Ming × Massena Lab 57.09 Secret Honey: Drei Scheiben statt Zeiger
Die erste Zusammenarbeit von Ming und Massena Lab griff ein Detail auf, das Vintage-Sammler sofort erkennen: das Wabenmuster, wie es auf begehrten Zifferblättern der Jahrhundertmitte zu finden ist. Es gab sie in zwei Varianten, als 17.09 Honey mit warm getöntem Hexagon-Dekor und als dunklere 17.09 Black. Mit der 57.09 Secret Honey führen die beiden Partner diese Farbwelten nun in einer Uhr zusammen. Das Wabenmuster selbst verschwindet dabei. An seine Stelle tritt eine Konstruktion, die das Thema nicht mehr abbildet, sondern erzeugt.
Drei Saphirscheiben, ein Muster, das sich nie wiederholt
Basis ist ein dunkelbraunes, lackiertes Messingzifferblatt mit kreisförmigem Schliff. Darüber liegen drei übereinander gestapelte, entspiegelte Saphirscheiben, die sich einmal in 24 Stunden, einmal in 12 Stunden und einmal pro Stunde drehen. Jede Scheibe trägt eine eigene Farbe und ein eigenes Muster aus Öffnungen. Wo sich die Aussparungen überlagern, entsteht ein Interferenzbild, das sich laufend verändert. Ming nennt das „dynamische Guilloche“. Der Begriff ist bewusst gewählt und trifft den Kern. Klassische Guilloche lebt von überlagerten, maschinell gezogenen Linien, deren Zusammenspiel das Licht bricht. Hier übernimmt die Bewegung der Scheiben diese Rolle. Spannend ist vor allem die 24-Stunden-Scheibe: Sie trägt keine klassische Zeitanzeige, sorgt aber dafür, dass sich ein bestimmtes Gesamtbild erst nach einem vollen Tag wiederholt. Der Honigton, der beim Vorgänger das ganze Blatt bestimmte, zeigt sich nur dann, wenn die Scheiben ihn freigeben. Daher auch der Name "Secret Honey", welcher von Ming x Massena Lab bewusst gewählt wurde.
Secret Honey: Ming und Massena Lab lassen das Honigmuster rotieren
Ming x Massena LabZeitanzeige über Scheiben und Glas
Die eigentliche Zeitinformation steckt in der 12-Stunden- und der 60-Minuten-Scheibe. Beide tragen honigfarbene Stunden- und Minutenmarkierungen, belegt mit orange leuchtender Superluminova. Die Indizes sowie die Logos von Ming und Massena Lab sind nicht auf dem Zifferblatt aufgedruckt, sondern in die Unterseite des gewölbten Box-Saphirglases graviert und mit Ming Polar White gefüllt. So entsteht eine zweite Leuchtebene, die weiß statt orange leuchtet. Bei Tag ist das ein subtiles Spiel mit Tiefe, bei Nacht zeigt die Uhr ein ganz anderes Gesicht. Scheibenanzeigen verlangen erfahrungsgemäß zwar eine kurze Eingewöhnung, zumal hier das Muster ständig in Bewegung ist, dennoch sollte sich die Uhrzeit bei dem neuesten Projekt von Ming x Massena Lab anhand der Markierungen auch ohne klassische Zeiger intuitiv ablesen lassen.
Gehäuse mit dreifarbig gestuften Hörnern
Das Gehäuse aus Titan Grad 5 folgt der fünften Generation der Ming-Designsprache. Es misst 40 Millimeter im Durchmesser, 10,17 Millimeter in der Höhe und 47,8 Millimeter von Horn zu Horn, bei 20 Millimetern Bandanstoßbreite und 100 Metern Wasserdichtigkeit. Ein großes Zifferblatt und eine vergleichsweise schmale Lünette verweisen laut Ming auf die 17.09 und auf einige Vintage-Lieblingsuhren von William Massena. Neu sind die Hörner. Die von Ming bekannten getreppten Bandanstöße sind erstmals in drei Tönen ausgeführt: Die äußere Stufe bleibt naturbelassenes Titan, die mittlere ist mit Titannitrid (TiN) beschichtet und erinnert an Gelbgold, die innere trägt eine TiSiN-Beschichtung in Roségold-Optik. Die Farbabstufung nimmt den Wechsel von Schwarz und Honig auf dem Zifferblatt auf.
Ming × Massena Lab 57.09 Secret Honey in Schwarz
Ming × Massena LabSellita-Basis mit eigener Ausführung
Angetrieben wird die 57.09 von einem Automatik-Basiskaliber von Sellita, welches als Ming 330.M2 exklusiv angepasst wurde und mit 25 Steinen, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hertz) und rund 50 Stunden Gangreserve läuft. Das Werk misst 26,2 Millimeter im Durchmesser bei 4,1 Millimetern Höhe und ist in fünf Lagen sowie auf Wärme, Kälte und Isochronismus reguliert. Durch den Glasboden aus Saphir sieht man skelettierte, gebürstete Brücken mit anthrazitfarbener Beschichtung über einer ebenso beschichteten Werkplatte. Ein Manufakturwerk ist das nicht, und Ming erhebt diesen Anspruch auch nicht. Die Marke setzt ihren Schwerpunkt auf Gestaltung und Ausführung, das Werk ist solide Schweizer Großserientechnik in eigener Anpassung. Bei einer Uhr, deren Reiz fast vollständig auf der Zifferblattseite liegt, ist das eine nachvollziehbare Entscheidung.
Ming × Massena Lab 57.09 Secret Honey
Ming × Massena LabBänder, Limitierung und Verkaufsstart
Geliefert wird die Uhr mit zwei Bändern: einem vachettafarbenen Ziegenlederband von Jean Rousseau Paris und einem schwarzen FKM-Kautschukband. Beide verfügen über Schnellwechsel-Federstege und eine Edelstahl-Dornschließe im Flying-Blade-Design mit Feinverstellung. Die 57.09 Secret Honey ist auf 125 Exemplare limitiert und kostet 7.250 Schweizer Franken, also umgerechnet circa 7.800 Euro exklusive Steuern.
„The Secret Honey“ wird im Rahmen von WatchTime New York vom 16. bis 18. Oktober 2026 offiziell vorgestellt.