Cartier Neuheiten: Prive-Jubiläum, Santos Chronograph und Roadster-Comeback
Cartier nutzt die Neuheitenvorstellung anlässlich der Messe Watches and Wonders 2026 wieder zur Darstellug seines ungewöhnlich breiten Programms: Das zehnte Cartier Privé-Opus schließt einen Dekaden-Zyklus und begründet gleichzeitig eine neue Dauerkollektion. Mit dem Santos Chronographen erfährt ein Alltagsmodell ein technisches Upgrade. Und das Modell Roadster kehrt nach langer Pause zurück. Insgesamt zeigt sich eine Marke, die mehrere Zielgruppen gleichzeitig bedient: den Sammler historischer Referenzen, den sportlich orientierten Käufer und die Kundin, die Schmuck und Uhrmacherkunst nicht trennen will.
Cartier Privé: Das zehnte Opus und der Beginn einer Kollektion
Seit 2015 interpretiert Cartier Privé jährlich eine historische Gehäuseform neu. Zum zehnjährigen Jubiläum greift die Maison gleich drei Ikonen auf: Tank Normale, Tortue Chronographe Monopoussoir und Crash Squelette. Das verbindende Element ist Platin in Kombination mit Bordeaux – ein Rubinkabochon an der Aufzugskrone, Lederbänder und zurückhaltende Details in dieser Farbe sind gegen ein silbernes Opalinzifferblatt und gebläute Stahlzeiger gesetzt.
Cartier Privé Crash Squelette
Die uhrmacherisch aufwändigste Neuheit in diesem Trio ist die Crash Squelette. Das eigens entwickelte Manufakturkaliber 1967 MC mit Handaufzug musste auf 142 Bauteile reduziert werden, um in das asymmetrische Gehäuse zu passen. Die Brücken sind nicht nur als Ziffern geformt, wie beim bekannten Cartier-Skelettierprinzip, sondern komplett von Hand gehämmert: rund zwei Stunden Arbeit pro Stück. Die Verformung des Gehäuses greift dabei in das Werk ein – der Eindruck, die Krone ziehe das gesamte Kaliber nach unten, ist kein Zufallsprodukt. Limitiert auf 150 nummerierte Exemplare.
Cartier Crash Squelette
CartierTortue Chronographe Monopoussoir
Die Tortue Chronographe Monopoussoir reaktiviert eine Referenz der Collection Privée Cartier Paris von 1998, jetzt in XL statt XII, und bestückt mit dem Manufakturkaliber 1928 MC, welches nur eine Höhe von 4,3 Millimetern misst und damit zum flachsten Cartier-Chronographen zählt. Start, Stopp und Nullstellung erfolgt über einen einzigen in die Krone integrierten Drücker. Durch den Saphirglasboden ist die Finissierung der Côtes de Genève sichtbar, dessen Bögen der Gehäuseform folgen.
Tank Normale in Platin
Die Tank Normale greift eine Platinreferenz von 1934 auf – mit einem siebenzeiligen Platinarmband, satinierten Oberflächen im Kontrast zu polierten Kanten an den Brancards. Dahinter steckt ein mechanisches Handaufzugswerk, keine Komplikation.
Cartier Privé – La Collection
Parallel lanciert Cartier erstmals eine permanente Kollektion, die aus den Privé-Modellen der vergangenen zehn Jahre hervorgeht. Zum Auftakt: Tank Normale, Tank Cintre und Cloche, alle mit einheitlichen Codes – Stunden- und Minutenzeiger, schlanke Linien, Gelbgold, vergoldete Zifferblätter, apfelförmige Zeiger aus gebläutem Stahl und Handaufzugswerk. Der Gehäuseboden trägt eine gravierte Darstellung des jeweiligen Gehäuses. So hebt Cartier seine Formensprache aus der Limitierungslogik heraus und überführt sie in ein dauerhaftes Angebot für den Sammlermarkt.
