Panerai: Luminor

Die Geschichte des Uhrenklassikers mit dem markanten Kronenschutz

 Redaktion
von Redaktion
am 9. Oktober 2017

Vor rund 15 Jahren zählte Panerai noch zu den eher unbekannten Uhrenherstellern, die nur Insidern bekannt waren. Das hat sich geändert: Heute reißen Händler sich um eine Konzession, und die Fans der Luxusuhren nennen sich Paneristi, kommen auf speziellen Panerai-Treffen zusammen, um sich auszutauschen. Doch Uhren von Panerai besitzen keine ausgefallenen Funktionen oder innovative Mechanik. Die Mehrzahl der Modelle bietet außer einer höheren Gangreserve keine technischen Besonderheiten. Das erste eigene Werk wurde sogar erst 2005 vorgestellt – zu dem Zeitpunkt, als die Marke schon viele Anhänger zählen konnte. Womit lässt sich dann der Aufstieg von Panerai erklären? Es ist das Design der Zeitmesser, das untrennbar mit der authentischen, einzigartigen Geschichte der Uhren verbunden ist. Bereits im Jahr 1936 lancierte Panerai seine erste Armbanduhr.

Panerai Luminor mit dem typischen Kronschutzbügel aus den 1950er-Jahren
Panerai Luminor mit dem typischen Kronschutzbügel aus den 1950er-Jahren

Damals stellte die Marke jedoch nur Zeitmesser für die italienische Marine her. So auch das erste Modell, die Panerai Radiomir California. Es eignete sich für die Kampfschwimmer, die eine Uhr benötigten, die dem Wasserdruck standhalten konnten, und deren Zifferblatt stark leuchtete. Heute lassen sich die Modelle der Uhrenmarke Panerai in zwei Linien teilen – „Radiomir“ und „Luminor“. Schon von Weitem zu erkennen sind sie beide, denn zum Stil der Uhrenmarke gehören noch immer die markanten Details, die schon die Uhren für die Marine auszeichneten.

Charaktermerkmale der Panerai Luminor

Zu Merkmalen, die aus der Zeit geblieben sind, zählt beispielsweise der Kronenschutzbügel. Er wurde in den 1940er-Jahren erstmals bei der Marina Militare eingesetzt, drückte die Krone nach dem Aufziehen fest an die Gehäuseflanke und verhinderte so das Eindringen von Wasser. Ohne, dass der Träger noch an das Verschließen denken musste. Weil das so praktisch war, erhielt auch die Panerai Luminor nach militärischen Tests diesen Schutzmechanismus, der die Wasserdichtigkeit sicherte. Die Übergangsphase dorthin repräsentiert die in den 1950er-Jahren lancierte Luminor Marina Militare, die noch über eine Schraubkrone verfügte. Das erste Panerai-Luminor-Modell mit Schutzbügel folgte dann im Jahr 1956.

Panerai: Luminor Marina Militare, verschraubte Krone, 1950er
Panerai: Luminor Marina Militare, verschraubte Krone, 1950er

Ihren Namen verdankte die Panerai Luminor damals der Leuchtsubstanz, die für Zeiger und Zifferblatt verwendet wurde. Zeitsprung: Auch bei der Luminor Marina Militare, die die Uhrenmarke 1993 lancierte, spielte das Äußere eine große Rolle. Erstmals war das Gehäuse der Uhr schwarz PVD-beschichtet.

Panerai: Luminior Marina Militare, schwarz PVD-beschichtet, 1993
Panerai: Luminior Marina Militare, schwarz PVD-beschichtet, 1993

Die Panerai Luminor führt die Marke zum Durchbruch

Den Durchbruch verdankt Panerai nicht nur dem markanten Design, das bei den Uhrenträgern noch heute beliebt ist, sondern einem glücklichen Zufall im Jahr 1993: Bei Dreharbeiten zum Film „Daylight“ entdeckte Sylvester Stallone zufällig einige Luminor-Taucheruhren in einem Geschäft in Florenz – und kaufte sich eine. Wenig später orderte er 101 Exemplare mit dem Namen Luminor Daylight Slytech.

Panerai: Luminor Daylight Slytech, 1993
Panerai: Luminor Daylight Slytech, 1993

Sie trugen die Signatur des Schauspielers auf dem Gehäuseboden und verschafften der Panerai Luminor Bekanntheit. Auch Richemont-Hauptaktionär Johann Rupert gefiel die Panerai Luminor so gut, dass er die Marke in die Luxusgruppe holte.

Panerai: Luminor 1950, 2002
Panerai: Luminor 1950, 2002

Das für die Panerai Luminor typische Design wurde 2002 noch markanter: Die Luminor 1950 hatte einen Durchmesser von 47 Millimetern und überragte somit jedes bis dahin erschienene Panerai-Modell. Gefertigt wurden genau 1.950 Exemplare. Und auch bei der Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Ceramica aus dem Jahr 2008 war der Kronenschutzbügel auffallend angebracht, dominierte er doch die rechte Gehäuseflanke. Das hatte die Konsequenz, dass der Drücker zur Bedienung der Chronographenfunktion hier untypischerweise bei der Acht angebracht worden ist.

