Interview: Zenith-CEO Julien Tornare über die Defy Extreme und die Ziele der Marke

"Wir wollen Zenith in den Top 20 der Uhrenbranche positionieren"

Die große kräftige Defy Extreme ist ein echtes Statement am Handgelenk. Zenith-CEO Julien Tornare erklärt uns die gut und weniger gut sichtbaren Vorzüge der Uhr.

Julien Tornare CEO Zenith
Julien Tornare CEO Zenith

Zenith bringt ein neues Modell: die Defy Extreme. Was ist so extrem an dieser Uhr?
Die Idee dahinter war, nach der Defy 21 und der Defy Classic ein Modell zu kreieren, das den Charakter der Linie Defy noch stärker herausbringt. So haben wir uns jedes Detail der Uhr unter dem Aspekt angeschaut, wie wir es noch deutlicher akzentuieren könnten. Den Ausgangspunkt bildete die Lünette: Der zwölfeckige Ring ist inspiriert von der Zenith A3642 aus den frühen 1970er Jahren. Vom Gesamteindruck her ist die Uhr deutlich kantiger und sportlicher als die anderen Defy-Modelle. Dafür sorgen auch die zusätzlichen Einfassungen für Krone und Drücker sowie das Band, das am Gehäuse breiter ist und sich in Richtung Schließe immer stärker verjüngt. Und noch ein Detail war mir wichtig: Das Zenith-Logo befindet sich jetzt nicht mehr, wie bei der Defy 21, an der Außenseite des Deckglases, sondern innen. Das gibt dem Ganzen mehr Tiefe und wirkt luxuriöser.

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Zenith: Defy A3642
Zenith: Defy A3642

Apropos Band: Es gibt ja nicht nur eines, sondern gleich drei.
Wir liefern jede Uhr mit drei Bändern aus. Denn durch unser Schnellwechselsystem, das wir noch einmal verbessert haben, kann der Kunde das Band sekundenschnell auswechseln. Und das Beste: Der Drücker, auf den Sie pressen müssen, um das Band vom Gehäuse zu lösen, sitzt innen. Das bringt zwei Vorteile mit sich: Erstens sieht man den Drücker nicht, zweitens hat auch der geschickteste Dieb keine Chance, Ihnen die Uhr vom Handgelenk zu nehmen.

Zuletzt sind die Durchmesser der Uhren immer kleiner geworden. Die Defy Extreme ist jetzt aber größer als etwa die Defy 21. Warum gehen Sie diesen Weg?
Das Thema Durchmesser hat viel mit der jeweiligen Marke zu tun: Marken, die traditionell größere Uhren bauen, sind nach wie vor erfolgreich damit. Wir verspüren seit Jahren eine verstärkte Nachfrage nach größeren Durchmessern, etwa von Kunden aus den USA und aus Lateinamerika. Doch selbst in China ist unsere große Fliegeruhr Pilot immer noch unser Bestseller, obwohl dort traditionell eher kleinere Uhren getragen werden.

Zenith: Defy Extreme
Zenith: Defy Extreme

Wo befindet sich Zenith auf einer Skala, die von expressivem Design bis Understatement reicht?
Wir sind auf beiden Feldern zu Hause. Zu unserer Identität gehören immer Chronometrie und Präzision. Gleichzeitig spielen wir mit verschiedenen Stilen. Heute sind Chronomaster und Defy die wichtigsten Säulen der Marke. Pilot und Elite spielen dazu eine eher taktische Rolle.

Zurzeit präsentiert sich Zenith durchaus farbenfroh, wenn ich etwa an die limitierte Serie Defy Spectrum denke. Welche Rolle spielen Farben für die Marke?
Die Defy 21 Ultraviolet war ein Riesenerfolg – weil wir die Farbe nicht wie sonst üblich auf dem Gehäuse oder auf dem Zifferblatt brachten, sondern im Werk selbst. Mit der Ultrablue sind wir diesen Weg weitergegangen. Und das Sondermodell, das wir mit dem Street-Art-Künstler Felipe Pantone kreiert haben, war sogar innerhalb von ein paar Stunden ausverkauft – trotz eines recht hohen Preises von 18900 Franken. Jetzt gehen wir mit der Defy Spectrum noch einen Schritt weiter: Das ist eine kleine Serie von limitierten Modellen, je zehn Exemplare in Orange, Grün, Blau, Violett und Schwarz – jeweils mit Edelsteinen besetzt. Neben diesen und dem Band sind auch hier wieder Teile des Werks in der jeweiligen Farbe gehalten. Für den Erfolg solcher Uhren ist es wichtig, dass man das richtige Maß bei der Farbe findet: Es darf nicht zu viel und nicht zu wenig sein. Das ist eine Frage der Ästhetik.

Zenith: Defy Spectrum
Zenith: Defy Spectrum (Bild: Photo ©Laurent Xavier Moulin www.laurentxaviermoulin.ch)

Worauf kommt es Ihnen beim Design am meisten an?
Für mich ist es wichtig, Elemente aus der Vergangenheit zu mischen mit den zeitgenössischen Elementen, die wir der Uhr heute mitgeben. Dazwischen muss man die richtige Balance finden. Ein gutes Beispiel ist die Chronomaster Sport: Als wir 2018 mit dem Projekt begannen, haben wir uns historische Modelle wie die A277, die De Luca und die Rainbow intensiv angeschaut. Diese Uhren repräsentierten den modernen Aspekt der Chronomaster in jenen Jahren. Es ging uns um die Frage, welche Elemente von diesen Uhren wir in die neue integrieren. Der zeitgenössische Aspekt, den wir einbrachten, waren die Zehntelsekunde und vor allem deren gute Ablesbarkeit auf der Lünette. Außerdem haben wir darauf geachtet, dass die Chronomaster Sport ergonomisch geformt ist.

Zenith: Defy Extreme Gehäuseboden
Zenith: Defy Extreme Gehäuseboden

Was sind Ihre Ziele für die nächste Zukunft?
Die Marke in eine gesunde Situation zurückzubringen, in der wir von einem langfristigen Wachstum ausgehen können. Dieses Ziel werden wir dieses Jahr erreichen: Zenith wird stark zum Wachstum der LVMH Uhrendivision beitragen. Zusätzlich haben wir uns vorgenommen, unser Geschäft in den nächsten drei Jahren zu verdreifachen. Das ist sehr ambitioniert, aber ich glaube, dass wir alle Möglichkeiten in der Hand haben, das zu erreichen. Und wir wollen Zenith in den Top 20 der Uhrenbranche positionieren. buc

Produkt: Download: Zenith Defy El Primero 21 im Test
Download: Zenith Defy El Primero 21 im Test
Das UHREN-MAGAZIN testet den neuen Chronographen von Zenith, der die Hundertstelsekunde messen kann. Alles über den Defy El Primero 21 erfahren Sie hier!

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