Cartier Santos Dumont Obsidian in Gelbgold mit 15-reihigem Armband
CartierSantos-Dumont: Obsidian, Gold und eine neue Armbanddimension
Die neu vorgestellte große Santos-Dumont-Variante richtet ihren Fokus auf das Zifferblatt: vergoldeter Obsidian aus Mexiko, 0,3 Millimeter dünn, mit eingeschlossenen Luftbläschen, die das typische Irisieren erzeugen. Das macht jedes Exemplar einzigartig, schafft aber auch Probleme in der Herstellung – vergleichbar mit Glas ist die Schleifarbeit entsprechend anspruchsvoll. Das Armband greift auf flexible Metallbänder aus den 1920er-Jahren zurück: 394 Glieder in 15 Reihen, jedes einzeln gefertigt und zusammengesetzt, die einzelne Gliedstärke beträgt 1,15 Millimeter. Das Ergebnis ist ein seidenweiches Anliegen am Handgelenk, das mit starren Metallbändern wenig gemein hat.
Angetrieben wird die Uhr vom Manufakturkaliber 430 MC mit Handaufzug. Daneben führt Cartier zwei neue LM-Modelle der Santos-Dumont in Gelbgold und Stahl/Gold mit satiniertem Sonnenschliff-Zifferblatt ein. Die Parallele zur ursprünglichen Santos-Dumont von 1904, der ersten modernen Armbanduhr, bleibt bei allen Varianten sichtbar: römische Ziffern, sichtbare Schrauben, Rundkrone mit blauem Cabochon.
Cartier Santos Dumont mit neuem, feinem Mesh-Armband
CartierSantos de Cartier Chronograph
Der Santos Chronograph von 2020 war eine solide Neuausrichtung der Sportlinie. Die 2026er-Version verfeinert das Konzept. Das Gehäuse in der Größe LM misst 47,5 x 39,8 Millimeter bei 11,6 Millimetern Höhe. Das satinierte Zifferblatt mit Sonnenschliff zeigt drei Zähler (Sekunden bei 6, Minuten bei 3, Stunden bei 9 Uhr), flankiert von schwertförmigen Zeigern mit grüner Superluminova-Beschichtung. Die Zähler erhalten Umrandungen in Gelbgold oder Rhodium, je nach Ausführung. Für das Zifferblatt allein sind mehr als 70 Arbeitsschritte dokumentiert, vom Prägen bis zur abschließenden Schutzlackierung. Der Kontrast zwischen satiniertem Zentrum und gerändertem Rand verlangt präzise Übergänge, die Guilloché-Strukturen in diesen Dimensionen halten zu lassen ist handwerklich nicht trivial.
Santos de Cartier Chronograph
CartierDas Manufakturkaliber 1904-CH MC mit Automatikaufzug und Zwei-Drücker-Chronograph liefert 47 Stunden Gangreserve, ist bis 10 bar wasserdicht und bietet erhöhten Schutz gegen Magnetfelder, Schocks und Temperaturschwankungen. Das sogenannte Smart-Link-Armband erlaubt eine schnelle Größenanpassung, der "Quick-Switch" ermöglicht den werkzeugfreien Bandwechsel. Ein zweites Armband zum Beispiel aus Kautschuk oder Leder ist im Set enthalten.Die Modelle sind erhältlich in Gelbgold, Gelbgold/Stahl und Stahl.
Die Cartier Roadster ist zurück.
CartierRoadster: Spektakuläre Rückkehr
2002 lanciert, 2012 aus dem Programm genommen: Jetzt ist die Roadster ist zurück. Die Referenz ist eindeutig – Tachymeter-Zifferblatt, konische Krone, nietenförmige Applikationen, Datumslupe in Scheinwerferform. Was Cartier nun angepasst hat, sind Proportionen, Linienführung und Ergonomie, ohne das Erkennungsbild zu unterbrechen. Über hundert Spezialisten sollen an der Neuentwicklung beteiligt gewesen sein, von Designern und Uhrmachern bis zu Polierern und Zifferblattmachern. Das zeigt sich vor allem am Zifferblatt: Das kreisförmige Riefenmuster und das Eisenbahnminutenring-Motiv wurden erhalten, aber mit erhöhtem Relief versehen. Lünette und Gehäuse sind neu proportioniert, die Krone integriert. Vier Nieten an der Lünette verstärken das visuelle Gewicht.
