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Lesedauer 5 Min.

Chronoswiss: die Neuheiten zur Watches and Wonders 2026

Skulpturale Zeit und geometrische Präzision – zwei Uhren, die unterschiedlicher kaum sein könnten
Chronoswiss – Neo Digiteur Chronos, ausgefallene Golduhr mit aufwendigen Gravuren

Chronoswiss – Neo Digiteur Chronos

© Chronoswiss 

Mit der Neo Digiteur Chronos und der Delphis Art Deco präsentiert Chronoswiss auf der diesjährigen Watches and Wonders zwei Neuheiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch denselben Anspruch verfolgen: traditionelle Uhrmacherei durch starke gestalterische Konzepte neu zu interpretieren. Während die Neo Digiteur Chronos Zeit als mythologische Skulptur inszeniert, übersetzt die Delphis Art Deco die Ästhetik der 1920er-Jahre in eine moderne mechanische Form.

Chronoswiss – Neo Digiteur Chronos, ausgefallene Golduhr mit aufwendigen Gravuren

Chronoswiss – Neo Digiteur Chronos

© Chronoswiss 

Neo Digiteur Chronos: Zeit als gravierte Mythologie

Die Neo Digiteur Chronos führt eines der außergewöhnlichsten uhrmacherischen Konzepte weiter. Die ursprüngliche Digiteur stellte bereits in den frühen 2000er-Jahren die klassische Uhrmacherei infrage, indem sie eine vollständig mechanische Digitalanzeige ohne Zeiger präsentierte. Die neue Chronos-Version geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter: Sie verwandelt diese Idee in ein skulpturales Kunstwerk. Das 48 mal 30 Millimeter große Gehäuse besteht aus massivem Gold und wiegt allein rund 65 Gramm. Seine endgültige Form entsteht erst durch aufwendige Handgravur im Atelier in Luzern. Über Wochen hinweg wird die Figur des Chronos, der griechischen Personifikation der Zeit, direkt in die Oberfläche geschnitten. Jede Linie wird einzeln gestochen, jede Schattierung durch minimale Variationen in Tiefe und Struktur erzeugt. Anders als bei industriellen Gravurverfahren entsteht so eine reliefartige Oberfläche mit außergewöhnlicher plastischer Wirkung. Da jeder Eingriff irreversibel ist, trägt jede Uhr die individuelle Handschrift des Graveurs und ist ein echtes Unikat innerhalb der limitierten Serie.

 

Chronoswiss – Neo Digiteur Chronos, ausgefallene Golduhr mit aufwendigen Gravuren

Chronoswiss – Neo Digiteur Chronos

© Chronoswiss 

Erzählerische Darstellung

Die Gravur ist dabei nicht bloß dekorativ, sondern integraler Bestandteil der Anzeige. Die Zeit wird durch drei Öffnungen innerhalb der Szene dargestellt. Im oberen Bereich des Sanduhrmotivs laufen die Minuten kontinuierlich und symbolisieren die Zukunft. Im unteren Bereich bewegen sich die Sekunden und stehen für die bereits vergangene Zeit. Im Zentrum erscheint die springende Stunde, die exakt zum Stundenwechsel weiterschaltet. So entsteht eine fast erzählerische Darstellung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft innerhalb eines einzigen mechanischen Systems. Das Werk hinter dieser Anzeige ist das Handaufzugskaliber C.85757, benannt nach der Postleitzahl des ersten Chronoswiss-Ateliers von 1983. Es misst 23,3 Millimeter im Durchmesser, ist 2,5 Millimeter hoch (plus 2,5 Millimeter für das Modul) und arbeitet mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde bei einer Gangreserve von rund 48 Stunden. Es verfügt über 19 Lagersteine, eine Glucydur-Unruh, eine Nivarox-Spirale sowie die Incabloc-Stoßsicherung. Ein eigens entwickeltes Digiteur-Modul steuert die springende Stunde und synchronisiert sie mit den kontinuierlich laufenden Minuten- und Sekundenanzeigen.

Chronoswiss – Neo Digiteur Chronos, ausgefallene Golduhr mit aufwendigen Gravuren

Chronoswiss – Neo Digiteur Chronos

© Chronoswiss 

Klassische Finissierung

Durch den rechteckigen Saphirglasboden lässt sich das Werk betrachten, das mit klassischen Finissierungen versehen ist: handguillochierte Brücken, radiale Côtes de Genève, vergoldete Elemente sowie satinierte und polierte Komponenten. Insgesamt vereint die Uhr 439 Bauteile in einem Gehäuse von nur neun Millimetern Höhe. Abgerundet wird die besagte Neuvorstellung durch ein schwarzes Nubuklederband mit Goldschließe. Die Wasserdichtheit beträgt drei Bar. Mit einer streng limitierten Auflage von lediglich 33 Exemplaren positioniert sich der Zeitmesser klar im Bereich hochgradig exklusiver Sammlerstücke.

