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Lesedauer 5 Min.

Maurice Lacroix 1975 Quartz 33 mm: Wenn weniger mehr ist

Die Schweizer Manufaktur präsentiert ihre klassische 1975-Kollektion in einer neuen, kompakten Größe – mit Perlmutt, Diamanten und überraschend viel Charakter.
Maurice Lacroix präsentiert eine „Mini“-Version der 1975

Maurice Lacroix präsentiert eine „Mini“-Version der 1975

© Maurice Lacroix

Man könnte meinen, die Uhrenindustrie hätte die Größenfrage längst geklärt. Sportuhren werden größer, Dresswatches schrumpfen wieder auf Vintage-Maße, und irgendwo dazwischen gibt es für jeden Geschmack die passende Millimeter-Zahl. Doch ausgerechnet bei 33 mm herrscht seit Jahren eine etwas vernachlässigte Leerstelle – als hätte sich die Branche stillschweigend darauf geeinigt, diese Dimension den Kinderuhren und Schmuckstücken zu überlassen. Dabei ist es genau die Größe, die an vielen Handgelenken natürlicher sitzt als die gängigen 36, 38 oder 40 mm. 

Mit der neuen 1975 Quartz 33 mm präsentiert Maurice Lacroix ihre klassischste Kollektion in einer neuen Größe. Die 1975-Kollektion selbst ist noch jung. Erst 2025 zum 50-jährigen Jubiläum der Marke eingeführt, greift sie tief in die Archive von Maurice Lacroix und destilliert daraus eine Vintage-Ästhetik, die sich an der ikonischen Les Classiques-Linie aus dem Jahr 1988 orientiert. Retro-modern nennt die Manufaktur diesen Ansatz – und meint damit eine Uhr, die historische Codes aufgreift, ohne nostalgisch zu wirken. 

Maurice Lacroix präsentiert eine „Mini“-Version der 1975

Maurice Lacroix präsentiert eine „Mini“-Version der 1975

© Maurice Lacroix

Proportionen, die Sinn ergeben 

Mit 33 mm Durchmesser und einer Höhe von gerade einmal 8,4 mm positioniert sich die neue 1975 in einem Segment, das aktuell wieder an Relevanz gewinnt. Die Uhr ist kompakt, aber nicht niedlich. Flach, aber nicht fragil. Acht Referenzen hat Maurice Lacroix aufgelegt – von zurückhaltend bis opulent, von Stahl bis Bicolor, von puristisch bis diamantbesetzt. Die Basis bildet ein Gehäuse aus Edelstahl, dessen Verarbeitung den „Masterpiece"-Spezifikationen der Marke entspricht. Das bedeutet: abwechselnd gebürstete und polierte Oberflächen, präzise gesetzte Abschrägungen an den Bandanstößen, und ein Lichtspiel, das sich erst am Handgelenk vollständig entfaltet. 

Die polierte Lünette rahmt das Zifferblatt mit perfekt ausgewogenen Rundungen – ein Detail, das auf den ersten Blick selbstverständlich wirkt, in der Ausführung aber höchste Präzision verlangt. Unter dem Saphirglas mit Antireflexbeschichtung zeigt sich die Vielfalt der Kollektion. Die Einstiegsmodelle kommen mit silberfarbenem Zifferblatt im charakteristischen Sonnenschliff – ein dezenter Schimmer, der je nach Lichteinfall die Oberfläche belebt, ohne aufdringlich zu wirken. Wer es etwas üppiger mag, greift zu den Versionen mit Perlmuttzifferblättern in Weiß oder zartem Rosé. Perlmutt ist ein organisches Material, dessen Schillern nie identisch ausfällt – jede Uhr wird damit zum Unikat.

 Bei den diamantbesetzten Varianten zeigt Maurice Lacroix Zurückhaltung, wo andere Marken zur Übertreibung neigen. Die Einstiegsversion mit Edelsteinbesatz trägt zwölf Diamanten als Stundenindizes – insgesamt 0,08 Karat, Reinheitsgrad SI2, verantwortungsvoll beschafft und durch das Responsible Jewellery Council (RJC) zertifiziert. Das Topmodell geht einen Schritt weiter: 60 Diamanten (0,67 Karat) zieren die Lünette, dazu kommen die zwölf Steine auf dem Zifferblatt. Das klingt nach viel, wirkt am Handgelenk aber überraschend ausgewogen – auch weil Maurice Lacroix auf eine durchgehend polierte Fassung verzichtet und stattdessen das Wechselspiel von matten und glänzenden Flächen beibehält. Die restliche Zifferblattgestaltung folgt klassischen Codes: Facettierte, diamantpolierte Indizes in der für die 1975 typischen Rautenform. Dauphine-Zeiger für Stunden und Minuten. Ein zentraler Sekundenzeiger. Eine Minutenteilung am Rand. Und ein dezentes Datumsfenster bei 3 Uhr – praktisch, unaufdringlich, im Alltag geschätzt. 

