Inspiration Totenkopf: Das Uhrendesign von Fiona Krüger

Die junge Schottin über ihre Totenkopfuhren

Maria-Bettina Eich
von Maria-Bettina Eich
am 17. Dezember 2017

Eine junge Schottin, die sich die Anerkennung der Schweizer Uhrenwelt erwirbt – und das ausgerechnet mit Totenkopfuhren: Fiona Krüger ist eine Künstlerin, die unter eigenem Namen Zeitmesser von mechanischer und handwerklicher Klasse macht. Im Folgenden erzählt sie, warum sie Skull Watches macht – und ob sie dabei bleiben wird.

Fiona Krüger
Fiona Krüger

Was ist die Inspiration für das Motiv des Totenkopfs?

„Für das Motiv des Totenschädels gibt es verschiedene Inspirationsquellen in meinem Lebenslauf. Ich habe in Edinburgh bildende Kunst studiert, bevor ich in der Schweiz zum Design kam. Damals wusste ich nichts über Uhren. Mein Interesse begann im Zuge meines Masterkurses in Lausanne. Wir besuchten die Ateliers von Audemars Piguet und das Patek-Philippe-Museum. Bei dem Besuch verliebte ich mich in Uhren, vor allem in die historische Sammlung. Ich begriff, dass eine Uhr nicht rund und flach sein musste, sondern dass sie jede Form haben konnte. Ich stellte fest, dass das Totenkopf-Motiv in der Geschichte der Uhrmacherei eine wichtige Rolle spielte. Schädelskelette wurden oft verwendet, vor allem bei Damentaschenuhren des 16. Jahrhunderts, die meist wie ein dreidimensionaler Totenschädel geformt waren. Für mich war es ein universell wiedererkennbares Symbol. Hinzu kam etwas sehr Persönliches: Als Kind verbrachte ich drei Jahre in Mexiko, und der Día de los Muertos mit seiner Totenkopfsymbolik ist mir sehr lebendig in Erinnerung.”

Das Werk bestimmt die Gestaltung: Fiona Krüger Petit Skull Eternity
Das Werk bestimmt die Gestaltung: Fiona Krüger Petit Skull Eternity

Wie wurden die unkonventionellen Designideen von der Schweizer Uhrenindustrie aufgenommen?

„Ich war nicht das, was die Leute in der Uhrenwelt erwarteten. Ich bin Schottin, keine Schweizerin, ich war eine junge Frau von 25 Jahren, und mein Projekt war sehr unkonventionell. Die Leute in der Schweizer Uhrenindustrie wollten sichergehen, dass es mir ernst war mit meinem Konzept. Sie stellten mir sehr pointierte Fragen und bemerkten, dass ich wusste, worüber ich redete. Ich glaube, mir hat einerseits geholfen, dass ich ehrlich war. Andererseits war es entscheidend, dass ich Partner suchte, keine Zulieferer. 50 bis 70 Prozent meiner Designs stammen von mir, der Rest entwickelt sich im Gespräch mit den Partnern. Wir schauen, was sie besonders gut können, und das stelle ich sehr gezielt in meinen Uhren heraus.”

So sieht eine Skull Watch von Fiona Krüger am Handgelenk aus
So sieht eine Skull Watch von Fiona Krüger am Handgelenk aus

Mechanik und Ästhetik sind wichtig für ein gutes Uhrendesign

„Der mechanische und der ästhetische Part müssen zusammenspielen, sonst macht ein Design für mich keinen Sinn. Ein gutes Beispiel ist die Petit Skull: Ich habe nach einem kleineren Werk gesucht, und als ich das skelettierte Werk bei Soprod sah, erkannte ich darin plötzlich zwei Augen und integrierte das in mein Design. Mit einem anderen Werk würde die Uhr nicht so lebendig aussehen. Es ist wie eine Ehe zwischen den beiden Seiten.”

Fiona Krüger mit Skizzenbuch auf der Baselworld 2017
Fiona Krüger mit Skizzenbuch auf der Baselworld 2017

Die Uhrendesigns von Fiona Krüger sind vom Künstlerischen geprägt

„Natürlich sind unsere Uhren teuer, High-End, mit viel Handarbeit gefertigt. Die größte Eigenheit meiner Uhren aber ist das Künstlerische, das sich meinem Background verdankt. Ich denke über eine Uhr wie eine Künstlerin nach. Das macht unsere Markenidentität aus. Ich denke, wir sind eine Art Hybrid. Wir haken alles ab, was Uhrensammler suchen, aber gleichzeitig kaufen auch Leute unsere Uhren, die wenig mit Uhren zu tun haben, sich aber für Kunst und Design interessieren.”

Zukunftspläne: Uhrendesigns ohne Totenkopf

„Nächstes Jahr werde ich das erste Stück der zweiten Kollektion meiner Marke zeigen, die nichts mit Schädeln zu tun hat. Ich denke, in Zukunft kann es drei bis fünf Produktlinien geben, die alle ein sehr starkes eigenes Konzept besitzen.” mbe

Mindestens so wichtig für den Kauf einer Uhr wie die Mechanik ist ihr Design. Deshalb widmet Chronos dem Uhrendesign eine eigene Ausgabe. Im Chronos Special Design 2017.2018 finden Sie außergewöhnliche und spannende Uhrendesigns verschiedener Marken und Künstler. Außerdem erfahren Sie mehr über das ikonische Design der Royal Oak von Audemars Piguet. Hier können Sie das Magazin für 8,90 Euro versandkostenfrei bestellen.

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