Tourbillon-Neuheiten 2026: Acht außergewöhnliche Modelle im Porträt
Das Angebot an zeitgenössischen Tourbillons ist so vielfältig wie nie zuvor: Die Bandbreite reicht von "fliegenden" Konstruktionen, bei denen die obere Lagerbrücke entfällt, über geneigte Mechanismen bis zu besonders leichten Käfigen, die hohe Frequenzen und kurze Umlaufzeiten ermöglichen. Hinzu kommt die ästhetische Dimension: Mal fügt sich die Komplikation dezent in ein klassisches Zifferblatt ein, mal wird sie zum Mittelpunkt einer vollständig offenen Werkarchitektur. Wie unterschiedlich die Hersteller diese Möglichkeiten nutzen, zeigen acht interessante Neuheiten des Jahres 2026. Einige wurden bereits im Frühjahr präsentiert, andere erst im Spätsommer. Die Auswahl erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch versteht sie sich als Bestenliste. Vielmehr stellt sie acht Modelle vor, die auf unterschiedliche Weise das technische und gestalterische Potenzial des Tourbillons verdeutlichen.
#1: BA111OD Chapter 4 Tourbillon T.V.D.: Ein neuer Abschnitt für die junge Marke
BA111OD: Chapter 4 T.V.D. Tourbillon
BA111ODMit der im April vorgestellten Chapter 4 Tourbillon T.V.D. verbindet BA111OD eine unternehmerische Entscheidung, die weit über die Einführung eines neuen Modells hinausgeht. Die 2019 von Thomas Baillod gegründete Marke aus Neuchâtel hat den auf komplizierte Uhrwerke spezialisierten Entwickler BCP Tourbillons übernommen und sich damit wichtige Kompetenzen ins eigene Unternehmen geholt. Der bisherige Partner bleibt unter der technischen Leitung von Olivier Mory tätig und bewahrt seine operative Eigenständigkeit. Für BA111OD bedeutet dieser Schritt eine größere Kontrolle über die Entwicklung anspruchsvoller mechanischer Werke. Nachdem die Marke bereits zuvor Tourbillonuhren angeboten hatte, präsentiert sie nun erstmals ein entsprechendes Kaliber, dessen Entwicklungskompetenz in die eigene Unternehmensstruktur integriert ist.
Die Chapter 4 Tourbillon T.V.D. übernimmt die Grundidee der bestehenden Kollektion, entwickelt sie jedoch konstruktiv und gestalterisch weiter. Auffällig ist die teilweise offene Zifferblattarchitektur, die das Tourbillon bei sieben Uhr und die Federhausabdeckung freilegt. Die Gestaltung erzeugt eine deutliche räumliche Tiefe, ohne auf ein vollständig skelettiertes Zifferblatt zu setzen. Die Abkürzung T.V.D. steht dabei für „The Veblen Dilemma“ und war bereits Namensgeber des ersten Tourbillons von BA111OD. Sie spielt auf das nach dem Ökonomen Thorstein Veblen benannte Phänomen an, dass Luxusgüter gerade wegen ihres hohen Preises begehrt werden – ein Prinzip, das BA111OD mit vergleichsweise erschwinglichen Tourbillonuhren bewusst infrage stellt.
Für den Antrieb sorgt das Handaufzugskaliber BA.01, das mit 3 Hertz getaktet ist und eine hohe Gangreserve von 120 Stunden bietet. Es ist vom Genfer Chronometrie-Observatorium, das zur unabhängigen Schweizer Zertifizierungsstiftung Timelab gehört, als Chronometer zertifiziert. Das mit anthrazitfarbener DLC-Beschichtung versehene Edelstahlgehäuse ist wahlweise mit 39 oder 43 mm Durchmesser erhältlich. Beide Ausführungen messen 12,9 mm in der Höhe. Mit einem Preis von 10.500 Euro positioniert BA111OD das Modell deutlich unterhalb vieler traditioneller Tourbillonuhren.
