Corum: Admiral, Golden Bridge, Coin Watch – die Neuheiten 2026 im Zeichen des Neustarts
Mit dem Management-Buyout im Mai 2025 und der Ernennung von Haso Mehmedović zum CEO hat für Corum eine neue Phase begonnen. Die Strategie ist klar formuliert: Reduktion der Kollektionen, Fokussierung auf ikonische Linien und schrittweise Rückkehr zu stärkerer uhrmacherischer Eigenständigkeit. Diese Neupositionierung wurde auf der Watches and Wonders 2026 erstmals sichtbar. Im Mittelpunkt stehen die Linien Admiral und Golden Bridge, ergänzt durch zwei Heritage-Modelle.
Corum-CEO Haso Mehmedović
CorumAdmiral: Neudefinition einer Ikone
Die wichtigste Rolle innerhalb der Neuheiten übernimmt die vollständig überarbeitete Admiral-Kollektion, die früher einmal unter dem Namen Admiral's Cup bekannt war. Sie soll künftig das Fundament der Marke bilden. Insgesamt 11 Referenzen in den Größen 36 und 39 mm ersetzen die bisherigen Modelle Linie. Verantwortlich für das neue Design ist Emmanuel Gueit, der 1993 durch die Kreation der Royal Oak Offshore von Audemars Piguet einem größeren Uhrenpublikum bekannt wurde. Sein Ziel war es, die Identität der Admiral zu erhalten, sie aber stärker in Richtung klassischer Haute Horlogerie zu verschieben. Ein zentrales Element der Uhr bleibt die zwölfeckige Lünette mit den nautischen Wimpeln als Stundenmarkern. Neu ist deren Integration: Die Wimpel werden nicht mehr als separate grafische Elemente verstanden, sondern dienen als Stundenindexe, was insgesamt zu einer ruhigeren Gestaltung führt.
Bei dieser Admiral mit blauem Zifferblatt sind die nautischen Flaggen farbig ausgeführt.
WatchTimeIntegriertes Armband und neues Kaliber
Erstmals erhält die Admiral ein vollständig integriertes Armband, das ohne klassische Bandanstöße auskommt. Diese Entscheidung verändert die gesamte Silhouette der Uhr. Gehäuse und Band gehen fließend ineinander über und schaffen eine zusammenhängende Form. Die Konstruktion des fünfgliedrigen Bandes ist geprägt durch den Wechsel aus satinierten und polierten Flächen sowie ein werkzeugloses Schnellwechselsystem. Technisch markiert die Admiral ebenfalls einen Wendepunkt. Das neue Automatikwerk, entwickelt in Zusammenarbeit mit Concepto, bietet 72 Stunden Gangreserve. Es ist als Basis für zukünftige Entwicklungen ausgelegt und Teil der langfristigen Rückführung der Produktion nach La Chaux-de-Fonds. Auffällig ist die Position der Unruh bei 12 Uhr – eine seltene Konfiguration, die Corum auch als gestalterisches Statement gewählt hat.
Corum: Admiral Meteorite
CorumAdmiral 36 und 39: Große Bandbreite
Die größere Variante zeigt die Bandbreite der neuen Ausrichtung: Es gibt u. a. klassische Stahlmodelle mit farbigen oder monochromen Wimpeln, ein Modell mit Meteoritenzifferblatt, das an frühere Corum-Experimente anknüpft, dazu erstmals eine skelettierte Variante im Titangehäuse sowie Bicolor- und Vollgoldversionen. Mit der neuen 36-mm-Variante wiederum folgt Corum dem aktuellen Trend zu kleineren Formaten. Die Modelle reichen von klassischen Stahlversionen bis hin zu Varianten mit Diamantbesatz und Perlmuttzifferblättern. Die Preise beginnen bei 10.700 Schweizer Franken für eine stählerne Admiral 36 und reichen bis 33.000 Franken für die goldene Admiral 39 bzw. die diamantbesetzte goldene Admiral 36.
Corum: Admiral 36 in Stahl mit Diamanten und Perlmuttzifferblatt
CorumGolden Bridge: Transparenz als Leitmotiv
Die zweite zentrale Säule im Corum-Portfolio bildet die berühmte, einst von Vincent Calabrese konzipierte Golden Bridge. Ihr sofort ins Auge stechende Merkmal ist das lineare Baguette-Werk, das sich über die gesamte Gehäuselänge erstreckt. 2026 kommen erstmals Modelle mit einem vollständig aus Saphir gefertigten Gehäuse. Diese Konstruktion passt zur ursprünglichen Idee der Golden Bridge: maximale Sichtbarkeit des linearen Baguette-Werks. Die Kollektion umfasst drei Grundmodelle: die Golden Bridge Automatic, die Golden Bridge Classic mit Handaufzugswerk sowie die Damenuhr Miss Golden Bridge. Diese erscheinen in unterschiedlichen Ausführungen, darunter transparentes Saphir, blaues Titan und erstmals auch rosa Saphir. Die Automatikversion integriert einen linearen Rotor, der sich entlang der Werkachse bewegt und damit das gestalterische Konzept des linearen Werks fortführt. Die Preise für die verschiedenen Golden-Bridge-Modelle beginnen bei etwa 39.000 Schweizer Franken und gehen bei Versionen in Gold oder mit Saphirglasgehäuse z. T. bis über 50.000 Franken.
Corum: Golden Bridge Blue Sapphire
CorumCoin Watch und Golden Book
Im Rahmen der Heritage Collection lässt Corum weitere unvergessliche Modelle aus der zwar relativ kurzen (Corum wurde 1955 gegründet), aber doch erstaunlich reichen Markenhistorie wiederaufleben: die Coin Watch und die Golden Book. Die neue Coin Watch basiert auf einem historischen Konzept von 1964: Eine echte Münze, meist eine goldene 20-Dollar-Münze, wird entlang ihrer Dicke geteilt, ein Werk eingesetzt und mit Zeigern versehen. 2026 verwendet Corum erstmals eine 50-Dollar-Goldmünze, wodurch das Gehäuse auf 36 mm Durchmesser anwächst. In der Zweizeigeruhr tickt das Automatikkaliber CO082, der Preis liegt bei 49.000 Franken.
Corum: Golden Book
CorumMit dem Golden Book wiederum kehrt eines der ungewöhnlichsten Modelle der Marke zurück. Die Uhr ist als aufklappbares Buch gestaltet: Unter einem Golddeckel mit integrierter Öffnungsmechanik befindet sich ein schlichtes Zifferblatt mit zwei Zeigern, dazu ein eingraviertes Zitat. Als Werk fungiert das Handaufzugskaliber CO157. Der Preis der Golduhr liegt bei 28.000 Franken.