Die 70er: Das Goldene Zeitalter der Heuer Carrera

Der neue Carrera-Automatikchronograph begeisterte Rennsport-Liebhaber. Ferrari-Rennfahrer bevorzugten ihn in Gold.

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am 3. April 2018

Der Motorsport gehörte seit den Anfängen zur DNA der Heuer Carrera, stand doch schon bei ihrem Namen ein Autorennen Pate. In den 1970er-Jahren ging die Firma eine neuartige Partnerschaft mit Ferrari ein. Der goldene Carrera-Chronograph, den jeder Ferrari-Formel-1-Pilot überreicht bekam, wurde zum Symbol der natürlichen Symbiose von Zeitnahme und Rennsport bei Heuer.

Heuer Carrera Automatikchronograph in 18 Karat Gelbgold (Vorder- und Rückseite). Jack Heuer schenkte ihn 1972 dem legendären schwedischen Formel-1-Rennfahrer Ronnie Peterson – daher die Gravur auf der Rückseite des Gehäuses. Im Innern steckt das Uhrwerk Kaliber 12, Nachfolger des bahnbrechenden Kalibers 11. Auch das Zifferblatt besaß ein neues Design. Petersons Nachfahren ließen die Uhr 2016 bei Sotheby’s versteigern. Sie erzielte einen Preis von 225.000 Schweizer Franken.
Heuer Carrera Automatikchronograph in 18 Karat Gelbgold (Vorder- und Rückseite). Jack Heuer schenkte ihn 1972 dem legendären schwedischen Formel-1-Rennfahrer Ronnie Peterson – daher die Gravur auf der Rückseite des Gehäuses. Im Innern steckt das Uhrwerk Kaliber 12, Nachfolger des bahnbrechenden Kalibers 11. Auch das Zifferblatt besaß ein neues Design. Petersons Nachfahren ließen die Uhr 2016 bei Sotheby’s versteigern. Sie erzielte einen Preis von 225.000 Schweizer Franken.

Für Heuer hatte das neue Jahrzehnt schon begonnen, bevor das alte beendet war. Der Firmenchef und heutige Ehrenvorsitzende des Hauses, Jack Heuer, wusste, dass seine Chronographen nur dann eine Zukunft hatten, wenn es sie auch als Automatikuhren gab. Um die enormen Entwicklungskosten für den ersten Automatikchronographen der Welt aufzubringen, ging die Heuer Leonidas SA. eine strategische Allianz mit mehreren Partnern ein. Der Werkehersteller Büren trug das Automatikwerk mit Mikrorotor bei, Dubois-Dépraz entwickelte ein passendes Chronographen-Modul mit 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler und dem einst vom Ahnherrn Edouard Heuer erfundenen Schwingtrieb. Jack Heuer kümmerte sich um das Design der Uhr. Am 3. März 1969 war es soweit: In zwei parallelen Pressekonferenzen im Genfer Hotel Intercontinental und im New Yorker PanAm-Gebäude präsentierten die Partner den lange erwarteten ersten Automatik-Chronographen, das berühmte Kaliber 11.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.tagheuer.com/de/uhren/tag-heuer-carrera

Zu dessen Erkennungsmerkmal wurde die Krone auf der linken Gehäuseseite. Die ungewöhnliche Position war kein Design-Spleen, sie folgte einer technischen Notwendigkeit. Das Dubois-Dépraz Chronographen-Modul konnte nur so auf dem Mikrorotor-Werk befestigt werden, dass die Drücker der Krone gegenüberlagen. Da anzunehmen ist, dass die Drücker bei einem Automatikchronographen wichtiger sind als die Krone und die Uhr eher am linken Handgelenk getragen wird, entschied man sich dafür, die Krone links und die Drücker rechts zu platzieren. Das Kaliber 11 ebnete den Weg für den Erfolg der Heuer Carrera in den 1970er-Jahren.