Edelstahl 904L mit DLC-Beschichtung, 39 oder 43 mm | Kaliber BA.01, Handaufzug | 120 Stunden Gangreserve | wasserdicht bis 50 m | Kalbslederband mit Krokoprägung, Faltschließe | 10.500 Euro
#2: De Bethune DB28xs Sea Tourbillon: Hohe Frequenz, kurzer Umlauf
De Bethune: DB28xs Sea Tourbillon
De BethuneWährend BA111OD mit seinem Tourbillon den Ausbau der eigenen Entwicklung unterstreicht, demonstriert De Bethune die Möglichkeiten einer über Jahre verfeinerten Konstruktion. Die DB28xs Sea Tourbillon vereint mehrere technische Besonderheiten der unabhängigen Manufaktur mit einer Gestaltung, die von der Bewegung und den Lichtreflexen des Meeres inspiriert ist. Im Mittelpunkt steht das ultraleichte Tourbillon, das eine vollständige Umdrehung nicht wie üblich in 60, sondern bereits in 30 Sekunden absolviert. Gleichzeitig arbeitet die Unruh mit einer Frequenz von fünf Hertz (36.000 A/h). Für das Handaufzugskaliber DB2009v7 verwendet De Bethune einen Tourbillonkäfig aus Titan, eine ebenfalls aus Titan gefertigte Unruh mit Einsätzen aus Weißgold sowie ein Ankerrad aus Silizium. Hinzu kommt eine eigens entwickelte Spirale mit flacher Endkurve. Zwei selbstregulierende Federhäuser ermöglichen eine Gangreserve von fünf Tagen.
Das hochglanzpolierte Gehäuse aus Titan Grade 5 misst lediglich 38,7 mm im Durchmesser und ist 8 mm hoch. Charakteristisch sind die beweglichen Bandanstöße, die sich der Form des Handgelenks anpassen und seit vielen Jahren zu den typischen Merkmalen der DB28-Kollektion gehören. Für die optische Wirkung sorgen intensiv gebläute Titanelemente. Brücken und Abdeckungen tragen eine unregelmäßige Guillochierung, deren wellenartige Struktur an bewegtes Wasser erinnert. Das Tourbillon ist bei sechs Uhr offen sichtbar und fügt sich harmonisch in die Gesamtgestaltung ein.
Referenz: DB28xsT | Titan Grade 5, 38,7 mm | Kaliber DB2009v7, Handaufzug | 120 Stunden Gangreserve | wasserdicht bis 30 m | Alligatorlederband, Dornschließe aus Titan | 183.800 CHF
#3: L. Leroy Elyor Tourbillon: Klassische Eleganz und moderne Mechanik
L. Leroy: Elyor Tourbillon in Platin
L. LeroyL. Leroy blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1785 reicht. Mit dem im April präsentierten Elyor Tourbillon greift die Marke diese Tradition auf und verbindet sie mit zeitgemäßer Uhrwerktechnik. Bereits der Modellname verweist auf die Vergangenheit: Elyor ist ein Anagramm von Leroy, das während der Französischen Revolution verwendet wurde, als der königlich klingende Name problematisch geworden war.
Die neue Tourbillonuhr gehört zur klassischen Osmior-Kollektion und wird in drei Gehäusevarianten angeboten: Titan Grade 5, Platin und Rotgold. (siehe Bild ganz oben). Alle Ausführungen sind 42 mm groß und messen einschließlich des gewölbten Saphirglases 11,88 mm in der Höhe. Das Zentrum des Zifferblatts trägt ein Clous-de-Paris-Motiv, während aufgesetzte arabische Ziffern und fein ausgearbeitete Zeiger das klassische Erscheinungsbild bestimmen. Die Titanversion besitzt ein silberfarbenes Zifferblatt, die Platinvariante ein blaues und das Rotgoldmodell ein anthrazitfarbenes mit goldfarbenen Akzenten.
Bei sechs Uhr gibt eine Öffnung den Blick auf das fliegende Tourbillon frei. Dessen Käfig besteht aus 78 Einzelteilen, misst 13,6 mm im Durchmesser und absolviert eine Umdrehung pro Minute. Eine hochglanzpolierte obere Käfigpartie aus Titan greift das verschlungene Doppel-L-Monogramm der Marke auf. Eine weitere Besonderheit bietet das Kaliber L600. Das exklusiv für L. Leroy in Genf entwickelte Automatikwerk besitzt einen integrierten Mikrorotor aus der schweren Wolframlegierung Inermet. Er ermöglicht eine flachere Werkarchitektur, ohne dass eine konventionelle Schwungmasse den Blick auf die Mechanik verdeckt. Das aus 288 Bauteilen bestehende Kaliber arbeitet mit drei Hertz und verfügt über 60 Stunden Gangreserve.
