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Lesedauer 5 Min.

Girard-Perregaux Minute Repeater Flying Bridges: 440 Stunden für zwei Sekunden Klang

440 Stunden Handarbeit, 475 Bauteile, zwei große Komplikationen: Die neue Minute Repeater Flying Bridges vereint Minutenrepetition und Tourbillon im neuen Manufakturkaliber GP9530.
Girard-Perregaux Minute Repeater Flying Bridges, Referenz 99840-52-2013-5CC

Girard-Perregaux Minute Repeater Flying Bridges, Referenz 99840-52-2013-5CC

© Girard-Perregaux

440 Arbeitsstunden. So lange braucht ein einzelner Uhrmachermeister in La Chaux-de-Fonds, um das neue Kaliber GP9530 von Girard-Perregaux zusammenzubauen und zu verzieren. Das entspricht elf vollen Arbeitswochen.

Die Vorstellung der Minute Repeater Flying Bridges ist das dritte hauseigene Spitzenkaliber der Manufaktur binnen weniger als sechs Monaten. Das Tempo ist bemerkenswert. Aber noch bemerkenswerter ist, was in dieser Uhr steckt: Minutenrepetition, Tourbillon und ein neuer automatischer Aufzug mit Mikrorotor, vereint in einem skelettiert gearbeiteten Manufakturwerk aus 475 Teilen. Ein Kaliber, das die Manufaktur vollständig intern entworfen, entwickelt und montiert hat.

Girard-Perregaux Minute Repeater Flying Bridges, Referenz 99840-52-2013-5CC

Girard-Perregaux Minute Repeater Flying Bridges, Referenz 99840-52-2013-5CC

© Girard-Perregaux 

Zwei Jahrhunderte auf dem Handgelenk 

Die Geschichte hinter dieser Uhr beginnt nicht 2026, sondern Ende des 18. Jahrhunderts. Jean-François Bautte, 1772 in Genf geboren, war einer der außergewöhnlichsten Uhrmacher seiner Generation. Er beherrschte nicht nur die Uhrmacherei, sondern war ausgebildeter Graveur, Juwelier und Goldschmied. Was ihn vom Rest seiner Zunft unterschied: Bautte lagerte nichts aus. In einer Zeit, in der das sogenannte Établissage-System – die Vergabe einzelner Fertigungsschritte an externe Handwerker – die Branche dominierte, bündelte er alle Gewerke unter einem Dach. Das Konzept der integrierten Manufaktur ist keine Erfindung des modernen Marketings. Bautte hat es gelebt, und Girard-Perregaux hat es geerbt. Seit den 1820er-Jahren gehört die Minutenrepetition zur DNA der Manufaktur. 1996 kombinierte Girard-Perregaux erstmals Minutenrepetition und Tourbillon in einer Armbanduhr — damals eine technische Zäsur. Dreißig Jahre später ist diese Kombination das Fundament des GP9530, weitergedacht und konsequenter als je zuvor.

Mechanisches Manufakturwerk mit automatischem Aufzug, Mikrorotor aus Weißgold Durchmesser: 43,55 mm (17’’’)

Mechanisches Manufakturwerk mit automatischem Aufzug, Mikrorotor aus Weißgold Durchmesser: 43,55 mm (17’’’)

© Girard-Perregaux

Akustik als Konstruktionsprinzip 

Wer eine Minutenrepetition nur als akustische Spielerei betrachtet, versteht das Kaliber GP9530 nicht. Jede konstruktive Entscheidung in diesem Werk folgt einer einzigen Frage: Wie klingt die Uhr? Werkplatte und Brücken sind aus Titan gefertigt, weil das Material Schwingungen besonders effizient überträgt. Die Werkplatte ist direkt am Roségold-Gehäuse fixiert, damit keine Klangenergie zwischen Werk und Gehäuse verloren geht. Tonfedern und Gongfüße wurden aus einem einzigen Metallstück gefertigt, was Mikrovibrationen eliminiert. Der zentrifugale Schlagwerkregler wanderte auf die Rückseite des Werks, um auf der Zifferblattseite keine störenden Geräusche zu erzeugen. Und der neue automatische Aufzugsmechanismus trägt einen steingelagerten Mikrorotor aus Weißgold, der völlig geräuschlos schwingt — damit beim Repetieren nichts ablenkt. Selbst das Skelettieren des Kalibers dient nicht zuerst der Optik. Die offene Struktur lässt den Klang im Gehäuse frei resonieren, anstatt ihn durch massive Metallplatten zu schlucken. Dazu kommen gewölbte Saphirgläser auf Vorder- und Rückseite, die die Melodie der Hämmer aktiv verstärken. Das ist akustische Architektur. 

