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Lesedauer 9 Min.

Hands-on: Qlocktwo W, die neueste Generation der Buchstaben-Armbanduhr

Nach vier Jahren Abwesenheit ist sie wieder da: die Armbanduhr W von Clocktwo mit ihrer Zeitanzeige durch leuchtende Buchstaben und Sätze. Die neueste Generation zeigt sich in wichtigen Details verbessert, zum Neustart gibt es zwei Varianten. Wir haben die W zwei Wochen lang getragen.
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Qlocktwo W: die neueste Generation 

© WatchTime

Die Uhrzeit in Worten

"Es ist fünf vor halb elf": So sprechen wir, wenn wir jemandem die Uhrzeit mitteilen. Was wäre, wenn auch eine Uhr so spräche? Dieser Gedanke war Mitte der Nullerjahre der Ausgangspunkt einer bis heute einmaligen Uhr. Marco Biegert und Andreas Funk, die Gründer von Qlocktwo, waren schon als Schüler im beschaulichen Schwäbisch Gmünd ständig mit Tüfteleien jeder Art beschäftigt gewesen. Später gründeten sie gemeinsam eine Werbeagentur. Sie arbeiteten an Software-Programmen und Beamern, damals schon an Drohnen, aber auch an künstlerischen Projekten. Eines Tages kam die Idee auf, die ihr Leben verändern sollte: "Warum gibt es eigentlich keine Uhr, die die Zeit so anzeigt, wie man sie mit Worten formuliert?" Das Ergebnis war, nach intensiver jahrelanger Entwicklungsarbeit, die erste lesbare Wanduhr, mit einer aus 110 beleuchtbaren Buchstaben bestehenden Frontseite.

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Die Gründer von Qlocktwo: Marco Biegert und Andreas Funk, ca. 2016
© Qlocktwo

Nach einigen Verbesserungen brachten sie sie auf den Markt, in verschiedenen Größen und Sprachen, auch als Tischuhr. Der Erfolg war überwältigend, und so ließen sie 2012 die erste Armbanduhr folgen. Die W35 – das "W" steht für Watch – besaß ein quadratisches Edelstahlgehäuse von 35 mal 35 mm. Die Höhe lag bei ungefähr 9 mm. Im Folgejahr gewann sie ihren ersten Designpreis, den Red Dot Award Product Design. Die Red-Dot-Jury verwies auf die neuartige Erfahrung des Ablesens und bewertete die Zeitangabe in Worten nicht nur als originell, sondern auch als praktisch. Später folgte die größere W39 mit einem 39-mal-39-mm-Gehäuse. Es sollte nicht die erste Designauszeichnung bleiben. Während 2019 die gesamte damalige Armbanduhren-Serie mit zwei Größen, fünf Gehäusematerialien, 14 Bandvarianten und mehr als 20 Sprachen den iF Design Award erhielt, wurden immer wieder verschiedene Wand- und Tischmodelle prämiert. 

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Einmal den Arm drehen, schon erscheint die Anzeige: die neue Qlocktwo W

© WatchTime

2026 kehrt die Armbanduhr zurück

Trotz allem blieb die Armbanduhr immer im Schatten der Großuhren. 2022 nahm Qlocktwo die W-Modelle sogar ganz vom Markt. Im März 2026 ist sie nun zurückgekommen, mit einigen technischen Verbesserungen. Im Hands-on wollten wir sehen: Was unterscheidet sie von den früheren Modellen? Wie hochwertig ist sie gemacht? Und wie steht es um Funktionalität, Trageverhalten und Ablesbarkeit?

