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Lesedauer 4 Min.

Micro Monday: Baltic – Heures du Monde Worldtimer

Weltzeitfunktion trifft Naturstein-Zifferblatt
Baltic – Heures du Monde Worldtimer, Weltzeituhr aus Edelstahl mit Automatikkaliber

Baltic – Heures du Monde Worldtimer

© Baltic

Baltic zählt zu den erfolgreichsten unabhängigen Uhrenmarken der vergangenen Jahre. Gegründet wurde das Unternehmen 2016 von Étienne Malec in Frankreich, die Idee hinter Baltic entstand jedoch deutlich früher aus einer sehr persönlichen Geschichte. Malecs Leidenschaft für Uhren entwickelte sich beim Entdecken der Sammlung und Notizen seines verstorbenen Vaters, eines Fotografen, Sammlers und Uhrenenthusiasten, der über Jahre hinweg akribisch dokumentierte, welche Zeitmesser ihn begleiteten. Der Name „Baltic“ verweist auf die Herkunft seines Vaters, die Nordküste Polens, und versteht sich zugleich als Hommage an dieses familiäre Erbe. Ziel ist es, zeitlose Modelle mit starker Vintage-Ästhetik zu fairen Preisen anzubieten. Möglich wird das durch Direktvertrieb ohne klassisches Händlernetz. Gestalterisch orientieren sich viele Baltic-Modelle an Uhren der 1940er bis 1970er Jahre. Typisch sind kompakte Durchmesser, gewölbte Gläser, schlichte Zifferblätter und fein abgestimmte Vintage-Details. Historische Inspirationen werden dabei mit zeitgemäßen Materialien, moderner Fertigung und alltagstauglicher Technik kombiniert. Die Produktion erfolgt bewusst international. Ein Großteil der Komponenten wird in Hongkong gefertigt, während Montage, Regulierung und Qualitätskontrolle im französischen Besançon stattfinden. Armbänder entstehen ebenfalls in Frankreich, Accessoires überwiegend in Italien. Baltic kommuniziert diese Struktur offen und positioniert Transparenz als Gegenentwurf zu den oftmals schwer nachvollziehbaren Produktionsketten der Uhrenindustrie. Mit Modellen wie der Aquascaphe oder MR-Kollektion hat sich die Marke innerhalb weniger Jahre als feste Größe im Microbrand-Segment etabliert und steht heute für transparente Produktion, zugängliche Mechanik und ein bemerkenswert gutes Gespür für historische Proportionen.

Baltic – Heures du Monde Worldtimer, Weltzeituhr aus Edelstahl mit Automatikkaliber

Baltic – Heures du Monde Worldtimer

© Baltic

#Heures du Monde Worldtimer

Die Heures du Monde orientiert sich am klassischen Prinzip der Weltzeituhr, wie es einst von Louis Cottier entwickelt wurde. Alle Zeitzonen lassen sich gleichzeitig ablesen. Über dem Zifferblatt rotiert eine Scheibe, die farblich auf Zifferblatt und Keramiklünette abgestimmt ist. Sie vollzieht innerhalb von 24 Stunden eine komplette Umdrehung und zeigt gemeinsam mit den Städten beziehungsweise Zeitzonen die jeweilige Ortszeit an. Antrieb liefert das automatische Soprod-C125-GMT-Kaliber, dessen Datumskomplikation entfernt wurde. Die Gangreserve beträgt rund 42 Stunden.

 

Baltic – Heures du Monde Worldtimer, Weltzeituhr aus Edelstahl mit Automatikkaliber

Baltic – Heures du Monde Worldtimer

© Baltic 

Naturstein statt klassischem Zifferblatt

Das auffälligste Merkmal der Heures du Monde Sodalite ist ihr Zifferblatt aus natürlichem Sodalith. Der tiefblaue Stein zeichnet sich durch unterschiedlich intensive Maserungen und mineralische Strukturen aus. Da jedes Blatt aus jahrtausendealten Natursteinen gefertigt wird, gleicht kein Exemplar dem anderen. Die changierenden Blautöne reichen von kräftigem Royalblau bis hin zu dunkleren Nuancen mit hellen Einschlüssen. Dadurch entsteht eine starke Tiefenwirkung, die sich je nach Licht verändert. Polierte Schwertzeiger und applizierte Indizes greifen den eher klassischen Charakter auf. Beide sind mit Superluminova beschichtet und sorgen auch bei Dunkelheit für gute Ablesbarkeit.

 

Baltic – Heures du Monde Worldtimer, Weltzeituhr aus Edelstahl mit Automatikkaliber

Baltic – Heures du Monde Worldtimer

© Baltic

Kompakte Maße und 100 Meter Wasserdichtheit

Obwohl die Heures du Monde eher elegant wirkt, besitzt sie überraschend robuste Eigenschaften. Das Edelstahlgehäuse misst kompakte 37 Millimeter im Durchmesser und bleibt mit 11,3 Millimetern Höhe vergleichsweise flach. Zusammen mit einem Horn-zu-Horn-Abstand von 45 Millimetern ergibt sich eine universelle Größe, die an vielen Handgelenken funktioniert. Die Uhr ist bis 100 Meter wasserdicht und verfügt über ein doppelt gewölbtes Saphirglas mit innenliegender Entspiegelung. Ergänzt wird dies durch eine einseitig drehbare Keramiklünette mit 120 Rastungen. Damit bewegt sich die Heures du Monde zwischen Dresswatch und sportlichem Alltagsbegleiter.

 

Baltic – Heures du Monde Worldtimer, Weltzeituhr aus Edelstahl mit Automatikkaliber

Baltic – Heures du Monde Worldtimer

© Baltic 

Durchdachte Gehäusearchitektur

Die Lünette ragt leicht über das Gehäuse hinaus, wodurch die Uhr trotz ihrer Funktionen schlank wirkt. Vertikale Satinierungen auf den Hörnern und horizontale Bürstungen an den Flanken strecken optisch die Linien und sorgen für klar definierte Kanten. Zum Marktstart erscheint die Heures du Monde in einer limitierten Serie von jeweils 200 Exemplaren pro Variante. Jede Uhr trägt eine individuelle Nummerierung auf dem Gehäuseboden. Langfristig soll das Modell allerdings Teil der permanenten Kollektion werden. Mit einem Preis von rund 1.500 Euro bleibt der mechanische Worldtimer mit Naturstein-Zifferblatt vergleichsweise zugänglich.

 

Baltic – Heures du Monde Worldtimer, Weltzeituhr aus Edelstahl mit Automatikkaliber

Baltic – Heures du Monde Worldtimer

© Baltic 

Fazit

Mit der Heures du Monde Sodalite gelingt Baltic eine ungewöhnliche Kombination: Weltzeitfunktion, Naturstein-Zifferblatt und robuste Alltagstauglichkeit treffen auf ein kompaktes Format von nur 37 Millimetern. Gerade das Sodalith-Zifferblatt verleiht der Uhr eine Individualität, die bei funktionalen Reiseuhren selten ist. Wer eine Alternative zu klassischen GMT-Modellen sucht und gleichzeitig Freude an ungewöhnlichen Materialien hat, findet hier einen eigenständigen, spannenden Zeitmesser im Segment unter 2.000 Euro.

 

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