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Lesedauer 5 Min.

Wenn Hightech plötzlich weich wird: Hublot – Big Bang Original Soft Touch

Mit der Big Bang Original Soft Touch überträgt Hublot seine Materialexperimente erstmals konsequent auf den Tastsinn. Eine eigens entwickelte, samtartig strukturierte Kautschukmischung umschließt große Teile der Uhr und kommt sogar auf dem Zifferblatt zum Einsatz.
Hublot – Big Bang Original Soft Touch, ausgefallener Automatik-Chronograph
© Hublot 

Hublot hat seine Identität wie kaum eine andere Uhrenmarke auf ungewöhnlichen Materialkombinationen aufgebaut. Gold traf bereits 1980 auf Kautschuk, später folgten unter anderem farbige Keramik, Saphir und Magic Gold. Bei der neuen Big Bang Original Soft Touch steht nun allerdings weniger die optische Wirkung eines Werkstoffs als dessen Haptik im Mittelpunkt. Dafür entwickelt das Unternehmen eine spezielle Kautschukmischung mit mikroskopisch strukturierter Oberfläche. Sie zieht sich über Gehäuse, Lünette, Zifferblatt und Armband und soll sich ausgesprochen weich und geschmeidig anfühlen. Entscheidend dabei: Es handelt sich laut Hersteller weder um eine nachträglich aufgebrachte Beschichtung noch um eine klassische Oberflächenbehandlung. Die Struktur entsteht bereits bei der Herstellung des Materials.

Hublot – Big Bang Original Soft Touch, ausgefallener Automatik-Chronograph

Hublot – Big Bang Original Soft Touch

© Hublot 

Kautschuk wird zum konstruktiven Material

Technisch interessant ist vor allem die Art der Herstellung. Hublot nutzt ein spezielles Umspritzungsverfahren, bei dem eigens entwickelte Werkzeuge Tausende mikroskopisch kleine Strukturelemente direkt in den Kautschuk einbringen. Die samtartige Haptik ist damit integraler Bestandteil des Materials. Gleichzeitig verspricht Hublot, die Strapazierfähigkeit und Widerstandsfähigkeit zu erhalten, für die der Werkstoff bei der Marke seit Jahrzehnten eingesetzt wird. Die Idee passt erstaunlich gut zur Big Bang. Schon das 2005 vorgestellte Ur-Modell lebte von seinem mehrteiligen Aufbau und dem bewussten Nebeneinander unterschiedlicher Werkstoffe. Bei der Soft Touch wird dieses Prinzip nun weniger durch neue Materialkontraste als durch einen Wechsel der Oberflächenwirkung weitergeführt.

 

Hublot – Big Bang Original Soft Touch, ausgefallener Automatik-Chronograph

Hublot – Big Bang Original Soft Touch

© Hublot

43 Millimeter Titan unter weicher Hülle

Unter dem Kautschuk steckt ein 43 Millimeter großes Titangehäuse, das teilweise mit der neuen Mischung umspritzt wird. Die Höhe beträgt 13,2 Millimeter, die Wasserdichtigkeit liegt bei 100 Metern. Selbst die Krone ist mit Kautschuk überzogen, während die rechteckigen Chronographendrücker die typischen Kautschukeinsätze tragen. Die Geometrie der ursprünglichen Big Bang wurde ebenfalls behutsam weiterentwickelt. Anglierte Kanten treffen auf stärker geschwungene, weicher verlaufende Bandanstöße. 

 

 

Hublot – Big Bang Original Soft Touch, ausgefallener Automatik-Chronograph

Hublot – Big Bang Original Soft Touch

© Hublot 

Selbst das Zifferblatt besteht aus dem Werkstoff

Besonders ungewöhnlich ist das Zifferblatt. Hublot versieht es mit einem Carbon-Effekt und kombiniert es mit erhöhten Totalisatoren sowie farblich abgestimmten Rehauts. Dadurch entsteht eine mehrschichtige Architektur, die trotz der weitgehend monochromen Gestaltung für Tiefe sorgt. Passend dazu wird das Material auch am integrierten Armband eingesetzt. Das bekannte One-Click-System ermöglicht dessen Wechsel ohne Werkzeug.

