HYT Conical Tourbillon Midnight Blue: Goldrahmen für die flüssige Zeit
HYT bringt sein Conical Tourbillon, das wir bereits von Schwestermodellen wie der Ausführung in Panda-Optik kennen, nun in der neuen Variante Conical Tourbillon Midnight Blue. Das Gehäuse besteht vorwiegend aus Rotgold, kombiniert mit Elementen aus schwarz DLC-beschichtetem Titan, dazu kommt die für HYT typische blaue Flüssigkeitsanzeige. Die Marke aus Neuchâtel nutzt seit ihrer Gründung 2012 ein eigenes hydromechanisches Prinzip: Die Stunden werden nicht durch einen klassischen Zeiger angezeigt, sondern durch Flüssigkeit in einer feinen Kapillare. Dieses Konzept erinnert an frühe Formen der Zeitmessung mit Wasser, ist aber technisch hochmodern umgesetzt. Bei der Midnight Blue läuft eine blaue Flüssigkeit durch ein Borosilikatglasröhrchen um das Zifferblatt und zeigt so die Stunde an. Am Ende des Umlaufs springt die Anzeige retrograd zurück und beginnt von vorn. Die Minuten liest man über einen kurzen weiß-blauen Zeiger ab.
Spektakulär: Durch den Glasboden kann man das Handaufzugskaliber 701-TC bewundern.
HYTRotgold und schwarzes Titan
Das kantige Gehäuse ist nichts für schmale Manschetten: Es misst 48 mm in der Breite und 52,3 mm in der Länge, dazu kommt seine enorme Höhe von 25,15 mm. Das stark gewölbte Saphirglas ist Teil des Auftritts. Denn bei HYT geht es nicht nur um das Ablesen der Zeit – und schon gar nicht um Tragekomfort –, sondern um das Beobachten eines mechanischen Spektakels. Getragen wird die bis 30 Meter spritzwassergeschützte Uhr an einem schwarzen Kautschukband mit Dornschließe aus schwarz DLC-beschichtetem Titan.
Trotz ihrer enormen Größe lässt sich das Conical Tourbillon gut tragen.
HYTWie funktioniert das Conical Tourbillon?
Im Zentrum der Uhr steht das namensgebende Tourbillon. Beim Conical Tourbillon steht die Regulierung nicht flach in einer Ebene. Stattdessen ist die Unruh um 30 Grad geneigt, das Ankerrad um 15 Grad, der Anker um 23 Grad. Diese schräge Architektur geht auf Ideen des deutschen Uhrmachers Walter Prendel und dessen Auseinandersetzung mit den Theorien Alfred Helwigs, dem Erfinder des fliegenden Tourbillons, zurück. Der Tourbillonkäfig dreht sich bei HYT einmal in 30 Sekunden im Uhrzeigersinn. Das ist schneller als bei vielen klassischen Ein-Minuten-Tourbillons und erhöht die visuelle Dynamik deutlich. Um dieses Zentrum herum setzt HYT zusätzlich drei kleine Kugeln ein, die mit blauer Flüssigkeit gefüllt sind. Sie rotieren mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten: vier, fünf und sechs Umdrehungen pro Minute. Dadurch entsteht eine unregelmäßig wirkende, nie exakt gleich verlaufende Bewegung. HYT nennt das eine „chaotic animation“. Funktional ist diese Animation nicht zur Zeitanzeige nötig, sie macht aber sichtbar, worum es der Marke geht: um Zeit als Bewegung, nicht nur als Information.
Gehäuse aus Gold und Titan: HYT Conical Tourbillon Midnight Blue
HYTKaliber 701-TC mit 750 Komponenten
Angetrieben wird die Uhr vom Handaufzugskaliber 701-TC. Das Werk besteht aus 533 Komponenten, von denen allein das Tourbillon betreffen. Zusammen mit Zifferblatt und Gehäuse kommt die gesamte Uhr auf 750 Einzelteile. Das mit 3 Hertz getaktete Werk bietet eine Gangreserve von 40 Stunden. Aufgezogen wird es mit einem speziellen Werkzeug. Die HYT Conical Tourbillon Midnight Blue ist auf acht Exemplare limitiert. Der Preis liegt bei 355.000 Schweizer Franken zuzüglich Steuern. Damit positioniert HYT die Uhr klar im Bereich extremer Sammler-Haute-Horlogerie. Die Midnight Blue richtet sich nicht an Käufer, die eine klassische Tourbillon-Uhr suchen. Sie ist vielmehr eine Fortsetzung dessen, was HYT seit Jahren auszeichnet: die Verbindung aus Mechanik, Flüssigkeit, Skulptur und technischer Extravaganz.