Die Rennsport-Ikone feiert ihren 50. Geburtstag: TAG Heuer Monza Flyback Chronograph
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Nur wenige Namen im aktuellen Portfolio von TAG Heuer sind derart unmittelbar mit dem Motorsport verbunden wie die Monza. Das liegt nicht allein am Namen einer der berühmtesten Rennstrecken der Welt, sondern vor allem an ihrer Entstehungsgeschichte: Die erste Monza war 1976 keine beliebige Sportuhr, sondern wurde aus einem konkreten Anlass geschaffen. Genau 50 Jahre später greift TAG Heuer diese Geschichte wieder auf, allerdings nicht mit einer detailgetreuen Neuauflage, sondern mit einer technisch und gestalterisch modernen Interpretation.
TAG Heuer – Monza Flyback Chronograph
TAG Heuer1976: Eine Uhr für Laudas Weltmeistertitel
Um die neue Monza einzuordnen, lohnt sich der Blick zurück. 1971 wurde Heuer offizieller Zeitnehmer der Scuderia Ferrari. Nach Angaben von TAG Heuer war das Unternehmen damit der erste Uhrenhersteller, der eine Partnerschaft mit einem Formel-1-Team einging. Vier Jahre später gewann Niki Lauda 1975 die Fahrerweltmeisterschaft und bescherte Ferrari den ersten Fahrertitel seit 1964. Heuer nahm diesen Erfolg 1976 zum Anlass, die Monza vorzustellen. Der Chronograph unterschied sich mit seinem ausgesprochen sportlichen Auftritt deutlich von vielen anderen Modellen der Marke und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wiederkehrenden Bestandteil der Kollektion. Verschiedene Generationen interpretierten das ursprüngliche Konzept dabei immer wieder neu. Genau diese Freiheit nimmt sich TAG Heuer auch beim Jubiläumsmodell. Wer zum 50. Geburtstag eine möglichst originalgetreue Re-Edition erwartet, wird sie hier nicht finden. Die neue Monza übersetzt vielmehr einzelne historische Gestaltungselemente in die technische Architektur der aktuellen Modellgeneration.
TAG Heuer – Monza Flyback Chronograph
TAG Heuer42 Millimeter und geschmiedetes Carbon
Schon das Gehäuse macht deutlich, wie weit die Jubiläums-Monza technisch vom Original entfernt ist. Statt Edelstahl kommt geschmiedetes Carbon zum Einsatz. Das kissenförmige Gehäuse misst 42 Millimeter im Durchmesser und wird von einer feststehenden Lünette aus demselben Material ergänzt. Durch die unregelmäßige Struktur des Werkstoffs entsteht bei jedem Gehäuse eine individuelle, marmorierte Zeichnung. Zusammen mit den schwarzen Drückern entsteht ein sehr technischer Auftritt, der sich bewusst von einer klassischen Vintage-Neuauflage entfernt. Auch die übrige Konstruktion ist zeitgemäß. Über dem Zifferblatt sitzt ein gewölbtes, beidseitig entspiegeltes Saphirglas. Die Krone besteht ebenfalls aus Carbon, während die beiden runden Chronographendrücker aus schwarz DLC-beschichtetem Edelstahl gefertigt werden. Der verschraubte Boden besteht aus schwarz DLC-beschichtetem Titan Grade 2 und integriert ein Saphirglasfenster. Die Wasserdichtigkeit beträgt 100 Meter.
TAG Heuer – Monza Flyback Chronograph
TAG HeuerSchwarz, Weiß und Rot: Rückgriff auf die historische Monza
Deutlich stärker tritt die Historie auf dem Zifferblatt hervor. TAG Heuer setzt auf ein mattes Schwarz, das mit weißen Anzeigen und gezielt eingesetzten roten Akzenten kombiniert wird. Genau diese kontrastreiche Farbgebung gehörte bereits zur Identität der Monza von 1976. Die weißen Stunden- und Minutenzeiger sowie die Indizes sind mit weiß leuchtender Superluminova versehen. Der zentrale Chronographenzeiger erscheint dagegen in kräftigem Rot. Bei drei Uhr befindet sich der schwarze 30-Minuten-Zähler mit ebenfalls rot lackiertem Zeiger. Die kleine Sekunde sitzt bei sechs Uhr und verwendet einen weißen Zeiger. Ungewöhnlicher ist die Positionierung des Datums. Das Fenster befindet sich bei neun Uhr und ist leicht angewinkelt – eine Lösung, die TAG Heuer bereits bei der modernen Monza-Generation eingeführt hat. Daneben findet sich der Schriftzug „Officially Certified Chronometer“, während oberhalb des Markenlogos der historische Modellname Monza steht.