Die drei Brücken, neu gelesen 

Wer Girard-Perregaux kennt, kennt die drei Brücken. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind sie das visuelle Erkennungszeichen der Manufaktur, geboren aus der legendären La Esmeralda. Beim GP9530 werden sie neu interpretiert: Die dritte Brücke wandert auf die Rückseite des Werks. Die pfeilförmigen Enden der drei Roségold-Brücken – ein Motiv, das sich auch an Hämmern, Federn und dem neuen Schieber wiederholt – rahmen Schlagwerk und Tourbillon ein, die darin zu schweben scheinen. 1.340 handpolierte Abschrägungen, davon 295 Innenwinkel, machen Licht zum Gestaltungsmittel. Das ist handwerkliche Präzision auf einem Niveau, das sich in Zahlen kaum beschreiben lässt. Auf der Rückseite bildet der neue Aufzugsmechanismus ein optisches Gegenstück zum Federhaus, das eine perfekte Symmetrie schafft, die kein Zufall ist. Jede Uhr trägt auf dem skelettierten Kaliber eine kleine Plakette mit den Initialen des Uhrmachermeisters, der sie zusammengebaut hat. Ein Detail, das kaum jemand suchen wird. Aber wer es findet, versteht, was hier auf dem Spiel steht. 

Ein Schieber mit Prinzip 

Der neue pfeilförmige Schiebemechanismus zur Aktivierung der Repetition ist nahtlos in das Monoblock-Gehäusemittelteil integriert und löst ein klassisches Problem dieser Komplikation: Repetitionsuhren sind traditionell kaum wasserdicht zu bekommen, weil der Schieber eine bewegliche — und damit potenzielle — Schwachstelle im Gehäuse darstellt. Girard-Perregaux erreicht hier zuminest 30 Meter Wasserdichtigkeit. Für den Alltag eines Repetitionskäufers ist das kaum relevant. Als Beweis dafür, dass man keine faulen Kompromisse gemacht hat, ist es beachtlich. 

Das Kaliber GP9530 ist keine Weiterentwicklung eines bestehenden Werks. Es ist eine Neukonstruktion, die Girard-Perregaux als drittes Manufaktur-Spitzenkaliber in weniger als einem halben Jahr vorstellt. Das Tempo allein wäre schon eine Ansage. Der Inhalt macht sie glaubwürdig. Der konstruktive Aufwand hinter dem Klang ist größer als bei den meisten Wettbewerbern. Und die Konsequenz, mit der Girard-Perregaux Tradition in technische Entscheidungen übersetzt, ist selten so klar ablesbar wie hier. 

Bei 440 Stunden Handarbeit und einer Komplikation dieser Güte bleibt der Preis von 564.000 Schweizer Franken trotzdem eine Aussage für sich — zumal Girard-Perregaux die Uhr unlimitiert anbietet. Wer sie will, kann sie kaufen. Die Frage ist nur, wie lange man bereit ist zu warten.

Technische Daten

Referenz: 99840-52-2013-5CC 

Material: Roségold 

Durchmesser: 46,00 mm 

Höhe: 17,90 mm 

Wasserdichtigkeit: 30 Meter (3 ATM) 

Werk: GP09530-2198 Automatik, Mikrorotor aus Weißgold 

Schwingfrequenz: 21.600 A/h (3 Hz) 

Gangreserve: mind. 60 Stunden

Girard-Perregaux Minutenrepetition Schweizer Uhren

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