Von Patek Philippe bis F.P. Journe: The Hong Kong Watch Auction XXII
Mit der Präsentation weiterer Highlights für die „The Hong Kong Watch Auction: XXII“ bestätigt Phillips einmal mehr den Status Hongkongs als einen der wichtigsten Marktplätze für hochkarätige Sammleruhren. Die Auktion, die am 30. und 31. Mai stattfindet, vereint außergewöhnliche Einzelstücke und seltene Varianten. Besonders hervorzuheben ist die Präsenz unabhängiger Uhrmacherkunst auf höchstem Niveau. Ein herausragendes Beispiel ist die F.P. Journe Tourbillon Souverain Chine 2010, von der lediglich fünf Exemplare existieren. Gleichzeitig bleibt Patek Philippe ein zentraler Pfeiler der Auktion. Mehrere außergewöhnliche Referenzen zeigen die Bandbreite und Tiefe des Marktes für moderne Klassiker. Auch ikonische Designs und historische Stücke kommen nicht zu kurz. Die Cartier Crash Squelette erscheint erstmals in einer mit Diamanten und Rubinen besetzten Version bei einer Auktion und verbindet avantgardistisches Design mit aufwendiger Skelettierung. Ein weiteres Highlight ist die Philippe Dufour Simplicity aus Edelstahl – ein Modell, das ohnehin zu den begehrtesten Uhren der modernen Independent-Szene zählt.
#1 F. P. Journe Tourbillon Souverain Chine 2010
Mit der „Chine 2010“-Edition schuf F. P. Journe einen Zeitmesser, der weit über eine klassische Boutique-Sonderedition hinausgeht. Entstanden anlässlich der Eröffnung der Boutique in Peking im Jahr 2010, umfasst diese Serie lediglich fünf Exemplare. Was diese Edition jedoch wirklich besonders macht, ist die Kombination aus technischer Substanz und kultureller Symbolik. Das Zifferblatt in tiefem, leuchtendem Rot ist mit den fünf Sternen der chinesischen Flagge versehen. Unter dem Uhrengesicht arbeitet ein mechanisches Konzept, das zu den charakteristischsten Signaturen der Marke zählt. Die Uhr vereint eine tote Sekunde, auch bekannt als Deadbeat Seconds, mit einem Remontoir d’égalité, einer konstanten Kraftübertragung, die die Energiezufuhr zur Hemmung stabilisiert. Ergänzt wird die Feinmechanik durch eine Gangreserveanzeige. Diese Kombination steht exemplarisch für die Philosophie von François-Paul Journe: höchste chronometrische Präzision durch intelligente mechanische Lösungen. Innerhalb dieser ohnehin extrem limitierten Serie nimmt das hier beschriebene Exemplar eine Sonderstellung ein. Es ist das einzige bekannte Modell, das in einem 38-Millimeter-Platingehäuse ausgeführt wurde. Diese Konfiguration unterscheidet es von den übrigen Exemplaren und hebt seine Seltenheit auf ein noch höheres Niveau. Der Schätzpreis dieser Ausnahme-Armbanduhr beträgt rund eine Million US-Dollar.
#2 Patek Philippe Ref. 5970P-018
Die Referenz 5970P-018 ist eines der begehrtesten Modelle der modernen Haute Horlogerie. Seit Jahren zählt sie zu den bedeutendsten ewigen Kalender-Chronographen aus dem Hause Patek Philippe, doch diese spezielle Variante hebt sich durch ihre individuelle Konfiguration deutlich vom bekannten Serienbild ab. Das Gehäuse aus Platin verleiht der Uhr eine zurückhaltende, zugleich aber äußerst exklusive Präsenz. Das Material ist nicht ohne Grund traditionell den seltensten und prestigeträchtigsten Ausführungen der Manufaktur vorbehalten. Im Zentrum steht jedoch das Zifferblatt: ein tiefblaues Sonnenschliff-Blatt, das durch die ungewöhnliche Kombination aus römischer Zwölf und applizierten Punktindizes eine ganz eigenständige Ästhetik entwickelt. Besagte Konfiguration ist Ausdruck einer sogenannten „Special Order“, die den Gedanken der uhrmacherischen Haute Couture aufgreift und individuelle Gestaltung auf höchstem handwerklichen Niveau ermöglicht. Technisch basiert der Zeitmesser auf dem legendären Kaliber CH 27-70 Q, einem Handaufzugswerk mit klassischem Säulenrad-Chronographen und ewigem Kalender, das lange Zeit als Referenz in seiner Kategorie galt. Die Kombination aus traditioneller Konstruktion und herausragender Finissierung macht diese Feinmechanik zu einem der geschätztesten Chronographenkaliber der jüngeren Uhrengeschichte. Besonders relevant für Sammler ist zudem die dokumentierte Provenienz: Ein Auszug aus den Archiven bestätigt, dass die Uhr 2011 gefertigt und ausgeliefert wurde. In Verbindung mit der Tatsache, dass es sich um das einzige bekannte Exemplar dieser spezifischen Ausführung handelt, das jemals öffentlich auf dem Auktionsmarkt erschienen ist, entsteht eine außergewöhnliche Seltenheit. Mit einer Schätzung von rund 450.000 bis 900.000 US-Dollar positioniert sich dieses Stück klar im oberen Segment des Sammlermarktes.