Die erste Veränderung betrifft das Maß: Statt W35 und W39 gibt es jetzt nur noch ein Armbanduhrenmodell. Es heißt ganz prosaisch "W" und ist 38 mal 38 mm groß. Damit liegt die Uhr gut am Arm, zumal sie relativ flach ist: Mit der Schieblehre messen wir 8,6 mm. Trotz des betont eckigen Gehäuses gleitet die W jederzeit gut unter Hemdmanschette und Pullover, ohne Fäden zu ziehen. Denn die W hat zwar von oben betrachtet keine abgerundeten Ecken. Schaut man genau hin, sind aber Kanten und Ecken leicht abgeschrägt – die des Edelstahlgehäuses genauso wie die des leicht hervorstehenden Deckglases. Schon das ist ein erstes Detail, mit dem die Uhr uns für sich einnimmt. Fühlt man mit den Fingern über das Gehäuse, finden sich zwar doch vier raue Stellen: Es sind die Schrauben in den Ecken, mit denen der Boden am Gehäusemittelteil befestigt ist. Sie tragen zur Wasserdichtheit von immerhin 50 Metern bei, beim Tragen der Uhr spürt man sie aber nicht.

Das "Zifferblatt", im Falle von Qlocktwo eine metallene Wortmatrix, entsteht in einem fotochemischen Verfahren. Es ist eine Art quadratische Schablone, bei der die Buchstaben als Aussparungen aus dem Metall herausgearbeitet und anschließend oberflächenveredelt werden. Buchstaben, die eigentlich einen abgetrennten Innenteil haben wie A, B, D, O, P oder R müssen entsprechend angepasst werden. Das Deckglas besteht nicht aus Saphirkristall, sondern aus gehärtetem Mineralglas. Die neue W gibt es in zwei Ausführungen: Unsere Testuhr in "Fine Steel" besteht aus naturbelassenem, gebürstetem Edelstahl, daneben gibt es eine Variante in schwarz DLC-beschichtetem Black Steel.

Qlocktwo-W-schwarz-DLC

Alternative: Die Qlocktwo W mit schwarz DLC-beschichtetem Gehäuse und Band 

© Qlocktwo

Stufenlose Bandeinstellung

Ein Handschmeichler ist das Milanaiseband. Die enge Flechtstruktur ergibt ein angenehm weiches Gefühl. Die Schließe lässt sich stufenlos auf die passende Länge anpassen, sodass die Uhr genau so eng oder locker am Arm liegt, wie man das möchte. Zum einmaligen Einstellen benötigt man nur ein kleines, flaches Werkzeug, um den Klemmmechanismus an der Unterseite der Schließe anzuheben. Dann kann man die Schließe auf dem Metallgeflecht verschieben und am Ende in der gewünschten Position wieder festdrücken, bis der Klemmmechanismus sicher einrastet. Um die Uhr anzulegen, hakt man bei geöffneter Schließe einen Doppelhaken in einen Steg am Schließenmechanismus ein, klappt den mit "Qlocktwo" gebrandeten Bügel darüber und arretiert das Ganze durch Umlegen des Sicherungsbügels. Das Ganze hört sich vielleicht komplizierter an, als es ist: Hat man einmal die passende Länge eingestellt, ist das An- und Ablegen der Uhr künftig schnell erledigt.

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Die Schließe lässt sich stufenlos auf die gewünschte Länge anpassen.

© WatchTime

Ablesen durch Knopfdruck – oder Handbewegung

Beim Ablesen unterscheidet sich die W naturgemäß von allen anderen Uhren. Natürlich können die LEDs nicht dauerhaft leuchten, sonst wäre der Akku schnell entladen. Daher erscheint die Anzeige der Uhrzeit erst durch Druck auf den Drücker, der in den rechten Gehäuserand eingelassen ist. Dann liest man einen Satz wie "Es ist zehn nach zehn" oder "Es ist viertel vor elf" oder "Es ist drei Uhr". Die sprachlich formulierte Anzeige funktioniert für alle Uhrzeiten in Fünf-Minuten-Schritten. Für die minutengenaue Information gibt es in den vier Ecken weitere Leuchtpunkte. Leuchten etwa zur Anzeige "Es ist viertel nach fünf" drei Punkte, weiß man, dass es 5.18 Uhr oder 17.18 Uhr ist. Für den Fall, dass man die rechte Hand nicht frei hat, gibt es einen anderen Weg: Man bewegt den linken Arm mit einer leichten Drehbewegung, sodass das Display Richtung Gesicht zeigt: Auch jetzt geht die Anzeige dank des integrierten Gyrosensors an. Und der ist guteingestellt: weder reagiert er zu empfindlich, sodass die Uhr unnötig aufleuchtet und Energie verbraucht, noch zu zurückhaltend, sodass man die Bewegung wiederholen muss. Letzteres kommt schon mal vor, aber nur dann, wenn die Drehbewegung unzureichend war. Untern Strich ist die Einführung des Gyrosensors eine der entscheidenden Verbesserungen gegenüber den früheren Modellen, die das noch nicht konnten. Trotzdem lässt sich der Mechanismus auch ausschalten.

