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Lesedauer 13 Min.

WatchTime Düsseldorf 2026: Diese Marken sollten Sie nicht verpassen! (Teil 5)

Von deutscher Manufakturtechnik über japanische Hightech-Uhren bis zu jungen Microbrands und traditionsreichen Namen: Auch im 5. Teil unserer großen Vorschau zeigt sich die WatchTime Düsseldorf 2026 ausgesprochen vielseitig. Dazu kommen mit Barrington diesmal auch Uhrenbeweger für Sammler.
Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1

© Hanhart

Der Startschuss der diesjährigen WatchTime Düsseldorf rückt näher: In 10 Tagen, am 23. Oktober, öffnet Deutschlands größte Uhrenshow ihre Pforten. Im 5. Teil unserer Vorschau treffen die hohe Fertigungstiefe von Damasko und die junge Glashütter Marke DUG auf die kompromisslose Robustheit von G-Shock, Schweizer Tradition bei Cimier und die norddeutsche Microbrand Vandaag. Barrington ergänzt das Spektrum um Uhrenbeweger für Sammler. Und mit Zeppelin, Bauhaus und Ruhla zeigen gleich drei Marken des deutschen Herstellers Pointtec ihre aktuellen Neuheiten. Wieder gilt: Viele der Modelle lassen sich in Düsseldorf nicht nur aus nächster Nähe betrachten, sondern direkt anprobieren und mit den Menschen dahinter diskutieren.

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#1: Hanhart: Die Uhr für Steve McQueen

Hanhart gehört zu den traditionsreichsten deutschen Herstellern von Chronographen und Stoppuhren. Gegründet wurde das Unternehmen 1882 von Johann Adolf Hanhart im schweizerischen Diessenhofen, 1902 zog es nach Schwenningen im Schwarzwald. Den entscheidenden Durchbruch brachte 1924 die erste vergleichsweise preisgünstige mechanische Stoppuhr; ab 1938 profilierte sich Hanhart zudem als Hersteller von Fliegerchronographen. Heute sitzt das Unternehmen in Gütenbach und konzentriert sich weiterhin auf robuste, präzise Zeitmesser mit ausgeprägtem instrumentellem Charakter. Zum bekanntesten Markenzeichen wurde der rote Chronographendrücker. Ursprünglich hatte die Signalfarbe einen praktischen Zweck: Sie sollte Piloten davor bewahren, eine laufende Zeitmessung versehentlich zurückzustellen. Besonders bei Flyback-Chronographen konnte ein falscher Tastendruck während der Navigation problematisch sein.

Hanhart: Co-CEOs Felix Wallner und Simon Hall

Hanhart: Co-CEOs Felix Wallner und Simon Hall

© Hanhart

Als Einstiegsmodell in die Marke empfiehlt sich die 417 ES Heritage Flyback. Sie ist wahlweise mit 39 oder 42 mm Durchmesser erhältlich und greift gestalterisch das Design des historischen Bundeswehr-Chronographen der 1950er-Jahre auf. Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber Sellita AMT5100 M mit Schaltrad, Flyback-Funktion und 58 Stunden Gangreserve. Der rote Drücker besteht heute aus HyCeram.

Zur WatchTime Düsseldorf steht eine besondere Neuheit im Mittelpunkt: Hanhart zeigt dort die neue, limitierte 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1. Steve McQueen trug selbst eine historische 417 und trug damit wesentlich zum Kultstatus des Modells bei. Die Sonderedition wird zwar bereits Anfang Oktober vorgestellt, auf der WatchTime Düsseldorf können Interessenten sie jedoch erstmals auf einer Messe live erleben.

Preislich reicht die aktuelle Hanhart-Kollektion von gut 1.000 Euro für Dreizeigeruhren bis in den Bereich von etwa 3.300 Euro für aufwendigere Chronographen und Sondermodelle.

