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Lesedauer 4 Min.

75 Uhren, 75 Unikate: Gérald Charles zeigt die Masterlink Atelier Edition

Gérald Charles schafft bei der neuen Masterlink Atelier Edition eine Verbindung aus ultraflacher Mechanik und traditionellem Handwerk. Der Clou: Die Zifferblätter aus Maillechort werden einzeln von Hand gehämmert – und machen jedes der insgesamt 75 Exemplare einzigartig.
nahaufnahme, detail der Gérald Charles Masterlink Atelier Edition
©  Gérald Charles

Die Masterlink gehört zu den jüngeren Modellen von Gérald Charles, ihre gestalterischen Wurzeln reichen jedoch weiter zurück. Nun nutzt die Marke die integrierte Stahluhr als Basis für eine besonders handwerklich geprägte Edition. Bei der neuen Masterlink Atelier Edition steht nicht eine zusätzliche Komplikation im Mittelpunkt, sondern eine Technik, die sich schon auf den ersten Blick bemerkbar macht: Jedes Zifferblatt wird im Genfer Atelier einzeln von Hand gehämmert.

Die Neuheit erscheint in den drei Farbvarianten Golden Rose, Rhodium und Golden Yellow, von denen jeweils nur 25 Exemplare gefertigt werden. Damit entstehen insgesamt 75 Uhren – aufgrund der manuellen Bearbeitung gleicht jedoch kein Zifferblatt exakt einem anderen.

Hunderte Hammerschläge formen jedes Zifferblatt

Ausgangsmaterial der Zifferblätter ist Maillechort, auch als Neusilber bekannt. Die Kupfer-Nickel-Zink-Legierung findet in der Uhrmacherei häufig bei Platinen und Brücken Verwendung, ist als Zifferblattmaterial dagegen deutlich ungewöhnlicher.

die drei versionen der Gèrald Charles Masterlink Atelier Edition

Die Masterlink Atelier Edition erscheint mit handgehämmerten Zifferblättern in drei Farbvarianten.

©  Gèrald Charles

Gérald Charles zufolge ist Maillechort schwieriger zu bearbeiten als das häufig für Zifferblätter verwendete Messing. Die Fertigung dauert länger, der Werkzeugverschleiß ist höher und auch die Ausschussquote steigt.

Für die Atelier Edition bearbeitet ein Kunsthandwerker jedes Zifferblatt mit Hunderten kontrollierten Hammerschlägen. Dabei entsteht eine unregelmäßige Struktur aus kleinen Facetten, die das Licht in verschiedene Richtungen reflektieren. Anders als bei einem Sonnenschliff, dessen Linien einem definierten Zentrum folgen, verändert sich die Wirkung der gehämmerten Fläche je nach Blickwinkel und Lichteinfall.

Auf applizierte Stundenindizes verzichtet Gérald Charles bewusst. Die Zifferblattoberfläche bleibt dadurch weitgehend frei; lediglich die zentralen Stunden- und Minutenzeiger übernehmen die eigentliche Zeitanzeige. Gerade dieser reduzierte Aufbau rückt die handbearbeitete Struktur stärker in den Vordergrund.

7,99 Millimeter flach und trotzdem 100 Meter wasserdicht

Technisch basiert die Atelier Edition auf der bekannten Masterlink. Ihr asymmetrisches Edelstahlgehäuse misst 38 × 38 Millimeter und ist lediglich 7,99 Millimeter hoch. Bemerkenswert ist dabei die Kombination aus flachem Aufbau und verschraubter Krone: Die Wasserdichtigkeit beträgt dennoch zehn bar beziehungsweise 100 Meter. Ein mehrfach innen und außen entspiegeltes Saphirglas schützt das Zifferblatt.

Die charakteristische Geometrie geht auf die asymmetrische Formensprache von Firmengründer Gérald Charles Genta zurück. Als unmittelbaren Vorläufer der Masterlink nennt die Marke die sogenannte Sarawak, eine 2007 von Genta für die Königsfamilie von Sarawak entworfene Uhr mit integriertem Diamant- und Rubinarmband. Das Modell wurde erst 2024 öffentlich bekannt.

Eine konstruktive Besonderheit ist das integrierte Edelstahlband. An der sechs-Uhr-Seite folgen seine Mittelglieder zunächst der für das Gehäuse typischen Wölbung – dem sogenannten „Smile“ – und gehen anschließend in eine gerade Linie über. Auf der gegenüberliegenden Seite setzt das Band dagegen die gerade Gehäusekante fort. Sichtbare Schrauben gibt es nicht; auch Drücker und Mechanik der Schmetterlingsschließe sind weitgehend verborgen. Halbglieder ermöglichen eine feinere Anpassung an das Handgelenk.

Mikrorotor-Kaliber GCA 1000 mit 50 Stunden Gangreserve

Die geringe Gehäusehöhe ermöglicht das automatische Manufakturkaliber GCA 1000. Das Werk ist lediglich 2,67 Millimeter hoch und nutzt einen versetzt angeordneten Mikrorotor für den automatischen Aufzug.

Rückseite der Gèrald Charles Masterlink Atelier Edition

Im nur 2,67 Millimeter flachen GCA 1000 übernimmt ein versetzter Mikrorotor den automatischen Aufzug.

©  Gèrald Charles

Das aus 176 Komponenten und 29 Rubinen bestehende Kaliber arbeitet mit drei Hertz und bietet eine Gangreserve von 50 Stunden. Zur Ausstattung gehören außerdem Sekundenstopp und Incabloc-Stoßsicherung. Durch den Saphirglasboden sind die mit Schneckendekor, Genfer Streifen und kreisförmiger Körnung veredelten Brücken sichtbar.

Damit entsteht ein interessanter Gegensatz: Gehäuse, Armband und ultraflaches Werk sind auf möglichst kontrollierte Präzision ausgelegt, während ausgerechnet das optisch dominante Zifferblatt seine Individualität durch die manuelle und damit niemals vollkommen identische Bearbeitung erhält.

Die Gèrald Charles Masterlink Atelier Edition wird in Golden Rose, Rhodium und Golden Yellow angeboten. Jede Farbvariante ist auf 25 Exemplare limitiert. In den offiziellen Unterlagen gibt Gérald Charles den Preis lediglich auf Anfrage an. Eine zusätzliche Quelle nennt für den internationalen Markt 33.700 US-Dollar (umgerechnet etwa knapp 30.000 Euro) und eine sofortige Verfügbarkeit.

Limited Watches Edelstahl Uhren Gérald Charles

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