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Lesedauer 4 Min.

L'Epée 1839 Neuheiten: Rennwagen trifft Eidechse

L'Epée 1839 präsentiert die Belly Tank Racer und The Gekko: Zwei skulpturale Tischuhren mit Manufakturwerk, 8 Tagen Gangreserve und je 99 Exemplaren.
Belly Tank Racer, L’Epée 1839
Belly Tank Racer, L’Epée 1839 
© L’Epée

Zwei neue Objekte, ein gemeinsames Prinzip: L'Epée 1839 erweitert sein Portfolio um den Belly Tank Racer und The Gekko. Beide Uhren sind auf je 99 Exemplare limitiert, beide arbeiten mit einem hauseigenen Manufakturwerk samt acht Tage Gangreserve und beide verfolgen die für die Vallée-de-Joux-Manufaktur typische Methode, ein skulpturales Objekt als Uhrengehäuse zu begreifen. Was sie trennt, ist die Referenzwelt: Hier die Aerodynamik des goldenen Zeitalters des Erfindungsreichtums der Nachkriegszeit, dort die organische Formsprache der Natur.

Belly Tank Racer von L’Epée

Belly Tank Racer von L’Epée 

© L’Epée 

Belly Tank Racer 

Den konzeptuellen Ausgangspunkt des Belly Tank Racer bildet eine wenig bekannte Episode amerikanischer Automobilgeschichte. Heimkehrende Kampfpiloten nach dem Zweiten Weltkrieg verwendeten ausgemusterte Abwurftanks, sogenannte Belly Tanks, als Karosserien für selbst gebaute Rennwagen. Die tropfenförmigen Aluminiumtanks, ursprünglich zur Reichweitenverlängerung unter Jagdflugzeugen montiert, ergaben wegen ihrer aerodynamischen Kontur einen fast fertigen Rennwagenkörper. Die bekanntesten dieser Fahrzeuge fuhren ab den späten 1940er-Jahren auf dem Bonneville Salt Flat Rekorde ein. L'Epée übersetzt diese Silhouette maßstabsgetreu in eine Tischuhr. Der gestreckte Tropfenkörper aus lackiertem Aluminium sitzt auf vier Rädern, deren Stahlfelgen mit weichen Gummimanschetten bestückt sind. Die Karosserie ist in fünf Farben erhältlich: Metallic-Grau, Rot, Blau, Grün und Schwarz. Mit 420 Millimetern Länge, 212 Millimetern Breite und einem Gewicht von 5,4 Kilogramm ist das Objekt spürbar substanziell. (Auch interessant: Außergewöhnliche Tischuhr: L’Epée 1839 La Regatta in Grand Feu Métiers d’Art)

Das Manufakturwerk sitzt sichtbar im Innern des Körpers. Aufgezogen wird es durch Drehen der Hinterräder, was die Pullback-Mechanik klassischer Spielzeugautos zitiert. Stunden und Minuten zeigen zwei übereinander liegende transparente Scheiben an, deren Anzeige über gegnüberliegende Markierungen abzulesen ist. Die Zeiteinstellung erfolgt durch manuelles Verschieben der Minutenscheibe. Mit 11 Steinen und 8 Tagen Gangreserve bewegt sich das Werk im für L'Epée üblichen Rahmen. Die Konstruktion ist konsequent: Palladiumplattiertes Messing, polierter Edelstahl und Acrylglas für Zylinder und Kuppel. Polierte, satinierte und sandgestrahlte Werkoberflächen wechseln sich ab. Es gibt nichts, das nicht sichtbar wäre, und nichts, das keinen funktionalen oder erzählerischen Zweck hätte.

L’Epée 1839 Gekko

L’Epée 1839 Gekko

© L’Epée

The Gekko 

The Gekko geht einen anderen Weg. Statt Industriegeschichte ist hier Naturgeschichte das Bezugssystem. Die Tischuhr nimmt die Form eines Geckos an, 290 Millimeter lang, 180 Millimeter breit, 1,4 Kilogramm leicht. Beine, Schwanz und Körper sind aus lackiertem Messing und Edelstahl gefertigt, satin-poliert an Extremitäten und Schwanz, mit besonderer Lackiertechnik am Körper. Das skelettierte Manufakturwerk mit 220 Komponenten und 11 Steinen sitzt im Rumpf des Tieres und ist vollständig einsehbar. Das Hemmwerk ist in den Kopf des Geckos integriert. Die Platzierung hat symbolischen Gehalt, wobei L'Epée hier nicht überdeutlich wird. Das Zifferblatt trägt eine feine Metallstruktur, die sich an der Textur echter Geckogehaut orientiert. Ein rotierender Ring erlaubt es, die Zeitanzeige je nach Lageposition des Tieres neu auszurichten, damit die Lesbarkeit in jeder Lage erhalten bleibt. Das ist der vielleicht intelligenteste technische Detail des Objekts: The Gekko lässt sich in zehn verschiedenen Wandpositionen montieren oder frei stehend aufstellen. Das Wandmontagsystem ist dazu in eine neutrale Halterung integriert, die das Tier selbst nicht verändert. Die Zeiteinstellung erfolgt über einen dedizierten Schlüssel an der Unterseite, das Aufziehen über den seitlich beweglichen Schwanz. Erhältlich ist The Gekko vollvergoldet, in Schwarz/Silber und in Champagner. 

L’Epée 1839 Gekko

L’Epée 1839 Gekko

© L’Epée

Beide Neuheiten folgen dem Markenansatz, den L'Epée 1839 in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut hat: Tischuhren als dreidimensionale Objekte mit eigenständiger narrativer Ebene, nicht als konventionelle Gehäuseformen mit sichtbarem Werk. Das unterscheidet die Manufaktur von den meisten Playern im Segment der skulpturalen Uhrmacherei, die entweder rein formal arbeiten oder die narrative Ebene nur oberflächlich bedienen. L'Epée ist seit 2024 Teil der LVMH-Gruppe und arbeitet eng mit anderen Häusern des Konzerns zusammen, ist aber auch Partner für andere große Maisons bei der Durchführung ihrer Pläne Tischuhren herzustellen, wie jüngst in Zusammenarbeit mit Chopard. Im Januar präsentierte Louis Vuitton ihre Version eines Camionnette, welches in Kollaboration mit L'Epée entstand, was zeigt, wie der Konzern die Manufaktur als technischen und kreativen Dienstleister für aufwendige Sonderobjekte einsetzt. Belly Tank Racer und The Gekko dagegen stehen als originale L'Epée-Entwicklungen für sich, ohne Markenbindung an Dritte. Die Limitierung auf je 99 Stück pro Modell platziert beide Objekte klar im Ultra-Luxussegment. Preis auf Anfrage. Wer sich für eines der Stücke interessiert, wendet sich direkt an die Manufacture oder autorisierte Händler.

Inhalt
L’Epée LVMH Schweizer Uhren Luxusuhren

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