 

Hublot – Big Bang Original Soft Touch, ausgefallener Automatik-Chronograph

Hublot – Big Bang Original Soft Touch

© Hublot 

All Black

Die zurückhaltendere der beiden Varianten ist die Big Bang Original Soft Touch All Black, Referenz 431.RXN.2740.RX.VEL. Sie greift ein Gestaltungskonzept auf, das Hublot bereits 2006 etablierte. Damals machte die Marke die weitgehende Abwesenheit von Farbe selbst zum Designstatement. 20 Jahre später wird das Prinzip neu interpretiert. Neben Gehäuse und Zifferblatt führen auch schwarz plattierte und satinierte Zeiger sowie schwarz plattierte H-förmige Titanschrauben das Farbschema fort.  

 

 

Hublot – Big Bang Original Soft Touch, ausgefallener Automatik-Chronograph

Hublot – Big Bang Original Soft Touch

© Hublot 

All Red

Das Gegenstück bildet die Big Bang Original Soft Touch All Red, Referenz 431.RXR.2770.RX.VEL. Sie erinnert an Hublots 2018 vorgestellte rote Hightech-Keramik und überträgt das markentypische kräftige Rot nun auf den neuen Werkstoff. Rhodinierte, satinierte Zeiger und die polierten H-förmigen Titanschrauben sorgen dabei für metallische Akzente. Das Armband kombiniert schwarzen Kautschuk mit rotem strukturiertem Soft-Touch-Kautschuk. Geschlossen wird es über eine Faltschließe aus Titan. 

 

 

Hublot – Big Bang Original Soft Touch, ausgefallener Automatik-Chronograph

Hublot – Big Bang Original Soft Touch

© Hublot

Unico 

In beiden Modellen arbeitet das HUB1280 Unico, ein von Hublot entwickeltes und gefertigtes automatisches Chronographenkaliber. Das Werk misst 30 Millimeter im Durchmesser und 6,75 Millimeter in der Höhe, besteht aus 354 Komponenten und arbeitet mit einer Frequenz von vier Hertz. 43 Lagersteine und eine Gangreserve von 72 Stunden komplettieren die Eckdaten. Das Unico besitzt einen integrierten Flyback-Chronographen und ein Säulenrad. Hublot nennt für das Kaliber eine Ganggenauigkeit von −2 bis +4 Sekunden pro Tag. Zu seinen konstruktiven Besonderheiten zählen zudem eine Siliziumhemmung sowie fünf patentierte technische Lösungen, unter anderem für Kupplung, Chronographenzeiger und Feinregulierung. Damit bleibt die Soft Touch trotz ihres stark materialorientierten Konzepts mechanisch eine vollwertige moderne Big Bang. Beide Ausführungen kosten in Deutschland 24.400 Euro. 

Fazit

Bei Hublot gehört die nächste ungewöhnliche Materialidee beinahe zur Erwartungshaltung. Die Soft Touch ist dabei interessanter als eine weitere neue Keramikfarbe, denn ihr entscheidender Effekt lässt sich weder auf einem Datenblatt noch auf einem Foto wirklich beurteilen. Dass die samtartige Struktur dabei nicht einfach aufgetragen wird, sondern unmittelbar bei der Herstellung des Kautschuks entsteht und Hublot das Material bis auf das Zifferblatt ausdehnt, macht die Sache technisch wie gestalterisch spannend. Ob sich eine Uhr für 24.400 Euro tatsächlich „besser“ anfühlt, weil große Teile ihrer Oberfläche samtartig weich sind, bleibt Geschmackssache. Aber genau solche Experimente passen zur Big Bang: Seit den Anfängen lebt sie davon, bekannte Vorstellungen davon, welche Materialien bei einer Luxusuhr zusammengehören, immer wieder infrage zu stellen. Gleichzeitig ist die Neuheit Teil einer Rückbesinnung auf die ursprüngliche Big Bang. Das Modell debütierte 2005 und wurde noch im selben Jahr beim Grand Prix d’Horlogerie de Genève für sein Design ausgezeichnet. 2006 folgte das All-Black-Konzept, 2018 die rote Hightech-Keramik. 2026 kehrte Hublot mit der überarbeiteten Big Bang Original bewusst zu wesentlichen Gestaltungsmerkmalen der ersten Generation zurück. Die Soft Touch ergänzt diese Entwicklung nun um eine taktile Ebene.  

 

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Automatik Chronograph Hublot Hublot Big Bang ausgefallene Uhren

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