#3 Patek Philippe Ref. 5016P-010
Zwischen 1993 und 2011 gefertigt, galt die Referenz 5016P-010 lange Zeit als die komplizierteste Armbanduhr, die Patek Philippe jemals serienmäßig produziert hat. Wahrlich beeindruckend ist die Kombination aus Minutenrepetition, ewigem Kalender mit retrograder Datumsanzeige und Tourbillon, ergänzt durch eine Mondphasenanzeige. Jede dieser Komplikationen für sich stellt bereits höchste Anforderungen an Konstruktion und Fertigung. Ihre Integration in einem einzigen Werk erfordert nicht nur technische Meisterschaft, sondern auch ein außergewöhnliches Gespür für räumliche Organisation und Energiefluss innerhalb des Kalibers. Für zuverlässigen Antrieb sorgt das Handaufzugskaliber RTO 27 PS QR, ein Werk mit 506 fein bearbeiteten Einzelteilen. Seine Architektur ist ebenso beeindruckend wie seine akustische und visuelle Qualität: Die Minutenrepetition steht für die klangliche Perfektion der Genfer Schule, während das Tourbillon, bei Patek Philippe traditionell auf der Rückseite verborgen, der chronometrischen Präzision dient. Die retrograde Datumsanzeige wiederum bringt eine dynamische Komponente ins Spiel, wenn der Zeiger am Monatsende in einer schnellen Bewegung zurückspringt. Das Platingehäuse mit einem Durchmesser von 37 Millimetern unterstreicht die klassische Eleganz und Tragbarkeit des Modells. Charakteristisch für die Platinversionen ist das Zifferblatt, das entweder in Silber oder Schwarz ausgeführt ist und unterhalb der Mondphase die Werknummer trägt. Das hier angebotene Exemplar, datiert auf circa 2009, erscheint erstmals öffentlich auf dem Markt, befindet sich in bemerkenswert gutem Erhaltungszustand und wird auf rund 450.000 bis 833.000 US-Dollar geschätzt.
#4 Philippe Dufour Simplicity
Die Philippe Dufour Simplicity gilt seit Jahren als eine der reinsten Ausdrucksformen klassischer Uhrmacherkunst. Das hier beschriebene Exemplar aus dem Jahr 2020 hebt dieses ohnehin legendäre Modell jedoch auf ein nochmals höheres Niveau der Seltenheit und Begehrlichkeit. Gefertigt von Philippe Dufour, einem der angesehensten unabhängigen Uhrmacher unserer Zeit, steht die Simplicity sinnbildlich für kompromisslose Handarbeit und traditionelle Finissierungstechniken. In einer Ära zunehmender Industrialisierung bleibt Dufour einer der letzten Meister, der nahezu jeden Schritt von Hand ausführt. Dieses besondere Exemplar zeichnet sich durch zwei besonders bemerkenswerte Merkmale aus. Zum einen besteht das Gehäuse aus Edelstahl, ein Material, das bei Dufour zwar bekannt, aber stets äußerst limitiert ist. Zum anderen verfügt die Uhr über ein seltenes, schiefergraues Guilloché-Zifferblatt, das mit Breguet-Ziffern versehen ist. In Kombination mit roségoldenen Zeigern und applizierten Elementen entsteht ein hochraffinierter Farbkontrast, der in dieser Form einzigartig ist. Im Inneren arbeitet das Kaliber mit der Werknummer 210, dessen Finissierung als Referenz für die gesamte Branche gilt. Enorm präzise ausgeführte Genfer Streifen, von Hand anglierten Kanten und fein modellierte Übergänge zeigen eine Liebe zum Detail, die selbst unter Kennern als nahezu unerreicht gilt. Dass auch dieser Zeitmesser erstmals auf dem öffentlichen Markt erscheint und sich in makellosem Zustand befindet, verstärkt seine Bedeutung zusätzlich. Der Schätzung zufolge müssen Interessierte rund 359.000 bis 718.000 US-Dollar übrig haben.