Referenzen: LL309/1 (Rotgold), LL310/1 (Platin), LL311/1 (Titan) | Rotgold, Platin oder Titan Grade 5, jeweils 42 mm | Kaliber L600, Automatik mit Mikrorotor | 60 Stunden Gangreserve | Alligatorlederband, Faltschließe | Preis auf Anfrage
#4: Bremont Supernova Tourbillon: Die Komplikation im sportlichen Stahlgehäuse
Bremont: Supernova Tourbillon
BremontBremont ist vor allem für robuste, funktional ausgerichtete Uhren bekannt, deren Gestaltung häufig von Luftfahrt und technischer Instrumentierung beeinflusst wird. Mit der Supernova Tourbillon überträgt der britische Hersteller diesen Ansatz auf eine Komplikation, die traditionell eher mit eleganten und exklusiven Uhren verbunden wird. Die Supernova präsentiert sich entsprechend nicht als klassische Dresswatch, sondern als eher sportlich gestaltetes Tourbillon mit integriertem Metallband und einem markanten Gehäuse. Es kombiniert Edelstahl 904L mit einem schwarz DLC-beschichteten Mittelteil und einer facettierten Lünette aus schwarzer Keramik. Auffällig ist bei der 41 mm großen und 10,7 mm hohen Uhr die schraubenlose Gehäusearchitektur, die für ein geschlossenes, geometrisch klares Erscheinungsbild sorgt. Trotz des komplexen Aufbaus ist das Supernova Tourbillon bis 100 Meter wasserdicht.
Unter dem Saphirglas erscheint ein offen gestaltetes Zifferblatt, dessen anthrazitfarbene Brücken eine geometrische Struktur bilden. Dunkelblaues Superluminova auf Zeigern, Indexen und ausgewählten Werkbrücken setzt nachleuchtende Akzente. Das bei 6 Uhr platzierte fliegende Minutentourbillon ist Teil des vom Schweizer Werkhersteller La Joux-Perret entwickelten Handaufzugskalibers BHC91180. Das skelettierte 4-Hertz-Uhrwerk bietet 60 Stunden Gangreserve und wird im Rahmen einer Gangtoleranz von ±5 Sekunden pro Tag einreguliert.
Edelstahl 904L mit DLC-Mittelteil und Keramiklünette, 41 mm | Kaliber BHC91180MH, Handaufzug | 60 Stunden Gangreserve | wasserdicht bis 100 m | integriertes Edelstahlband mit Schnellwechselsystem | 45.250 GBP
#5: David Candaux DC1 Platinum Art du Tourbillon: Bewährte Konstruktion in neuem Material
David Candaux: DC1 Platinum Art du Tourbilon
David CandauxDer unabhängige Uhrmacher David Candaux gehört zu den Vertretern der Haute Horlogerie, deren Arbeiten sich durch eine eigenständige technische und gestalterische Handschrift auszeichnen. Seine erste Uhr, die DC1 First Eight, entstand 2017 und legte den Grundstein für eine Konstruktion, die bis heute seine Kollektion prägt. Die 2026 vorgestellte DC1 Platinum Art du Tourbillon ist deshalb keine vollständige Neuentwicklung. Vielmehr überträgt Candaux das ursprüngliche DC1-Design erstmals auf ein Gehäuse aus Platin. Die auf 8 Exemplare limitierte Edition hebt zugleich den hohen Anteil traditioneller Handarbeit hervor.
Das asymmetrisch aufgebaute Zifferblatt vereint unterschiedliche Materialien und Oberflächen. Eine zentrale Platte aus tiefschwarzem Onyx bildet den Hintergrund, während bei drei Uhr ein kleines Zifferblatt aus weißem Opal Stunden und Minuten anzeigt. Elemente aus Roségold strukturieren die Komposition. Besonders aufwendig ist die Fertigung der lediglich 0,2 mm dünnen Onyxplatte, die während der Bearbeitung leicht brechen kann. Die wichtigste technische Besonderheit liegt bei neun Uhr: ein um 30 Grad geneigtes fliegendes Tourbillon. Anders als bei einer Konstruktion mit senkrecht zur Werkebene stehender Achse bewegt sich der Tourbillonkäfig auf einer schrägen Ebene. Candaux verfolgt damit das Ziel, lagebedingte Gangabweichungen auch unter den wechselnden Tragebedingungen einer Armbanduhr besser auszugleichen.
