipp Rüfli Atlantic als Managing Director in der Nachfolge des langjährigen Geschäftsführers Fredi Bickel. 

Im Mittelpunkt des diesjährigen Messeauftritts steht die neue Worldmaster Prestige ATL-4 Limited Edition. Sie ist auf 188 Exemplare limitiert und mit dem vierten Kaliber der noch jungen ATL-Werkefamilie ausgestattet. Das Handaufzugskaliber ATL-4 basiert auf der bewährten Eta-Kaliberfamilie Unitas 6497/98, wurde von Atlantic jedoch nach eigenen Vorgaben überarbeitet, u. a. wurde die Unruhbrücke neu gestaltet. Jedes Werk wird individuell nach den Vorgaben der Marke reguliert. Auch gestalterisch rückt Atlantic die Mechanik in den Mittelpunkt. Zwei Öffnungen im silberfarbenen, mit Genfer Streifen dekorierten Zifferblatt geben den Blick auf Teile des Werks frei; zusätzlich lässt sich das ATL-4 durch den Saphirglasboden betrachten. Das das Werk umgebende 42-mm-Edelstahlgehäuse ist hochglanzpoliert und bis 50 Meter wasserdicht. Zur Uhr gehören sowohl ein integriertes Stahlband als auch ein schwarzes Lederband mit Schnellwechselsystem. Der Preis beträgt 2.595 Schweizer Franken.

Philipp Rüfli ist der neue Managing Director von Atlantic.

Philipp Rüfli ist der neue Managing Director von Atlantic.

© Atlantic

Auf der WatchTime Düsseldorf steht die Worldmaster Prestige ATL-4 bei Atlantic im Fokus; ergänztt wird sie u. a. durch die ebenfalls auf 188 Stück limitierte Worldmaster Hybrid, die ein Sellita-Automatikkaliber und ein separates Eta-Quarzwerk mit zwei eigenständigen Anzeigen in einer Uhr kombiniert. 

#7: Vulcain – Hörbare Mechanik

Vulcain: Cricket Titan Front

Vulcain: Cricket Titan

© Vulcain

Vulcain gehört zu den traditionsreichen Schweizer Uhrenmarken. Ihre Geschichte beginnt 1858 mit der Manufacture Ditisheim in La Chaux-de-Fonds; seit 1898 firmierte das Unternehmen als Fabrique Vulcain. Heute sitzt die Manufaktur in Le Locle. Den entscheidenden Platz in der Uhrengeschichte sicherte sich Vulcain jedoch 1947 mit der Cricket, einem mechanischen Armbandwecker, dessen ungewöhnlich kräftiger Ton zum Markenzeichen der Marke wurde. 

Die Cricket war zwar nicht die erste Armbanduhr mit Weckfunktion überhaupt – Eterna hatte bereits 1914 ein entsprechendes Modell gebaut –, setzte sich technisch aber deutlich davon ab. Nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit präsentierte Vulcain das Handaufzugskaliber 120 mit zwei getrennten Federhäusern: eines für das Gehwerk, eines ausschließlich für den Alarm. Ein Hammer versetzte einen als Resonanzkörper ausgelegten Boden in Schwingung und erzeugte so einen kräftigen, an das Zirpen einer Grille erinnernden Ton. Die Konstruktion machte den mechanischen Wecker am Handgelenk erstmals wirklich alltagstauglich.  Berühmt wurde die Cricket zudem durch amerikanische Präsidenten wie Harry S. Truman, Dwight D. Eisenhower, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon – daher ihr bis heute gebräuchlicher Beiname „The Presidents’ Watch“. 

2026 führt Vulcain dieses Prinzip mit der neuen Cricket Titan technisch weiter. Ihr 39 mm großes Gehäuse, die Lünette und sogar das Zifferblatt bestehen aus Grade-5-Titan. Entscheidender ist jedoch das neue Handaufzugskaliber V14: Bei dem Werk mit 52 Stunden Gangreserve und zwei getrennte Federhäusern sind Grundplatine und Brücken ebenfalls aus Titan gefertigt. Der Alarm ist rund 20 Sekunden lang hörbar. Titan dient dabei nicht nur der Gewichtsersparnis. Vulcain hat auch Amboss und weitere Elemente des Weckmechanismus auf die akustischen Eigenschaften des Materials abgestimmt. Dadurch soll der typische Cricket-Ton feiner und nuancierter ausfallen, ohne seinen charakteristischen Klang zu verlieren. Die Cricket Titan ist auf 100 Exemplare limitiert und kostet in Deutschland 6.760 Euro. Auf der WatchTime Düsseldorf wird sie eines der Highlights auf dem Vucain-Stand sein.

