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Lesedauer 5 Min.

Parmigiani Fleurier Carillon Tourbillon: Klangstück zum 30. Jubiläum

Zum 30-jährigen Bestehen präsentiert Parmigiani Fleurier eine auf nur fünf Exemplare limitierte Carillon Tourbillon. Die Weißgolduhr kombiniert Minutenrepetition, vier serpentinenförmige Tonfedern, Tourbillon und zehn Tage Gangreserve.
Parmigiani: Carillon Tourbillon

Parmigiani: Carillon Tourbillon

© Parmigiani

Zum 30-jährigen Bestehen präsentiert Parmigiani Fleurier eine Uhr, die tief in der eigenen Herkunft verwurzelt ist: die Carillon Tourbillon. Die auf nur 5 Exemplare limitierte Atelier-Kreation gehört zur Objets d’Art Collection und verbindet eine Minutenrepetition, die über vier Tonfedern verfügt, mit einem Tourbillon. Dazu kommt eine außergewöhnlich hohe Gangreserve von mindestens zehn Tagen. Das Meisterwerk verweist auf Michel Parmigianis Ursprung als Restaurator und auf die Idee, dass aus dem Verständnis historischer Mechanik entscheidende Anregungen für die hohe Uhrmacherkunst von heute erwachsen kann.

Den Ausgangspunkt für die Neuheit bildete eine Taschenuhr von Perrin Frères aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie gehört zur Sandoz-Kollektion und wurde im Jahr 2000 in den Ateliers von Parmigiani Fleurier restauriert. Die neue Carillon Tourbillon ist keine Reproduktion dieses historischen Stücks, sondern eine zeitgenössische Weiterführung seiner akustischen und mechanischen Idee. Besonders die serpentinenförmig verlaufenden Tonfedern greifen ein charakteristisches Element der Taschenuhr auf und übersetzen es in eine moderne Armbanduhr.

Informationen zu einem anderen Carillon Tourbillon finden Sie hier.

Parmigiani: Kaliber PF950 der Carillon Tourbillon

Parmigiani: Kaliber PF950 der Carillon Tourbillon

© Parmigiani

Vier Tonfedern für eine eigene Klangarchitektur

Im Zentrum der Uhr steht eine Minutenrepetition mit vier serpentinenförmigen Tonfedern. Anders als klassische Tonfedern verlaufen sie nicht in einer gleichmäßigen Kreisform, sondern in langen, wellenförmigen Linien entlang der Peripherie. Dadurch werden sie nicht nur zu einem akustischen, sondern auch zu einem gestalterischen Element. Sie umrahmen das Zifferblatt, markieren das Ablesen der Stunden und geben der Uhr ihre ungewöhnliche visuelle Identität.

Die vier Tonfedern erzeugen ein differenziertes Klangbild: eine tiefe Tonfeder für die Stunden, eine hohe Tonfeder für die Minuten und zwei weitere Tonfedern mit eigener Tonlage für die Viertelstunden. Dadurch entsteht eine vierstimmige Melodie, die Parmigiani als unverwechselbar und harmonisch beschreibt. Ein integrierter Fliehkraftregler sorgt dafür, dass die Abfolge der Schläge kontrolliert und gleichmäßig bleibt – ohne Beschleunigung oder Verzögerung während des Ablaufs.

Technisch besonders interessant ist die Energieversorgung. Zwei übereinanderliegende Federhäuser treiben das eigentliche Räderwerk an und ermöglichen eine außergewöhnlich lange Gangreserve. Ein drittes Federhaus ist allein dem Schlagwerk vorbehalten. Es wird erst beim Betätigen des Schiebers aufgezogen, also nur dann, wenn die Minutenrepetition aktiviert wird. Auf diese Weise wird die Energie des Hauptwerks geschont, während das Schlagwerk stets mit eigener Kraft versorgt wird.

Parmigiani Carillon Tourbillon Hämmer

Die zurückhaltende Zifferblattgestaltung richtet den Blick auf die Hämmer und Tonfedern.