Das vollständig in seiner Werkstatt entwickelte Handaufzugskaliber H74 besitzt Brücken und Platinen aus Titan Grade 5. Es ist mit 3 Hertz getaktet und bietet 55 Stunden Gangreserve. Durch den Saphirglasboden ist die aufwendig finissierte Mechanik sichtbar. Ein weiteres charakteristisches Detail ist die versenkbare „Magic Crown“ bei sechs Uhr. Durch Druck lässt sich die Krone ausfahren und wieder im Gehäuse versenken. So bleibt die seitliche Silhouette frei von einer konventionellen Krone.
Platin, 43 mm | Kaliber H74, Handaufzug | 55 Stunden Gangreserve | wasserdicht bis 3o m | Kautschukband mit Klettverschluss | limitiert auf 8 Exemplare | 248.000 CHF
#6: Artya Purity Tourbillon Sport Edition: Hinter transparenten Wänden
Artya: Purity Tourbillon Sport Edition in Rot
ArtyaEine ausgesprochen extrovertierte Interpretation präsentiert die Schweizer Marke Artya mit der Purity Tourbillon Sport Edition. Bei dieser Uhr ist nicht allein das Tourbillon sichtbar – vielmehr ist praktisch die gesamte Konstruktion darauf ausgerichtet, einen möglichst ungehinderten Blick auf das Werk zu eröffnen. Entscheidend dafür ist das vollständig transparente Wavy-Gehäuse aus Saphirglas. Mit 44 mm Durchmesser fällt es besonders groß aus. Seine geschwungene Form erzeugt im Zusammenspiel mit den skelettierten Werkbrücken eine eigenständige optische Wirkung.
Im Inneren arbeitet ein vollständig skelettiertes Handaufzugskaliber, dessen auffälligstes Bauteil das große fliegende Tourbillon ist, das sich in einer Minute einmal um die eigene Achse dreht. Der Käfig misst stattliche 18 mm im Durchmesser. Zwei parallel angeordnete Federhäuser ermöglichen eine Gangreserve von 70 Stunden. Die weitgehend ausgeschnittenen Werkbrücken sind mit von Hand bearbeiteten und polierten Kanten versehen. Gravuren auf den Federhäusern ergänzen die Dekoration. Den sportlichen Charakter erzeugt Artya vor allem durch Farbe. Die Edition wird mit aufeinander abgestimmten Armbändern und farbigen Gehäusebodendichtungen angeboten. Rot, Orange, Türkis und Blau stehen zur Auswahl.
Saphirglas, 44 mm | Kaliber PUR-T1, Handaufzug | 70 Stunden Gangreserve | wasserdicht bis 30 m | Alligatorlederband mit Edelstahldornschließe | limitiert auf 9 Exemplare je Farbvariante | 130.000 CHF
#7: Speake Marin Openworked Tourbillon Royal Blue: Das Uhrwerk als Architektur
Speake Marin: Openworked Tourbillon Royal Blue
Speake MarinEine weitere Verbindung traditioneller Uhrmacherei mit zeitgenössischem Design zeigt Speake Marin mit dem im September vorgestellten Openworked Tourbillon Royal Blue. Die auf lediglich 5 Exemplare limitierte Uhr greift die offene Bauweise der bestehenden Kollektion auf und verbindet sie mit einem starken Farbkonzept. Das charakteristische Königsblau prägt die offen gestaltete Zifferblattstruktur ebenso wie ausgewählte Komponenten des Kalibers und den äußeren Höhenring. In Kombination mit dem Gehäuse aus 5N-Rotgold entstehen ausgeprägte Kontraste zwischen warmen Metalloberflächen, anthrazitfarbenen Elementen und tiefem Blau.
Als Grundlage dient das 42 mm große Piccadilly-Gehäuse, dessen Formensprache 2017 von Eric Giroud überarbeitet wurde. Es besitzt die für Speake Marin typischen Bandanstöße sowie eine markant geriffelte Krone, die hier mit einem blauen Saphir besetzt ist. Die Mechanik liegt auf mehreren Ebenen offen. Das fliegende Tourbillon befindet sich anders als bei vielen konventionell aufgebauten Uhren nicht bei 6 Uhr, sondern zwischen 1 und 2 Uhr. Ihm gegenüber steht zwischen 7 und 8 Uhr die Gangreserveanzeige. Diese asymmetrische Verteilung gehört zu den prägenden Merkmalen des Designs.