#8: Lebois & Co – Historie als Ausgangspunkt

Tom van Wijlick, CEO von LeBois&Co.

Tom van Wijlick, CEO von LeBois & Co.

© LeBois & Co.

Hinter Lebois & Co steht heute der Niederländer Tom van Wijlick, der die 1934 von Raymond Dodane gegründete französische Marke gemeinsam mit seiner Frau Eveline 2014 wiederbelebte. Wie die Schwestermarke Airain gehört Lebois & Co. heute zu seiner Unternehmensgruppe CDMLEC. Lebois selbst blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: 1940 wurden beispielsweise Chronographen der Marke von Caproni an schwedische Luftwaffenpiloten verschenkt, die in Italien neue Ca.313-Aufklärungsflugzeuge abholten. 1972 endete die ursprüngliche Produktion. 

Für Van Wijlick dienen originale Lebois-Uhren als Ausgangspunkt für neue Entwürfe. Die heutige Heritage-Kollektion umfasst unterschiedliche Zifferblattarchitekturen wie Baton, Numeral, Sector, Script und Linéaire; hinzu kommt die stärker handwerklich ausgerichtete Atelier-Linie. Dort arbeitet Lebois unter anderem mit Spezialisten wie Donzé Cadrans für Grand-Feu-Emaille und GT Cadrans für aufwendige Guillochierungen zusammen. 

Einen aktuellen Einstieg in diese Welt bietet die Heritage Small Seconds. Ihr 37,8 mm großes Stahlgehäuse nimmt Anleihen bei Lebois-Modellen der 1930er- bis 1950er-Jahre. Im Inneren arbeitet das Automatikkaliber LC-350, das auf dem Sellita SW300 basiert, 56 Stunden Gangreserve bietet und als Chronometer von der COSC zertifiziert ist. Die Varianten Baton, Numeral und Script kosten jeweils 2.500 Euro. 

Für die WatchTime Düsseldorf verspricht Lebois diesmal mehr als einen Rückblick auf Bekanntes. Der Stand soll als „La Maison Lebois“ gestaltet werden, an dem man die Geschichte sowie die aktuellen Uhren der Marke entdecken und ihre Handwerkskünstler erleben kann. Vor allem aber kündigt van Wijlick mehrere Neuheiten an, die in Düsseldorf erstmals öffentlich zu sehen sein werden. Welche Modelle genau das sind, bleibt bis zum Start der Show ein Geheimnis.

#9: Favre Leuba – Historische Vorbilder neu interpretiert

Favre Leuba: Harpoon

Favre Leuba: Harpoon

© Favre Leuba

Mit Wurzeln bis ins Jahr 1737 gehört Favre Leuba zu den traditionsreichsten Namen der Schweizer Uhrenindustrie. Nach wechselvollen Jahrzehnten wurde die Marke 2024 unter CEO Patrik Hoffmann, dem früheren Chef von Ulysse Nardin, umfassend neu aufgestellt. Seither greift Favre Leuba gezielt historische Modelle auf und übersetzt deren charakteristische Gestaltung in zeitgemäße Uhren. 

Ein Beispiel dafür war bereits die Deep Raider Revival von 2024. Sie geht auf die Deep Blue von 1964 zurück und übernimmt deren 39-mm-Proportionen, das graue Sonnenschliffzifferblatt und charakteristische Details wie das runde Datumsfenster bei 4:30 Uhr. Technisch ist sie dagegen vollkommen in der Gegenwart angekommen: Das Kaliber FLD01 basiert auf dem La Joux-Perret G100, bietet zeitgemäße 68 Stunden Gangreserve und sitzt in einem bis 300 Meter wasserdichten Gehäuse.  