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1

© Hanhart

#2: Damasko: Technik aus eigener Fertigung

Unter den unabhängigen deutschen Uhrenherstellern zeichnet sich Damasko durch eine besonders hohe Fertigungstiefe aus. Hinter der bayerischen Familienmanufaktur stehen Konrad und Petra Damasko sowie ihr Sohn Christoph; seit 1994 gibt es Uhren unter dem Namen Damasko. Aus dem ursprünglichen Spezialisten für Werkstoffe und Präzisionsfertigung entwickelte sich Schritt für Schritt eine Uhrenmanufaktur, die heute nach eigenen Angaben bei bestimmten Modellen eine Fertigungstiefe von bis zu 90 Prozent erreicht. Gehäuse, Kronen, Drücker und Drehringe entstehen ebenso im eigenen Haus wie zahlreiche Werkteile, darunter Zahnräder, Schrauben und Stifte. Eine besondere Rolle spielen dabei Werkstofftechnik und Robustheit. Damasko entwickelte unter anderem härtbare Stähle für Uhrengehäuse, die verschleißhemmende DAMEST-Beschichtung und eigene Lösungen auf Siliziumbasis. Auch mechanische Werke gehören inzwischen zur Kernkompetenz: 2010 stellte die Marke mit dem A35 ihr erstes Manufakturkaliber vor. Heute beschäftigt sich Damasko intensiv mit Siliziumspiralen und nutzt ein eigenes optisches Messverfahren, um deren Verhalten hochpräzise zu analysieren. 

Damasko: DC89 mit blauem Zifferblatt, geschwärztem Gehäuse und grob verzahnter Lünette

Damasko: DC89 mit blauem Zifferblatt, geschwärztem Gehäuse und grob verzahnter Lünette

© Damasko
Damasko: DC89 mit grünem Zifferblatt und fein gerändelter Lünette

Damasko: DC89 mit grünem Zifferblatt und fein gerändelter Lünette

© Damasko

Brandneu sind zwei Farbvarianten des Modells DC89 GMT, die die Marke auf der WatchTime Düsseldorf vorstellt: Die Uhr gibt es jetzt mit einem grünen und einem blauen Zifferblatt – wahlwiese jeweils im matten Edelstahlgehäuse oder mit schwarzer DAMEST-Beschichtung. Zudem kann man die Uhren mit einer grober oder einer feiner gezackten Lünette erhalten. Der 42 mm große Chronograph besitzt ein Gehäuse aus eisgehärtetem Edelstahl und wird vom Kaliber C51-7 Si mit Selbstaufzug angetrieben. Es basiert konstruktiv auf einer modifizierten Hauptplatine des Valjoux 7750, wurde von Damasko jedoch tiefgreifend weiterentwickelt. Spirale und Ankerrad bestehen aus Silizium, die Gangreserve beträgt 50 Stunden. Während die Zeiger für die gestoppten Sekunden und Minuten aus der Mitte kommen, sind die Hilfszifferblätter der kleinen Sekunde (links) und einer zweiten Zeitzone (rechts) gewidmet. Zusammen mit dem Drehring lassen sich bis zu drei Zeitzonen darstellen. Die Preise beginnen bei 5.270 Euro für die Modelle in mattem Edelstahl und Textilband. In Düsseldorf zeigt das Familienunternehmen zudem neue Damenmodelle sowie Neuheiten innerhalb der Field-Watch-Kollektion. 

#3 Casio G-Shock: Robustheit trifft japanisches Handwerk

Casio G-Shock: MRG-B2100HR-1A

Casio G-Shock: MRG-B2100HR-1A

© Casio G-Shock

Die Geschichte von G-Shock beginnt mit einem Missgeschick: Casio-Entwickler Kikuo Ibe zerbrach eine für ihn bedeutende Uhr bei einem Sturz. Daraus entstand die Idee, eine Armbanduhr zu entwickeln, die solchen Belastungen standhält. Nach zahlreichen Versuchen kam 1983 die erste G-Shock auf den Markt. das Modell DW-5000C. Das damalige „Triple 10“-Konzept sah vor, dass die Uhr einen Fall aus 10 Metern Höhe überstehen, bis 10 bar wasserdicht sein und mit einer Batterie 10 Jahre lang laufen sollte. Das Thema Robustheit wurde nicht zu einer einzelnen Produkteigenschaft, sondern zum Kern der gesamten Marke. 

