Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Tambour Convergence Mirror Steel: Louis Vuittons Guichet in Stahl

Erstmals Stahl für Louis Vuittons Guichet-Uhr: Die Tambour Convergence Mirror Steel verbindet eine patentierte Härtung samt Hochglanzpolitur.
Louis Vuitton Tambour Convergence Mirror Steel in Stahl

Louis Vuitton Tambour Convergence Mirror Steel in Stahl

© Louis Vuitton

Ein Jahr nach ihrer Einführung erhält die Tambour Convergence ihr erstes Stahlgehäuse. Bisher gab es Louis Vuittons Guichet-Uhr nur in Roségold und Platin. Die neue Referenz W9ST11 kommt in einem gehärteten Edelstahl, der vollständig spiegelpoliert ist. Laut Louis Vuitton erreicht die Oberfläche 1130 Vickers und ist damit nahezu sechsmal härter als unbehandelter Stahl. 

Guichet statt Zeiger 

Zur Einordnung: Die Tambour Convergence kam 2025 als erste Guichet-Uhr auf den Markt, die vollständig in der La Fabrique du Temps Louis Vuitton entwickelt wurde. Statt Zeigern zeigen zwei rotierende Scheiben Stunden und Minuten. Sie erscheinen in einem bogenförmigen Fenster mit gewellter Kontur. Abgelesen wird an einer skulptierten Raute zwischen den beiden Scheiben. Die Anzeige ist schleppend, nicht springend: Die Scheiben drehen sich kontinuierlich. Darin unterscheidet sich die Convergence von klassischen Guichet-Uhren wie der Cartier Tank à Guichets von 1928, die mit springender Stunde arbeitete. Präzises Minutenablesen verlangt bei Louis Vuittons Lösung etwas mehr Aufmerksamkeit. Dafür entfällt der mechanische Aufwand einer Sprungschaltung. Die drei bisherigen Modelle setzten auf dekoratives Handwerk: eine vollständig polierte Roségold-Version, eine Platinausführung mit Schneefassung aus Diamanten und eine Roségold-Variante mit äußerer Guillochierung. Die Mirror Steel verlagert den Schwerpunkt vom Dekor auf das Material.

Louis Vuitton Tambour Convergence Mirror Steel in Stahl

Louis Vuitton Tambour Convergence Mirror Steel in Stahl

© Louis Vuitton

Härte als Argument 

Kern der Neuheit ist eine patentierte Behandlung, die die Oberflächenhärte des Stahls auf 1130 Vickers anhebt. Zum Vergleich: Herkömmlicher austenitischer Uhrenstahl liegt bei rund 200 Vickers. Louis Vuitton verwendet dafür eine Stahlsorte in Implantatqualität mit sehr geringem Anteil an Verunreinigungen. Die genaue Legierung nennt die Marke nicht. Interessant ist die Kombination aus Härtung und Politur. Oberflächengehärtete Stahlgehäuse, wie etwa bei Sinn mit der Tegimentierung, sind meist satiniert oder gestrahlt. Bei Louis Vuitton dient die Härtung dagegen dazu, eine Hochglanzpolitur zu erhalten. Polierte Flächen zeigen in der Regel jeden Kratzer zuerst. Die hohe Reinheit des Materials ist dabei mehr als ein Marketingdetail: Je weniger Einschlüsse ein Stahl enthält, desto weniger Mikroporen bleiben nach dem Polieren sichtbar und desto tiefer wirkt der Glanz. 

Louis Vuitton Tambour Convergence Mirror Steel in Stahl

Louis Vuitton Tambour Convergence Mirror Steel in Stahl

© Louis Vuitton

Polieren am Limit 

Der harte Werkstoff hat Folgen für die Fertigung. In der hauseigenen Gehäusemanufaktur La Fabrique des Boîtiers dauert die Finissierung eines Mirror-Steel-Gehäuses bis zu dreimal so lange wie beim Roségold-Modell. Das ist eine bemerkenswerte Umkehrung, denn sonst gilt Gold als das anspruchsvollere Material. Hier ist es der weiche, leicht zu bearbeitende Werkstoff. Gehäuse, Bandanstöße und Krone sind poliert. Matte Kontraste setzen Sandstrahlungen an den Innenseiten der ausgehöhlten Anstöße sowie entlang der Bögen und Kreise, die das Anzeigefenster einfassen. Die Scheiben bestehen aus handsatiniertem, galvanisch rhodiniertem Messing mit schwarz aufgedruckten Ziffern und Indizes. 