Zwei Kaliber kommen zum Einsatz: 1847 MC für das große Modell, 1899 MC für das mittlere – beide automatische Manufakturwerke. Das Armband wurde kürzer gegliedert für bessere Ergonomie und wechselt zwischen mattierten sowie polierten Oberflächen, ebenso ist es mit dem patentierten Quick-Switch-System ausgestattet. Die neuen Roadster-Varianten sind in Gold, Gold/Stahl und Stahl, jeweil in zwei Größen, erhältlich.
Cartier Tortue Panthère Métiers d'Art
CartierTortue: Neue Kollektion und Métiers-d'Art-Höhepunkt
Die Tortue gehört seit 1912 zu den Form-Uhren mit dem stärksten Sammlerbezug. Cartier stellt sie 2026 in ein neues Kollektionsumfeld: vollständig neu proportioniert, mit runderen Volumina und weicheren Linien. Der klassische Guilloché-Hintergrund weicht einem geprägten Motiv mit Relief, der Minutenring wird zur Punktlinie, die eine historische Referenz von 1922 zitiert. Die römischen Ziffern wurden beibehalten. Das geheime Cartier-Signaturzeichen findet sich im Strich der Ziffer X.
Es sind fünf neue Versionen in Kombinationen aus poliertem Gelbgold, Roségold, Weißgold und mit Diamanten besetzt erhältlich, diese sind sowohl in kleiner Form als auch als Mini-Modell erhältlich.
Die Uhr aus Gelbgold mit einem schwarzen Lacklederarmband verfügt über eine Aufzugskrone, die mit einem Saphir-Cabochon besetzt ist. In einer edlen Version, die Schmuck- und Uhrmacherkunst vereint, bringt das Haus ein Modell in Roségold und ein Modell in Weißgold auf den Markt, die jeweils in zwei Größen erhältlich sind. Für die Pavé-Diamanten auf der Lünette entschied sich das Designstudio für eine flache Fassung, die das Metall an den Seiten reduziert und die Brillanz der Edelsteine maximiert. Die Krone in achteckiger Form ist mit einem invertierten Brillanten besetzt.
Die Abendversion in Platin LM trägt 46 Baguette-Diamanten auf der Lünette, weitere 32 Diamanten an der Schließe in Weißgold. 3,41 Karat gesamt, angetrieben vom Kaliber 430 MC. Der uhrmacherische Höhepunkt: die Tortue Panthère Métiers d'Art, in zwei Versionen à 100 Exemplare. Das Champlevé-Email erstreckt sich vom Zifferblatt über die Gehäusemitte, was bei Formuhren dieser Geometrie eine zusätzliche Schwierigkeit darstellt. Über 15 Farbtöne und mehr als 36 Brenngänge münden in 80 Stunden Emaillierarbeit am Zifferblatt. Dieses Modell wurde in zwei limitierten Auflagen von jeweils 100 Exemplaren hergestellt und ist in zwei verschiedenen Farbvarianten erhältlich: die erste in Weißgold mit smaragdgrünen Augen, die andere besteht aus Gelbgold mit Tsavorit-Augen.
Baignoire: Clou de Paris als Strukturprinzip
CartierBaignoire: Clou de Paris
Die Baignoire Bangle-Version von 2023 war ein ästhetischer Neuzugang. In der aktuellen Ausführung wird das Clou-de-Paris-Motiv, das bei Cartier seit den frühen 1920er-Jahren zum gestalterischen Repertoire gehört, von der Lünette über das Gehäuse bis zum Zifferblatt und Armband durchgezogen. Die Anpassungsarbeit liegt in den Proportionen: Das ovale Gehäuse erfordert eine Neukalibrierung des Musters für jede Kurvensegment. Das gelbe Gold der Drückknöpfe an der Faltschließe geht nahtlos in das Armband über.
In der Diamant-Version setzen 100 Brillanten im Snowsetting auf dem Zifferblatt für den extra Hingucker, am Gehäuse mit invertierten Steinen ohne ausgeprägte Spitze. Zwei unterschiedliche Fasstechniken für einen besonderen Brillanz-Kontrast wurden innerhalb desselben Stücks angewendet. Das ist handwerklich aufwändig und eine der konsequentesten Umsetzungen des Clou-de-Paris-Prinzips, die Cartier gezeigt hat.
Cartier Myst
Cartier- Cartier Privé: Das zehnte Opus und der Beginn einer Kollektion