Dass sich dieses Prinzip weit über funktionale Kunststoffuhren hinausentwickelt hat, zeigt die seit 1996 bestehende MR-G-Linie. Sie bildet die Spitze des G-Shock-Programms und kombiniert die bekannte Stoßfestigkeit mit aufwendiger Metallverarbeitung, hochwertigen Werkstoffen und japanischen Handwerkstechniken. Genau diese Seite der Marke möchte G-Shock auch auf der WatchTime Düsseldorf zeigen.

Die neue MRG-B2100HR-1A kommt zum 30-jährigen Bestehen von MR-G und ist weltweit auf 800 Exemplare limitiert. Ihr dreidimensional aufgebautes Zifferblatt greift die traditionelle japanische Kigumi-Holzverbindungstechnik auf. Der Metallblatt-Künstler Hiroto Rakusho aus Kyoto veredelt jedes Zifferblatt von Hand mit fein pulverisiertem Platinblatt. Dadurch entstehen je nach Lichteinfall unterschiedliche Hell-Dunkel-Effekte. Auch Lünette und Armband spielen mit wechselnden Reflexen: Eine Ultrakurzpuls-Laserbearbeitung erzeugt mikroskopische Oberflächenstrukturen, deren Farben ohne Pigmente, sondern allein durch Lichtreflexion entstehen. Die aufwendig aus 27 Einzelteilen aufgebaute Lünette besteht unter anderem aus dem besonders harten Werkstoff Cobarion, das Armband aus der hochfesten Titanlegierung DAT55G. Das bis 200 Meter wasserdichte Gehäuse selbst besteht aus Grade5-Titan (Ti64), über das Zifferblatt wölbt sich ein Deckglas aus Saphirkristall. Die Energieversorgung übernimmt das Casio-typische Tough-Solar-System: Es wandelt das Licht in elektrische Energie um und speichert sie in einem Akku. Für eine präzise Zeiteinstellung sorgen zusätzlich der Empfang von Funksignalen sowie die Bluetooth-Verbindung zur Casio-Watches-App. Die MRG-B2100HR-1A kommt im November 2026 zum Preis von 7.500 Euro auf den Markt.

#4: Cimier: Schweizer Tradition mit eigenwilligem Design

Cimier: 47° North River Blue

Cimier: 47° North River Blue

© Cimier
Alexandra Lanz, CEO von Cimier

Alexandra Lanz, CEO von Cimier

© Cimier

Die Geschichte von Cimier reicht bis 1924 zurück, als der Uhrmacher Joseph Lapanouse in Hölstein eine eigene Firma gründete. Bekannt wurde die Marke zunächst mit robusten, vergleichsweise günstigen Stiftankeruhren. In den 1960er-Jahren gelang Cimier dann ein großer kommerzieller Erfolg mit dem Cimier Sport, einem vereinfachten Chronographen mit unabhängig stoppbarer Zentralsekunde. Bis 1970 produzierte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 1,5 Millionen Uhren pro Jahr; insgesamt verkaufte man mehr als 20 Millionen dieser Chronographenkaliber. Nach dem Rückzug der Familie Lapanouse 1985 wurde Cimier 2003 wiederbelebt und hat heute seinen Sitz in Biel. 