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Nach dem zweiten Drücken erscheint die Atumsanzeige. © WatchTime

Gute Anzeige auch im Sonnenlicht

Eine weitere, vielleicht noch wichtigere Verbesserung gegenüber W35 und W39 ist die gute Ablesbarkeit in der Helligkeit. Durch den ebenfalls neuen integrierten Lichtsensor passt sich die Leuchtintensität automatisch an die Umgebungshelligkeit an: Je heller es ist, desto heller erschienen auch die Buchstaben. So kann man die Uhr selbst im gleißenden Sonnenlicht ablesen, ohne etwa eine schützende Hand darüberhalten zu müssen.

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Neues Feature: die Mondphasenanzeige © WatchTime

Neu: Mit Mondphasenanzeige

Zusätzlich hat Qlocktwo der neuen W eine Mondphasenanzeige spendiert. Ohnehin zeigt die Uhr nicht nur die Stunden und Minuten an: Drückt man ein zweites Mal, erscheint zunächst das Datum, bei weiterem Drücken die Mondphase, bei erneutem Drücken die Sekunden. Und die verschwinden auch nicht so schnell, sondern zählen etwa eine Minute lang durch, bis es wieder dunkel wird. Zur Darstellung der Zahlen werden genau die Buchstaben beleuchtet, die zusammen die Form einer 1, 2, 3 usw. ergeben. Das Gleiche gilt für die Mondphase – und für die Batterieanzeige. Die sieht man, wenn man den Button einmal kurz drückt, loslässt und dann noch einmal für zwei Sekunden drückt.

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Die Sekunden bleiben nach dem Drücken für eine MInute sichtbar.

© WatchTime

Einstellung manuell oder über Flashsetter App

Ebenfalls neu ist die erleichterte Einstellung über die von Qlocktwo entwickelte Flashsetter-App für iOS und Android. Mit ihr synchronisiert man die W in Sekundenschnelle mit der Zeit der Smartwatch. Man legt einfach die W auf einen wie die Uhr 38 x 38 mm großen Rahmen, den die App auf dem Smartphone-Display abbildet, und drückt auf "Flash" – dann werden Uhrzeit und Einstellungen über Lichtsignale an einen Sensor der Uhr übertragen. Alternativ lässt sich alles auch über den Drücker einstellen: Das dauert wesentlich länger, macht einen aber unabhängig vom Handy. Wie das genau funktioniert, darüber informiert Qlocktwo in der Gebrauchsanleitung auf ihrer Website.

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Das Batteriesymbol zeigt den Ladezustand des Akkus an.

© WatchTime

Sieben Sprachversionen zum Neustart

Wie gewohnt, bietet Qlocktwo auch die neue W wieder in mehreren Sprachversionen an. Diesmal sind es sieben: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Schwytzerdütsch und Arabisch. Das sind nicht mehr so viele wie bei den früheren Armbanduhren oder bei Tisch- und Wanduhren, hängt aber sicherlich von der Nachfrage auf den unterschiedlichen Märkten ab. Ob es demnächst auch wieder eine schwäbische Version geben wird, dürfte also nicht zuletzt von der sprichwörtlichen Sparsamkeit der Schwaben abhängen. Arabische Kundinnen und Kunden müssen mit der Einschränkung leben, dass in ihrer Sprachversion nur die Uhrzeit angezeigt wird, nicht Mondphase und Sekunden, für unser Hands-on spielt das aber eine untergeordnete Rolle. Übrigens muss man sich schon beim Kauf für eine der verfügbaren Sprachen entscheiden, denn von der Wahl hängt die jeweilige Anordnung der Buchstaben ab. Man kann die Sprache also nicht über die Software umstellen.