Mit 37 Millimetern Durchmesser und 8 Millimetern Höhe bleibt die Uhr kompakt. Die gewölbten Flächen und gerundeten Kanten passen zum Anspruch einer Alltagsuhr, die Wasserdichtigkeit von 30 Metern sind dafür etwas knapp bemessen. 

Das Kaliber LFT MA01.01 Im Inneren arbeitet das Automatikkaliber LFT MA01.01. Es ist das erste reine Zeitkaliber mit automatischem Aufzug, das La Fabrique du Temps komplett selbst konstruiert und fertigt. Das Werk schwingt mit 4 Hertz (28.800 A/h). Die Unruh ist frei schwingend und wird über Gewichtsschrauben reguliert statt über einen Rücker. Diese Bauweise gilt als stoßunempfindlicher und langzeitstabiler. Die Schwungmasse ist aus 18-karätigem Roségold und durch den Saphirglasboden sichtbar. Die Gangreserve von 45 Stunden ist solide, aber nicht unbedingt großzügig. 

Die Tambour Convergence Mirror Steel ist kein Einstiegsmodell in Stahl, sondern ein Materialprojekt. Louis Vuitton nutzt die vertraute Form der Kollektion, um eine technische Eigenschaft in den Vordergrund zu stellen: Die Politur soll dauerhaft halten. Getragen wird die Uhr an einem grauen Saffiano-Kalbslederband mit beigem Futter und einer Dornschließe aus demselben gehärteten Stahl. Ihr Preis liegt bei 26.000 Euro. 

Louis Vuitton Louis Vuitton Tambour Uhren bis 30.000 Euro Schweizer Uhren LVMH

Neueste Beiträge

Groß in Form: Nomos Glashütte präsentiert Club 38 und Club 38 Ruthenium
Mit 38,5 Millimetern Durchmesser erhält die Club von Nomos Glashütte eine neue Gehäusegröße. Das beliebte Handaufzugsmodell ist mit weiß versilbertem oder anthrazitfarbenem Ruthenium-Zifferblatt erhältlich. Unverändert sind die klare Gestaltung und das Kaliber aus eigener Manufaktur.
3 Minuten
Bell & Ross BR-03 Space Mission: Der Vortex hebt am Handgelenk ab
Bell & Ross schickt die BR-03 erneut ins All. Bei der neuen Space Mission ersetzen Erde, Mond und ein futuristisches Raumfahrzeug die klassischen Zeiger. Die Keramikuhr ist auf 999 Exemplare limitiert und kostet 4.990 Euro.
3 Minuten
"Dame Time": Tissot lanciert PRX Skeleton Damian Lillard Special Edition
Die PRX-Sonderedition entstand in Zusammenarbeit mit dem Basketballspieler, mit dem Tissot seit 2021 eine Partnerschaft verbindet. Sie wartet mit einem skelettierten Handaufzugswerk und zwei Armbändern auf. Dank eines speziellen Mechanismus lässt sie sich zudem als Taschenuhr tragen.
3 Minuten
Top Thema: Parmigiani Fleurier Tonda PF Chronographe Mystérieux – Die Kunst des Verschwindens

Parmigiani Fleurier Tonda PF Chronographe Mystérieux

- Top Thema
Hotspot: Fossil Signature CS-1 – ein neues Kapitel der Uhrmacherkunst

Fossil Signature CS-1 – ein neues Kapitel der Uhrmacherkunst

- Hotspot
WatchTime Magazin

Das aktuelle WatchTime Magazin

- Jetzt erhältlich

Das könnte Sie auch interessieren

Rolex: So viel kostet ein Komplettservice - Von 640 bis 8.490 Euro
Was kostet die Revision einer Rolex beim Hersteller? Die Marke veröffentlicht inzwischen konkrete Preise für ihren Komplettservice. Wir zeigen, was man bei Datejust, Submariner oder Daytona zahlt, welche Preise die Konkurrenz bei vergleichbaren Modellen aufruft und was bei einer Komplettrevision tatsächlich geschieht.
8 Minuten
30. Okt 2026
Nivada Grenchen F77: 6 neue Uhren + limitierte Edition zum Jubiläum
Mit sechs neuen Modellen und limitierter Edition der F77 MKII feiert Nivada Grenchen ihre Gründung vor 100 Jahren – eine Schweizer Uhrenmarke mit bewegter Geschichte.
3 Minuten
Nach 52 Jahren Quarz: Casio bringt die erste Automatik der Hauptlinie
Casio erweitert seine Kernmarke um die erste Automatikuhr: CMK-100 mit Volltitangehäuse, 38 mm, 10 bar, ab 299 Euro. Wie sich Casios erste Automatik der Hauptlinie im Einstiegssegment positioniert.
5 Minuten
31. Okt 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige