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Lesedauer 5 Min.

Micro Monday: Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles

Eine Kombination aus Mondphasen-Innovation und Hightech-Zifferblatt
Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles, Automatikuhr mit besonderer Mondphasenkomplikation
© Mu:n Watches

Was hinter Mu:n Watches steht, ist im Kern ein Gegenentwurf zur klassischen Uhrenindustrie. Statt einer Marke mit klar definierter Handschrift handelt es sich eher um eine offene Plattform, auf der Uhren gemeinschaftlich gedacht, gestaltet und schließlich umgesetzt werden. Der Ursprung liegt nicht in einer traditionellen Manufaktur, sondern in Online-Foren. Dort entstand 2021 die Idee, eine Mondphasen-Uhr kollektiv zu entwickeln. Aus ersten Umfragen und Skizzen wurde relativ schnell ein strukturierter Prozess, bei dem Interessierte aktiv Einfluss auf Designentscheidungen nehmen konnten. Dieses Prinzip, also nicht nur Feedback zu sammeln, sondern die Community tatsächlich als kreativen Motor einzubinden, zieht sich bis heute durch alle Projekte der Marke. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Transparenz. Während viele Hersteller ihre Kalkulationen streng geheim halten, legt Mu:n bewusst offen, wie sich die Kosten zusammensetzen. Das ist nicht nur Marketing, sondern Teil der Philosophie: Der Zeitmesser soll nicht nur als Objekt, sondern als nachvollziehbarer Entstehungsprozess verstanden werden. Inhaltlich ist die Mondphase als Komplikation zentral. Diese wird dabei jedoch nicht klassisch umgesetzt, sondern immer wieder neu interpretiert. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung einer besonders präzisen, lasergravierten Mondscheibe, die bis auf ein Tausendstel Millimeter genau gefertigt wird.

Parallel dazu wird inzwischen auch an einem eigenen modularen Kaliber gearbeitet, das langfristig mehrere Komplikationen wie Chronograph, Kalender, GMT und Mondphase kombinieren soll. Interessant ist vor allem die Art, wie Entscheidungen getroffen werden. Über digitale Tools können Nutzer Designs erstellen, Varianten kombinieren und darüber abstimmen. Dieser Prozess läuft in mehreren Stufen ab, bis sich eine finale Version herauskristallisiert. Dadurch entsteht am Ende keine Uhr mit einer einzelnen kreativen Handschrift, sondern ein Produkt, das aus vielen Perspektiven zusammengewachsen ist. Mu:n bewegt sich damit irgendwo zwischen klassischer Uhrmacherei, Crowdfunding und Designplattform. 

Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles, Automatikuhr mit besonderer Mondphasenkomplikation

Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles

© Mu:n Watches 

#Artemis Nuit des Étoiles

Die Nuit des Étoiles ist mehr als eine Uhr, sie ist ein Konzept. Als offizieller Partner der Association Française d’Astronomie schlägt Mu:n eine Brücke zwischen zwei Disziplinen, die denselben Ursprung haben. Während Astronomen den Himmel beobachten, machen Uhrmacher seine Rhythmen in mechanischer Form messbar. Genau dieses Spannungsfeld bildet die Grundlage für das Design und die technische Umsetzung dieser außergewöhnlichen Edition.

Präzision im Mikrometerbereich

Das Zifferblatt basiert dabei auf einer realen Himmelskarte, genauer gesagt auf dem Sternenhimmel des Jahres 1991, dem Zeitpunkt der ersten „Nuit des Étoiles“. Diese Darstellung wurde mit einer Präzision von bis zu 0,001 Millimetern mittels Femtosekundenlaser graviert. Besonders helle Sterne sind tiefer eingraviert, sodass sie im Dunkeln dank Superluminova leuchten und ganze Sternbilder sichtbar werden. So verwandelt sich der Zeitmesser bei Nacht in eine leuchtende Himmelskarte am Handgelenk.

Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles, Automatikuhr mit besonderer Mondphasenkomplikation

Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles

© Mu:n Watches

Dreidimensional, leuchtend und realistisch

Im Mittelpunkt des Zifferblatts steht der Mond, nicht als einfache Anzeige, sondern als plastisches Element mit bis zu zwölf Millimetern Relief. Seine Oberfläche wurde mit Lasertechnik strukturiert, sodass Krater und Schattierungen realistisch sichtbar werden. Die vollständig leuchtende Darstellung sorgt dafür, dass der Himmelskörper auch bei Dunkelheit präsent bleibt.

Tiefe durch Konstruktion

Das Uhrengesicht ist dreidimensional aufgebaut: Eine äußere Schicht mit Emaille-Finish sorgt für Glanz und Tiefe, während eine transparente zentrale Ebene den Blick auf die darunterliegende Mondscheibe freigibt. Der Mond selbst befindet sich auf einer dritten Ebene und scheint optisch mit dem Zifferblatt zu verschmelzen.

 

 

Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles, Automatikuhr mit besonderer Mondphasenkomplikation

Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles

© Mu:n Watches 

Orbitale Sekundenanzeige

Eine der ungewöhnlichsten Funktionen ist die Sekundenanzeige. Sie ist als „Orbit“ konzipiert: Eine transparente Scheibe mit einem kleinen Lackpunkt bewegt sich kreisförmig um den Mond und vermittelt den Eindruck eines schwebenden Satelliten.

Bewährtes Werk, neu interpretiert

Im Inneren arbeitet ein modifiziertes Automatikwerk auf Basis des Sellita SW288. Für diese Edition wurde es speziell angepasst: Die Tagesanzeige wurde entfernt, die Mondphasenmechanik überarbeitet und die Komponenten neu angeordnet, um mehr Raum für die zentrale Monddarstellung zu schaffen. Mit einer Frequenz von vier Hertz und einer Gangreserve von rund 60 Stunden bietet die Feinmechanik solide technische Grundlagen, während Stoßsicherung und Feinregulierung Zuverlässigkeit im Alltag gewährleisten.

 

Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles, Automatikuhr mit besonderer Mondphasenkomplikation

Mu:n Watches – Artemis Nuit des Étoiles

© Mu:n Watches

Funktionalität trifft modernes Design

Das Gehäuse aus 316L-Edelstahl ist bis 100 Meter wasserdicht und wird von einem doppelt gewölbten Saphirglas komplettiert, das die Komplexität des Zifferblatts zusätzlich in Szene setzt. Die Höhe von rund 11,5 Millimetern sorgt für eine ausgewogene Präsenz am Handgelenk. Abgerundet wird die Neuvorstellung durch ein Armband aus Leder. Die Artemis Nuit des Étoiles ist auf 300 Exemplare limitiert und kostet 1.500 Euro.

Fazit

Die Mu:n Artemis Nuit des Étoiles ist kein klassischer Zeitmesser. Durch die Verbindung von Astronomie, moderner Fertigungstechnologie und kreativer Gestaltung entsteht eine Uhr, die Zeit nicht nur misst, sondern erzählt. Sie richtet sich an Liebhaber ungewöhnlicher Konzepte, an Sammler unabhängiger Marken und an all jene, die in der Uhrmacherei mehr sehen als reine Funktion: nämlich eine Form von Kunst, die sich am Handgelenk entfaltet und bei der man sogar selbst mitwirken kann.

 

Micro Monday: Kollokium – Projekt 02 Variant B

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