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Am schnellsten stellt man die Qlocktwo W über die Flashsetter-App ein.
© WatchTime

Deutsches Inhouse-Quarzlaufwerk

Die Technik der Wortanzeige ließe sich mit reiner Mechanik nicht umsetzen. Qlocktwo verwendet deshalb ein selbst entwickeltes Quarzwerk, das in Deutschland gefertigt wird. Anders als die früheren W-Modelle kommen bei der neuen keine Knopfzellenbatterien mehr zum Einsatz, sondern ein integrierter Lithium-Polymer-Akku. Er wird über einen mitgelieferten Charger aus Aluminium aufgeladen, die Ladung reicht bis zu zehn Tagen. Qlocktwo fräst das Ladegerät aus einem massiven Block. Es ist nicht nur ein Device, sondern Teil des gestalterischen Gesamtpakets. Das zeigt sich etwa, wenn man die Uhr zum Laden hineinlegt: Die Passform ist bemerkenswert gut. Auch das ist einer der kleinen Details, die zusätzliche Freude bereiten. Gleichzeitig entfällt für Benutzer oder Benutzerin die Notwendigkeit, regelmäßig die Batterien tauschen zu müssen.

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Der mitgelieferte Charger ist Teil des Designkonzepts.

© WatchTime

Designobjekt am Arm

Letztlich ist die W auch ein Designobjekt. Sie ist ein Hingucker und etwas, auf das man von vielen Menschen angesprochen wird. Aber sie ist alles andere als ein Gimmick: Gestaltung und Funktion sind tief durchdacht und aufeinander abgestimmt, die Ausführung hochwertig, die Details stimmig. Nicht umsonst hat die neue W schon kurz nach ihrer Markteinführung mit dem Red Dot Design Award 2026 wieder einen renommierten Designpreis erhalten. Die W ist eine Armbanduhr, die Spaß macht. Man freut sich, sie anzuschauen, auch wenn die Zeitanzeige nicht aktiviert ist. Sie ist auch ein Bekenntnis zu einer sehr ungewöhnlichen Anzeige, an die man sich erst gewöhnen muss, nicht so intuitiv ablesbar wie eine analoge Uhr mit Zeigern. Sie ist gemacht für Menschen, die die Abwechslung lieben. Die nicht jeden Tag den gleichen Weg zur Arbeit nehmen und die jedes Jahr in einem anderen Land Urlaub machen. Denn man trägt sie nicht wochen- und monatelang jeden Tag am Arm. Aber wenn man sie statt der runden Mechanikuhr mal wieder anlegt, dann ist das ein besonderer Tag.

Die Qlocktwo W ist in Fine Steel und Black Steel erhältlich. Beide Varianten kosten 1.200 Euro und werden mit einem Milanaiseband geliefert. Die Auslieferung erfolgt über ausgewählte Fachhändler, die Flagship-Stores der Marke und den Onlinehandel.

Technische Daten

Modell: Qlocktwo W W38-1

Gehäuse: Edelstahl, gehärtetes Mineralglas

Maße: 38 x 38 mm. Horn zu Horn 45,5 mm. Breite inkl. Drücker 40 mm. Gesamthöhe 8,5mm. Gewicht 123 g mit Milanaiseband

Werk: Quarz

Batterie: Li-Po Akku, 3.7 V, 100 mAh

Wasserdichtigkeit: 50 m

Ganggenauigkeit: ±15 Sekunden/Monat

Preis: 1.200 Euro

Quarzuhr Datumsanzeige Gangreserve Edelstahl Uhren Uhren bis 2.000 Euro Mondphasenuhr

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