Paneria: Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Ceramica
Paneria: Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Ceramica

Ungewöhnliche Wege ging Panerai auch bei dem 2010 lancierten Modell L’Astronomo Luminor 1950 Equation of Time Tourbillon Titano. Dieser Zeitmesser vereinte verschiedene astronomische Anzeigen. So konnte der Träger beispielsweise die Differenz zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit und die Zeiten von Sonnenauf- und -untergang ablesen. Angetrieben wurde die Uhr von einem Werk mit Handaufzug.

Panerai: L'Astronomo Luminor 1950 Equation Of Time Tourbillon Titano, 2010
Panerai: L’Astronomo Luminor 1950 Equation Of Time Tourbillon Titano, 2010

Die Panerai Luminor in Vorreiter-Rolle

Mit der Panerai Luminor 1950 3 Days Chrono Flyback erschien im Januar 2013 der erste Flyback-Chronograph der Uhrenmarke. Die Drücker befanden sich nun, damit die Panerai-typische Optik erhalten blieb, gegenüber der Krone an der linken Gehäuseflanke.

Panerai: Luminor 1950 3 Days Chrono Flyback, 2013
Panerai: Luminor 1950 3 Days Chrono Flyback, 2013

Auch die im gleichen Jahr veröffentlichte Luminor Marina 1950 3 Days Automatic war ein Vorreiter: Erstmals kombinierte Panerai bei diesem Modell ein weißes Zifferblatt mit dem 42-Millimeter-Gehäuse der Panerai Luminor 1950.

Panerai: Luminor Marina 1950 3 Days Automatic 42 mm, 2013
Panerai: Luminor Marina 1950 3 Days Automatic 42 mm, 2013

2014 folgte die Panerai Luminor Marina 1950 3 Days Automatic Acciaio. Ein Modell mit 44 Millimetern Durchmesser das, wie viele der Armbanduhren von Panerai über ein Manufakturwerk verfügt. Ins Deutsche übersetzt, bedeutet „Acciaio” Stahl.

Panerai: Luminor Marina 1950 3 Days Automatic Acciaio, 2014
Panerai: Luminor Marina 1950 3 Days Automatic Acciaio, 2014

Dies gilt seit 2014 beispielsweise auch für die Panerai Luminor Base 8 Days, während bis dahin das Unitas-Handaufzugskaliber 6497 die Basiskollektion Panerai Luminor Base zum Ticken gebracht hat.

Panerai: Luminor Base 8 Days PAM00562, 2014
Panerai: Luminor Base 8 Days PAM00562, 2014

Ein Manufakturkaliber setzt Panerai seit 2014 auch bei der Luminor 1950 3 Days GMT Automatic (Referenz PAM36500) ein. Es ist das Automatikwerk P.9001. 2016 stellte Panerai dieses GMT-Modell mit einem blauen Zifferblatt vor, eine untypische Farbe für den Uhrenhersteller. Kombiniert werden passend zum Blauton beigefarbene Zeiger, Ziffern und Indexe. Hier erfahren Sie mehr über den Zeitmesser.

Panerai: Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Acciaio
Panerai: Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Acciaio

Neue Gehäusematerialien bei der Panerai Luminor

Nicht nur, was die Technik innerhalb der Marke angeht, war die Panerai Luminor Vorreiter. Mit der Panerai Luminor Submersible 1950 Carbotech erschien zur Baselworld 2015 ein Modell mit einem neuen Gehäusematerial – dem namengebenden Carbotech. So bezeichnet die Uhrenmarke ein auf Kohlefaserbasis gefertigtes Verbundmaterial, das laut Panerai zu diesem Anlass zum ersten Mal in der Uhrmacherei zum Einsatz kam.

Panerai: Luminor Submersible 1950 Carbotech
Panerai: Luminor Submersible 1950 Carbotech

2017 erweitere Panerai sein Spektrum an Gehäusematerialien um das sogenannte Bulk Metallic Glas, kurz BMG-Tech. Das Gehäusematerial ist besonders resistent und robust gegenüber Magnetfeldern, Kratzern und Stößen. Dieses BMG-Tech kommt bei der 47 Millimeter großen Luminor Submersible 1950 BMG-Tech zum Einsatz und wird für das Gehäuse, die Krone inklusive Schutz und Lünette verwendet. Es ist leichter als Stahl und etwas dunkler. Die Legierung besteht dabei aus Zirkonium, Kupfer, Aluminium, Titan und Nickel und wird dadurch glasähnlich.

