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Lesedauer 7 Min.

LVMH Watch Week 2026: 9 Uhren, die uns nicht mehr loslassen

Die 9 besten Uhren der LVMH Watch Week 2026 aus Mailand. Von Bulgari Monete bis Zenith Defy Skyline – welche Neuheiten uns wirklich begeisterten.
LVMH Watch Week, 9 Marken
© Hersteller

Die 7. Edition der LVMH Watch Week brachte diese Woche neun Maisons in Mailand zusammen – und spielte dabei gekonnt die Gruppenstrategie-Karte aus. Die Location? Die majestätischen, teils frisch renovierten Palazzi von Bulgari, Louis Vuitton und Tiffany. 

Zwei vollgepackte Tage liegen hinter uns – 50+ Neuheiten, unzählige Espresso, und eine Via Montenapoleone, die sich anfühlte wie ein Freilichtmuseum der Uhrmacherkunst. Aber welche Uhren bleiben wirklich hängen, wenn man wieder zuhause ist und Revue passieren lässt? 

9 besondere Uhren von der LVMH Watch Week

Die Uhr, die mich berührte: Daniel Roth Extra Plat Skeleton Rose Gold

Skelettierte Uhren sind oft… nun ja, auffalend. Sie schreien: "Schau, wie kompliziert ich bin!" Nicht diese Daniel Roth. Die Extra Plat ist elegant. Fast schüchtern in ihrer Zurückhaltung. Das Roségold schimmert sanft, die skelettierten Brücken sind filigran. Als ich die Uhr umdrehte, um das Werk von allen Seiten zu betrachten, sagte ein Kollege etwas, das hängen blieb: "Skelettierung ist nicht schwer. Aber schöne Skelettierung – das ist eine Kunst." Daniel Roth beherrscht diese Kunst.

Würde ich sie kaufen? Wenn ich mir eine leisten könnte – ohne zu zögern.

Die Uhr, die mich ruhig werden ließ: Gérald Genta Geneva Time Only 

Nach Stunden voller Komplikationen, Diamant-Lünetten und Tourbillons war diese Uhr wie ein tiefer Atemzug. Nur Stunden. Nur Minuten. Nichts weiter. Und genau darin liegt die Kunst. Die Marke Gérald Genta, unter La Fabrique du Temps Louis Vuitton bekannt für extravagante, hochkomplizierte Uhren, zeigt mit der Geneva Time Only, dass auch Reduktion eine Form von Luxus ist. Designer Matthieu Hegi ergänzte diese Linie bewusst als Gegenpol zu den vorherigen Modellen. "L'Esprit de Genève" bedeutet nicht immer Komplikationen. Manchmal bedeutet es: die perfekte Zeit, perfekt ablesbar. Das Gehäuse zeichnet sich durch ein schlankeres Profil und eine vielseitige Gehäusegröße von 38 mm aus. Wir standen lange vor dieser Uhr. Ohne viel zu sagen.

Würde ich sie kaufen? Wenn ich mir die Ruhe gönne, die diese Uhr verdient – definitiv.

Die Uhr, die mich überraschte: Tiffany Timer Chronograph

Tiffany-Blau. Zenith El Primero-Werk. Auf dem Papier klingt das wie eine sichere Sache. Und als wir die Uhr sahen, wurde jedem klar: Tiffany meint es ernst. Das ist eine Marke, die zeigen will, dass sie hier hingehört. Die lange Uhrenhistorie der Marke überraschte den ein oder anderen Kollegen. Die Verarbeitung hingegen nicht, die ist tadellos. Das Blau ist – natürlich – perfekt abgestimmt, und das El Primero-Werk tickt ohnehin so präzise wie eh und je. 

Würde ich sie kaufen? Vielleicht nicht als Erstuhr. Aber als Zweit- oder Drittuhr? Absolut.