Angetrieben wird die Uhr vom hauseigenen Automatikkaliber SMA05, das über einen vollständig integrierten Mikrorotor verfügt. Das 3-Hertz-Kaliber erreicht eine Gangreserve von mindestens 72 Stunden. Eine besondere Aufmerksamkeit verdient die Oberflächenbearbeitung: Verschiedene satinierte, mikrogestrahlte und diamantgeschliffene Elemente betonen die räumliche Struktur. Die blaue PVD-Behandlung einiger Werkkomponenten bleibt unlackiert, damit die Tiefe des Farbtons erhalten bleibt. Hellgraue Akzente verbessern die Ablesbarkeit, während Superluminova auf Stundenmarkierungen und Zeigern im Dunkeln blau leuchtet.
Referenz: 424211010 | 18 Karat Rotgold 5N, 42 mm | Manufakturkaliber SMA05 mit Mikrorotor, Automatik | mindestens 72 Stunden Gangreserve | Straußenlederband mit Dornschließe aus Rotgold | limitiert auf 5 Exemplare | 95.000 CHF zzgl. Steuern
#8: Jacob & Co. Skull Tourbillon: Teil einer provokanten Inszenierung
Jacob & Co.: Skull Tourbillon, Titan mit schwarzer DLC-Beschichtung
Jacob & Co.Das neue Skull Tourbillon von Jacob & Co. knüpft an die frühere Skull Double Tourbillon an, interpretiert deren Totenkopfmotiv jedoch in einer neuen Form. Im Mittelpunkt des Zifferblatts steht ein großformatiger Schädel, der die gesamte Komposition dominiert. Das fliegende Tourbillon befindet sich darunter bei sechs Uhr und fügt dem Motiv durch die kontinuierliche Rotation seines Käfigs ein dynamisches Element hinzu. Jacob & Co. verbindet diese Gestaltung mit der symbolischen Bedeutung des Totenkopfs als Erinnerung an die Vergänglichkeit. Die Uhr lässt sich somit als zeitgenössische Interpretation des Vanitas-Motivs verstehen, das seit Jahrhunderten in der europäischen Kunst Verwendung findet. Anders als bei klassischen Tourbillonuhren wird das mechanische Bauteil hier nicht möglichst harmonisch in ein zurückhaltendes Zifferblatt integriert. Vielmehr ist es Teil einer bewusst dramatischen Gesamtwirkung, in der die rotierende Konstruktion das Thema der unaufhaltsam verstreichenden Zeit unterstreicht.
Technisch setzt Jacob & Co. auf das Handaufzugskaliber JCAM22 mit fliegendem Tourbillon. Sein Käfig vollendet eine Umdrehung innerhalb von 60 Sekunden, die Gangreserve beträgt 48 Stunden. Das Gehäuse misst 44 mm im Durchmesser. Angeboten werden zwei Ausführungen, die jeweils auf 9 Exemplare limitiert sind. Die erste besitzt ein Titangehäuse mit schwarzer DLC-Beschichtung und unterstreicht damit den düsteren Charakter des Modells. Die zweite wird in Roségold gefertigt und verbindet das markante Motiv mit einer wärmeren, luxuriösen Materialwirkung.
Titan mit DLC-Beschichtung oder Roségold, 44 mm | Kaliber JCAM22, Handaufzug | 48 Stunden Gangreserve | Preis auf Anfrage
- #1: BA111OD Chapter 4 Tourbillon T.V.D.: Ein neuer Abschnitt für die junge Marke
- #2: De Bethune DB28xs Sea Tourbillon: Hohe Frequenz, kurzer Umlauf
- #3: L. Leroy Elyor Tourbillon: Klassische Eleganz und moderne Mechanik
- #4: Bremont Supernova Tourbillon: Die Komplikation im sportlichen Stahlgehäuse
- #5: David Candaux DC1 Platinum Art du Tourbillon: Bewährte Konstruktion in neuem Material
- #6: Artya Purity Tourbillon Sport Edition: Hinter transparenten Wänden
- #7: Speake Marin Openworked Tourbillon Royal Blue: Das Uhrwerk als Architektur
- #8: Jacob & Co. Skull Tourbillon: Teil einer provokanten Inszenierung