Maurice Lacroix präsentiert eine „Mini“-Version der 1975

Mit einer Höhe von 8,4 mm und einer Wasserdichtigkeit bis 10 Meter erfüllt das Gehäuse der 1975 Quartz 33 mm die Anforderungen der „Masterpiece“-Spezifikationen von Maurice Lacroix.

© Maurice Lacroix

Bei der Bicolor-Version kontrastiert gelbgoldfarbenes PVD 2N mit den Zeigern und Indizes und harmoniert zugleich mit der farblich abgestimmten Lünette. Ein Look, der bewusst an die Achtziger erinnert, ohne sich in Retro-Kitsch zu verlieren. 

Das Armband macht den Unterschied 

Was bei einer 33-mm-Uhr oft unterschätzt wird: Das Armband ist entscheidend dafür, ob die Proportionen am Handgelenk funktionieren. Maurice Lacroix hat für die 1975-Kollektion ein spezielles fünfreihiges Metallarmband entwickelt, dessen satinierte Außenglieder drei polierte Mittelglieder umrahmen. Bei der Bicolor-Version sorgen PVD-2N-beschichtete Glieder für einen markanten Kontrast. Die Schmetterlingsschließe schließt sauber, das Armband schmiegt sich ans Handgelenk, ohne zu ziehen. Alternativ bietet Maurice Lacroix Kalbslederbänder in Weiß oder Rosé an – farblich abgestimmt auf die Perlmuttzifferblätter, mit eingeprägtem Markenlogo und Ton-in-Ton-Nähten. Alle Armbandoptionen sind mit dem Easy Strap Exchange-System ausgestattet, das einen werkzeuglosen Wechsel ermöglicht. Ein Metallarmband zur Arbeit, Leder am Abend – die Vielseitigkeit ist eingebaut. 

Quarzwerk ohne Entschuldigung 

Im Inneren arbeitet ein Ronda 515 Quarzwerk – eine Entscheidung, die man nachvollziehen kann, auch wenn sie zumindest bei mir eine gewisse Ambivalenz hinterlässt. Bei 33 mm und 8,4 mm Höhe wäre ein Automatikwerk durchaus möglich, würde aber die Proportionen verschieben und den Preis spürbar nach oben treiben. Quarz bedeutet hier also Konsequenz: präzise, wartungsarm, mit einer Batterielebensdauer von über fünf Jahren. Für eine Uhr, die im Alltag getragen wird, ist das ein rationales Argument. 

Dennoch bleibt ein leises Bedauern. Gerade bei Damenuhren – und die 1975 Quartz 33 mm wird zweifellos vor allem Frauen ansprechen – herrscht seit Jahren eine stillschweigende Übereinkunft, dass Quarzwerke ausreichen. Als wäre mechanische Uhrmacherei eine Männerdomäne, während für Frauen die Praktikabilität im Vordergrund stehen müsse. Dabei zeigen Marken in anderen Kollektionen, dass kompakte Automatikuhren funktionieren – technisch wie wirtschaftlich. Man würde sich wünschen, dass die Branche hier mutiger wird und auch bei kleineren Durchmessern öfter auf mechanische Werke setzt. Nicht aus Prinzip, sondern weil es die Wertigkeit unterstreicht und die Freude am Objekt langfristig erhöht. Die 1975 in 33 mm hätte das Zeug dazu gehabt.

Die Preisfrage 

Maurice Lacroix positioniert die 1975 Quartz 33 mm zwischen 850 Euro und 3.490 Euro – ein Spektrum, das von der Basis-Stahlversion bis zur diamantbesetzten Lünette reicht. Die Einstiegsmodelle mit Lederarmband oder Stahlband ohne Edelsteine starten bei 850 Euro, die Perlmutt-Varianten am Metallarmband bei 990 Euro. Für die Version mit diamantbesetzten Indizes werden 1.090 Euro fällig. Das Topmodell mit 60 Diamanten in der Lünette und zwölf auf dem Zifferblatt kostet 3.490 Euro. 

Fazit: Eine Größe, die fehlt 

Die 1975 Quartz 33 mm ist keine revolutionäre Uhr. Sie erfindet nichts neu, sie provoziert nicht, sie schreit nicht nach Aufmerksamkeit. Aber genau darin liegt ihre Stärke. Maurice Lacroix hat eine Kollektion genommen, die bereits funktioniert hat, und sie in eine Größe übersetzt, die vielen Menschen schlicht besser passt. Das Ergebnis ist eine klassische Uhr mit modernen Proportionen, hochwertigen Materialien und einer Auswahl, die von zurückhaltend bis opulent reicht. Zum Valentinstag. Oder einfach so.

Maurice Lacroix Quarzuhr Uhren bis 1.000 Euro

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