Ein zentrales Modell der aktuellen Kollektion ist der 711 Heritage Chronograph. Er greift die ungewöhnliche Gestaltung des historischen Cimier Sport auf und ordnet die beiden Chronographenzähler asymmetrisch bei 11 und 7 Uhr an. Im Inneren der bis 100 Meter wasserdichten Uhr arbeitet das Automatikkaliber CIM 100 mit 48 Stunden Gangreserve, das auf dem Valjoux 7750 basiert. Deutlich funktionaler tritt die neue 47° North auf, zu der auch die hier gezeigte Referenz in der Farbe River Blue gehört. Der Name verweist auf den Breitengrad von Biel und zugleich auf den Zugang zu den Schweizer Alpen. Mit ihrem 38 mm großen Edelstahlgehäuse, einem Deckglas aus Saphirkristall und einer verschraubten Krone, die mit zur Wasserdichtigkeit bis 100 Meter beiträgt, überzeugt sie einerseits als robuste Field Watch. Andererseits bietet sie mit ihrer sandartigen Zifferblattoberfläche und der Auswahl an Farben für Zifferblätter und Bänder einen zeitgemäßen Auftritt. Bei der Mechanik vertraut Cimier auf das bewährte Eta 2824-2 mit Selbstaufzug und 38 Stunden Gangreserve, das durch den Saphirglasboden sichtbar ist. Für 850 Schweizer Franken ist die 47° North ein attraktiver Einstieg in die Marke. Auf der WatchTime Düsseldorf zeigt die Marke zudem eine neue, bislang noch nicht regulär vorgestellte Variante der 47° North.

#5: Vandaag: Norddeutsche Microbrand mit Alltagsschwerpunkt

Vandaag wurde 2020 von Malte Thomeczek, Tim Benkus und André Lampe gegründet. Der Name stammt aus dem Plattdeutschen und bedeutet „heute“ – passend zur norddeutschen Herkunft der Marke. Die Uhren werden in Delmenhorst entwickelt und in Deutschland montiert. Gestalterisch setzt Vandaag auf klare, symmetrische Entwürfe, guten Tragekomfort und eine eher unaufgeregte Präsenz. Das bisherige Programm reicht von klassischen Dreizeigeruhren wie der Baas, die das bisherige Einstiegsmodell bildet, über die Taucheruhr Tiefsee bis zur Fliegeruhr Schallmauer. 

Vandaag: Reev-B in Hellblau

Vandaag: Reev-B in Hellblau

© Vandaag
Vandaag-Mitgründer Tim Ole Benkus

Vandaag-Mitgründer Tim Ole Benkus

© Vandaag

Im Mittelpunkt des Auftritts auf der WatchTime Düsseldorf 2026 steht die neue Reev. Die Modelllinie teilt sich in zwei sehr unterschiedliche Varianten: Die Reev-B präsentiert sich als sportlichere Toolwatch mit strukturierterem Zifferblatt und einseitig drehbarer Lünette, während die Reev-D mit Festlünette, Sonnenschliff und polierten Details eleganter auftritt und auch mit vergoldeten Gehäusen und Metallbändern auftritt. Beide Versionen besitzen ein 39 mm großes Edelstahlgehäuse, messen 11,85 mm in der Höhe und sind bis 200 Meter wasserdicht. Für den Antrieb sorgt das Automatikkaliber Miyota 8215 mit rund 42 Stunden Gangreserve, das Vandaag vor der Auslieferung in sechs Lagen einregulieren lässt. Saphirglas, verschraubte Krone und Nemoto-Leuchtmasse gehören ebenfalls zur Ausstattung. Je nach Ausführung kostet die Reev derzeit 359 beziehungsweise 399 Euro; jede Farbvariante ist auf 999 Exemplare limitiert. 

#6: DUG: Glashütte zum kleinen Preis

Die Deutsche Uhrenmanufaktur Glashütte, kurz DUG, ist der jüngste Uhrenhersteller im traditionsreichen sächsischen Uhrenort. Initiator und Geschäftsführer ist Toni Brodführer, der die Marke Ende 2024 an den Start brachte. Seine Geschäftsidee ist es, klassische Glashütter Uhrmacherei zu Preisen anzubieten, die deutlich unter dem dort sonst üblichen Niveau liegen. Möglich machen soll das vor allem der Direktvertrieb ohne klassischen Zwischenhandel.