Der Carrera-Automatikchronograph feierte in den 70er Jahren Triumphe. Von links nach rechts: Modelle aus den Jahren 1970, 1974, 1978 und 1979
Der Carrera-Automatikchronograph feierte in den 70er Jahren Triumphe. Von links nach rechts: Modelle aus den Jahren 1970, 1974, 1978 und 1979
Der Carrera-Automatikchronograph feierte in den 70er Jahren Triumphe. Von links nach rechts: Modelle aus den Jahren 1970, 1974, 1978 und 1979
Der Carrera-Automatikchronograph feierte in den 70er Jahren Triumphe. Von links nach rechts: Modelle aus den Jahren 1970, 1974, 1978 und 1979

Die frühen Carrera-Automatikchronographen sind heiß begehrt. Sammler schätzen vor allem die erste Version mit dem Schriftzug Chronomatic. Sie wurde bis September 1969 produziert. Ein Jahr später wurde das Kunstwort durch die eindeutigere Bezeichnung Automatic Chronograph ersetzt. Diese zweite Generation der Carreras ähnelte mit ihrer eleganten Gestaltung noch dem Ursprungsmodell. Die dritte Generation fiel erstmals breiter und sportlicher aus. Der Bandanstoß war nun in das Gehäuse integriert. Im Innern tickten die Kaliber 12 und 15.

Der Schweizer Jo Siffert – hier beim Grand Prix in Monaco - war der erste Formel-1-Rennfahrer, mit dem Heuer eine Partnerschaft einging.
Der Schweizer Jo Siffert – hier beim Grand Prix in Monaco – war der erste Formel-1-Rennfahrer, mit dem Heuer eine Partnerschaft einging.

Große Uhrenmarken verdanken ihren Ruf immer auch ihrem Pioniergeist – dem Mut, neue Weg zu gehen, auf die sich noch niemand vorgewagt hat. Jack Heuer war der erste Uhrenhersteller, der einen Formel-1-Rennfahrer sponserte: den Schweizer Rennpiloten Jo Siffert, der schlagartig berühmt wurde, als er 1968 den Formel-1-Grand Prix von England gewann und dabei Fahrer wie Chris Amon, Jackie Ickx und Jackie Stewart hinter sich ließ. Jo war außerdem Testfahrer von Porsche und ging für die Sportwagenbauer aus Stuttgart-Zuffenhausen bei Langstrecken-Rennen wie den „24 Stunden von Le Mans“ an den Start. Jack Heuer und Siffert trafen sich in Sifferts Heimatstadt Fribourg und wurden sich schnell einig: Siffert würde den Aufnäher mit dem Heuer Logo auf seinem Overall tragen und das Heuer-Logo auf der Motorhaube oder an den Türseiten seines Rennwagens anbringen lassen. Im Gegenzug erhielt er ein Jahresgehalt von 25.000 Schweizer Franken. Heuer erinnert sich: „Dieser einfache Sponsoring-Vertrag mit Siffert war wahrscheinlich einen der besten Marketing-Initiativen, die ich jemals anstieß, weil es uns die Tür zur ganzen Welt der Formel 1 öffnete.“

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Jack Heuer 1973 beim Grand Prix von Monaco mit dem belgischen Formel-1-Rennfahrer Jacky Ickx
Jack Heuer 1973 beim Grand Prix von Monaco mit dem belgischen Formel-1-Rennfahrer Jacky Ickx

Jack Heuer wurde auch zum Pionier des Product Placements in Filmen. Über den amerikanischen Requisiteur (engl. „Prop-Master“) Don Nunley, den er zuvor engagiert hatte, gelang es ihm 1970, Steve McQueens Rennfahrer-Film „Le Mans“ nicht nur mit Zeitnahme-Instrumenten von Heuer auszustatten. Der „King of Cool“ McQueen suchte sich für den Film auch eine Armbanduhr von Heuer aus – den Monaco-Chronographen – und trug außerdem den weißen Rennoverall mit dem Schriftzug „Heuer Chronographen“ auf der Brust. Das sportliche Outfit hatte sich McQueen vom Schweizer Rennfahrer Jo Siffert besorgt, der ihn während der Dreharbeiten beriet.

Steve McQueen bei den Dreharbeiten zum Film Le Mans mit Heuer-Logo auf dem Overall.
Steve McQueen bei den Dreharbeiten zum Film Le Mans mit Heuer-Logo auf dem Overall.