Die Uhr, die mich lächeln ließ: Bulgari Maglia Milanese Monete

Römische Münzen. Milanaise-Armband – übrigens erstmals bei Bulgari überhaupt. Ich konnte es kaum glauben. Bulgari macht daraus dennoch keine große Wissenschaft – sondern einfach eine verdammt schöne Uhr. Was mir besonders gefallen hat? Die Selbstverständlichkeit. Bulgari muss nicht beweisen, dass sie italienisches Design beherrschen. Sie tun es einfach. Das Milanaise-Armband fließt wie flüssiges Metall, die Monete-Inspiration ist subtil genug, um nicht kitschig zu wirken, und das Gesamtpaket? Macht einfach Spaß. 

Würde ich sie kaufen? Vom Business-Lunch bis zur Vernissage? Passt perfekt.

Die Uhr, die mich sprachlos machte: Louis Vuitton Escale Twin Zone

Uhren mit zweiter Zeitzonen gibt es wie Sand am Meer. Aber Louis Vuitton nimmt diese Komplikation und macht… etwas anderes daraus. Der Twist liegt im Detail. Ein zusätzlicher Stundenzeiger zeigt die Zeit auf 12-Stunden-Skala, während der unabhängige Minutenzeiger in 15-Minuten-Schritten justiert werden kann – für alle 38 Zeitzonen der Welt. Ja, richtig gelesen, 38. Louis Vuitton reist eben schon besonders lange und denkt dennoch nicht in Konventionen. Und manchmal funktioniert genau das.

Würde ich sie kaufen? Als Vielreisender? Definitiv eine Überlegung wert.

"Hublot steht für Kreativität, Innovation und mutiges Design – das ist unsere DNA und daran halten wir fest. Gleichzeitig darf Marketing nicht darüber hinwegtäuschen, dass Uhrmacherkunst das Fundament der Marke sein muss. Genau hier will ich ansetzen: Hublot soll konsequent auf Manufakturkaliber setzen und seine uhrmacherische Glaubwürdigkeit weiter stärken. Mit Werken wie Unico oder Meca-10 mit zehn Tagen Gangreserve sowie unseren Inhouse-Komplikationen verfügen wir bereits über eine starke Basis. Nun geht es darum, bestehende Schwächen zu beseitigen, industrielle Werke hinter uns zu lassen und Schritt für Schritt eine kompromisslose Kaliberstrategie für die Zukunft aufzubauen."

Julien Tornare, CEO Hublot

Die Uhr, die Respekt einfordert: Hublot Big Bang Original Unico

Wir standen zu fünft um die neue Generation der Big Bang Original Unico herum, und auch wenn meist die Meinungen meist nicht unterschiedlicher sein können, stießen die verfeinerten Proportionen und die Integration des Manufakturkaliber HUB1280 auf vollständige Zustimmung. Die überarbeiteten Proportionen machen die Uhr tragbarer, aber sie ist immer noch eine Big Bang – mit allem, was dazugehört. Der Fokus auf das Werk unterstreicht Julien Tornares Ambitionen künftig wo möglich auf industrielle Standardwerke zu verzichten. Guter Vorsatz.

Würde ich sie kaufen? Mit 43 mm ist sie für mich persönlich nach wie vor zu groß, aber ich verstehe jeden, der es tut.

Die Uhr, die uns staunen ließ: L'Epée 1839 La Regatta Grand Feu Métiers d'Art

Das ist keine Armbanduhr. Das ist ein mechanisches Kunstwerk. Eine Tischuhr, die die Eleganz des Ruderns in Grand Feu-Email einfängt – mit einer Präzision, die man sonst nur in Museen sieht. Ich verbrachte 20 Minuten damit, diese Uhr aus jedem Winkel zu fotografieren. Nicht, weil ich es musste. Sondern weil ich nicht anders konnte und dennoch kein Foto der Grand Feu Emaille von David Kakabadze gerecht wird. L'Epée 1839 beweist: Uhrmacherkunst hört nicht am Handgelenk auf.

Würde ich sie kaufen? Wenn mein Schreibtisch diesem Kunstwerk würdig wäre – sofort.