DUG: Purist 37 Typ 2

DUG: Purist 37 Typ 2

© DUG
DUG-Gründer Toni Brodführer

DUG-Gründer Toni Brodführer

© DUG

Bislang konzentriert sich DUG bewusst auf eine einzige Modellfamilie, die Purist. Sie wird als Typ 1 mit Strichindizes und als Typ 2 mit arabischen Ziffern angeboten, jeweils mit oder ohne Datum. Im Inneren arbeitet das Automatikkaliber DUG 200 auf Basis des Sellita SW200. Werkteile werden in Glashütte veredelt und dekoriert, unter anderem mit von Hand aufgebrachter Glashütter Perlage; hinzu kommt ein in Glashütte gefertigter, skelettierter und 24 Karat vergoldeter Rotor mit Wolframgewicht. Diese Verbindung aus zugeliefertem Schweizer Basiswerk und eigener Veredelung bildet derzeit den technischen Kern der Marke.

Neu ist 2026 die Purist 37: Sie überträgt das Purist-Konzept vom eingeführten 40-mm-Format auf die Unisex-Größe von 37 mm Durchmesser. Das dreiteilige Edelstahlgehäuse misst 10,35 mm in der Höhe, ist bis 100 Meter wasserdicht und mit Saphirglas auf Vorder- und Rückseite ausgestattet. Bei den Zifferblattfarben kann man zwischen Onyxschwarz, Mondweiß und Königsblau wählen, das blaue zeigt zudem einen leichten Farbverlauf, nachaußen dunkler werdend. Die Purist 37 startet bei 1.199 Euro, mit Datum oder Stahlband steigt der Preis entsprechend. Auf der WatchTime Düsseldorf können Besucherinnen und Besucher neben der neuen Größe auch die burgunderrote Sonderedition sehen. Zudem steht Toni Brodführer bereit, um persönlich mit allen Interessierten über die junge Marke und ihre Glashütter Fertigung zu sprechen. 

#7: Barrington: Uhrenbeweger für Sammler

Bei Barrington stehen nicht die Uhren selbst, sondern deren Aufbewahrung und Betrieb im Mittelpunkt. Das britische Unternehmen wurde 2009 von Sean O’Farrell gegründet. O’Farrell war zuvor Investor und Director beim Online-Uhrenhändler Jura Watches und beschäftigte sich dort bereits mit der Entwicklung eines Uhrenbewegers. Ihm fiel eine Lücke zwischen günstigen Modellen mit einfacher Ausstattung und kostspieligen Luxusprodukten auf. Barrington sollte diese schließen: mit funktionalen, gestalterisch zurückhaltenden Uhrenbewegern zu moderateren Preisen und einem auf Uhrenbesitzer zugeschnittenen Service.

Uhrenbeweger richten sich an Besitzer von Automatikuhren, die nicht ständig getragen werden. Durch regelmäßige Drehbewegungen simulieren sie die Bewegung am Handgelenk und halten den Aufzugsmechanismus in Gang. Das ist vor allem bei Uhren mit Kalender- oder anderen aufwendig einzustellenden Anzeigen praktisch, weil diese nach längeren Tragepausen nicht immer wieder neu gestellt werden müssen. Barrington bietet heute Lösungen vom Einzelbeweger bis zu größeren Modellen für umfangreiche Sammlungen an.

Barrington: Oxford Single Winder Red

Barrington: Oxford Single Winder Red

© Barrington
Sean O’Farrell, der Gründer von Barrington Watchwinders

Sean O’Farrell, der Gründer von Barrington Watchwinders

© Barrington

Wer sich zum ersten mal einen Uhrenbeweger kaufen möchte, sollte das Modell Oxford Single besonders in Augenschein nehmen. Der kompakte Einzelbeweger misst 12 × 12,5 × 19 cm und arbeitet mit einem besonders leisen, japanischen Motor. Die Drehrichtung lässt sich im oder gegen den Uhrzeigersinn sowie bidirektional einstellen; zusätzlich stehen 650, 750, 850, 1.000 oder 1.950 Umdrehungen pro Tag zur Wahl. Damit lässt sich der Beweger an unterschiedliche Anforderungen von Automatikwerken anpassen. Der Betrieb erfolgt wahlweise über das Stromnetz beziehungsweise USB-C oder mit vier AA-Batterien, die laut Hersteller etwa 60 bis 70 Tage halten. 