Interessant wird es am äußeren Rand. Auf dem schwarzen Höhenring kombiniert die Marke gleich zwei historische Chronographenfunktionen: Tachymeter und Pulsometer. Die Tachymeterskala fügt sich unmittelbar in das Motorsportthema ein und erlaubt die Bestimmung einer Durchschnittsgeschwindigkeit über eine bekannte Distanz. Die Pulsometerskala stammt dagegen aus einem völlig anderen historischen Einsatzgebiet des Chronographen und wurde ursprünglich zur Bestimmung der Herzfrequenz verwendet.
TAG Heuer – Monza Flyback Chronograph
TAG HeuerTH20-12 mit Flyback-Funktion
Mechanisch erhält die Jubiläums-Monza einen durchaus standesgemäßen Antrieb. Das TAG-Heuer-Manufakturkaliber TH20-12 ist COSC-zertifiziert und verfügt über eine Flyback-Funktion. Der Vorteil des Flybacks liegt in der besonders schnellen Durchführung aufeinanderfolgender Zeitmessungen. Bei einem gewöhnlichen Chronographen muss die laufende Messung zunächst gestoppt, anschließend zurückgesetzt und danach erneut gestartet werden. Beim Flyback genügt während einer laufenden Messung ein Druck auf den Rückstelldrücker: Der Chronograph springt unmittelbar auf null zurück und beginnt sofort mit einer neuen Messung. Aufeinanderfolgende Runden- oder Abschnittszeiten lassen sich so ohne die ansonsten notwendigen Zwischenschritte erfassen. Auch optisch spielt TAG Heuer das Werk bewusst aus. Der Sichtboden zeigt die moderne Architektur des Kalibers, gleichzeitig trägt der Boden die individuelle Limitierungsnummer XXX/500.
TAG Heuer – Monza Flyback Chronograph
TAG HeuerRennsport bis zum Armband
Das Motorsportthema setzt sich schließlich beim Band fort. TAG Heuer kombiniert die Monza mit einem schwarzen, perforierten Kalbslederband, dessen rote Kontrastnähte die Akzente des Zifferblatts aufnehmen. Die Lochung erinnert bewusst an klassische Racing-Armbänder. Geschlossen wird es über eine sandgestrahlte Faltschließe aus schwarz DLC-beschichtetem Titan Grade 2. Zwei Sicherheitsdrücker sollen ein unbeabsichtigtes Öffnen verhindern. Zusammen mit dem leichten Carbongehäuse dürfte diese Kombination trotz der 42 Millimeter für einen sportlichen Tragecharakter sorgen. Hervorzuheben ist dabei der Kontrast zwischen Band und Gehäuse: Während das perforierte Leder unmittelbar an historische Rennsportuhren erinnert, könnte das geschmiedete Carbon kaum zeitgenössischer sein. Für 13.350 Euro wird die Neuvorstellung Teil der eigenen Sammlung.
TAG Heuer – Monza Flyback Chronograph
TAG HeuerFazit
Die vielleicht interessanteste Entscheidung an der neuen TAG Heuer Monza Flyback Chronograph ist, was TAG Heuer ausdrücklich nicht gemacht hat. Zum 50. Geburtstag wäre eine möglichst originalgetreue Neuauflage der Monza von 1976 der naheliegende Weg gewesen. Stattdessen verbindet die Marke die historische schwarz-weiß-rote Ästhetik mit der Architektur der modernen Monza Flyback von 2023. Dadurch entsteht keine klassische Heritage-Uhr, sondern ein ausgesprochen moderner Chronograph mit historischen Anspielungen. Das geschmiedete Carbon, die 42 Millimeter und das technisch wirkende Gehäuse stehen deutlich in der Gegenwart. Zifferblatt, Racing-Band und Farbgebung schlagen dagegen die Brücke zurück zu den Anfängen der Modellreihe. Besonders schlüssig ist das TH20-12 mit Flyback-Funktion. Eine Komplikation, die schnelle aufeinanderfolgende Zeitmessungen ermöglicht, passt kaum irgendwo besser als in einen Chronographen, dessen gesamte Identität aus dem Motorsport entstanden ist. Dazu kommen 100 Meter Wasserdichtigkeit und eine COSC-Zertifizierung, womit die Monza trotz ihres Sammlercharakters als vollwertige moderne Sportuhr ausgelegt ist. Mit 13.350 Euro ist der Einstieg allerdings selbstbewusst kalkuliert. Dafür erhalten Käufer eine auf 500 Exemplare limitierte Jubiläumsedition, die nicht versucht, 1976 zu reproduzieren, sondern die Geschichte der Monza konsequent in die heutige TAG-Heuer-Welt überträgt.
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