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Dresswatches: Über den Trend zur eleganten Uhr

Hamilton: Jazzmaster Thinline
Eine Dresswatch wie die Jazzmaster Thinline von Hamilton ist die perfekte Ergänzung zum Maßanzug
© PR
Der laute Auftritt ist ihre Sache nicht, stattdessen setzen Dresswatches mit einem ebenso feinen wie zeitlosen Charakter auf Understatement pur. Denn egal was die Stunde zur Mode erhebt, sie überdauern Trends. Wir haben einen echten Experten auf dem Gebiet der klassischen Dresswatch befragt – Bernhard Stoll, Geschäftsleitung Uhren bei Juwelier Wempe.
Bernhard Stoll, Geschäftsführer Uhren bei Wempe
Bernhard Stoll, Geschäftsführer Uhren bei Wempe © PR
Herr Stoll, wie definieren Sie das Genre der Dresswatch? Die Definition ergibt sich anlassbezogen: Zum Anzug gehört ein bestimmter Dresscode – im Geschäftsleben muss das Langarmhemd immer einen Zentimeter unter dem Sakkoärmel herausschauen –, folglich muss auch die Uhr unter die Manschette passen, also möglichst flach sein. Eine solche Uhr wird auch nicht zu viele Anzeigen besitzen. Zum Smoking passt am besten ein Zwei-Zeiger-Modell, bevorzugt aus Edelmetall. Zum Frack geht nur die goldene Taschenuhr. Allenfalls im Business ist dann eine Uhr mit Datum passend. Der Begriff ist eher eine Erfindung der Neuzeit. Wie wurde diese Art von Uhr früher bezeichnet? Die sogenannte Dresswatch ist die Wiederkehr der klassischen Armbanduhr in der Form, in der sie Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Siegeszug begann. Komplikationen wie Chronographen und Funktionsuhren zum Fliegen oder Tauchen kamen erst später hinzu. Was ist die „Mutter” der Dresswatch, und welche anderen Vertreter des Genres sind ebenfalls berühmt? Der Klassiker ist die Calatrava von Patek Philippe. Immer gepflegt wurde das Thema von Jaeger-LeCoultre mit der Master-Kollektion und von Vacheron Constantin mit der Patrimony-Familie. Von deutschen Herstellern spielt die Saxonia von A. Lange & Söhne eine große Rolle, und auch in unserer Chronometerwerke-Kollektion erfreut sich das Thema sowohl als Handaufzug- wie als Automatikversion großen Zuspruchs. Nicht vergessen darf man aber auch die Breguet Classique und die Cartier Tank.
Ist die Dresswatch Teil eines Dresscodes für Männer? Absolut. Und die Situation ist heute komplexer denn je. Die Regeln sind nicht mehr starr. Experimentierfreude wird verlangt. Aber Regeln kann nur derjenige für sich interpretieren, der sie auch kennt. Was ist ein absolutes No-Go einer Dresswatch? Die typische Dresswatch besitzt kein Metallband und ist weder zu groß, zu sportlich noch zu bunt. Haben sich die Marken aus dem Luxus-Segment in den letzten Jahren verstärkt mit dem Genre befasst? Es gibt derzeit sogar einen Wettbewerb, wer die flachste Uhr baut. Schließlich ist es eine uhrmacherische Herausforderung, flache Werke zu konstruieren. Anders als bei immer größeren Uhren. Und mit dem allgemeinen Trend zu flacheren Uhren reduziert sich auch der Durchmesser. sz
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