Interessant für wachsende Sammlungen ist das modulare Konzept: Mehrere Oxford-Single-Modelle lassen sich stapeln und über Barringtons „Jump“-System von einer gemeinsamen Stromquelle versorgen. Den Oxford Single gibt es in einer ganzen Reihe von Farben: Neben gedeckten Tönen wie Schwarz, Dunkelblau, Weiß und Grün (eine Art British Racing Green) bietet Barrington auch knalliges Gelb, Orange und Rot (Bild) an. Der Preis beträgt jeweils 349 Euro. Auf der WatchTime Düsseldorf können Besucher die verschiedenen Uhrenbeweger ausprobieren und sich direkt zu passenden Einstellungen für ihre eigenen Uhren beraten lassen. Für Messebesucher kündigt Barrington zudem ein exklusives Angebot am Stand an. 

#8: Zeppelin: Luftfahrtromantik in neuer Form

Die Uhrenmarke Zeppelin gehört zum inhabergeführten Unternehmen Pointtec aus Ismaning bei München und wurde 2002 ins Leben gerufen. Über einen langfristigen Lizenzvertrag mit dem Zeppelin Museum in Friedrichshafen nimmt sie Bezug auf die große Epoche der Luftschifffahrt und verbindet historische Gestaltungselemente mit moderner Uhrentechnik. Entworfen werden die Modelle bei Pointtec, gefertigt werden sie in Deutschland, überwiegend in der unternehmenseigenen Produktion im thüringischen Ruhla. 

Zeppelin: Metropolis Automatic Day-Date

Zeppelin: Metropolis Automatic Day-Date

© Pointtec/Zeppelin
Werner Untch, CMO und Spokesperson von Pointtec

Werner Untch, CMO und Spokesperson von Pointtec

© Pointtec

Charakteristisch sind klassisch gehaltene Zifferblätter, gewölbte Gläser und Anklänge an Instrumente und Reiseuhren des frühen 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig reicht das heutige Programm weit über reine Retro-Entwürfe hinaus. Pointtec setzt auf bewährte Schweizer und japanische Werke und positioniert Zeppelin bewusst über ein breites Preis-Leistungs-Verhältnis. So arbeitet etwa die Atlantic GMT mit dem Miyota 9075, dessen unabhängig verstellbarer Ortszeit-Stundenzeiger eine echte Traveller-GMT-Funktion ermöglicht. Gleichzeitig bietet die Uhr für 549 Euro einen attraktiven Preis für eine GMT-Uhr mit unabhängig verstellbarem Stundenzeiger. 

Dass Zeppelin 2026 auch formal neue Wege geht, zeigt die tonneauförmige Metropolis Automatic DayDate (Bild). Sie kombiniert ein 37 x 36 mm großes Edelstahlgehäuse mit einem blauen Zifferblatt, das in einem langen Fenster bei 3 Uhr Wochentag und Datum anzeigt. Ein cognacfarbenes Lederband unterstreicht den Retro-Charakter. Für Vortrieb sorgt das Automatikkaliber Miyota 8205, ein bewährtes japanisches Day-Date-Werk mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und 42 Stunden Gangreserve. Mit einem Preis von 349 Euro verkörpert die Metropolis zugleich jene Philosophie, die Pointtec für seine Marken formuliert: mechanische Uhren „Made in Germany“ mit zuverlässiger Technik zu zugänglichen Preisen. Auf der WatchTime Düsseldorf zeigt Zeppelin neben der neuen Gehäuseform eine ganze Reihe weiterer aktueller Modelle und Varianten. 

