Zeitnahme bei der Tour de France

Wie misst Tissot die Zeit des Radrennens?

Jens Koch
von Jens Koch
am 18. Juli 2017

Die Tour de France ist in vollem Gange und beim Betrachten der Fernsehbilder bekommt man schnell mit, dass die Schweizer Uhrenmarke Tissot der offizielle Zeitnehmer des wichtigsten Radrennens der Welt ist. Gemeinsam mit ihrem Partner, der Swatch-Group-Schwestergesellschaft Swiss Timing, ist Tissot verantwortlich für die Zeitnahme. Aber wie werden die Zeiten und der Sieger ermittelt?

Tissot als Zeitnehmer der Tour de France
Tissot als Zeitnehmer der Tour de France

Erschwert wird die Zeitnahme dadurch, dass jede der 21 Etappen an einem anderen Ort startet und Endet und die über zwei Tonnen Mess-Equipment jeden Tag wieder verstaut, transportierte und woanders wieder aufgebaut werden müssen. Die Übermittlung der genauen Zeit vom Start zum Ziel geschieht über Kabel der Festnetztelefonie, dafür müssen für alle Etappen im Vorfeld die entsprechenden Knotenpunkte ausgewählt und mit dem Telefonnetzbetreiber abgestimmt werden. Vor Ort müssen dann die letzten Meter per Kabel überbrückt und die Verbindung getestet werden. Jedes Rennrad wird mit einem Transponder bestückt, der eine eindeutige Kennung des Fahrers bei Messpunkten auf der Strecke übermittelt. Diese Messpunkte befinden sich bei Bergwertungen, Zwischensprintpunkten und natürlich dem Ziel. Alle Daten fließen in einem Computersystem zusammen und werden auf verschiedene Weise aufbereitet. So stellt Tissot nicht nur für die Fernsehsender entsprechende Zeiten, Zwischenzeiten und aktuelle Reihenfolgen zur Verfügung, sondern auch jeweils mit unterschiedlichen relevanten Werten für die Teams, die Rennleitung und die Zuschauer im Ziel. Das Computersystem verfügt über eine Notstromversorgung, damit auch bei einem Stromausfall die Zeitnahme gesichert ist.

Fotofinishkamera von Tissot bei der Tour de France
Fotofinishkamera von Tissot bei der Tour de France

Bei den Zeitfahren, die fester Bestandteil der Tour sind, und bei denen die Fahrer einzeln starten, wird die Zeit im Ziel über Fotozellen ermittelt. Für die Massensprints im Ziel bei den normalen Etappen, bei denen die Fahrer manchmal nur Millimeter auseinanderliegen, reicht die Genauigkeit der Sender am Rad nicht aus. Deshalb gibt es bei der Ziellinie Hochgeschwindigkeitskameras, die Fotofinish-Daten liefern. Diese müssen absolut erschütterungsfrei installiert und präzise ausgerichtet werden. Für die Tour werden auf beiden Seiten der Ziellinie Kameras aufgebaut, falls ein Fahrer einen anderen verdeckt. Diese Kameras machen 1.000 Bilder pro Sekunde und können die Entscheidung auf der Ziellinie so präzise auflisten, dass Positionen und Zeiten absolut genau festgelegt werden können.

Fotofinish bei der Tour de France
Fotofinish bei der Tour de France

Das ist übrigens eher die Regel als die Ausnahme, und oft kommen nach der ersten Gruppe weitere Gruppen ins Ziel, innerhalb derer um Platzierungen gekämpft wird. 2016 gab es daher 4.253 Fotofinish-Auswertungen. Dabei konnte die Position von Fahrern bestimmt werden, die teilweise nur vier Millisekunden nacheinander ins Ziel kamen. Die Kameras und Zeitmesssystem werden von Swiss Timing selbst entwickelt und ständig verbessert. Ein großer Aufwand also, der hinter den Kulissen getrieben wird, damit die Zeiten und Sieger beim größten Radrennen der Welt stimmen.

Tissot T-Race Cycling Tour de France Special Edition 2017
Tissot T-Race Cycling Tour de France Special Edition 2017

Anlässlich der diesjährigen Tour de France lanciert Tissot den Quarz-Chronographen T-Race Cycling Tour de France Special Edition 2017. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. jk [1425]

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