Czapek & Cie: Zwei Neuheiten zur Rückkehr an den Quai des Bergues
Geneva Watch Days
Mit der Eröffnung einer neuen Flagship-Boutique am Quai des Bergues 27 kehrt Czapek & Cie an einen für die eigene Geschichte bedeutenden Ort zurück. Bereits im 19. Jahrhundert arbeitete François Czapek am Quai des Bergues, ehe er 1845 Czapek & Cie gründete. Anlässlich der offiziellen Eröffnung am 1. September präsentiert die 2015 wiederbelebte Marke gleich zwei Neuheiten: die Quai des Bergues „Midnight in Geneva“ und die technisch aufwendige Place Vendôme Complicité Glacier Blue.
Czapek & Cie – Quai des Bergues „Midnight in Geneva“
Czapek & Cie#Quai des Bergues „Midnight in Geneva“
Die erste Neuheit greift eine Idee aus dem Jahr 2019 auf. Damals eröffnete Czapek seine erste moderne Boutique in Genf und lancierte zu diesem Anlass die auf 18 Exemplare limitierte „Midnight in Geneva“ mit 42,5 Millimeter großem Edelstahlgehäuse und tiefblauem Aventuringlas-Zifferblatt. Zur Rückkehr an den Quai des Bergues erscheint das Modell nun erneut, allerdings im kompakteren 40,5-Millimeter-Format. Das Edelstahlgehäuse misst 11,9 Millimeter in der Höhe und 47,67 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß. Seine geschwungene Silhouette und die charakteristisch geformten Bandanstöße bleiben erhalten, deren Winkel für die neue Größe jedoch angepasst wurde. Vorder- und Rückseite sind mit Saphirglas ausgestattet, die Wasserdichtigkeit beträgt 50 Meter. Zum eigentlichen Blickfang wird jedoch das dunkelblaue Aventuringlas-Zifferblatt. Seine mineralisch funkelnde Oberfläche erinnert an einen nächtlichen Sternenhimmel und gibt der „Midnight in Geneva“ ihren Namen. Die Verarbeitung des fragilen Materials stellt Czapek gerade bei den beiden Anzeigen vor eine besondere Herausforderung: Statt die Hilfszifferblätter direkt in das Aventuringlas zu vertiefen, wird dieses vollständig durchbrochen. Kleine Sekunde und Gangreserveanzeige sitzen auf einer darunterliegenden Metallplatine und werden durch entsprechende Öffnungen sichtbar. Die gesamte Konstruktion erreicht dabei lediglich 0,4 Millimeter Höhe.
Czapek & Cie – Quai des Bergues „Midnight in Geneva“
Czapek & CieAsymmetrische Anordnung
Die Zeitanzeige übernehmen rhodinierte, pfeilförmige Stahlzeiger und applizierte Stahlindizes. Ungewöhnlich bleibt die asymmetrische Anordnung der Funktionen: Die kleine Sekunde befindet sich bei 7.30 Uhr, während bei 4.30 Uhr die Gangreserve mit einer Wochentagsanzeige kombiniert wird. Im Inneren arbeitet das proprietäre Handaufzugskaliber SXH1. Zwei Federhäuser ermöglichen eine Gangreserve von mehr als 168 Stunden beziehungsweise sieben Tagen. Das 32 Millimeter große und lediglich 4,75 Millimeter hohe Werk arbeitet mit einer Frequenz von drei Hertz und besteht aus 160 Komponenten sowie 31 Rubinen. Durch den Saphirglasboden zeigen sich offene, sandgestrahlte Brücken und Platine, gebläute Schrauben, von Hand ausgeführte Anglierungen sowie kreis- und schneckenförmige Gravuren auf den Rädern. Wie das Vorbild von 2019 ist auch die neue „Midnight in Geneva“ auf 18 Exemplare limitiert. Die Zahl erinnert an die Adresse der damaligen Czapek-Boutique in der Rue de la Corraterie 18. Getragen wird die Uhr an einem Alligatorlederband mit Edelstahlstiftschließe. Der Preis beträgt 26.800 Euro.
Czapek & Cie – Place Vendôme Complicité Glacier Blue
Czapek & Cie#Place Vendôme Complicité Glacier Blue
Technisch noch deutlich ambitionierter fällt die zweite Neuheit aus. Für die Place Vendôme Complicité Glacier Blue setzt Czapek die Zusammenarbeit mit dem deutschen Meisteruhrmacher und AHCI-Gründungsmitglied Bernhard Lederer fort. Die neue Ausführung erscheint in einem 41,8 Millimeter großen Gehäuse aus Platin und ist auf lediglich zehn nummerierte Exemplare limitiert. Im Mittelpunkt steht dabei weniger das Gehäuse als die offen präsentierte Mechanik. Zwei unabhängig voneinander arbeitende Unruhen schwingen in entgegengesetzter Richtung und werden jeweils von einer eigenen Hemmung gesteuert. Bei 12 Uhr sitzt ein Differential, das mögliche Gangabweichungen zwischen beiden Systemen ausgleicht. Statt die Konstruktion hinter einem klassischen Zifferblatt zu verbergen, macht Czapek sie zum bestimmenden Gestaltungselement der Uhr. Für die Glacier Blue erhält die sichtbare Hauptplatine eine leicht gekörnte, eisblaue Oberfläche. Facettierte und feinpolierte Stahlindizes sowie teilweise skelettierte Schwertzeiger setzen sich davon ab. Zwischen den beiden Unruhen befindet sich die Gangreserveanzeige, während die zentrale Sekunde den symmetrischen Aufbau ergänzt. Zwei Saphirbrücken mit insgesamt sechs Rubinen in Goldchatons geben zusätzlich den Blick auf das Räderwerk frei.
Czapek & Cie – Place Vendôme Complicité Glacier Blue
Czapek & CieHaute Horlogerie
Angetrieben wird die Complicité vom gemeinsam mit Bernhard Lederer entwickelten Czapek-Kaliber 8. Das Handaufzugswerk besteht aus 293 Komponenten, arbeitet mit drei Hertz und bietet 72 Stunden Gangreserve. Beide Unruhen verfügen über variable Trägheit sowie jeweils vier Regulierschrauben und vier Gewichte. Hinzu kommen Breguet-Endkurven der Spiralfedern, die präzise aufeinander abgestimmt werden. Auch bei der Finissierung spielt Czapek die Möglichkeiten der offenen Konstruktion aus. Brücken und Platine werden von Hand bearbeitet, auf der Rückseite finden sich nicht weniger als 18 von Hand anglierte Innenwinkel. Damit bleibt die Referenz trotz ihrer modernen, fast technischen Erscheinung fest in den klassischen Veredelungstechniken der Haute Horlogerie verwurzelt. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 50 Metern. Ein Alligatorlederband komplettiert den 134.000 Euro teuren Zeitmesser.