Panerai Luminor Submersible 1950 BMG-Tech 3 Tage Automatik PAM00692
Panerai Luminor Submersible 1950 BMG-Tech 3 Tage Automatik PAM00692

Ebenfalls 2017 vorgestellt, gibt Panerai für diese Luminor eine Wartungsfreiheit von sage und schreibe 50 Jahren an. Bei der Lab-ID Luminor 1950 Carbotech 3 Days verwendet die Marke für das Handaufzugswerk neuartige Materialien und Beschichtungen, die eine Selbst- oder Trockenschmierung besitzten. Das Werk benötigt dadurch keinerlei flüssige Schmierstoffe. Das Gehäuse der Uhr besteht aus dem 2015 vorgestellten Material Carbotech und das Zifferblatt ist mit Kohlenstoffnanoröhrchen beschichtet, um einen extrem dunklen Schwarzton zu erzielen.

Panerai: LAB-ID Luminor 1950 Carbotech 3 Days 49 Millimeter PAM00700
Panerai: LAB-ID Luminor 1950 Carbotech 3 Days 49 Millimeter PAM00700

Die Neuinterpretation der Panerai Luminor – die Luminor Due

Innerhalb der Luminor-Kollektion konnte man bis 2016 zwischen zwei Bauarten unterscheiden: dem Luminor-Basisgehäuse und dem ausgefeilteren, detailreichen GEhäuse der Luminor 1950. Seit 2016 gibt es die Luminor Due 3 Days Acciaio mit der Referenz PAM00676. Es ist das bisher eleganteste und flachste Modell der Luminor-Serie. Das Edelstahlgehäuses misst in der Höhe 10,5 Millimetern und umschließt das Manufakturkaliber P.1000 mit Handaufzug. Es ist damit etwa 40 Prozent flacher und passt damit zum Sportoutfit genauso wie unter die Hemdmanschette. Dabei bleibt das signifikante Design der Panerai Luminor jedoch erhalten.

Panerai: Luminor Due 3 Days Acciaio
Panerai: Luminor Due 3 Days Acciaio

Mittlerweile gibt es die Luminor Due unter auch mit Automatikaufzug. Die Luminor Due 3 Days Automatic Acciaio arbeitet mit dem Manufakturkaliber P.4000. Das nur 3,95 Millimeter hohe Uhrwerk mit Mikrorotor stammt aus dem Jahr 2014 und wurde zuvor schon in Radiomir-Modellen eingesetzt. Bei der Luminor Due sitzt es in einem vollständig polierten kissenförmigen Gehäuse mit 45 Millimetern Durchmesser und 10,8 Millimetern Höhe. Einen ausführlichen Test der Luminor Due 3 Days Acciaio finden Sie hier.

Weitere Paneria-Luminor-Due-Modelle

Aktuelle Panerai-Luminor-Modelle

2017 stellte die Marke die Green-Dial-Kollektion vor. Hierbei handelt es sich um Modelle mit – wie der Name schon sagt – dunkelgrünem Zifferblatt. Dieses kombiniert Panerai mit beigefarbenen Stundenindexen, vergoldeten Zeigern und dunkelbraunem Lederbändern. Die Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Titanio 44 mm PAM00737 ist ausschließlich in den Panerai-Boutiquen erhältlich. Der Eindrücker-Chronograph wird vom Manufakturkaliber P.2004 mit Handaufzug und acht Tagen Gangautonomie angetrieben.

Panerai: Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Titanio 44 mm, Referenz PAM00737
Panerai: Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Titanio 44 mm, Referenz PAM00737

Als dem Segelsport durch verschiedene Partnerschaften und Sponsoring verbundene Uhrenmarke lanciert Panerai auch immer wieder Sondermodelle, die eine Verbindung zur maritimen Sportart haben.

Mit Countdown-Funktion ausgestattet ist beispielsweise der Flyback-Chronograph Luminor 1950 PCYC Regatta 3 Days Chrono Flyback Automatic Titanio. Die Abkürzung PCYC steht dabei für Panerai Classic Yachts Challenge, anlässlich derer Panerai insgesamt drei (PAM00654PAM00653, PAM00652) neue Chronographen auf den Markt gebracht hat. Bei der PCYC handelt es sich um eine Serie internationaler Regatten, an denen nur klassische Yachten teilnehmen dürfen.

Mit der Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic Titanio zollt Panerai seinen Ursprüngen als Ausrüster von Kampfschwimmern in den 1930er- bis 1960er-Jahren Tribut. Die Taucheruhr ist für den Einsatz unter Wasser geschaffen: Sie hält bis zu einer Tiefe von 300 Metern wasserdicht. Weitere tauchrelevante Eigenschaften sind die einseitig drehbare Lünette und der Einsatz von genügend Leuchtmasse, die im Dunkeln in Grün erstrahlt. In der Titanuhr ist das automatische Manufakturkaliber P.9010 verbaut.

Panerai: Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic Titanio
Panerai: Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic Titanio

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im September 2014.

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