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Lesedauer 4 Min.

Gold, Gravur, Gegenwart: Die Louis Vuitton Tambour Convergence Guilloché

Eine Uhr als Bühne: Die Tambour Convergence Guilloché zeigt, wie Louis Vuitton Design, Handwerk und Mechanik zusammenführt.
Louis Vuitton Tambour Convergence Guilloché, Referenz W9PG21
© Louis Vuitton

Die im letzten Jahr vorgestellte Convergence von Louis Vuitton hat sich für mich schnell zu einem der spannendsten aktuellen Uhrenentwürfe entwickelt. Weil sie sich traut, Zeit anders zu zeigen – und dabei erstaunlich viel Raum lässt. Vor allem das goldene Modell wirkte von Anfang an wie eine Einladung: Diese breite, kostbare Fläche, dieser Deckel, der die Uhr bewusst zurücknimmt, ohne je banal zu wirken. Während manche bereits Kratzer fürchteten, sehnte ich mich danach, dass diese Uhr zeigt, was sie erlebt hat. Dennoch rief die Fläche förmlich nach Gravuren, nach Eingriffen, nach Individualität. Die Stimmen wurden lauter. Jetzt antwortet Louis Vuitton selbst – mit der Tambour Convergence Guilloché. 

Architektur, Erinnerung, Zukunft

Mit der Einführung der Kollektion während der LVMH Watch Week 2025 markierte die Maison einen Wendepunkt: Zum ersten Mal wurde eine Kollektion vollständig in der gemeinsamen gestalterischen Sprache der Genfer Ateliers von La Fabrique du Temps Louis Vuitton gedacht und umgesetzt. Konzept, Design und Mechanik greifen ineinander. Im Inneren der ersten Modelle schlug mit dem Kaliber LFT MA01.01 das erste vollständig selbst entwickelte Automatikwerk aus dem Haus. Keine Kooperation, kein Zukauf, sondern ein klares Statement.

Louis Vuitton Tambour Convergence Guilloché, Referenz W9PG21

Louis Vuitton Tambour Convergence Guilloché, Referenz W9PG21

© Louis Vuitton

Die Anzeige der Zeit – schleppende Stunden- und Minutenscheiben, eingefasst von einem bogenförmigen Guichet – ist bewusst unkonventionell. Sie zwingt zur Entschleunigung. Die Form der Öffnung ist kein Zufall. Sie zitiert architektonische Elemente aus dem Familienhaus in Asnières. Vergangenheit und Gegenwart treffen sich hier nicht nostalgisch, sondern selbstverständlich. Die Convergence will nicht historisieren, sie will erinnern – und daraus etwas Neues formen. 

Guilloché als Haltung 

Mit der Tambour Convergence Guilloché bekommt diese Idee nun eine neue Oberfläche. Und was für eine. Zwei unterschiedliche, von Hand gedrehte Guilloché-Techniken verwandeln das 18-Karat-Roségoldgehäuse in eine vibrierende Landschaft aus Wellen und Strahlen. Außen umlaufende, konzentrische Linien. Im Zentrum ein Strahlenmotiv, das von den kleinen Zeitfenstern ausgeht, fast wie Licht, das durch Wolken bricht. 

Entstanden ist dieses Guilloché in der La Fabrique des Arts, dort, wo Louis Vuitton seine handwerklichen Disziplinen bündelt. Die Maschinen stammen aus der Mitte des 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Jede einzelne wurde über rund ein Jahr hinweg restauriert. Gearbeitet wird hier nicht automatisiert, sondern mit Augen, Händen und Gefühl. Guillochieren auf einer gewölbten Fläche ist eine Disziplin für sich. Der Stichel folgt keiner Ebene, sondern einer dreidimensionalen Topografie. Druck, Tiefe, Rhythmus – alles muss permanent angepasst werden. Ein Fehler, und das Muster verliert seine optische Spannung. Dass hier zwei unterschiedliche Muster aufeinandertreffen, macht die Sache nicht einfacher. Über zwanzig Versuche und sechs Monate Entwicklungszeit waren nötig, bis Linienführung und Lichtspiel den Ansprüchen der Ateliers und von Artistic Director Matthieu Hegi genügten. Bemerkenswert: Die Gravur ist fast dreimal so tief wie bei klassischem Zifferblatt-Guilloché. Erst danach wird poliert. Das Ergebnis hat eine ungewöhnliche Schärfe. Rund sechzehn Stunden konzentrierte Handarbeit stecken in jedem Gehäuse. 

Innen Ruhe, außen Spannung 

Im Kontrast zur expressiven Außenseite steht das Kaliber LFT MA01.01. Eine 4 Hz Unruh mit variabler Trägheit verhilft zu 45 Stunden Gangreserve, dazu kommt ein Rotor aus 18 Karat Roségold. Die Brücken sind sandgestrahlt, die Kanten fein mikrogestrahlt, die Fasen poliert. Auffällig sind die transparenten Lagersteine – eine zeitgemäße Signatur von La Fabrique du Temps, die sich auch in anderen aktuellen Werken des Hauses findet. Das Gehäuse misst 37 Millimeter bei nur 8 Millimetern Höhe. 

Die zur regulären Tambour-Kollektion veränderten Bandanstöße – poliert, hohlgelegt, seitlich sandgestrahlt – brechen das Licht und geben der Tambour-Form eine neue Präzision. Der Preis beläuft sich auf 59.000 Euro.

Die Tambour Convergence Guilloché funktioniert auf mehreren Ebenen: als mechanisches Objekt, als handwerkliche Demonstration, als gestalterische Position. Und genau das macht sie so interessant.

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