Nach demselben Prinzip entstand 2026 die Harpoon Revival. Ihr historisches Vorbild kam 1966 auf den Markt; zum 60. Geburtstag kehrt die Uhr nun mit nahezu identischen Proportionen zurück. Das polierte Stahlgehäuse misst kompakte 36,8 mm und nur 10 mm in der Höhe. Auch das graue Zifferblatt, die ungewöhnlich horizontal ausgerichteten Indizes bei 12, 6 und 9 Uhr sowie der Schriftzug „Harpoon“ orientieren sich eng am Original. Im Inneren arbeitet das Automatikkaliber FLD04 auf Basis des La Joux-Perret G100 mit 68 Stunden Gangreserve. Der Preis beträgt 1.800 Schweizer Franken.

Neben der Harpoon zählt in Düsseldorf die neue 1737 Triple Calendar zu den wichtigsten Neuheiten. Sie verbindet Tages-, Datums- und Monatsanzeige mit einer Mondphase und zeigt damit eine klassischere Seite der Marke. Für Besucher ergibt sich so ein guter Überblick über die aktuelle Strategie von Favre Leuba: historische Modelle wie Deep Raider und Harpoon stehen neben neuen Interpretationen traditioneller Komplikationen. 

#10: Miyota – Japanische Werke für die ganze Uhrenwelt

Miyota-Kaliber 9015

Beliebt bei unabhängigen Uhrenmarken: Miyota-Automatikkaliber 9015 mit Stunden, MInuten, Zentralsekunde und Datum

© Miyota

Bei Miyota steht nicht die fertige Uhr, sondern ihr mechanisches Herz im Mittelpunkt. Der zur Citizen-Gruppe gehörende japanische Werkehersteller zählt zu den weltweit bedeutendsten Lieferanten von Quarz- und Mechanikkalibern. Seine Wurzeln reichen bis 1959 zurück, als Citizen in der Stadt Miyota in der Präfektur Nagano eine Werkeproduktion errichtete; die Marke Miyota selbst wurde 1980 eingeführt. Bereits 1981 folgte das Quarzkaliber 2035, dessen enorme Produktionszahlen später sogar Eingang ins Guinness-Buch der Rekorde fanden. 

Auch bei mechanischen Werken hat Miyota über Jahrzehnte Standards gesetzt. Die robuste 82er-Serie entwickelte sich zu einem der weltweit am weitesten verbreiteten Automatikwerke, während die ab 2009 eingeführte 90er-Serie mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und flacheren Konstruktionen eine höher positionierte Alternative bietet. Modelle wie das 9015 sind heute gerade bei unabhängigen Marken und Microbrands, wie man sie auch auf der WatchTime Düsseldorf findet, weit verbreitet. Das liegt zum einen am ausdifferenzierten Angebot: Dieses reicht inzwischen von einfachen Dreizeigerwerken über Open-Heart- und Kalenderkaliber bis zu kompakten Automatikwerken und GMT-Konstruktionen. Zum anderen eignen sich die Werke dank ihrer moderaten Preise dazu, sie in vergleichsweise günstige Uhren einzuschalen. 

Eine der größten Stärken des Werkeherstellers liegt in der hohen Fertigungstiefe. Miyota produziert nahezu sämtliche Komponenten seiner Werke in Japan – von Platinen, Rädern und Federhäusern bis zu Ankern, Spiralen und Schrauben – und entwickelt sogar einen Teil der dafür benötigten Produktionsanlagen selbst. Neben automatisierten Montagelinien finden sich auch manuelle Arbeitsschritte, etwa bei der Herstellung Unruh. 

Auf der WatchTime Düsseldorf zeigt Miyota unter anderem Bauteile, die normalerweise im Inneren der Uhr verborgen bleiben. Im Zentrum steht das Kaliber 9075, ein 2021 eingeführtes Automatikkaliber mit echter Traveller-GMT-Funktion: Der lokale Stundenzeiger lässt sich unabhängig verstellen, während der GMT-Zeiger die Heimatzeit weiterführt – eine wichtige Komplikation, die früher teuren Manufakturuhren vorbehalten blieb. 

WatchTime Düsseldorf 2026: Hier geht's zum Ticketshop!

Deutsche Uhrenhersteller Jean Marcel Ball Watch Favre-Leuba Atlantic Schweizer Uhren Vulcain

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