L’Epée 1839 La Regatta in Grand Feu Métiers d’Art

L’Epée 1839 La Regatta in Grand Feu Métiers d’Art

© L’Epée 1839

Die Uhr, die Zweifel ausräumt: TAG Heuer Carrera Chronograph Split-Seconds

Ich gebe zu: Als TAG Heuer-Fan bin ich etwas voreingenommen. Aber diese Carrera hat mal wieder gezeigt, wie die Linie immer wieder aufgewerrtet werden kann. Die Rattrapante-Komplikation in einem Titangehäuse – das ist Haute Horlogerie im TAG Heuer-Gewand. Was mich am meisten beeindruckt hat? Die Selbstverständlichkeit, mit der TAG Heuer diese Komplikation nach der Monaco nun auch erstmals in der Carrera präsentierte. Keine große Show, keine Übertreibung. Einfach: "Hier, das können wir jetzt auch." Respekt. Und das trotz der Turbulenzen kurz vor dem Event: Antoine Pin, CEO von TAG Heuer, verließ die Marke ohne offizielle Begründung, ein Nachfolger ist noch nicht benannt. Doch diese Carrera zeigt: Die Produktentwicklung läuft. TAG Heuer bleibt auf Kurs.

Würde ich sie kaufen? In einer Sekunde. Wenn mein Konto mitspielt.

Die Uhr, die ein Statement macht: Zenith Defy Skyline Chronograph Black Ceramic 

42 Millimeter komplett schwarze Keramik – klingt erstmal unspektakulär, oder? Falsch gedacht. Am Handgelenk passiert etwas Magisches: Die geometrischen Konturen der Defy-Architektur treten hervor wie nie zuvor. Kein Glanz lenkt ab, keine Reflexionen. Nur Form. Romain Marietta, Zenith's Head of Product, erklärte uns, dass schwarze Keramik technisch anspruchsvoller ist als man denkt. CEO Benoit de Clerck bestätigt dies und rückt die Defy-Kollektion ohnehin in den Mittelpunkt der diesjährigen Auskopplungen bei der LVMH Watch Week. Man sieht's nicht auf den ersten Blick, aber man spürt es. Und dann dieses Zifferblatt: Ein grau verlaufendes Sternenhimmelmuster, das unter der schwarzen Keramik eine ganz eigene Tiefe entwickelt. Angetrieben wird das Ganze vom automatischen Manufakturwerk El Primero 3600 – einem Hochfrequenz-Säulenradchronographen mit der legendären 1/10-Sekunden-Anzeige.

Würde ich sie kaufen? Die Uhr geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Keine Frage.

"Die Defy-Kollektion steht im Zentrum der diesjährigen LVMH Watch Week. Sie ist eine der tragenden Säulen von Zenith und verkörpert wie kaum eine andere Linie Modernität, Zeitgeist und Design. Der Name Defy Skyline ist dabei bewusst gewählt: Die formale Inspiration stammt aus der Architektur moderner Metropolen – sichtbar im Spiel der Flächen sowie in der grafischen Geometrie der Uhr. Für den Chronographen haben wir uns zudem für schwarze Keramik entschieden, ein Material von großer Eleganz, das zugleich modern, technisch anspruchsvoll und äußerst zeitgemäß ist.“

Benoit de Clerck, CEO Zenith

LVMH Watch Week 2026: Was hängen bleibt

Zwei Tage. Neun Marken. 50+ Uhren. Unzählige Gespräche, Espresso, und Momente, in denen wir einfach nur staunten. Aber am Ende des Tages sind es nicht die technischen Daten, die hängen bleiben. Es sind die Geschichten. TAG Heuer-Movement-Direktorin Carole Kasapi Forestier, die uns erzählte, wie lange sie an der Rattrapante gearbeitet haben. Jean-Christophe Babin, Präsident der LVMH Watch Division, der die Synergien innerhalb der Gruppe lobt. Zenith-CEO Benoit de Clerck, der die Unternehmertum-DNA mit allen Risiken von LVMH schätzt. Und der L'Epée-CEO Arnaud Nicolas, der uns durch alle Möglichkeiten seiner Object-Of-Time führt. Das ist es, was die LVMH Watch Week ausmacht: Nicht nur Produkte zu präsentieren. Sondern Geschichten zu erzählen. Und die beste Geschichte? Die erzählt die Uhr an Ihrem Handgelenk.

LVMH Bulgari Daniel Roth Gérald Genta TAG Heuer Zenith L’Epée Louis Vuitton Tiffany & Co. Luxusuhren Hublot

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