#9: Bauhaus: Reduziertes Design aus Ruhla

Bauhaus: Pure Automatic Open Heart

Bauhaus: Pure Automatic Open Heart

© Pointtec/Bauhaus

Die Uhren von Zeppelins Schwestermarke Bauhaus entstehen im thüringischen Ruhla. In einem 1929 nach Entwürfen der Architekten Schreiter & Schlag errichteten Gebäude im Bauhaus-Stil fertigt Pointtec bereits seit den frühen 1990er-Jahren Uhren. 2019 unternahm das Unternehmen das Gebäude zusammen mit der dortigen Uhrenproduktion und machte den historischen Standort auch zur konzeptionellen Heimat der Marke Bauhaus. Gestalterisch folgen die Bauhaus-Uhren dem Prinzip klarer Formen und guter Ablesbarkeit; gleichzeitig versucht man die historische Formensprache zeitgemäß zu interpretieren. Neben klassischen Dreizeigeruhren gehören deshalb auch Modelle mit kräftigeren Farben und mechanischen Zusatzfunktionen zum Programm. Auch bei Bauhaus setzt Pointtec auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Einsatz bewährter Schweizer und japanischer Werke.

Ein aktuelles Beispiel ist die Bauhaus Pure Automatic Open Heart. Ihr 40 mm großes Edelstahlgehäuse wird mit einem Lederband kombiniert. Durch die Öffnung im Zifferblatt lässt sich die Unruh des Automatikkalibers Miyota 82S5 bei der Arbeit beobachten. Das japanische Werk bietet zusätzlich eine kleine Sekunde sowie 42 Stunden Gangreserve. Mit einem Preis von 349 Euro steht die Pure Automatic Open Heart exemplarisch für die Positionierung der Marke: mechanische Technik, eigenständiges Design und Fertigung in Deutschland zu einem vergleichsweise zugänglichen Preis. Auf der WatchTime Düsseldorf zeigt Bauhaus daneben weitere Modelle aus der aktuellen Kollektion.

#10: Ruhla: Motorsport vor der Haustür

Ruhla: Glasbach Cup Flyback-Chronograph in Rot

Ruhla: Glasbach Cup Flyback-Chronograph in Rot

© Pointtec/Ruhla

Die Marke Ruhla gehört heute wie Zeppelin und Bauhaus zu Pointtec. Ihre Geschichte reicht jedoch deutlich weiter zurück: Am thüringischen Standort wurden seit 1862 feinmechanische Produkte und seit 1892 Uhren gefertigt; zu DDR-Zeiten entstanden in den VEB Uhrenwerken Ruhla Millionen von Uhren und Uhrwerken. Pointtec arbeitete bereits jahrzehntelang mit dem Standort zusammen, übernahm die Uhrenproduktion 2019 vollständig und belebte 2023 auch die historische Marke Ruhla wieder. Gefertigt wird weiterhin im letzten erhaltenen Gebäude des früher riesigen Werkskomplexes. 

Eine der aktuellen Modellfamilien widmet sich dem Glasbach-Bergrennen, das nur wenige Kilometer von Ruhla entfernt im Thüringer Wald ausgetragen wird. Seit 2024 unterstützt die Marke das traditionsreiche Motorsportereignis, dessen rund 5,5 km lange Strecke zwischen Bad Liebenstein und dem Glasbachstein zu den bedeutenden Bergrennstrecken Deutschlands gehört. 2026 entstand dort auch die Verbindung zum ehemaligen Rennfahrer Klaus Ludwig. Der dreimalige DTM-Meister trägt inzwischen den neuen Glasbach Cup Flyback Chronographen, der im Juni beim diesjährigen Rennen vorgestellt wurde. 

Im 42 mm großen Edelstahlgehäuse arbeitet ein Schweizer Eta-Quarzwerk (Kaliber G10.212 AN) mit kleiner Sekunde, Datum und Flyback-Funktion. Damit lässt sich eine laufende Zeitmessung mit einem einzigen Bedienvorgang auf null zurückstellen und unmittelbar neu starten. Das Werk besitzt vier Lagersteine und bietet eine theoretische Batterielaufzeit von 38 Monaten. Das Gehäuse ist bis 100 Meter wasserdicht; getragen wird die Uhr an einem Silikonband. Den Rennsportcharakter unterstreichen eine Tachymeterskala, der rot abgesetzte Start-Stopp-Drücker und farbige Akzente. Angeboten wird der neue Glasbach Cup in mehreren Varianten mit roten, blauen oder gelben Details, mit jeweils farblich passenden Bändern. Der Preis beträgt 349 Euro. 

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