Im selben Jahr ging Heuer eine Partnerschaft mit Ferrari ein. In seiner Biographie beschreibt Jack Heuer, wie er Enzo Ferrari Ende 1970 in der Ferrari-Fabrik in Maranello besuchte. Der Rennstall des „Commendatore“ (damit wird ein alter italienischer Verdienstorden bezeichnet, der dem Ferrari-Gründer verliehen wurde) benötigte eine komplexe Zeitnahme-Anlage für die hauseigene Teststrecke. Jack Heuer hatte sie mit dem Heuer Centigraph im Angebot. Doch die teure Technologie hatte ihren Preis, und da der Firmenpatriarch Ferrari nicht bereit war, sie zu bezahlen, vereinbarten die beiden, dass Heuer die Ferrari-Rennwagen als Werbeflächen nutzen konnte. Das grüne Logo der Schweizer zierte schon bald die Motorhauben der Boliden aus Maranello. Jeder offizielle Ferrari-Rennfahrer erhielt ein Gehalt von Heuer und einen 18-karätigen goldenen Carrera-Chronographen. Auf dem Gehäuseboden dieser Uhr in Gelbgold mit dem Kaliber 1158 CHN waren der Name und die Blutgruppe des Fahrers eingraviert.

Ferrari-Rennwagen mit Heuer-Logo 1972
Ferrari-Rennwagen mit Heuer-Logo 1972

Durch sein Engagement leistete Heuer seinen Beitrag zum Wiederaufstieg der Scuderia. Ihre größten Stars waren der aus dem Tessin stammende Clay Regazzoni und der extrem ehrgeizige Österreicher Niki Lauda. Die beiden Heroen führten die Nobelmarke Mitte des Jahrzehnts an die Spitze der Formel 1 zurück. Ein Detail zeigt, wie sehr diese Legenden ihre Carreras liebten: Sie trugen ihre Carrera-Chronographen auch während sie in ihren Cockpits saßen und über die Geraden und durch die Kurven der Rennstrecke jagten.

Jack Heuer (l.) erklärt den Rennsport-Assen Niki Lauda (2. v. l.) und Clay Regazzoni den Aufbau ihres goldenen Automatikchronographen.
Jack Heuer (l.) erklärt den Rennsport-Assen Niki Lauda (2. v. l.) und Clay Regazzoni den Aufbau ihres goldenen Automatikchronographen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.tagheuer.com/de/uhren/tag-heuer-carrera

In einer Hinsicht ähnelten die 70er unserer Zeit. Sie waren eine Ära der Disruption. Zum einen hatte der „Nixon-Schock“ der Schweizer Exportwirtschaft zugesetzt. Im August 1971 hob der amerikanische Präsident Richard Nixon die Bindung des US-Dollars an Gold auf. 1973 wurden die Wechselkurse freigegeben. Der Schweizer Franken gewann gegenüber dem Dollar massiv an Wert. Das verteuerte Schweizer Produkte im Ausland. Heuer musste Uhren zum Herstellungspreis verkaufen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Und das in einer Zeit als Quarz und Mikroelektronik die Hersteller mechanischer Uhren ohnehin in Bedrängnis brachten. Für die technische Revolution war Heuer gut aufgestellt. Jack Heuer hatte wieder einmal den richtigen Instinkt besessen und sich früh an die Spitze des Fortschritts gesetzt: 1972 mit der Microsplit 800, der weltweit ersten Quarz-Stoppuhr im Taschenformat, 1974 mit dem ersten computergestützten Zeitnahme-System für Autorennen. 1975 folgte mit der Chronosplit eine weitere Weltneuheit: der erste Quarz-Armband-Chronograph mit Doppeldigitalanzeige (LED und LCD). Er war auch bei Rennfahrern beliebt. Auch die Carrera kam mit Quarzwerk auf den Markt, erstmals als pure Dreizeigeruhr. Doch gegen die Schwemme der Billiguhren aus Asien war keine noch so gute Innovation gewachsen. Noch weniger gegen die Aufwertung des Franken. Die Heuer Carrera, die mit viel PS und Rennsport-Power in die 70er Jahre eingebogen war, stand vor einer ungewissen Zukunft.

Heute wissen wir: Ihre Wiedergeburt war nur eine Frage der Zeit.

Erfahren Sie hier mehr über die Geschichte der Heuer Carrera.

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