© Parmigiani

Kaliber PF950: Tourbillon und 10 Tage Gangreserve

Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber PF950, ein Handaufzugswerk mit Minutenrepetition, Fliehkraftregler, vier Tonfedern und einem 60-Sekunden-Tourbillon. Das auf drei Hertz getaktete Werk besteht aus 456 Komponenten. Bemerkenswert ist die Anordnung der Anzeigen. Auf der Zifferblattseite bleiben Stunden und Minuten im Mittelpunkt; Tourbillon und Gangreserveanzeige befinden sich auf der Rückseite, sichtbar durch den Saphirglasboden. So entspricht die Carillon Tourbillon auch in ihrer Gestaltung dem extrem reduzierten Design, dass die Formensprache Parmigianis seit dem Eintritt von CEO Guido Terreni ins Unternehmen ausmacht.

Die Rückseite zeigt die uhrmacherische Tiefe des Kalibers. Dort sind die Komponenten der Minutenrepetition so angeordnet, dass sich der Ablauf des Schlagwerks beobachten lässt. Die Veredelung umfasst von Hand anglierte und gekörnte Oberflächen; hinzu kommt das Mezzo-Vibrato-Motiv, das bereits von der Armoriale Répétition Mystérieuse bekannt ist und nun auf Komponenten des Werks übertragen wurde: Dabei handelt es sich um eine von Hand gravierte Oberflächenstruktur, deren feine, vibrierende Textur den Brücken fast eine Art Lebendigkeit verleiht.

Parmigiani-Carillon-Tourbillon-Schieber
Auf der linken Gehäuseseite befindet sich der Schieber, der die Minutenrepetition auslöst. © Parmigiani

Weißgoldgehäuse als Resonanzkörper

Das Gehäuse besteht aus 18 Karat Weißgold, misst 41,6 mm im Durchmesser und ist 12,6 mm hoch. Es trägt vertikale Kannelierungen, die von klassischen Säulen inspiriert sind und an die Formensprache der Armoriale anknüpfen. Bei einer Schlagwerkuhr ist das Gehäuse mehr als eine Hülle: Es beeinflusst Klang, Tiefe und Resonanz. Parmigiani Fleurier setzt hier bewusst auf Weißgold: Es dämpft den Klang weniger als Platin und bietet dennoch ein der Komplikation angemessen wertvolles Edelmetall.

Auf der Zifferblattseite liegt ein boxförmiges Saphirglas über dem Zifferblatt in der Farbe Morning Blue. Dieses besteht ebenfalls aus Weißgold und wird von Hand gehämmert. Der Farbton bewegt sich zwischen Silber und Azurblau und greift eine der ästhetischen Signaturen der Jubiläumsmodelle auf. Die Stunden- und Minutenzeiger bestehen aus Weißgold, die von Hand aufgebrachten Indizes aus rhodiniertem Gold.

Zur Uhr gehört ein handgenähtes, doppelseitig ausgeführtes Alligatorlederband in Akoya-Grau mit Dornschließe aus Weißgold. Die Carillon Tourbillon ist nicht wasserdicht, sondern nur spritzwassergeschützt bis 10 Meter. Der Preis beträgt 490.000 Schweizer Franken.

Parmigiani-Carillon-Tourbillon-serpentinenfoermige-Tonfedern
Parmigiani verwendet für das Carillon Tourbillon serpentinenförmige Tonfedern.
© Parmigiani 

Michel Parmigiani: Der Meisterrestaurator

Michel Parmigiani zählt zu den prägenden Figuren der unabhängigen Schweizer Haute Horlogerie. Bevor er eigene Uhren schuf, arbeitete er als Restaurator historischer Zeitmesser, Automaten, Pendulen und Schlagwerksmechanismen. Diese Herkunft prägt Parmigiani Fleurier bis heute: Nicht die äußere Form steht am Anfang, sondern das Verständnis der inneren Logik eines Objekts. Aus der Arbeit an historischen Stücken entwickelte Michel Parmigiani eine uhrmacherische Haltung, in der Restaurierung nicht Rückblick bedeutet, sondern Grundlage für neue Konstruktionen ist. Die 1996 gegründete Manufaktur Parmigiani Fleurier entstand aus genau diesem Ansatz: aus der Verbindung von Handwerk, Mechanik, Kultur und der Idee, historische Uhrmacherei in zeitgenössischer Form weiterzuführen.

 

Parmigiani limitierte Uhren-Editionen Luxusuhren Goldene Uhr Gangreserve Uhren über 50.000 Euro Tourbillon

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