 

Chronoswiss – Delphis Art Deco, Titanuhr mit Automatikwerk und grauem Zifferblatt

Chronoswiss – Delphis Art Deco

© Chronoswiss 

Delphis Art Deco: Mechanik im Geist der 1920er-Jahre

Mit der Delphis Art Deco schlägt Chronoswiss einen völlig anderen Ton an. Hier steht nicht Mythologie, sondern Designgeschichte im Mittelpunkt. Die Uhr greift die Formensprache des Art Déco auf, jener Bewegung der 1920er-Jahre, die durch geometrische Klarheit, Symmetrie und elegante Materialkontraste geprägt war. Das 42 Millimeter große Gehäuse besteht aus Grade-5-Titan und besitzt eine matte, graue Oberfläche, die dem Modell eine moderne, fast architektonische Präsenz verleiht. Mit einer Höhe von 14,4 Millimetern bleibt die Uhr dennoch ausgewogen proportioniert. Die typische Chronoswiss-DNA zeigt sich in Details wie der geriffelten Lünette, der Zwiebelkrone und dem mehrteiligen Gehäuseaufbau. Die Wasserdichtheit beläuft sich auf zehn Bar, was die Uhr deutlich alltagstauglicher macht als die Neo Digiteur.

Chronoswiss – Delphis Art Deco, Titanuhr mit Automatikwerk und grauem Zifferblatt

Chronoswiss – Delphis Art Deco

© Chronoswiss 

Springende Stunde

Das Zifferblatt ist das eigentliche Zentrum der Gestaltung. Es besteht aus einer nickelbeschichteten, laserstrukturierten Oberfläche, die eine dreidimensionale Textur erzeugt. Der graue Grundton erinnert an die metallischen Oberflächen der Art-Déco-Architektur. Darüber schwebt die charakteristische Delphis-Anzeige mit drei Funktionen: eine springende Stunde bei zwölf Uhr, eine retrograde Minutenanzeige im Zentrum und eine kleine Sekunde bei sechs Uhr. Besonders auffällig ist die kleine Sekunde in hellem Azurblau. Sie basiert auf einem handguillochierten Untergrund, der ebenfalls im Atelier in Luzern auf historischen Maschinen gefertigt wird. Darüber liegt eine spezielle Lackierung, die dem Blau zusätzliche Tiefe verleiht. Der goldplattierte Minutenring bildet dazu einen warmen Kontrast und verstärkt die geometrische Struktur des Designs.

Chronoswiss – Delphis Art Deco, Titanuhr mit Automatikwerk und grauem Zifferblatt

Chronoswiss – Delphis Art Deco

© Chronoswiss 

Manufakturtechnik

Angetrieben wird die Delphis Art Deco vom automatischen Manufakturkaliber C.6004, das in Zusammenarbeit mit La Joux-Perret entwickelt wurde. Das Werk hat einen Durchmesser von 33 Millimetern, arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet eine Gangreserve von etwa 55 Stunden. Es verfügt über 37 Lagersteine, eine Glucydur-Unruh, Nivarox-Spirale, Incabloc-Stoßsicherung sowie einen skelettierten Rotor aus Wolfram mit Kugellager. Die Finissierung umfasst rutheniumbeschichtete Brücken mit Genfer Streifen, polierte Schrauben sowie fein bearbeitete Hemmungskomponenten. Die Kombination aus retrograder Minutenanzeige und springender Stunde gehört zu den charakteristischen Komplikationen von Chronoswiss und macht die Delphis seit ihrer Einführung 1996 zu einer der ikonischsten Linien der Marke. Besagte Referenz wird an einem schwarzen Nubuklederband getragen und erscheint in einer limitierten Auflage von 150 Exemplaren.

Fazit

Mit der Neo Digiteur Chronos und der Delphis Art Deco zeigt Chronoswiss zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen überzeugende Wege, mechanische Uhrmacherei zu denken. Die Neo Digiteur Chronos ist ein radikales Statement, das Zeit nicht nur misst, sondern erzählt und buchstäblich in Gold meißelt. Die Delphis Art Deco hingegen überzeugt durch ihre Balance aus historischer Ästhetik und moderner Technik. Gemeinsam ist beiden Modellen der Mut, sich klar von konventionellen Ansätzen zu lösen. 

 

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Chronoswiss ausgefallene Uhren Luxusuhren Goldene Uhr

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