#5 F. P. Journe Tourbillon Souverain
Gut und gerne kann die Tourbillon Souverain zu den fundamentalen Säulen des Schaffens von François-Paul Journe gezählt werden und markiert dabei zugleich den Beginn seiner eigenständigen Manufakturgeschichte. Nach ersten Prototypen wurde das Modell 1999 offiziell lanciert, zunächst in Form der legendären „Souscription“-Serie aus nur 20 Platinuhren, die als eine Art Vorfinanzierung für den Aufbau der Marke diente und heute zu den begehrtesten modernen Sammlerstücken zählt. Das hier beschriebene Exemplar aus circa 2003 stammt aus der vierten Entwicklungsstufe dieser frühen Phase, einer Zeit, in der das Modell kontinuierlich verfeinert wurde. Alle Uhren dieser Generation sind noch mit Messingwerken ausgestattet und damit klar von späteren Ausführungen mit Goldplatinen unterscheidbar. Bei Sammlern lösen sie eine eigene Faszination aus, da die unmittelbare Frühzeit der Manufaktur widerspiegelt wird. Das 38-Millimeter-Gehäuse aus Roségold verleiht dem Zeitmesser eine warme, klassische Präsenz, die durch die seltene „pink-on-pink“-Konfiguration zusätzlich verstärkt wird. Das roségoldene Zifferblatt gilt innerhalb der verschiedenen Varianten als die seltenste Ausführung. Die im Laufe der Zeit entstandene, sanfte Patina trägt dabei zur Tiefe und Authentizität bei. Auch konstruktiv weist diese vierte Generation spezifische Merkmale auf, darunter eine flache Remontoir-Unruhbrücke sowie tiefer ausgeführte Gravuren auf dem Gehäuseboden. Im Inneren arbeitet das für Journe charakteristische System mit Remontoir d’égalité, das eine konstante Energiezufuhr zur Hemmung gewährleistet und damit die chronometrische Präzision verbessert. Für rund 308.000 bis 615.000 US-Dollar könnte die besondere Referenz Teil der eigenen Sammlung werden.
#6 Cartier Crash Squelette
Die Cartier Crash Squelette gehört zu den radikalsten Interpretationen moderner Haute Horlogerie und führt die ikonische, surrealistisch inspirierte Crash-Form von Cartier in eine neue, technisch wie gestalterisch kompromisslose Dimension. Unter der kreativen Leitung von Carole Forestier-Kasapi entstand ein Zeitmesser, der nicht nur durch seine äußere Form, sondern vor allem durch seine innere Architektur Maßstäbe setzt. Im Zentrum arbeitet das Kaliber 9618MC, dessen skelettierte Brücken nicht lediglich dekorativen Zwecken dienen, sondern selbst zur Anzeige werden. In einer selten gesehenen konstruktiven Leistung sind sie so gestaltet, dass sie die römischen Ziffern formen und gleichzeitig der asymmetrischen Silhouette des Gehäuses folgen. Bei dem hier angeboten Exemplar aus circa 2017 handelt sich um die erste Ausführung der Crash Squelette, die mit Diamanten und Rubinen besetzt wurde. Diese Kombination macht die Uhr nicht nur zu einem technischen und ästhetischen Statement, sondern auch zu einem historisch bedeutenden Stück innerhalb der Modellgeschichte. Der Besatz aus abgestuften Diamanten und Rubinen folgt der unregelmäßigen Kontur des Gehäuses und betont deren fließende, fast organische Linienführung. Ergänzt wird die extravagante Optik durch eine mit einem Diamanten besetzte Cabochon-Krone. Bemerkenswert ist auch der Zustand dieses Exemplars: Über neun Jahre hinweg in einer Privatsammlung verwahrt, präsentiert es sich heute nahezu ungetragen und wird mit vollständiger Originaldokumentation angeboten. Für rund 128.000 bis 256.000 US-Dollar beginnt das eigene Handgelenk zu funkeln.
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