Franck Muller: Van Delfts Kosmos bekommt eine Schwester
Vier Referenzen, zwei Farbwelten, ein Ziel: Franck Muller bringt mit Loes Van Delft erstmals eine Damenuhr auf den Markt. Nach der Pjipje-Herrenuhr und dem Skull-Modell erweitert Franck Muller die Zusammenarbeit mit der niederländischen Illustratorin Loes Van Delft um eine dritte Ausgabe – und erstmals um ein explizit für Frauen konzipiertes Modell. Die neue Kollektion basiert auf dem Vanguard-Tonneaugehäuse und wird in vier Referenzen angeboten, die sich über Farbe und Steinbesatz unterscheiden.
Vier Referenzen, ein Grundkonzept
Die Kollektion gliedert sich in zwei Farbwelten – Blau und Pink –, die jeweils in zwei Ausführungen erhältlich sind: mit diamantbesetzter Lünette oder ohne Steinbesatz. Daraus ergeben sich die vier Referenzen V 32 QZ D 1R LVD LTD (MR), V 32 QZ LVD LTD (MR), V 32 QZ D 1R LVD LTD (RS) und V 32 QZ LVD LTD (RS), wobei „MR" für die blaue („Mariner") und „RS" für die pinkfarbene Ausführung steht. Der Unterschied zwischen den beiden Versionen je Farbe beschränkt sich nicht auf die Lünette: Nur die Diamant-Referenzen erhalten eine Rhodinierung an Gehäuse und Dornschließe, während die Steel-Only-Varianten in unbehandeltem, handpoliertem Edelstahl ausgeliefert werden. Wer die Diamantversion wählt, bekommt also nicht nur Fassungssteine, sondern ein durchgängig anderes Finish.
Franck Muller Vanguard Loes Van Delft, Ref. V32 QZ LVD LTD (RS)
Franck MullerZifferblatt als Herzstück
Wie bei den vorangegangenen Kollaborationen bildet das Zifferblatt den eigentlichen Wertträger der Uhr. Van Delfts Motiv – die Pjipje-Figur im Raumanzug vor kosmischer Kulisse – entsteht in bis zu 30 Lackschichten, zwischen denen laut Herstellerangabe jeweils rund zwei Stunden Trocknungszeit liegt. Allein für den Lackaufbau ergibt das eine Prozesszeit von etwa 60 Stunden, ohne die manuelle Bemalung und Applikation der Stundenindizes mitzurechnen, die ebenfalls von Hand aufgesetzt werden. Für ein Uhrenzifferblatt in dieser Preisklasse ist das ein vergleichsweise aufwendiges Verfahren, das sich näher bei kunsthandwerklicher Lackarbeit als bei klassischer Zifferblattfertigung bewegt.
Vanguard-Gehäuse mit Steinbesatz
Das tonnenförmige Vanguard-Gehäuse aus Edelstahl ist handpoliert und beidseitig mit sogenannten „Mariner"- beziehungsweise „Pink"-Einsätzen an den Gehäuseflanken versehen – ein Detail, das die Zuordnung zur jeweiligen Kollektionsfarbe auch am Gehäuse selbst sichtbar macht. Die Diamant-Ausführungen tragen zusätzlich eine handgefasste Lünette. Saphirglas schützt Zifferblatt und Boden, die Wasserdichtigkeit liegt bei 30 Metern – ein Wert, der für ein primär auf Optik und Kunsthandwerk ausgelegtes Modell im Rahmen bleibt, aber keine sportliche Nutzung nahelegt. Die Größe des V32-Gehäuses beträgt 32 mm x 42,30 mm (Länge) mit einer Bauhöhe von 9,90 mm.
Quarzkaliber mit dekorativem Anspruch
Angetrieben wird die Uhr vom Kaliber MVT 1321-QZ, einem Quarzwerk mit einer Frequenz von 32.768 Hz und den Maßen 9 x 13,5 x 1,95 Millimeter. Der Funktionsumfang beschränkt sich auf Stunden und Minuten, bedient über eine zweistufige Krone: Position 1 zum Starten des Werks, Position 2 zum Einstellen der Zeit. Bemerkenswert ist die Werkdekoration: Franck Muller versieht den Aufzugsring mit Côtes de Genève und Perlage – eine Behandlung, die bei Quarzkalibern eher unüblich ist und sich in erster Linie durch den Blick auf den Gehäusering rechtfertigt, da das Werk selbst kaum sichtbar verbaut ist.
Band-Optionen und Preise
Die Uhren werden auf einem farblich abgestimmten Alligatorlederband ausgeliefert – Petrol für die blaue, Rosa für die pinkfarbene Version – mit Dornschließe aus Edelstahl, bei den Diamant-Referenzen ebenfalls rhodiniert. Die Kollektion ist limitiert und wird von einer eigens angefertigten Gicléedruck-Grafik begleitet. Preislich liegt die Steinbesatz-Version bei 19.900 Euro, die Variante ohne Diamanten bei 12.700 Euro – eine Differenz von 7.200 Euro, die im Wesentlichen auf Fassungsarbeit und Rhodinierung entfällt. (Kennen Sie schon: Franck Muller trifft auf die Schlümpfe mit der Vanguard Smurfette)
Mit der Pjipje-Damenuhr schließt Franck Muller eine Lücke, die die bisherige Zusammenarbeit mit Loes Van Delft offengelassen hatte: ein Modell, das nicht als verkleinerte Variante der Herrenuhr, sondern als eigenständige Referenzreihe konzipiert ist. Technisch bleibt die Uhr bewusst schlicht, reines Quarzwerk, zwei Zeiger, keine Komplikation. Dass diesem künstlerischen Aufwand am Zifferblatt kein vergleichbarer am Uhrwerk gegenübersteht, bleibt der einzige Wermutstropfen.